| Wallfahrt: | Historischer Marienwallfahrtsort im oberen Metnitztal. Die Wallfahrt wird bis ins Mittelalter zurückgeführt und ist spätestens um 1500 durch Ablassprivilegien, Opferpraxis und die außergewöhnlich reiche spätgotische Ausstattung als bedeutender Andachtsort fassbar. |
| Status: | Lebendiger Filial- und Wallfahrtsort der Pfarre Metnitz. Von Mai bis Oktober findet jeweils am 13. des Monats eine Fatima- bzw. Dekanatswallfahrt nach Maria Höfl statt; auch Mariä Himmelfahrt wird mit Festmesse und Kräutersegnung begangen. |
| Kultzentrum: | Die Quellen überliefern zwei verschiedene spätgotische Marienfiguren. Das Kunstkonservatorat der Diözese Gurk bezeichnet eine thronende Muttergottes um 1420 ausdrücklich als Gnadenbild; ihr Original wird in Gurk verwahrt, während in Maria Höfl eine Kopie steht. Daneben besaß der Hochaltar eine um 1500 entstandene Madonna, die gestohlen und 1969 durch eine Kopie von Kurt Campidell ersetzt wurde. |
| Ort: | Maria Höfl bei Metnitz |
| Region: | Oberes Metnitztal |
| Bundesland: | Kärnten |
| • | Lage: Maria Höfl 2, 9363 Metnitz. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Kärnten |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Web: Pfarre Metnitz |
| • | Zugang: zu den Gottesdiensten und Wallfahrten; für Besichtigungen außerhalb dieser Zeiten empfiehlt sich eine Anfrage bei der Pfarre Metnitz. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Die Filial- und Wallfahrtskirche Maria Höfl steht am südseitigen Hang des oberen Metnitztales zwischen Metnitz und Grades. Ihre abgeschiedene Lage und die überraschend qualitätvolle mittelalterliche Ausstattung machen deutlich, dass hier nicht bloß eine kleine ländliche Filialkirche entstand. Die Wallfahrtstradition wird bis ins 14. Jahrhundert zurückgeführt; die heute greifbaren Quellen zeigen jedenfalls spätestens im ausgehenden 15. und frühen 16. Jahrhundert einen bereits entwickelten religiösen Mittelpunkt mit Ablässen, Opfergaben und einem ausgeprägten Marienkult.
Der heutige Bau vereinigt mehrere Epochen. Sein gotischer Kern entstand im 15. Jahrhundert. Zwei ursprüngliche Mittelschiffjoche und der leicht eingezogene Chor bewahren Kreuzrippengewölbe; Maßwerkfenster, spätgotische Wandmalereien und kostbare Glasmalereien gehören derselben mittelalterlichen Kulturschicht an. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche nach Westen verlängert und um zwei Seitenschiffe erweitert. Diese Vergrößerung veränderte den Raumeindruck erheblich, ließ aber den spätgotischen Kern bestehen. Maria Höfl ist deshalb weniger ein einheitlicher Bau als vielmehr ein über Jahrhunderte gewachsener Wallfahrtsraum.
Besonders auffällig ist die Häufung hochwertiger Kunstwerke aus der Zeit um 1420 bis 1500. Gotische Glasmalereien, Wandfresken, ein kleines spätgotisches Kruzifix und mehrere Marienfiguren stehen zeitlich nahe beieinander. Diese Ausstattung entstand in einer Epoche, in der lokale und regionale Wallfahrten in Mitteleuropa stark zunahmen. Gerade im oberen Metnitztal lassen sich mehrere solcher Heiligtümer beobachten, darunter St. Wolfgang ob Grades. Maria Höfl gehörte damit zu einer dichten spätmittelalterlichen Sakrallandschaft, in der Wallfahrt, Heiligenverehrung, Ablass und materielle Opferpraxis eng ineinandergriffen.
Für die Geschichte der Wallfahrt ist ein Beitrag der Historikerin Helga Staunig besonders wertvoll. Sie weist darauf hin, dass Maria Höfl gemeinsam mit St. Wolfgang in Grades, Oberhof und Ingolsthal zwischen 1495 und 1510 Ablassbriefe erhielt. Damit wird der Ort um 1500 nicht nur als Kirche, sondern als Ziel einer ausdrücklich geförderten religiösen Praxis sichtbar. Ein Ablass war damals keineswegs eine private Angelegenheit, die still im Hintergrund vollzogen wurde. Der lange vorher angekündigte Tag der Ablassverkündigung begann mit einer Prozession; während des Gottesdienstes wurde die Urkunde feierlich verlesen, und Beichte, Kommunion sowie die Entrichtung eines Opfers gehörten zum Ablauf.
Für Maria Höfl ist dieser Befund besonders aufschlussreich, weil er zeitlich mit der Blüte der spätgotischen Ausstattung zusammenfällt. Das Heiligtum besaß also nicht nur kunsthistorisch wertvolle Bilder, sondern war Teil einer religiösen Praxis, in der Pilger den Ort aufsuchten, beteten, Sakramente empfingen und Opfer darbrachten. Die wirtschaftliche Seite solcher Opfer darf dabei nicht übersehen werden, doch sie erklärt den Kult nicht allein. Für die Menschen verband sich der Besuch mit der Hoffnung auf Schutz, Fürbitte und die Minderung jener Sündenstrafen, die nach damaligem Verständnis über den Tod hinaus wirkten.
Staunig beschreibt die spätmittelalterliche Heiligenverehrung im Metnitztal als Reaktion auf sehr konkrete Sorgen: Krankheit, Viehverlust, Unglück, Geburt, Sterben und die Angst vor unvorhersehbaren Katastrophen. Wallfahrtsorte waren deshalb nicht von der Alltagswelt getrennt, sondern boten einen religiösen Rahmen, um mit solchen Unsicherheiten umzugehen. Maria Höfl fügt sich in dieses Bild eines regionalen Gnadenortes, an dem die Gottesmutter nicht nur verehrt, sondern in persönlichen Anliegen um Hilfe angerufen wurde.
Die Frage nach dem Gnadenbild ist in Maria Höfl ungewöhnlich kompliziert und darf nicht durch die Gleichsetzung verschiedener Figuren vereinfacht werden. Das Kunstkonservatorat der Diözese Gurk bezeichnet eine aus Maria Höfl stammende, um 1420 geschnitzte thronende Muttergottes ausdrücklich als "spätgotisches Gnadenbild". Die farbig gefasste Holzfigur ist beinahe einen halben Meter hoch. Maria sitzt frontal auf einem Thron und trägt ein gold-blaues Gewand; das nackte Jesuskind sitzt auf ihrem Schoß. Mit einer Hand legt es einen Apfel in die Hand der Mutter, mit der anderen umfasst es einen Pelikan.
Beide Attribute besitzen eine dichte christliche Symbolik. Der Apfel kann, über seine ältere Verbindung mit Sündenfall und Erlösung hinaus, als Hinweis auf Christus verstanden werden. Noch eindeutiger ist der Pelikan: Nach einer seit der Antike verbreiteten Vorstellung nährt der Vogel seine Jungen mit dem Blut aus der eigenen Brust und wurde deshalb zum Sinnbild des sich für die Menschen opfernden Christus. Die Figur verbindet auf diese Weise die Zärtlichkeit der Muttergottesdarstellung mit einem deutlichen Hinweis auf Passion und Erlösung.
Helga Staunig nennt die Muttergottes von Maria Höfl ausdrücklich im Zusammenhang mit den sogenannten Opferstatuen, an denen Gaben gesammelt wurden. Nach ihrer Darstellung steht in Maria Höfl eine Kopie, während sich das Original im Museum in Gurk befindet. Damit wird die Figur nicht nur kunsthistorisch, sondern unmittelbar mit der historischen Opferpraxis der Wallfahrt verbunden. Die sichere Verwahrung des Originals außerhalb der Kirche ist angesichts der Geschichte des zweiten Marienbildes besonders verständlich.
Daneben besaß Maria Höfl eine zweite spätgotische Madonna. Im Zentrum des um 1670 geschaffenen Hochaltares stand eine um 1500 entstandene Muttergottesfigur, die im 20. Jahrhundert gestohlen wurde. 1969 schuf der Kärntner Bildhauer Kurt Campidell die heute am Hochaltar stehende Ersatzfigur als Kopie der verlorenen Madonna. Diese Hochaltarfigur ist nicht mit der älteren thronenden Muttergottes um 1420 identisch.
Gerade diese Doppelüberlieferung ist für die Geschichte des Gnadenortes wichtig. Moderne Texte verwenden den Ausdruck "Gnadenbild" nicht immer völlig eindeutig, doch die Quellen lassen zwei verschiedene spätgotische Marienfiguren erkennen: eine ältere thronende Muttergottes mit Apfel und Pelikan, die das diözesane Kunstkonservatorat ausdrücklich als Gnadenbild bezeichnet, und die jüngere Madonna des Hochaltares, deren Original durch Diebstahl verloren ging. Für eine seriöse Wallfahrtsdokumentation ist es sinnvoll, beide Figuren getrennt zu behandeln, statt nachträglich ein einziges Kultbild zu konstruieren.
Die spätmittelalterliche Wallfahrt war eng mit konkreten Opfergaben verbunden. Gläubige brachten Geld, Wachs, Tiere oder kleine Nachbildungen jener Dinge dar, für die sie Hilfe erhofften oder bereits Dank schuldeten. Besonders anschaulich waren kleine Figuren von Tieren, Körperteilen und anderen Gegenständen. Sie machten das Anliegen sichtbar: Ein Tier konnte für den gefährdeten Viehbestand stehen, ein nachgebildetes Körperteil für Krankheit oder Genesung. Solche Gaben waren nicht bloß Schmuck, sondern materielle Formen von Bitte, Gelübde und Dank.
Für Maria Höfl ist dabei Staunigs Hinweis auf die Muttergottes als "Opferstatue" entscheidend. Die Marienfigur stand damit in einem praktischen Zusammenhang mit dem Sammeln und Darbringen der Opfer. Diese Funktion erklärt, warum das Kultbild nicht nur wegen seiner künstlerischen Qualität bedeutsam war. Es bildete einen konkreten religiösen Bezugspunkt, an dem persönliche Anliegen sichtbar abgelegt wurden. Regionale Darstellungen berichten darüber hinaus von erhaltenen Votivgaben; ihr genauer Bestand und ihre Datierung sollten bei einer künftigen fotografischen Dokumentation möglichst einzeln erfasst werden.
Anders als an manchen anderen Kärntner Wallfahrtsorten sind bisher keine geschlossenen Mirakelsammlungen mit Namen, Krankheiten und einzelnen Gebetserhörungen greifbar. Das mindert die historische Bedeutung von Maria Höfl nicht. Ablassprivilegien, Opferstatuen und Votivpraxis dokumentieren die Wallfahrt bereits unmittelbar. Wo konkrete Wunderberichte fehlen, sollte eine heutige Darstellung diese Lücke nicht durch spätere Vermutungen füllen.
Eine regionale Überlieferung erklärt die besondere Schutzwürdigkeit des Ortes mit einer dramatischen Sage. Der Teufel habe die Kirche vernichten wollen und dazu einen gewaltigen Felsblock auf das Gotteshaus schleudern wollen. Im entscheidenden Augenblick hätten nacheinander ein weißer, ein roter und ein schwarzer Hahn gekräht. Der Teufel sei darüber so erschrocken, dass ihm der Stein entglitt und die Kirche unversehrt blieb. Die wunderbare Rettung habe, so die Erzählung, zahlreiche Wallfahrer nach Maria Höfl geführt.
Die Sage ist für die Volkskunde reizvoll, doch ihre derzeit greifbare Fassung stammt aus neuerer regionaler Überlieferung. Eine ältere gedruckte Quelle konnte bislang nicht sicher festgestellt werden. Deshalb sollte sie nicht als historischer Bericht über den Beginn der Wallfahrt gelesen werden. Sie zeigt vielmehr, wie der Ort im späteren Erzählen als von Maria besonders geschützter Raum gedeutet wurde. Auch die auffällige Folge der drei verschiedenfarbigen Hähne sollte ohne eine ältere Quelle nicht mit nachträglich erfundener Symbolik überladen werden.
Der im Kern gotische Bau wurde im 17. Jahrhundert deutlich vergrößert. Das Langhaus erhielt eine westliche Verlängerung und zwei Seitenschiffe, während die beiden älteren Mittelschiffjoche mit ihren Kreuzrippengewölben bestehen blieben. Auch der Chor bewahrt sein gotisches Kreuzrippengewölbe. Reliefierte Konsolen und Schlusssteine zeigen Tiere, Wappen, einen Pelikan und das Lamm Gottes. Der Pelikan erscheint damit nicht nur als Attribut am älteren Gnadenbild, sondern auch innerhalb der mittelalterlichen Bauplastik der Kirche.
