| Wallfahrt: | Maria Roggendorf zählt zu den alten Marienwallfahrtsorten Niederösterreichs. Ein Liebfrauenaltar ist 1291 belegt, die Entstehungsüberlieferung setzt den Beginn der eigentlichen Wallfahrt um 1450 an. Nach einer barocken Blüte, dem josephinischen Abbruch und einer Wiederbelebung 1924 entwickelte sich seit 1969 die bis heute bestehende Monatswallfahrt. |
| Status: | Lebendiger Wallfahrtsort. An jedem 13. des Monats wird die "Wallfahrt für die Kirche" gehalten; daneben ist Mariä Geburt am 8. September das historische Hauptfest der Kirche. |
| Kultzentrum: | Maria Roggendorf besitzt zwei Gnadenbilder: eine spätgotische hölzerne Strahlenkranzmadonna und das heute im Mittelpunkt stehende, auf Leder gemalte Bild "Zärtliche Maria mit Kind" aus dem 15. Jahrhundert. |
| Ort: | Maria Roggendorf, Marktgemeinde Wullersdorf. |
| Region: | Weinviertel, Niederösterreich. |
| Bundesland: | Niederösterreich. |
| • | Maria Roggendorf 27, 2041 Maria Roggendorf, Marktgemeinde Wullersdorf. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Weinviertel |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Pfarre / Seelsorge: Kloster St. Josef - Wallfahrtsort Maria Roggendorf | Pfarre Maria Roggendorf. |
| • | Öffnungszeiten: Die Basilika ist täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr geöffnet. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Maria Roggendorf liegt im westlichen Weinviertel und gehört als Katastralgemeinde und Ortschaft zur Marktgemeinde Wullersdorf. Die weithin sichtbare Basilika Mariä Geburt steht im Ortszentrum und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Benediktinerpriorat St. Josef den geistlichen Mittelpunkt des Wallfahrtsortes. Die heutige Ortsbezeichnung "Maria Roggendorf" wurde 1971 eingeführt und unterstreicht die seit Jahrhunderten bestehende Verbindung des Ortes mit der Marienwallfahrt.
Die Wallfahrt gehört zu den alten Marienwallfahrten Niederösterreichs. Ihre Geschichte ist durch mehrere deutlich voneinander unterscheidbare Phasen geprägt: mittelalterliche Anfänge, eine starke Entfaltung in der Gegenreformation und im Barock, einen nahezu vollständigen Abbruch der öffentlichen Wallfahrt nach den josephinischen Verboten, einen Neubeginn im Jahr 1924 und schließlich die seit 1969 bestehende Monatswallfahrt am 13. jedes Monats.
Bereits 1291 ist in Roggendorf eine Kapelle mit einem "Liebfrauenaltar" nachweisbar. Für 1415 wird ein Benefizium genannt. Die Entstehungsüberlieferung setzt den eigentlichen Beginn der Wallfahrt um 1450 an. Ein Verwalter des nahegelegenen Raffelhofes soll ein Marienbild nach Roggendorf gebracht haben, nachdem sein Kind durch Gebet vor diesem Bild Heilung erfahren habe. Das Bild sei in der Kapelle aufgestellt worden; die Nachricht von der erfahrenen Hilfe habe sich verbreitet und Wallfahrer sowie Prozessionen angezogen.
Diese Erzählung gehört zur überlieferten Ursprungsgeschichte des Gnadenortes. Welche der heute in Maria Roggendorf erhaltenen Marienbilder mit dem in der Legende genannten Bild identisch ist, lässt sich nicht sicher feststellen. Gerade die Existenz von zwei Gnadenbildern und die unterschiedliche Überlieferung ihrer Verehrung machen eine vorsichtige Trennung zwischen Wallfahrtslegende, archivalischen Nachrichten und kunsthistorischer Datierung notwendig.
Roggendorf stand in enger Verbindung mit dem Benediktinerstift Göttweig. Als die Zahl der Wallfahrer zunahm, reichte die ältere Kapelle nicht mehr aus. Unter Abt Gregor II. Heller ließ das Stift daher von 1651 bis 1653 eine neue, geräumige Wallfahrtskirche errichten. Als Baumeister wird Johann Angelo Canevale genannt. Die hoch proportionierte frühbarocke Saalkirche dokumentiert bereits durch ihre Größe, dass der Ort für einen erheblichen Pilgerzustrom eingerichtet wurde.
Ein Brand im Jahr 1695 beschädigte das Gotteshaus schwer. Bis 1696 wurden Turm und Kirche unter Carlo Antonio Carlone erneuert. Der mächtige Ostturm am Chorscheitel mit seinem achteckigen Aufbau, Tambour und Laterne prägt seither das Ortsbild. 1782 wurde Maria Roggendorf zur selbstständigen Pfarre erhoben; der Charakter als Wallfahrtskirche blieb zunächst bestehen.
Die Reformationszeit brachte einen Rückgang der Wallfahrt. Im Zuge der Gegenreformation setzte jedoch ein starker Aufschwung ein. Das Stift Göttweig förderte den Gottesdienst am Gnadenort, fremde Geistliche wirkten bei den Wallfahrtsfeiern mit, und aus Hollabrunn kamen Kapuziner zur Beichtaushilfe. Auch Göttweiger Äbte nahmen an den Wallfahrten teil. Seit 1721 kamen zum Hauptfest Mariä Geburt regelmäßig mehrere Kleriker mit der Musikkapelle des Stiftes nach Roggendorf.
Zu den Förderern gehörte Abt Odilo Piazol, der im 18. Jahrhundert alljährlich am Fest Mariä Geburt eine Prozession von Göttweig nach Roggendorf führte und dort wiederholt predigte. Die Wallfahrt war damit nicht nur regional im Weinviertel verankert, sondern eng mit dem klösterlichen und liturgischen Leben Göttweigs verbunden.
Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts brachte den Höhepunkt der alten Roggendorfer Wallfahrt; gegen Ende des Jahrhunderts setzte ein rascher Niedergang ein. Bereits Maria Theresia ließ 1772 Wallfahrten beschränken. Am 21. März 1785 verbot Kaiser Joseph II. schließlich auch die beiden bis dahin noch gestatteten jährlichen Prozessionen nach Roggendorf.
Die Folgen waren ungewöhnlich tiefgreifend. In den erhaltenen Gedenk- und Verkündbüchern sowie in den Kirchenrechnungen des ausgehenden 18. und des 19. Jahrhunderts fehlen Hinweise auf eine öffentliche Wallfahrt. Private Pilger hielten zwar an der Verehrung fest, doch das Gnadenbild wurde zunehmend vernachlässigt und geriet zeitweise nahezu in Vergessenheit. Maria Roggendorf gehört damit zu jenen Wallfahrtsorten, bei denen das josephinische Verbot tatsächlich zu einer langen Unterbrechung des öffentlichen Wallfahrtswesens führte.
Eine Besonderheit von Maria Roggendorf ist das Nebeneinander von zwei Gnadenbildern. Nach der heutigen Darstellung des Klosters St. Josef wurde ursprünglich wahrscheinlich vor allem eine spätgotische hölzerne Strahlenkranzmadonna verehrt. Dafür sprechen historische Wallfahrtsbildchen. Seit der Begründung der Monatswallfahrt im Jahr 1969 steht dagegen das auf Leder gemalte Bild "Zärtliche Maria mit Kind" im Mittelpunkt der Wallfahrtsfrömmigkeit.
Diese doppelte Überlieferung ist für die Geschichte des Gnadenortes wesentlich. Die Ursprungserzählung um 1450 berichtet von einem Marienbild, das vom Raffelhof nach Roggendorf gebracht worden sei. Die sichere Gleichsetzung dieses Bildes mit der heute verehrten Ledermalerei ist jedoch nicht möglich. Das Lederbild ist archivalisch erst 1667 ausdrücklich fassbar, während die ältere Bildtradition offenbar auch die hölzerne Madonna als zentrales Wallfahrtsbild kennt.
Die geschnitzte Madonna gehört der spätgotischen Bildtradition an. Maria erscheint mit dem Kind in einem Strahlenkranz. Historische Andachts- und Wallfahrtsbildchen legen nahe, dass gerade diese Plastik über längere Zeit das hauptsächlich verehrte Bild war. Damit erinnert sie an eine ältere Phase der Roggendorfer Wallfahrt, die heute durch die stärkere Präsenz des Lederbildes leicht übersehen werden kann.
Das heute zentrale Gnadenbild stammt stilistisch aus dem 15. Jahrhundert und ist auf Leder gemalt. Der ovale Bildausschnitt zeigt Maria mit dem Jesuskind in einer innigen, dem Typus der Eleusa verpflichteten Darstellung. Das Kind schmiegt seine Wange an jene der Mutter und greift nach ihrem Kinn beziehungsweise Hals. Auffällig ist, dass die Blicke von Mutter und Kind nicht ausschließlich einander gelten, sondern auf den Betrachter gerichtet sind.
Maria und das Kind tragen reich gemusterte Gewänder; der Goldgrund hebt die Darstellung aus dem alltäglichen Raum heraus. Mehrere Kronen und weitere später hinzugefügte oder überarbeitete Elemente zeigen, dass das Bild im Lauf seiner Geschichte Veränderungen erfahren hat. Wegen dieser Überarbeitungen und des Fehlens eindeutiger archivalischer Nachrichten sind Herkunft und genaue Entstehungsgeschichte nicht abschließend geklärt.
Das Bild wurde nach den Forschungen Gottfried Holzers 1967 wieder stärker in das Bewusstsein der Pfarre gerückt. Noch im selben Jahr übernahm das Bundesdenkmalamt die Restaurierung. Im Juli 1969 kehrte es nach Maria Roggendorf zurück und wurde in einem neu gestalteten Flügelaltar beim Presbyterium aufgestellt. Mit der im Oktober desselben Jahres begonnenen Monatswallfahrt wurde es zum zentralen Gnadenbild der erneuerten Wallfahrt.
Die Ausmaße der barocken Wallfahrt lassen sich ungewöhnlich anschaulich erfassen. Ein Visitationsbericht von 1711 vermerkt einen so starken Zustrom, dass Priester auch in Privathäusern Messe feiern mussten. Gleichzeitig beklagte die kirchliche Visitation die große Zahl von "Bratlbuden und Krämerläden", die den geordneten Ablauf der religiösen Feier beeinträchtigten. Wallfahrt, Gottesdienst, Handel, Essen und geselliges Zusammensein lagen am Festtag unmittelbar nebeneinander.
1715 wurden am Hauptfest Mariä Geburt rund 5000 Kommunionen gespendet. Selbst wenn diese Zahl nicht mit der Gesamtzahl aller anwesenden Personen gleichgesetzt werden darf, belegt sie die außerordentliche Bedeutung des Festes. Roggendorf war zu dieser Zeit kein kleiner lokaler Andachtsort, sondern ein Wallfahrtszentrum mit einem Einzugsgebiet weit über die nähere Umgebung hinaus.
Die Wallfahrt war wesentlich durch gemeinschaftliche Prozessionen geprägt. Pfarren und Ortschaften zogen in geordneten Gruppen zum Gnadenort, begleitet von Geistlichen und Kirchenmusik. Göttweiger Äbte führten selbst Prozessionen nach Roggendorf. Die später überlieferte Bezeichnung "Kreuzscharen" für die aus den umliegenden Orten kommenden Gruppen knüpft an diese ältere Form gemeinschaftlicher Wallfahrt an.
Das Hauptfest Mariä Geburt am 8. September verband den liturgischen Festtag mit einem weithin sichtbaren sozialen Ereignis. Der Wallfahrtstag zog nicht nur Pilger an, sondern auch Händler, Wirte und Besucher aus der Umgebung. Diese Verbindung von Wallfahrt und Kirtag blieb auch nach der Wiederbelebung im 20. Jahrhundert erhalten.
Im 18. Jahrhundert befand sich in der Kirche eine große Zahl von Votivtafeln. Sie erinnerten an erfahrene Hilfe in Krankheit, Gefahr und anderen Bedrängnissen und machten persönliche Dankbarkeit öffentlich sichtbar. Von diesem Bestand hat sich nur ein kleiner Rest erhalten. In der Sakristei befinden sich unter anderem ein Votivbild der Heiligen Dreifaltigkeit von 1732 und die Darstellung eines Schiffsunglücks von 1761.
Gerade das Schiffsunglück zeigt, dass die Anliegen der Wallfahrer nicht auf die bäuerliche Umgebung Roggendorfs beschränkt waren. Über den konkreten Stifter und den Ort des Unglücks geben die derzeit zugänglichen Beschreibungen allerdings keine näheren Auskünfte. Die erhaltenen Bilder bezeugen dennoch die ältere Funktion der Kirche als Ort, an dem Rettung und Hilfe durch ein sichtbares Dankzeichen dauerhaft erinnert wurden.
Die Verbindung religiöser Feier und weltlicher Festkultur blieb auch im 20. Jahrhundert bestehen. Nach der Wiederaufnahme der Wallfahrt zum Fest Mariä Geburt wurden nach der Muttergottesandacht die "Standln" besucht; ein Wirt aus Aspersdorf versorgte die Besucher in der Nähe der Kirche. Für die Roggendorfer Ortsbevölkerung war der Wallfahrtstag zugleich ein Familienfest, zu dem Verwandte und Bekannte eingeladen wurden.
Der Wallfahrtsort zeigt damit über mehrere Jahrhunderte eine typische Verbindung von religiösem Vollzug und gesellschaftlicher Begegnung: Prozession und Gebet standen neben Handel und Bewirtung, der Pilgerzug neben dem Kirtag, das persönliche Gelübde neben dem gemeinschaftlichen Fest.
Nach der langen Unterbrechung setzte P. Rupert Feichtinger OSB, Pfarrer von Roggendorf von 1913 bis 1945, einen bewussten Neubeginn. Am Fest Mariä Geburt des Jahres 1924 wurde die öffentliche Wallfahrt wieder aufgenommen. Der spätere Chronist Gottfried Holzer bezeichnete diesen Tag als Wiedergeburt der öffentlichen Wallfahrt zum Gnadenbild.
Von nun an zogen am 8. September wieder Prozessionen aus den umliegenden Ortschaften nach Roggendorf. Für diese Gruppen ist die Bezeichnung "Kreuzscharen" überliefert. Üblicherweise kamen etwa 1000 bis 1500 Wallfahrer; für 1945 verzeichnet die Chronik etwa 2500 Teilnehmer. Die Wallfahrt war damit wieder zu einem bedeutenden regionalen Ereignis geworden, blieb jedoch zunächst im Wesentlichen auf das jährliche Hauptfest und die nähere Umgebung beschränkt.
Seit 1961 beschäftigte sich der Organist und Heimatforscher Dr. Gottfried Holzer intensiv mit der Geschichte des Roggendorfer Gnadenbildes. Am 10. September 1967 wurde das alte Lederbild wieder über dem Hochaltar zur Verehrung aufgestellt. Wenige Tage später wurde es dem Bundesdenkmalamt zur Restaurierung übergeben. Nach zweijähriger Arbeit kehrte es im Juli 1969 zurück und erhielt einen neuen Platz im Kirchenraum.
Diese Restaurierung wurde zum Ausgangspunkt einer zweiten, grundlegend anders ausgerichteten Erneuerung der Wallfahrt. Die bisher vor allem auf das Patrozinium konzentrierte regionale Wallfahrt wurde nun durch eine monatliche Form ergänzt, die sich ausdrücklich an Anliegen der Kirche und der Welt orientierte.
Die erste Monatswallfahrt der neuen Form fand am 13. Oktober 1969 statt. Etwa 2000 Pilger kamen nach Roggendorf; als geistlicher Gast nahm der Apostolische Nuntius Opilio Rossi teil. Von nun an wurde der 13. jedes Monats zum festen Wallfahrtstag. Die Wahl dieses Datums stellte bewusst eine Verbindung zu den Marienerscheinungen von Fátima her.
Hans Hermann Groër, damals Religionsprofessor in Hollabrunn und später Erzbischof von Wien, gehörte zu den prägenden Initiatoren dieser Neuordnung. Die Wallfahrt sollte nicht in erster Linie von privaten Einzelanliegen bestimmt sein, sondern gemeinsame kirchliche Anliegen tragen. Kardinal Franjo Šeper bezeichnete diese Form 1972 als "Wallfahrt für die Kirche".
Für die Monatswallfahrt wurden vier Anliegen formuliert, die ihre geistliche Ausrichtung bis heute bestimmen: Festigung im Glauben, geistliche Berufe, Erneuerung der Kirche und Frieden in der Welt. Die Wallfahrt versteht sich damit als gemeinschaftliches Gebet, in dem persönliche Frömmigkeit und die Sorge um Kirche und Welt miteinander verbunden werden.
Die Monatswallfahrten werden von wechselnden Bischöfen, Äbten und Priestern geleitet. Am 13. des Monats bestehen umfangreiche Beichtmöglichkeiten; die liturgischen Feiern, Rosenkranzgebet und weitere Andachtsformen machen Maria Roggendorf regelmäßig zu einem überregionalen Treffpunkt von Pilgern.
Am 6. August 1988 erhob Papst Johannes Paul II. die Wallfahrtskirche zur Basilica minor. Das päpstliche Schreiben hebt ausdrücklich hervor, dass zahlreiche Pilger besonders am 13. jedes Monats nach Maria Roggendorf kommen, um das Bild der Gottesmutter mit dem Jesuskind zu verehren und ihre Fürsprache zu erbitten.
Die erneuerte Wallfahrt wurde auch zum Ausgangspunkt klösterlichen Lebens im Ort. Aus einer seit den 1970er Jahren vorbereiteten Benediktinergemeinschaft entwickelte sich das Priorat St. Josef, das 1991 als abhängiges Priorat des Stiftes Göttweig errichtet und 2005 selbstständig wurde. Die Mönche führen die Monatswallfahrt weiter und betreuen gemeinsam mit der Pfarre das Heiligtum. In der Nähe entstand zudem die Zisterzienserinnenabtei Marienfeld. Maria Roggendorf ist dadurch neben der Wallfahrtskirche zu einem Ort dauerhaften klösterlichen Gebets geworden.
Die Wallfahrt ist lebendig. An jedem 13. des Monats wird zur Monatswallfahrt eingeladen. Die Basilika ist täglich geöffnet; die Erzdiözese Wien nennt 6.00 bis 22.00 Uhr. Für die Monatswallfahrt bestehen ausgedehnte Beichtzeiten, und auch außerhalb dieser Tage ist die Kirche durch die Gottesdienste und Gebetszeiten des Benediktinerpriorates regelmäßig liturgisch genutzt.
Die heutige Kirche wurde 1651 bis 1653 als frühbarocke Saalkirche errichtet. Als Baumeister wird Johann Angelo Canevale genannt. Nach dem Brand von 1695 erfolgte unter Carlo Antonio Carlone bis 1696 eine umfassende Erneuerung. Der hoch aufragende Bau mit Volutengiebel und dem mächtigen Turm am Chorscheitel beherrscht das Ortsbild.
Der Chorschluss wird von einer freskierten Scheinarchitektur geprägt. Die um 1800 entstandene Ausmalung mit marianischen und christologischen Themen wird dem Umfeld Martin Johann Schmidts zugerechnet und mit dessen Schüler Andreas beziehungsweise Alexander Rudroff in Verbindung gebracht. Auch das Altarbild mit der Herabkunft des Heiligen Geistes wird Rudroff zugeschrieben. Ein freistehender Altar mit Tempiettotabernakel gehört ebenfalls der spätbarocken Ausstattung um 1800 an.
