Hoheneich, Pfarr- und Wallfahrtskirche Unbefleckte Empfängnis

Schnellüberblick
Wallfahrt:Marienwallfahrt mit mittelalterlicher Tradition und der Überlieferung vom "Wunder von Hoheneich" von 1621.
Status:Lebendiger Wallfahrtsort; Wallfahrtsgruppen kommen weiterhin besonders um Maria Geburt.
Kultzentrum:Spätgotische Gnadenstatue "Maria mit dem Kinde" im Hochaltar sowie die sogenannte Mirakeltür.
Ort:Hoheneich
Region:Waldviertel
Bundesland:Niederösterreich
Lage und Besuch
Lage: Marktplatz 93, 3945 Hoheneich.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Niederösterreich - Waldviertel
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Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

Die spätgotische Gnadenstatue Maria mit Kind aus 1480/1490 in einer spätbarocken Engelglorie um 1780.

Gnadenbild-Altar, Juni 1966:

Gnadenbild Altar Wallfahrtskirche Hoheneich

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Das Wunder von Hoheneich, Juni 1966:

Wallfahrtskirche Hoheneich, Wundertür

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Während der Reformation war die Pfarrkirche ab 1540 über 80 Jahre stillgelegt. Erst das "Wunder von Hoheneich" gab den Katholiken ihr Gotteshaus uneingeschränkt zurück. Dabei ließen Protestanten die Eingänge verschließen und sogar vermauern, um eine katholische Prozession daran zu hindern, anlässlich der Patroziniumsfeier, die Kirche zu betreten.
Doch nur durch die Berührung einer Fahne öffnete sich das Tor und die dahinterliegende Mauer stürzte ein. Daraufhin wurde die Herrschaft des Gebietes, Graf Ernst von Kollonitsch, wieder dem katholischen Glauben anhängig und vertrieb sogar die lutheranischen Prädikanten. (nach: Sakralbauten Österreichs)

Text auf der Tür:
"Vermauert
gewesene Kirchenthüre wel.
che sich am Feste Maria Ge-
burt 1621 bey Ankommen der Wahl.
fahrter laut obige Urkunde von
selbst geöffnet hat."

Aufnahme: 20. Juni 1966.

Ausführliche Beschreibung

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Unbefleckte Empfängnis in Hoheneich liegt im Waldviertel, im Bezirk Gmünd, nur wenige Kilometer von der heutigen tschechischen Grenze entfernt. Gerade diese Grenzlage ist für die Wallfahrt wichtig: Hoheneich zog nicht nur Gläubige aus der näheren Umgebung an, sondern auch Pilgerinnen und Pilger aus Böhmen. Die Pfarre ist schon im 14. Jahrhundert nachweisbar; als Marienwallfahrtsort wird Hoheneich bereits für das Mittelalter genannt. Im Mittelpunkt der Verehrung steht bis heute eine spätgotische Gnadenstatue "Maria mit dem Kinde", die um 1480/90 datiert wird und im Hochaltar der Kirche aufgestellt ist.

Volkskundlich besonders bedeutsam ist die Überlieferung vom "Wunder von Hoheneich" aus dem Jahr 1621. Nach der Erzählung wollte der protestantische Grundherr Graf Ernst von Kollonitsch auf Anraten eines lutherischen Predigers eine katholische Pilgerschar aus dem böhmischen Raum am Eintritt in die Kirche hindern. Das Kirchentor wurde versperrt und von innen vermauert; als die Wallfahrer am Fest Maria Geburt, dem 8. September, vor der Kirche ankamen und die Tür mit einem Gebetsfähnlein berührt wurde, soll sich die Tür geöffnet und die Mauer dahinter gelöst haben. Dieses Ereignis führte der Überlieferung nach zur Bekehrung des Grafen Kollonitsch und erneuerte den Ruf Hoheneichs als katholischen Gnadenort.

Diese Geschichte ist für Hoheneich deshalb so wertvoll, weil sie Wallfahrt, Konfessionsgeschichte und lokale Erinnerung miteinander verbindet. Die sogenannte Mirakeltür wurde aus der Vorgängerkirche erhalten und wird bis heute als Erinnerungsstück an dieses Wunder gezeigt und verehrt. Damit besitzt Hoheneich ein ausgesprochen anschauliches Objekt der Wallfahrtsüberlieferung: Nicht nur das Gnadenbild, sondern auch eine konkrete Kirchentür trägt die Erinnerung an die wundersame Öffnung und an den Konflikt zwischen katholischer Volksfrömmigkeit und protestantischer Obrigkeit.

Nach dem Wiedererstarken der katholischen Pfarre wurde Hoheneich 1689 neuerlich zur Pfarrkirche erhoben. Die heutige Kirche entstand 1776 bis 1778 nach Plänen des Architekten Andreas Zach anstelle eines älteren, baufällig gewordenen Gotteshauses. In den Neubau wurde die Wallfahrtstradition bewusst übernommen: Die Gnadenstatue erhielt ihren Platz in der zentralen Nische des Hochaltars, und auch die Mirakeltür blieb als Erinnerungszeichen erhalten.

Die Bedeutung der Wallfahrt zeigt sich bis heute vor allem am großen Wallfahrtstag im September, besonders um Maria Geburt am 8. September. Hoheneich wird noch immer von Wallfahrtsgruppen besucht; die Gemeinde nennt jährlich hunderte Wallfahrerinnen und Wallfahrer, die hier Schutz, Trost und Freude bei der Gottesmutter Maria suchen.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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