Frankenmarkt, Filialkirche Maria Hilf in Auleiten
Das Gotteshaus liegt einen Kilometer außerhalb Frankenmarkt, die Straße zweigt am Westende des Marktes nach rechts ab; Wegweiser.
Um Auleiten bestand früher dichter Wald; eine dort entspringende Quelle mit sehr gutem Wasser, erst in Holz, dann in Stein gefasst, fand Verehrung. Diese Quelle wird jetzt vom Besitzer für den Hausgebrauch verwendet. Es entstand eine Einsiedelei, allerdings von keinem Geistlichen, sondern von einem Laien geführt; 1776 wurde eine hölzerne Kapelle erbaut. Kaiser Josef II. hob die Einsiedelei auf, die Klause wurde ein Pointhaus, die Tür zur Kapelle vermauert. Die heutige Auleitenkirche wurde als Friedhofkirche und als Ersatz für die Einsiedlerkapelle 1862 - 1864 erbaut. Zum Bau der Sakristei verwendete man Teile der abgebrochenen Grabkapelle in Frankenmarkt. Auf dem neugotischen Altar befindet sich, flankiert von barocken Engelsfiguren, das Gnadenbild, wahrscheinlich aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, es war früher in der Waldkapelle, die übrigens heute noch besteht. An den Wänden ist ein interessanter, volkstümlicher Kreuzweg angebracht. Unter der Orgelempore fällt noch der Grabstein für Ferdinand Eitzinger (gest. 1873) auf. Er war Wirt, Sägewerks- und Hausbesitzer in Pondorf und erwarb sich für die Bevölkerung von Frankenmarkt und Umgebung große Verdienste, da durch seine Intervention die Servitutsrechte der um den Kobernaußerwald lebenden Leute auch nach Erwerb dieses Waldes durch Kaiser Franz Josef erhalten, bzw. restituiert wurden. Der Markt Frankenmarkt verlieh ihm als Dank dafür einen Auerhahn als Wappen, der auch am Grabstein abgebildet ist.
Kultgegenstand: Mariahilf-Bild.
Legende: In einem Wald bei Frankenmarkt hing ein Mariahilf-Bild an einem Baum. Um es vor Sturm und Regen zu schützen, brachte man es in die Kirche von Frankenmarkt. Am Morgen hing es aber wieder an dem Baum. Da errichtete man dort für das Bild eine Kapelle.
Wallfahrt: Früher lokal zur Heilquelle; jetzt jeweils am 1. Mai von Frankenmarkt aus.
Votivbilder: Besonders unter der Orgelempore befinden sich zahlreiche Votivbilder, von denen jedoch nur zwei aus dem 18. Jh. wirklich beachtenswert sind. Alle anderen sind neueren Datums und meist billige Drucke, sehr viele mit Mariahilf-Motiven; an den Wänden sieht man auch verschiedene Inschriften, vielfach neueren Datums (1948, 1959) mit Bitten um Hilfe und Dank für Erhörungen. Auch auf der Orgelempore zahlreiche Bilder.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Auleiten 24, 4890 Frankenmarkt. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Hausruckviertel |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarrgemeinde Frankenmarkt |
| | Geöffnet: |
| | Maria Auleiten: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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| | Votivbild Hochwasser Frankenmarkt: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie Inschrift: "Den 25 (?) Juni 1867 entlud sich im Mondseer Bezierk ein Wolkenbruch wodurch das ganze Thal bei Frankenmarkt überschwemmt wurde und großen |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Das heilige Bründl in Auleiten, Frankenmarkt auf SAGEN.at | |
| - Josef Aschauer, Frankenmarkt, Ortsgeschichte zum 700jährigen Marktjubiläum 1236/1936, (1936). | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |