Gunskirchen, Fallsbach, Wallfahrtskirche Maria Fallsbach
Die Kirche steht auf einer kleinen Erhebung; es ist anzunehmen, dass dieser Platz ein Burgstall ist, denn die erste urkundliche Erwähnung, 1140, geschah mit den „Liberi Manegolt de Volspach und Nendinch de Volspach" (also den Freien Manegolt und Nendinch von Fallsbach). Vor der Kirche, an der Straße, befindet sich ein Brunnen mit hübschem Schmiedeeisengitter um 1700 und Dach, vermutlich der Brunnen des Sitzes der Volspacher.
Der Kirchenschlüssel ist im kleinen Mesnerhaus auf der anderen Straßenseite zu bekommen.
Das Gotteshaus hat, ebenso wie die Sakristei, ein schönes Kreuzrippengewölbe. Die jetzige Kirche stammt aus dem Jahre 1516, doch muss sie einen Vorgängerbau gehabt haben, da Fallsbach schon im Jahre 1509 eine bekannte Wallfahrt, versehen mit Ablässen, war. Auffallend ist die spätgotische Marienstatue auf dem Hochaltar aus dem Ende des 15. Jahrhunderts; die beiden dazugehörigen Schreinfiguren stehen jetzt in Gunskirchen.
Kultgegenstand: Auf dem Hochaltar die eben erwähnte gekrönte, stehende Marienstatue über einer Mondsichel, das Zepter in der linken Hand, das nackte, gekrönte Kind auf dem rechten Arm haltend; das Kind segnet mit der rechten Hand und hält links die Weltkugel. Dann aber auch auf der linken Seitenwand des Chores eine gekrönte Marienbüste mit Kind; Maria reicht mit der linken Hand dem Kind, das auf der rechten Seite steht, einen Granatapfel; das Kind greift mit der Linken danach und segnet mit der rechten Hand. Diese Gruppe wächst aus einem Hirschgeweih und stammt aus der Zeit von 1510/20. Über der Figurengruppe steht auf der Mauer folgender Text: „Die Legende meldet über den Ursprung dieses Gotteshauses: Vor Zeiten hat ein vornehmer Jäger, der in ungezügelter Leidenschaft auch am Sonntag dem Weidwerk oblag, im nahen Schacherholze einen Hirsch angeschossen, zwischen dessen Geweih er zu seinem großen Erstaunen das Bild der Himmelskönigin Maria erblickte. Von dem Anblick erschüttert, folgte er den Spuren des Hirsches und fand denselben ein paar hundert Schritte vom jenseitigen Ufer des Fallsbaches verendet. Zur Sühne seines Frevels erbaute er daselbst dieses Gotteshaus und hing das Geweih jenes Hirsches mit dem Marienbild auf."
Wallfahrt: Früher fand die Verehrung vor allem am 15. August und an den Goldenen Samstagen statt; heute kommen hin und wieder Leute, auch manchmal Gruppen, wie z. B. aus der Herz-Jesu-Pfarre von Wels.
Quelle: Hertha und Friedrich Schober, Kapelle, Kirche, Gnadenbild. Ein kunstgeschichtlicher und volkskundlicher Führer zu Wallfahrtsstätten in Oberösterreich. Linz 1972.
Mit freundlicher Genehmigung von Reinprecht Schober für SAGEN.at.
| | Lage: Fallsbach 2, 4623 Fallsbach. |
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| | Web: Pfarrgemeinde Gunskirchen |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |
