Mank - Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt "Maria Mank am grünen Anger"

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Wallfahrt:Marianischer Wallfahrtsort mit sicher belegter städtischer Gelöbniswallfahrt aus St. Pölten seit 1646; die ältere Entstehung der Wallfahrt ist nicht genau datierbar.
Status:Lebendiger Wallfahrtsort. Die jährliche St. Pöltner Gelöbniswallfahrt wird weiterhin durchgeführt; zusätzlich bestehen örtliche Wallfahrten und marianische Andachtsformen.
Kultzentrum:Die "Wunderbare Mutter von Mank", eine Marienfigur mit mittelalterlichem Kern; von der gotischen Gnadenstatue des 15. Jahrhunderts ist nach der Erneuerung von 1892 insbesondere der Kopf original erhalten.
Ort:Mank, Bezirk Melk.
Region:Mostviertel.
Bundesland:Niederösterreich.
Lage und Besuch
Lage: Hauptplatz 2, 3240 Mank.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Mostviertel
Ansicht in Street View
Pfarre / Seelsorge: Pfarre Maria Mank am grünen Anger
Öffnungszeiten: keine verlässliche tägliche Öffnungszeit angegeben, die Kirche dürfte täglich untertags zugänglich sein.
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Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

Kreuzweganlage bei der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mank:

Die Anlage liegt im Bereich des ehemaligen Friedhofes und gehört mit der Arkadengalerie zum historischen Kirchenbezirk.

Kreuzweganlage bei der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mank

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Kreuzigungsgruppe im Kirchenareal:

Die Kreuzigungsgruppe befindet sich in der barocken Arkadengalerie des ehemaligen Friedhofes; zu ihrer Ausstattung gehört ein älteres Kruzifix.

Kreuzigungsgruppe bei der Pfarrkirche Mank

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Detail der Kreuzigungsgruppe:

Detail der Kreuzigungsgruppe bei der Pfarrkirche Mank

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Lourdesgrotte bei der Wallfahrtskirche:

Die Lourdesgrotte wurde 1892 in einem Teil der Arkadenanlage eingerichtet und gehört zu einer jüngeren Schicht der Marienverehrung in Mank.

Lourdesgrotte bei der Wallfahrtskirche Mank

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Marienfigur in der Lourdesgrotte:

Die Madonna der 1892 geschaffenen Grotte stammt nach der Pfarrgeschichte von Franz Hofer aus St. Pölten.

Marienfigur in der Lourdesgrotte bei der Pfarrkirche Mank

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

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Ausführliche Beschreibung

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Mank gehört zu den lebendigen marianischen Wallfahrtsorten des Mostviertels. Unter der traditionellen Bezeichnung "Maria Mank am grünen Anger" verbindet sich hier ein mittelalterlicher Marienkult mit einer seit der Mitte des 17. Jahrhunderts außergewöhnlich gut belegten städtischen Gelöbniswallfahrt. Im Mittelpunkt der Verehrung steht die "Wunderbare Mutter von Mank" am Hochaltar. Eine besondere Stellung nimmt die bis heute jährlich vollzogene Wallfahrt aus St. Pölten ein, deren Ursprung auf ein Pestgelöbnis von 1645 zurückgeht. Der etwa 30 Kilometer lange Pilgerweg endet nicht unvermittelt an der Kirchentür: Mit dem Schlangenkreuz bei Kälberhart besitzt er einen eigenen, bis heute rituell bedeutsamen Empfangs- und Schwellenort vor dem eigentlichen Wallfahrtsziel.

Pfarr- und Baugeschichte

Die ältesten schriftlichen Nachrichten zum Pfarrgebiet von Mank reichen bis etwa 1140 zurück; der Ortsname erscheint damals in unterschiedlichen mittelalterlichen Schreibweisen. 1319 wird Mank erstmals als Pfarrvikariat der Pfarre Hürm genannt. 1365 kamen Hürm und Mank an das Augustiner-Chorherrenstift St. Pölten. Im 15. Jahrhundert wurde Mank von der Mutterpfarre Hürm getrennt, blieb jedoch bis zur Aufhebung des Stiftes 1783 eine Stiftspfarre. Seit 1784 wird die Pfarre von Weltpriestern betreut.

Der heutige Kirchenbau entstand im Wesentlichen in der Gotik. Um 1400 wurde mit dem Chor begonnen; das dreischiffige Langhaus mit seinem charakteristischen Netzrippengewölbe wurde um 1500 vollendet. 1725 erweiterte man die Kirche im Westen und barockisierte große Teile der Ausstattung. Der barocke Nordturm und die Volutengiebelfassade prägen heute die Außenansicht, während im Inneren die gotische Raumstruktur deutlich erkennbar geblieben ist. Das Patrozinium der Kirche ist Mariä Himmelfahrt am 15. August.

"Maria Mank am grünen Anger" und die ältere Wallfahrt

Wann die Wallfahrt nach Mank tatsächlich begann, lässt sich nicht auf ein bestimmtes Jahr festlegen. Die Pfarrgeschichte nimmt eine bereits ältere Bedeutung als Wallfahrtskirche für die weitere Umgebung an und verweist auf die überlieferte Bezeichnung "Maria Mank am grünen Anger". Auch die mittelalterliche Herkunft des Kultbildes spricht für eine ältere Marienverehrung. Für eine genau datierbare organisierte Wallfahrt des Mittelalters fehlen jedoch bislang eindeutige Belege. Die sichere historische Überlieferung setzt mit dem Pestgelöbnis der Stadt St. Pölten 1645 und der ersten nachweisbaren großen Gelöbnisprozession von 1646 ein.

Gerade diese Unterscheidung ist für die Geschichte des Wallfahrtsortes wichtig: Mank war 1645 offenbar bereits als Marienheiligtum bekannt, denn der St. Pöltner Stadtrat wählte die Kirche bewusst als Ziel einer öffentlichen Bittwallfahrt. Aus dieser Wahl allein lässt sich aber kein genaues Gründungsdatum des älteren Kultes ableiten. Die Bezeichnung "Maria Mank am grünen Anger", das mittelalterliche Gnadenbild und die städtische Entscheidung des Jahres 1645 ergeben gemeinsam das Bild eines bereits bestehenden regionalen Marienortes, dessen Wallfahrtsgeschichte erst im 17. Jahrhundert dichter fassbar wird.

Die "Wunderbare Mutter von Mank"

Das Kultzentrum der Wallfahrtskirche ist die Marienfigur mit dem Jesuskind im Zentrum des hochbarocken Hochaltares. Sie wird als "Wunderbare Mutter von Mank" verehrt und in der örtlichen Überlieferung als gotische Gnadenstatue des 15. Jahrhunderts bezeichnet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Figur 1892 tiefgreifend erneuert wurde. Nach der Pfarrbeschreibung ist von der mittelalterlichen Statue nur mehr der Kopf original erhalten. Die heutige Erscheinungsform verbindet somit einen tatsächlich mittelalterlichen Kultkern mit einer historistischen Erneuerung des 19. Jahrhunderts.

Diese Veränderung mindert die Bedeutung des Gnadenbildes für die Wallfahrtsgeschichte nicht. Für die Gläubigen lag die Identität eines Gnadenbildes nicht ausschließlich in der unveränderten materiellen Substanz, sondern ebenso in seiner kultischen Kontinuität, dem überlieferten Namen, dem Ort der Verehrung und den an das Bild gerichteten Gebeten und Gelübden. Die erhaltene mittelalterliche Bildsubstanz verbindet sich in Mank daher mit einer über Jahrhunderte fortgeführten religiösen Funktion.

Das Pestgelöbnis der Stadt St. Pölten 1645

Den entscheidenden, außergewöhnlich gut dokumentierten Abschnitt der Wallfahrtsgeschichte bildet das Pestjahr 1645. In St. Pölten starben nach den überlieferten Angaben innerhalb kurzer Zeit mehr als 400 Menschen bei einer damaligen Bevölkerung von kaum 2.000 Personen. Die Stadt befand sich damit in einer existentiellen Krisensituation. Üblicherweise hatten die St. Pöltner auch die nahe Marienkirche im Hain bei Kleinhain aufgesucht. Da die Besitzer von Schloss Zagging zum lutherischen Glauben übergetreten waren und Katholiken der Zugang zu dieser Kirche verwehrt wurde, richtete sich der Blick auf Mank.

Am 27. Oktober 1645 verpflichtete sich der Rat der Stadt St. Pölten durch ein Gelöbnis zu einer jährlichen Bitt- und Dankwallfahrt nach Mank. Zugleich sollte ein Votivbild gestiftet werden. Das Gelöbnis war damit nicht nur eine persönliche Frömmigkeitsübung einzelner Menschen, sondern ein förmlicher Akt einer städtischen Gemeinschaft. Die Stadt verstand die Wallfahrt als kollektive Bitte um Hilfe in der Pestnot und zugleich als dauerhafte Verpflichtung für den Fall der erhofften Bewahrung.

Die erste Gelöbniswallfahrt am 1. Juli 1646

Am 1. Juli 1646, dem Vortag des damals am 2. Juli gefeierten Festes Mariä Heimsuchung, zog die erste feierliche Gelöbnisprozession von St. Pölten nach Mank. Mitgeführt wurde ein eigens beim Maler Balduin Hoyel in Auftrag gegebenes Votivbild. Dieser Tag ist der sichere Ausgangspunkt der bis heute fortgeführten St. Pöltner Gelöbniswallfahrt.

Das historische Votivbild ist zugleich eine außergewöhnliche Bildquelle zur frühneuzeitlichen Wallfahrtskultur. Es zeigt eine aus St. Pölten ausziehende Prozession und hält damit nicht nur das Gelübde, sondern auch die gemeinschaftliche Bewegung zum Gnadenort bildlich fest. Das Gemälde von Balduin Hoyel aus dem Jahr 1646 ist erhalten und wird auch in der neueren wissenschaftlichen Wallfahrtsforschung als bedeutendes Zeugnis für Mobilität, Frömmigkeit und regionale Beziehungen herangezogen.

Josephinische Einschränkungen, Wiederbelebung und Votivbild

Die josephinischen Reformen brachten im späten 18. Jahrhundert einen tiefen Einschnitt. Öffentliche Wallfahrten wurden eingeschränkt beziehungsweise untersagt und Votivbilder aus Kirchen entfernt. Die St. Pöltner ließen ihr Votivbild aus Mank zurückholen und in die Bürgerspitalkapelle nach St. Pölten bringen. Nach lokaler Überlieferung gingen einzelne Gläubige dennoch weiterhin nach Mank. Eine große öffentliche Wallfahrergruppe ist wieder für 1813 belegt; als Anlässe nennt die Pfarrüberlieferung die Befreiungskriege gegen Napoleon und die Erinnerung an das Pestjahr 1713.

Das ursprüngliche Votivbild blieb in St. Pölten. Am 1. Juli 1859 wurde den Mankern eine etwas größere, von August Bauer gemalte Nachbildung feierlich übergeben. Diese Kopie befindet sich heute an der linken Presbyteriumswand. Sie zeigt die Pestheiligen Sebastian, Rosalia und Rochus und hält damit den Zusammenhang zwischen Pestnot, Fürbitte, Gelübde und Wallfahrt auch innerhalb der Manker Kirche sichtbar fest.

Das Schlangenkreuz in Kälberhart - Schwellenort der Wallfahrt

Für das Verständnis der Manker Wallfahrt ist das sogenannte Schlangenkreuz bei Kälberhart ebenso wichtig wie manche Ausstattung der Kirche selbst. Es steht auf einer Anhöhe am letzten Abschnitt des von St. Pölten kommenden Wallfahrerweges. Von hier öffnet sich den Pilgern der Blick auf Mank und die Pfarrkirche. Das Kleindenkmal markiert damit nicht bloß einen Punkt am Weg, sondern die Annäherung an das eigentliche Ziel: Nach vielen Stunden Fußweg tritt die Wallfahrtskirche erstmals in den Wahrnehmungsraum der Pilger.

Das Denkmal ist eine steinerne Mariensäule. Maria steht mit dem Jesuskind auf der Weltkugel, ihr Gesicht ist nach St. Pölten gerichtet. Unter ihren Füßen erscheint die Schlange als traditionelles Symbol des von Maria überwundenen Bösen; von diesem auffälligen Motiv leitet sich die volkstümliche Bezeichnung "Schlangenkreuz" ab. Obwohl es sich formal um eine Mariensäule und nicht um ein Kreuz im engeren Sinn handelt, hat sich der Name im örtlichen Sprachgebrauch fest verankert.

Seine eigentliche Bedeutung erschließt sich aus dem Wallfahrtsbrauch. Die aus St. Pölten kommenden Pilger werden in Kälberhart beim Schlangenkreuz von Vertretern der Manker Pfarre und Gemeinde empfangen. Nach Rast und Andacht wird der letzte Wegabschnitt gemeinsam zurückgelegt; schließlich zieht die Pilgergemeinschaft zur Wallfahrtskirche, wo die Wallfahrermesse gefeiert wird. Das Schlangenkreuz ist damit ein ritueller Empfangsort. Hier verändert sich die Struktur der Wallfahrt: Aus der von St. Pölten kommenden Weggemeinschaft wird durch den Empfang eine gemeinsam mit dem Zielort gebildete Fest- und Gottesdienstgemeinschaft.

Volkskundlich lässt sich das Schlangenkreuz als religiöser Schwellenort innerhalb der Wallfahrtslandschaft verstehen. Die Wallfahrt beginnt und endet nicht an den Mauern der Kirche. Kapellen, Wegkreuze, Rastplätze, Aussichtspunkte und Begrüßungsorte gliedern den Weg und geben einzelnen Wegabschnitten eine besondere Bedeutung. In Kälberhart verbindet sich diese landschaftliche Funktion mit einer starken Blickbeziehung: Das erste Sichtbarwerden des Gnadenortes und der feierliche Empfang fallen räumlich zusammen. Der Wallfahrtsraum reicht damit von der Kirche weit in die umgebende Landschaft hinaus.

Dass das Schlangenkreuz bis heute keine bloße historische Erinnerung ist, zeigt eine zweite Tradition. Auch die Pfarre Mank selbst führt jährlich am Sonntag zwischen Pfingsten und Fronleichnam eine Fußwallfahrt von der Pfarrkirche zum Schlangenkreuz durch. Das Denkmal besitzt somit eine doppelte Funktion: Für die St. Pöltner ist es der traditionelle Empfangsort unmittelbar vor dem Ziel ihrer Gelöbniswallfahrt; für die Manker Pfarrgemeinde ist es zugleich ein eigenes örtliches Wallfahrtsziel. Der historische Wallfahrerweg von St. Pölten nach Mank wurde zudem als öffentlicher Pilgerweg erschlossen und beschildert, wodurch die religiöse Wegtradition auch landschaftlich nachvollziehbar bleibt.

Die Wallfahrtskirche und ihre Ausstattung

Die Kirche bewahrt trotz der Barockisierung ihre gotische Grundgestalt. Der um 1400 entstandene Chor besitzt ein Kreuzrippengewölbe, das um 1500 vollendete Langhaus ein reiches Netzrippengewölbe. Der Hochaltar ist hochbarock; unter seinem Baldachin steht die Gnadenfigur "Maria mit Kind". Darüber erscheint die Heilige Dreifaltigkeit. Die seitlichen Altäre zeigen unter anderem Mariä Verkündigung und Mariä Heimsuchung und führen damit das marianische Bildprogramm fort.

Zu den bemerkenswerten barocken Ausstattungsstücken gehören die Kanzel von 1731 mit einer Darstellung des Pfingstwunders an der Brüstung und eine spätbarocke Figurengruppe der Anbetung der Weisen um 1730, die in der Literatur mit Peter Widerin in Verbindung gebracht wird. Die spätgotischen Seitenportale haben die für die Kirche charakteristische Schlüssellochform.

Auch das unmittelbare Kirchenareal ist kulturgeschichtlich bemerkenswert. An den ehemaligen Friedhof erinnert eine barocke Arkadengalerie. Dort befinden sich unter anderem eine Kreuzigungsgruppe mit einem spätgotischen Kruzifix um 1520 sowie die 1892 eingerichtete Lourdesgrotte. Die Madonna der Grotte wird Franz Hofer aus St. Pölten zugeschrieben. Damit steht neben dem älteren Gnadenbild am Hochaltar auch eine jüngere, im 19. Jahrhundert verbreitete Form der Lourdesfrömmigkeit im Kirchenbezirk.

Wallfahrt und Marienverehrung bis heute

Die St. Pöltner Gelöbniswallfahrt wird bis heute jährlich durchgeführt. Der rund 30 Kilometer lange Fußweg beginnt in St. Pölten und führt über zahlreiche Kapellen und Andachtsstationen durch das Melker Alpenvorland nach Mank. In Kälberhart erfolgt der traditionelle Empfang beim Schlangenkreuz; den Abschluss bildet die Wallfahrermesse in der Pfarr- und Wallfahrtskirche. Neben den Fußpilgern nehmen inzwischen auch Radwallfahrer teil. Damit wurde die historische Gelöbnistradition um eine zeitgenössische Form des Pilgerns erweitert, ohne ihren historischen Kern aufzugeben.

Auch in der Pfarre Mank selbst ist die Marienverehrung weiterhin lebendig. Das Patrozinium Mariä Himmelfahrt am 15. August wird kirchlich gefeiert. Von Mai bis Oktober finden jeweils am 13. des Monats Fatimafeiern statt; Pilgergruppen sind ausdrücklich willkommen. Hinzu kommen die örtliche Wallfahrt zum Schlangenkreuz und weitere Fußwallfahrten der Pfarre. Mank ist daher nicht lediglich ein historischer Wallfahrtsort, dessen Bedeutung nur noch in Quellen und Kunstwerken greifbar wäre, sondern ein weiterhin praktizierter religiöser Ziel- und Ausgangspunkt.

Volkskundliche Bedeutung

Maria Mank zeigt in ungewöhnlicher Geschlossenheit, wie sich eine Wallfahrt aus Kultbild, kollektivem Gelübde, materiellen Erinnerungszeichen, Weg und wiederkehrender Handlung zusammensetzt. Die "Wunderbare Mutter von Mank" bildet das religiöse Zentrum, das Pestgelöbnis von 1645 begründet eine dauerhafte städtische Verpflichtung, das Votivbild von 1646 übersetzt diese Verpflichtung in ein sichtbares Erinnerungsmedium, und der über Generationen begangene Weg verbindet St. Pölten mit dem Gnadenort. Das Schlangenkreuz wiederum zeigt, dass zur Wallfahrt nicht nur das Ziel, sondern auch die rituell gedeutete Landschaft gehört.

Gerade die jährliche Wiederholung des alten Gelübdes ist volkskundlich bedeutsam. Ein Ereignis des 17. Jahrhunderts wird nicht allein historisch erinnert, sondern durch das Gehen des Weges, die Gebetsstationen, den Empfang in Kälberhart, den gemeinsamen Einzug und die Messe immer wieder gegenwärtig gemacht. Mank gehört damit zu jenen Wallfahrtsorten, an denen historische Überlieferung und heutige Praxis noch unmittelbar ineinandergreifen.

Literatur und Quellen

- Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2: M-Z. Horn - Wien 2003, S. 1260-1262.

- Eigenthaler, Leopold sen.: Unsere Wallfahrtskirche Maria Mank am grünen Anger - Geschichte der Pfarrkirche Mank. Herausgegeben von der Stadtgemeinde Mank, Mank 2005.

- Maier, Maria: Marterl und Kleindenkmäler in Mank - Teil 1. Herausgegeben von der Stadt Mank, Mank 2005.

- Kühtreiber, Thomas / Schindler, Jacqueline: Wallfahrt und Regionalität in Mitteleuropa - einleitende Gedanken zu einem Rahmenkonzept. In: MEMO Sonderband 1 (2022), S. 1-18, DOI 10.25536/2022sb01_01. Das dort als Titelbild verwendete Manker Votivbild ist ein Werk Balduin Hoyels von 1646.

- Kühtreiber, Karin / Puchinger, Regine: Wallfahrt und Regionalität im niederösterreichischen Zentralraum im Spiegel religiöser Medaillen und schriftlicher Quellen. In: MEMO Sonderband 1 (2022), S. 19-62.

- Pfarre Maria Mank am grünen Anger: Pfarrkirche und Pfarrgemeinde - Angaben zu Pfarrgeschichte, Bau, Ausstattung und St. Pöltner Wallfahrt.

- Dompfarre St. Pölten: Manker Wallfahrt - Geschichte des Pestgelübdes, erste Prozession am 1. Juli 1646 und heutiger Wallfahrerweg.

- Stadtgemeinde Mank: Schlangenkreuz in neuem Glanz - Überlieferung, Gestalt und Funktion des Schlangenkreuzes beim Empfang der St. Pöltner Wallfahrer.

- Stadtgemeinde Mank: Wallfahrtskirche "Maria Mank am Grünen Anger" - Baugeschichte, Gnadenstatue und gegenwärtige Wallfahrtspraxis.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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