Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Weitra

Schnellüberblick
Wallfahrt:Spätmittelalterliche Wolfgangswallfahrt, die bereits im 15. Jahrhundert ein eigenes Pilgerhaus erforderte.
Status:Ehemaliger Wallfahrtsort; seit 1975 besteht wieder ein monatlicher Wallfahrtstag.
Kultzentrum:Verehrung des hl. Wolfgang; spätgotische Wolfgangsdarstellungen und -figuren erinnern an die Wallfahrt.
Ort:St. Wolfgang bei Weitra
Region:Waldviertel
Bundesland:Niederösterreich
Lage und Besuch
Lage: Wallfahrtskirche St. Wolfgang, 3970 St. Wolfgang.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Niederösterreich - Waldviertel
Ansicht in Street View
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Öffnungszeiten:
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Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

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Außenansicht:

Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Weitra

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Der Hochaltar in zwei verschiedenen Perspektiven:

Hochaltar Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Weitra

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Der Hochaltar in zwei verschiedenen Perspektiven:

Hochaltar Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Weitra

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Pfarr- und ehemalige Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Weitra liegt im Waldviertel, rund vier Kilometer südlich von Weitra, auf einer Geländestufe über dem Ort. Mit etwa 42 Metern Länge, 21 Metern Breite und 14 Metern Höhe gilt sie bis heute als größte Dorfkirche der Diözese St. Pölten und wirkt für einen so kleinen Ort überraschend mächtig.

Gestiftet wurde die Kirche um 1400 von Thomas Schaler, Burggraf von Weitra, und seinem Bruder Johannes im damaligen Dorf Pfaffenschlag. Am 6. November 1407 wurde der Chor der Kirche dem heiligen Wolfgang geweiht; 1408 bestätigte Bischof Georg von Passau die Stiftung als Filialkirche der Pfarre Großschönau. Der hl. Wolfgang war im Spätmittelalter ein sehr beliebter Heiliger, und die große Kirche zeigt, dass der Ort von Anfang an mehr als nur eine einfache Dorfkirche sein sollte.

Schon bald entwickelte sich St. Wolfgang zu einem Wallfahrtsziel. 1447 errichtete die Liebfrauenbruderschaft von Weitra ein Pilgerhaus als Unterkunft für Wallfahrer; der heutige Pfarrhof steht an dieser Stelle. Damit ist auch volkskundlich deutlich: Die Wallfahrt war nicht nur eine private Andacht, sondern brauchte bereits im 15. Jahrhundert eine feste Infrastruktur für ankommende Pilger.

Die Kirche ist eine stattliche spätgotische Hallenkirche mit weitem dreischiffigem Innenraum und langem Chor. 1979 wurden im Chor Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert freigelegt; die ältere Schicht zeigt unter anderem 14 Szenen aus dem Leben des heiligen Wolfgang. Auch die spätgotischen Schnitzfiguren der Heiligen Wolfgang, Erasmus und Nikolaus, um 1500 entstanden, erinnern noch an die mittelalterliche Blütezeit der Kirche.

Die Wallfahrt bestand vor allem bis zur Reformationszeit. In den 1570er- und 1580er-Jahren ließ der protestantische Schlossherr Christoph von Prag auf Engelstein Teile der Ausstattung entfernen und die Kirche sperren; 1583 wurde ein evangelischer Prädikant bestellt. 1617 wurde die Kirche wieder katholisch, doch konnte die alte Wallfahrt zunächst nicht mehr richtig belebt werden.

Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine neue barocke Ausstattung. Besonders wichtig ist der mächtige Hochaltar von 1692/94, der für die drei erhaltenen spätgotischen Bischofsfiguren Wolfgang, Erasmus und Nikolaus geschaffen wurde. 1765 wurde St. Wolfgang zur Pfarrkirche erhoben und dem Stift Zwettl inkorporiert; Altarbilder von Martin Johann Schmidt, dem "Kremser Schmidt", gehören zu den bedeutenden Kunstwerken der Ausstattung.

Volkskundlich interessant ist St. Wolfgang vor allem als Beispiel einer spätmittelalterlichen Heiligenwallfahrt, die durch die Reformation abbrach, später aber als Erinnerungs- und Andachtsort weiterbestand. Seit 1975 gibt es wieder einen monatlichen Wallfahrtstag, wodurch die Kirche erneut stärker als Wallfahrtsziel wahrgenommen wird.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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