Ein hölzerner Dachreiter erhebt sich über dem östlichen Langhaus, das gesamte Gebäude ist schindelgedeckt. Strebepfeiler stützen Seitenschiffe und Chor. Das spitzbogige profilierte Westportal besitzt eine Tür mit gotischen Beschlägen; auch das Nordportal zeigt noch gotisches Gewände. Bei einer Restaurierung 1986 wurde am Chor ein Fragment eines gotischen Frieses freigelegt.
Zu den kostbarsten Kunstwerken gehören die Glasmalereien in den Fenstern der Chorschrägen aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, etwa um 1420/25. Im nördlichen Chorfenster erscheinen unter anderem Johannes der Täufer sowie die Heiligen Georg, Wolfgang, Florian, Margareta, Ursula, Nikolaus und Martin. Das südliche Fenster zeigt Maria mit dem Kind, sechs Apostel sowie Barbara, Agnes und Katharina; eine Darstellung des hl. Leonhard wurde erst 1935 ergänzt. Die Maßwerke beider Fenster sind ebenfalls mit Ornamenten gefüllt.
Für eine kleine Kirche im oberen Metnitztal ist diese Glasmalerei von bemerkenswerter Qualität. Sie zeigt, dass Maria Höfl in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts über Auftraggeber und Mittel verfügte, die eine anspruchsvolle Ausstattung ermöglichten. Zusammen mit dem um 1420 entstandenen Gnadenbild ergibt sich ein auffallend geschlossenes Bild einer bereits damals bedeutenden Marienkirche.
1965/66 wurden im Chor Wandmalereien aus der Zeit um 1420 bis 1430 freigelegt. Das Gewölbe ist als Sternenhimmel gestaltet. An der Nordwand erscheinen in einem ornamental gerahmten Bildfeld drei weibliche Heilige, die als Apollonia, Katharina und Radegundis gedeutet werden; an der Südwand blieb ein Fragment einer Verkündigungsszene erhalten. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften ordnet die Inschrift der Nordwand dem dritten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts zu.
Die Auswahl der Heiligen ergänzt die marianische Prägung des Raumes um weitere weibliche Fürbitt- und Schutzgestalten. Gerade in einer Wallfahrtskirche waren solche Bildprogramme nicht bloß dekorativ. Sie stellten den Pilgern eine Gemeinschaft von Heiligen vor Augen, deren Fürsprache in unterschiedlichen Lebenslagen angerufen werden konnte.
Der Hochaltar entstand um 1670 und wurde im 18. Jahrhundert ergänzt. Seine Ädikula mit seitlichen Baldachinbögen und gesprengtem Segmentgiebel rahmt heute Campidells Madonna von 1969. Unter den seitlichen Baldachinen stehen zwei Bischofsfiguren des 18. Jahrhunderts. Im Aufsatz ist die Begegnung von Anna und Joachim an der Goldenen Pforte dargestellt; über dem Altar erscheint das Marienmonogramm im Strahlenkranz. Damit bleibt der Hochaltar auch nach dem Verlust seiner spätgotischen Originalmadonna konsequent marianisch bestimmt.
Die beiden Seitenaltäre entstanden um 1680. Der linke zeigt den Unterricht Mariens durch ihre Mutter Anna, flankiert von Margareta und Katharina; im Oberbild erscheint die Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. Der rechte Seitenaltar trägt die Taufe Christi und zwei heilige Bischöfe, darüber den hl. Antonius von Padua; die Jahreszahl 1681 ist am Aufsatzbild zu lesen. An der Südwand des Chores hängt ein kleines spätgotisches Kruzifix aus dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts. Am Triumphbogen stehen Konsolfiguren des hl. Oswald und des hl. Laurentius; ein Apostelleuchter und ein Gemälde der Heiligen Familie ergänzen die spätere Ausstattung.
Der Kanzelkorb aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts wird heute als Ambo verwendet. Von den ursprünglich vier gemalten Evangelisten in den Brüstungsfeldern sind nur Matthäus und Johannes erhalten. Auch dieses Detail zeigt, wie ältere liturgische Ausstattung im Laufe der Zeit einer neuen Verwendung angepasst wurde, ohne vollständig aus dem Kirchenraum zu verschwinden.
Auch die kleine Orgel besitzt eine interessante Geschichte. Bei der Rekonstruktion und Restaurierung 2018/19 stellte Vonbank Orgelbau fest, dass aus Maria Höfl historische Holzpfeifen eines Positivs des 18. Jahrhunderts erhalten waren. Das Instrument wurde unter Einbeziehung dieser Originalteile wiederhergestellt. Für den vergleichsweise kleinen Kirchenraum ist dieses historische Positiv eine bemerkenswerte Ergänzung der reichen Ausstattung.
Die historische Wallfahrt nach Maria Höfl ist nicht erloschen. Von Mai bis Oktober wird jeweils am 13. des Monats eine Fatima- beziehungsweise Dekanatswallfahrt gefeiert. Die Pfarren des Dekanats beteiligen sich an der Gestaltung; Rosenkranz, Beichtmöglichkeit und Wallfahrtsgottesdienst bilden die geistlichen Schwerpunkte. Damit wurde ein mittelalterlicher Marienwallfahrtsort in eine neuere, seit dem 20. Jahrhundert weit verbreitete Form der Fatimafrömmigkeit aufgenommen, ohne seine ältere religiöse Identität zu verlieren.
Die regelmäßige 13er-Wallfahrt zeigt besonders deutlich, wie historische Wallfahrtsorte weiterleben können, obwohl sich ihre Formen verändern. Die mittelalterlichen Ablassverkündigungen und Opferstatuen gehören einer anderen religiösen Epoche an; das gemeinsame Gehen, der Rosenkranz und die Feier am Marienort setzen jedoch die Grundidee des Pilgerns fort. Maria Höfl bleibt damit nicht nur ein denkmalgeschütztes Kunstwerk, sondern ein tatsächlich aufgesuchter Gnaden- und Andachtsort.
Auch Mariä Himmelfahrt am 15. August besitzt weiterhin besondere Bedeutung. Für Maria Höfl wird eine Festmesse mit Kräutersegnung angekündigt, die von der örtlichen Brauchtumsgruppe mitgetragen wird. Die Kräutersegnung ist ein in Kärnten und im gesamten Alpenraum weit verbreiteter Brauch des "Großen Frauentages". Für Maria Höfl verbindet sie die allgemeine marianische Festkultur mit einem Ort, dessen Verehrung der Gottesmutter seit Jahrhunderten das religiöse Leben des Metnitztales prägt.
- Hann, Franz Gustav: Beiträge zur Kunsttopographie Kärntens. 2. Die Filialkirche Maria Höfl bei Metnitz. In: Carinthia I, 84. Jahrgang, Klagenfurt 1894, S. 90-92.
- Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Maria Höfl, Filial- und Wallfahrtskirche. Wien 2001, S. 504.
- Staunig, Thea; Staunig, Helga: Metnitz St. Leonhard, Kalvarienkapelle und Filialkirche Maria Höfl. PEDA-Kunstführer Nr. 605. Passau 2006.
- Staunig, Helga: Vor 500 Jahren. Aus der Geschichte des oberen Metnitztales (Teil 2): Wallfahrt, Heiligenverehrung und Totentanz. In: Metnitzer Journal 1/2018, S. 27-29. Besonders zu Opferstatuen und den zwischen 1495 und 1510 erteilten Ablassbriefen.
- Kunstkonservatorat der Diözese Gurk: Die thronende Madonna aus Maria Höfl. In: die DOM, Mai 2017. Zur um 1420 entstandenen, ausdrücklich als Gnadenbild bezeichneten Muttergottes mit Apfel und Pelikan.
- Österreichische Akademie der Wissenschaften: Die Inschriften des Bundeslandes Kärnten. Maria Höfl (Metnitz), Filial- und Wallfahrtskirche, Nr. 95. Zur Wandmalerei des dritten Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts.
- Bundesdenkmalamt: Denkmalliste Kärnten, Gemeinde Metnitz. Kath. Filialkirche, Wallfahrtskirche Maria Höfl, HERIS-ID 91045.
- Katholische Kirche Kärnten / Pfarre Metnitz / Pfarrverband Friesach: Pfarrinformationen, Gottesdienstordnungen und Wallfahrtsankündigungen, insbesondere zu den Fatima- und Dekanatswallfahrten jeweils am 13. von Mai bis Oktober.
- Vonbank Orgelbau: Restaurierung und Rekonstruktion des Positivs von Maria Höfl 2018/19; erhaltene historische Holzpfeifen des 18. Jahrhunderts.
- Regionale Überlieferung zur Sage vom Teufel, dem Felsblock und den drei Hähnen.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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