Maria Laach am Jauerling, Wallfahrtskirche Maria Laach

Schnellüberblick
Wallfahrt:Marienwallfahrt mit spätmittelalterlichen Wurzeln und starkem Aufschwung in der Barockzeit.
Status:Historischer und bis heute bedeutender Wallfahrtsort am Jauerling.
Kultzentrum:Gnadenbild "Unsere Liebe Frau Sechsfinger" am linken Seitenaltar.
Ort:Maria Laach am Jauerling
Region:Waldviertel
Bundesland:Niederösterreich
Lage und Besuch
Lage: Maria Laach am Jauerling 2, 3643 Maria Laach am Jauerling.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Niederösterreich - Waldviertel
Ansicht in Street View
Web:
Öffnungszeiten: zu den üblichen Kirchenöffnungszeiten.
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Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

Außenansicht:

Wallfahrtskirche Maria Laach am Jauerling

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

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Wallfahrtskirche Maria Laach am Jauerling

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Gnadenbild-Altar:

Gnadenbild Altar Wallfahrtskirche Maria Laach am Jauerling

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Zweites Gnadenbild, der Flügelaltar von 1480 in der Wallfahrtskirche Maria Laach am Jauerling:

Gnadenbild Altar Wallfahrtskirche Maria Laach am Jauerling

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Ausführliche Beschreibung

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Maria Laach am Jauerling liegt am Südhang des Jauerlings, hoch über der Wachau, und gehört zu den bedeutenden spätgotischen Kirchen Niederösterreichs. Die Anfänge der Wallfahrt sind nicht ganz sicher fassbar; die Pfarre verweist aber darauf, dass bereits 1367 in Zusammenhang mit dem sogenannten Melker Kreuz ein Marienaltar erwähnt wird, weshalb Maria Laach schon damals ein Wallfahrtsort gewesen sein dürfte. Um 1380 begann der Bau der heutigen gotischen Kirche, die ihre mittelalterliche Ausstattung in ungewöhnlich reichem Maß bewahrt hat.

Besonders berühmt ist der Doppelflügelaltar von 1480, der zu den besterhaltenen spätgotischen Schnitz- und Malwerken Niederösterreichs zählt. Im Schrein thront Maria als Himmelskönigin mit dem Kind; die Flügel zeigen Szenen aus dem Marienleben und der Passion Christi. Damit ist Maria Laach nicht nur ein Wallfahrtsort, sondern auch ein wichtiger Ort der spätgotischen Kunst im niederösterreichischen Donauraum.

Der eigentliche volkskundliche Mittelpunkt ist jedoch das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau Sechsfinger" am linken Seitenaltar. Das Bild zeigt Maria mit dem Jesuskind; an ihrer rechten Hand, die den Rosenkranz hält, sind sechs Finger dargestellt. Diese ungewöhnliche Darstellung wurde im Volk vielfach gedeutet: als Malerfehler, als frevlerische Absicht, als Zeichen besonderer Gnadenfülle oder auch als Hinweis auf Heilung und Fürsprache Mariens.

Um das Gnadenbild entstanden mehrere Sagen. Eine bekannte Erklärung erzählt, der Maler habe den sechsten Finger übermalen wollen, doch dieser sei immer wieder zum Vorschein gekommen; daraus habe sich der Volksname "Unsere Liebe Frau Sechsfinger" entwickelt. Auch der Ortsname wurde sagenhaft gedeutet: Maria habe über die sechs Finger "gelacht" — tatsächlich wird "Laach" aber auch mit älteren Formen wie "Lohe" beziehungsweise mit Lohrinde in Verbindung gebracht.

Einen starken Aufschwung nahm die Wallfahrt in der Barockzeit. Für 1680 ist ein Pestgelübde des südlichen Waldviertels überliefert, jährlich nach Maria Laach zu pilgern; nach der wundertätigen Heilung eines blinden Kindes im Jahr 1719 nahm der Zustrom der Wallfahrer weiter zu. Im 18. Jahrhundert wurde die Wallfahrt zum Gnadenbild "Maria Sechsfinger" besonders lebendig, und in dieser Zeit setzte sich auch der Name Maria Laach für den Ort durch.

Literatur und Quellen

- Hintergründe zu Mara Sechsfinger auf SAGEN.at: Maria Sechsfinger

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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