Die marmorierten Seitenaltäre entstanden um 1762 durch Joseph Pollak. Ihre Altarbilder schuf Martin Johann Schmidt, der "Kremser Schmidt". Auf der linken Seite erscheinen Christus am Kreuz und im Oberbild die Reue Petri; auf der rechten Seite der Tod des hl. Benedikt und im Oberbild die hl. Scholastika. Die beiden letztgenannten Darstellungen erinnern zugleich an die benediktinische Bindung Roggendorfs an das Stift Göttweig.
Die Kanzel schuf Jerig Sturm 1767. Ihr Schalldeckel mit Akanthusbaldachin ist älter und stammt aus der Zeit um 1700. Zur Ausstattung gehört außerdem eine geschnitzte Maria mit Kind um 1500 sowie ein barockes Kruzifix mit Assistenzfiguren. Zwei Osterleuchter stammen aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts, schmiedeeiserne Kerzenhalter im Chor aus dem frühen 18. Jahrhundert.
In der Sakristei werden neben den erhaltenen Votivbildern weitere Marienbilder verwahrt, darunter eine byzantinisierende Darstellung Maria mit Kind in einem spätbarocken Rahmen sowie ein Mariahilfbild aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kirche bewahrt damit neben ihren beiden eigentlichen Gnadenbildern eine ungewöhnlich dichte Folge marianischer Bildwerke.
Die älteste erhaltene Glocke ist die sogenannte Maria- oder Abtglocke, gegossen 1695 von Mathias Prininger. Die erste nachweisbare Orgel der Kirche wurde 1880 von Matthäus Mauracher geschaffen. Die heutige Orgel entstand 1994 durch den Orgelbauer Friedrich Heftner.
- Holzer, Gottfried: Maria Roggendorf. 2. Auflage. Wien: Dom Verlag, 1986.
- Andre, Augustinus: Wallfahrt für die Kirche. Maria Roggendorf: Salterrae-Schriftenapostolat, 1986.
- Groër, Hans Hermann: Festschrift Weihe der neuen Orgel der Basilika Maria Roggendorf. Wallfahrtsdirektion Maria Roggendorf, 1994.
- Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau. Wien 1990, Maria Roggendorf, Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt, S. 717-718.
- Maurer, Hermann: "Andachtsbilder von Maria Roggendorf", in: Unsere Heimat. Zeitschrift für Landeskunde von Niederösterreich, 73. Jahrgang, 2002, S. 220-223.
- Berichtigung zu Hermann Maurer, "Andachtsbilder von Maria Roggendorf", in: Unsere Heimat 73, 2002, S. 300.
- Maurer, Hermann: "Ein weiteres Andachtsbild von Maria Roggendorf", in: Unsere Heimat. Zeitschrift für Landeskunde von Niederösterreich, 74. Jahrgang, 2003, S. 37 ff.
- Land Niederösterreich: Denkmalpflege in Niederösterreich, Band 33. Darin zur von Johann Angelo Canevale errichteten Wallfahrtskirche Maria Roggendorf und zur Wiederbelebung der Wallfahrt.
- Kloster St. Josef: Geschichte der Wallfahrt in Maria Roggendorf. Angaben zu mittelalterlichem Ursprung, barocker Blüte, josephinischem Verbot, Wiederbelebung 1924 und Monatswallfahrt seit 1969.
- Kloster St. Josef: Die Gnadenbilder von Maria Roggendorf. Angaben zur Strahlenkranzmadonna und zum Lederbild "Zärtliche Maria mit Kind".
- Erzdiözese Wien: Pfarre Maria Roggendorf. Angaben zu Pfarre, Wallfahrtskirche und Öffnung.
- Johannes Paul II.: Apostolisches Schreiben "Intra Vindobonensis" vom 6. August 1988 zur Erhebung der Wallfahrtskirche Maria Roggendorf zur Basilica minor.
- Niederösterreich Werbung: Basilika Mariä Geburt, Maria Roggendorf. Angaben zu Baugeschichte, Ausstattung und Votivbildern.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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