Weitersfeld, Sallapulka, Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria im Gebirge

Schnellüberblick
Wallfahrt:Historische Marienwallfahrt "in das Gebirge", spätestens seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert belegt.
Status:Historischer Wallfahrtsort; die Kirche blieb als Pfarr- und Wallfahrtskirche erhalten.
Kultzentrum:Maria Immaculata als Gnadenbild im Hochaltar sowie das Biribründl als alte Heilquelle.
Ort:Sallapulka / Weitersfeld
Region:Waldviertel
Bundesland:Niederösterreich
Lage und Besuch
Lage: Nonnersdorf 15, 3752 Nonnersdorf.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Niederösterreich - Waldviertel
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Web:
Öffnungszeiten:
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Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

Außenansicht:

Wallfahrtskirche Maria im Gebirge Sallapulka, Weitersfeld

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Außenansicht mit dem Bründl:

Wallfahrtskirche mit Bründl Maria im Gebirge Sallapulka, Weitersfeld

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Gnadenbild:

Wallfahrtskirche Maria im Gebirge Sallapulka, Weitersfeld

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria im Gebirge liegt südlich von Sallapulka, in der Marktgemeinde Weitersfeld im Bezirk Horn, auf einer Bergkuppe im Waldviertel. Sie ist der Mariä Heimsuchung geweiht und wird volkstümlich auch Birikirche, Biribründl oder kurz Biri genannt. Die Pfarre Sallapulka ist sicher seit 1299 nachweisbar; schon 1316 wird "unser Frauen Gotteshaus in dem Piricheh" genannt, also ein Marienheiligtum "im Gebirge" bei Sallapulka.

Die heutige Kirche besitzt noch bedeutende gotische Bauteile, besonders den weithin sichtbaren Südturm, den Chor mit Netzrippengewölbe und die Petruskapelle. Wallfahrten "in das Gebirge" sind spätestens seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert belegt. Die wichtigsten Wallfahrtstage waren Mariä Heimsuchung, der Pfingstdienstag und der Samstag nach dem Fest des heiligen Vitus, des ursprünglichen Kirchenpatrons; für diesen Vitus-Wallfahrtstag gewährte Papst Paul V. den Wallfahrern einen vollkommenen Ablass.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche geplündert, doch nahm die Wallfahrt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder stark zu. 1674 wurden ein neues Langhaus errichtet und ein neuer Hochaltar aufgestellt. Eine besondere Blüte erlebte Maria im Gebirge im frühen 18. Jahrhundert: Am Veitstag 1724 sollen 54 Prozessionen gekommen sein, und 120 Händler hatten Verkaufsstände aufgeschlagen. Das zeigt sehr schön, dass Wallfahrt hier nicht nur Andacht, sondern auch Fest, Markt, Begegnung und regionales Gemeinschaftsereignis war.

Im Hochaltar steht als Gnadenbild eine überlebensgroße Marienstatue aus dem 17. Jahrhundert, Maria Immaculata. Für die Volksfrömmigkeit war aber nicht nur das Gnadenbild wichtig, sondern auch das Biribründl, eine alte Heilquelle westlich beziehungsweise unterhalb der Kirche. Wallfahrtsmotive sind besonders gutes Wetter, Fruchtbarkeit der Weinberge und Schutz gegen Ungeziefer — das ist volkskundlich sehr aufschlussreich, weil es die Wallfahrt unmittelbar mit Landwirtschaft, Weinbau, Wetterangst und Erntesicherung verbindet.

Als im 18. Jahrhundert die nahe Wallfahrt Maria Dreieichen aufblühte, ging die Bedeutung von Maria im Gebirge zurück. Unter Joseph II. wurde die Wallfahrt verboten und die Kirche 1783 vorübergehend gesperrt. Im 19. Jahrhundert lebte die Verehrung wieder auf; Renovierungen und der neue Hochaltar von 1854 zeigen, dass der Ort weiterhin eine religiöse Bedeutung behielt.

Das Biribründl wurde in neuerer Zeit wieder zugänglich gemacht: Nach Instandsetzungsarbeiten konnte das Wasser 2003 wieder in die kleine Kapelle geleitet werden, und 2009 wurde das Biribründl nach Renovierungsarbeiten neu eingeweiht.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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