| Wallfahrt: | Alte Marienwallfahrt, als Wallfahrtsort 1674 ausdrücklich belegt; eng verbunden mit der Bründlkapelle Maria Bründl. |
| Status: | Lebendiger Wallfahrtsort; die Wallfahrt wird unter anderem durch Fatimafeiern und traditionelle Marienfeste fortgeführt. |
| Kultzentrum: | Mariengnadenbild in der Kirche sowie die Bründlkapelle Maria Bründl mit der verehrten Quelle. |
| Ort: | Grainbrunn / Sallingberg |
| Region: | Waldviertel |
| Bundesland: | Niederösterreich |
| • | Lage: Kirche und Pfarre Sallingberg (Hl. Johannes der Täufer), Marktplatz 11, 3525 Sallingberg. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Niederösterreich - Waldviertel |
| • | Ansicht in Street View (Wallfahrtskirche Grainbrunn) |
| • | Ansicht in Street View (Bründlkapelle Maria Bründl) |
| • | Web: Pfarre Sallingberg |
| • | Öffnungszeiten: Das Kirchengebäude ist tagsüber frei zugänglich. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Grainbrunn liegt in Grainbrunn, in der Marktgemeinde Sallingberg im Bezirk Zwettl, und gehört zu den alten Marienwallfahrtsorten des Waldviertels. Der Ort wird bereits 1544 als "capell St. Grain" genannt; als Wallfahrtsort ist Grainbrunn 1674 ausdrücklich belegt. Die heutige barocke Wallfahrtskirche wurde um 1700 auf den Grundmauern einer älteren gotischen Kirche errichtet; als Baumeister wird Bartholomäus Hochhaltinger aus Horn genannt. 1783 wurde Grainbrunn zur Pfarrkirche erhoben.
Im Mittelpunkt der Verehrung steht ein altes Mariengnadenbild. Besonders wertvoll ist ein Tafelbild von 1517, das Maria mit dem Jesuskind auf Goldgrund zeigt: Maria hält einen Apfel, das Kind einen "Mohnzuzzel", auf der anderen Hand sitzt ein Zeisig. Am Hochaltar befindet sich außerdem eine spätgotische Muttergottes mit dem Jesuskind, das eine Birne hält; seitlich stehen die heiligen Margareta und Barbara.
Zur Wallfahrt gehört untrennbar die nahe Bründlkapelle Maria Bründl, auch "Brunn im Grean" genannt. Nach der Überlieferung entstand die Wallfahrt wahrscheinlich um 1640 bei einer Quelle; zwei Bauern sollen aus Dank für eine Gesundung dort ein hölzernes Kreuz errichtet haben. 1665 wurde eine Kapelle gebaut, 1694 kam eine Einsiedelei dazu, und 1717 wurde die Quelle durch einen Zubau in die Kapelle einbezogen.
Um das Bründl ranken sich mehrere Ursprungserzählungen: Nach einer Sage entdeckte ein Hirtenjunge aus Groß-Nondorf beim Suchen einer verirrten Kuh im Quellwasser das Bild der Gottesmutter; nach einer anderen Überlieferung sah ein Hirte um 1640 im Spiegel des Wassers die heilige Maria. Das Wasser galt besonders bei Augenleiden als hilfreich; bis heute wird die Quelle aufgesucht, das Wasser getrunken oder zum Waschen der Augen verwendet.
Eine bauliche Besonderheit der Kirche ist der sogenannte Speisgang, ein in Niederösterreich ungewöhnlicher Anbau, der früher dazu diente, die große Zahl der Wallfahrerinnen und Wallfahrer zu bewältigen. Daran sieht man, dass Grainbrunn nicht nur ein stiller Andachtsort war, sondern zeitweise eine beachtliche Wallfahrt mit entsprechender Pilgerbetreuung.
Bis heute lebt die Wallfahrt besonders in den Fatimafeiern weiter, die von Mai bis Oktober jeweils am 13. des Monats stattfinden und mit einer Lichterprozession zur Bründlkapelle abschließen. Die Hauptfeste sind Maria Himmelfahrt am 15. August und Maria Heimsuchung am 2. Juli.
- Zur Bründlkapelle auf SAGEN.at: Grainbrunn, Bründlkapelle "Maria Bründl"
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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