Lurnfeld / Pusarnitz - Wallfahrtskirche Maria Hohenburg

Schnellüberblick
Wallfahrt:Historischer Marienwallfahrtsort auf dem Hohenburgfelsen oberhalb von Pusarnitz. Franz Gustav Hann bezeichnete Maria Hohenburg 1895 ausdrücklich als besuchten Wallfahrtsort und führte die Erweiterung der Kirche auf den zunehmenden Zustrom von Wallfahrern zurück.
Status:Lebendiger Wallfahrtsort und Filialkirche der Pfarre Pusarnitz. Organisierte Fuß- und Tageswallfahrten werden weiterhin durchgeführt; am Großen Frauentag wird traditionell Gottesdienst mit Kräutersegnung gefeiert.
Kultzentrum:Im Hochaltar von 1714 befindet sich heute eine Kopie des Gnadenbildes "Unsere Liebe Frau von Altötting". Das ältere Hohenburger Kultbild wurde 1973 gestohlen und durch eine neue Nachbildung ersetzt.
Volkskunde:Votivbilder, alter Kirchsteig mit Marienbildstock, Überlieferungen von einer Rast der Gottesmutter und einem Teufelsfuß sowie Berührungsbrauch an als Marienabdrücke gedeuteten Felsvertiefungen.
Historische Kultschichten:Mittelalterliche Burgkapelle und Markuskult, ältere Marienverehrung mit Bildprogramm des 17. Jahrhunderts sowie barocke Wallfahrtsblüte im Umfeld des Altöttinger Gnadenbildes.
Kirchliche Zugehörigkeit:Filial- und Wallfahrtskirche der Pfarre Pusarnitz.
Bundesland:Kärnten.
Lage und Besuch
Lage: Maria Hohenburg, Tröbach 1, (oberhalb von) 9811 Pusarnitz, Gemeinde Lurnfeld.
Vom Bereich des Gasthofes Hohenburg führen 76 Steinstufen zur Kirche; außerdem besteht der ältere steile Kirchsteig von Pusarnitz.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Kärnten
Ansicht in Street View
Web: Pfarre Pusarnitz
Öffnungszeiten: Verlässliche allgemeine Öffnungszeiten sind nicht veröffentlicht. Der Kirchenschlüssel kann im unterhalb gelegenen Gasthof zur Hohenburg abgeholt werden. (Hinweis: Ruhetag von Montag bis Mittwoch).
Für eine gezielte Innenbesichtigung empfiehlt sich eine vorherige Rückfrage bei der Pfarre Pusarnitz.
Direkt zum Inhalt
Bilddokumentation
Ausführliche Beschreibung

Bilddokumentation

Maria Hohenburg hoch über dem Lurnfeld. Die weithin sichtbare Lage auf dem Felsen und der steile Zugang prägen den Charakter des Wallfahrtsortes:

Lurnfeld, Pusarnitz, Wallfahrtskirche Maria Hohenburg

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie.

Maria Hohenburg, historische Dokumentationsaufnahme vom 26. September 1995:

Lurnfeld, Pusarnitz, Maria Hohenburg, Aufnahme 1995

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie.

Wir haben leider keine aktuellen Fotos der Wallfahrtskirche - Haben Sie Fotos?

Foto von Wallfahrtskirche einsenden

Mit diesen und weiteren Fotomotiven können Sie hier zur Dokumentation beitragen.

Von der Burgkapelle zur Marienwallfahrtskirche

Die Hohenburg und ihre Kapelle

Maria Hohenburg steht auf einem Felsvorsprung unmittelbar unterhalb der Reste der mittelalterlichen Hohenburg. Die Burg erscheint 1142 als "castrum Hohenburc" und gehörte zum Herrschaftsbereich der Grafen von Lurn. Nach dem Erlöschen dieses Geschlechts gelangte die Anlage in den Einflussbereich des Erzstiftes Salzburg; später waren auch die Grafen von Ortenburg beteiligt. Mit dem Bedeutungsverlust der Burg blieb die Kapelle als sakraler Ort bestehen.

Von der mittelalterlichen Kapelle haben sich vor allem die halbkreisförmige Apsis und das bemerkenswerte Südportal erhalten. Die Kapelle wird 1473 als dem hl. Markus geweihtes Gotteshaus erwähnt. Noch lange erinnerte eine Markusprozession von Pusarnitz nach Hohenburg an diese ältere Kultschicht.

Die Marienverehrung ist älter als die barocke Ausbauphase

Die heute geläufige Kurzgeschichte setzt die Entwicklung zur Wallfahrtskirche im Jahr 1706 an. Die von Franz Gustav Hann 1895 beschriebenen Befunde zeigen jedoch, dass die marianische Frömmigkeit am Ort eine ältere Vorgeschichte besitzt. Hann datierte umfangreiche marianische Wandmalereien des älteren Kirchenteiles in das 17. Jahrhundert. Diese Bildfolge war nicht bloß dekorativ, sondern sollte nach seiner Deutung marianische Glaubensinhalte in einer bewusst volkstümlichen Form vermitteln.

Damit ist Vorsicht bei der vereinfachenden Aussage geboten, die Marienverehrung habe erst 1706 begonnen. Wahrscheinlicher ist eine ältere marianische Kultschicht, die durch die barocke Wallfahrtsbewegung und die Verbindung mit Altötting entscheidend verstärkt und neu geprägt wurde.

Der Ausbau für die Wallfahrer

Hann stellte 1895 ausdrücklich fest, dass an das ältere Gotteshaus im Westen ein neuer Bauteil angefügt worden war, weil die gesteigerte Marienverehrung und der größere Zustrom der Wallfahrer mehr Raum erforderlich machten. Diese Aussage ist für die Wallfahrtsgeschichte besonders wertvoll: Der Ausbau lässt sich unmittelbar mit der zunehmenden Pilgerbewegung verbinden.

Die offizielle Pfarrüberlieferung nennt 1706 als Jahr des Ausbaus zur Wallfahrtskirche. Der Hochaltar entstand 1714; weitere Ausstattung folgte im frühen 18. Jahrhundert. Ein Chronogramm am Triumphbogen verweist auf eine weitere Bau- oder Ausstattungsphase von 1765. Die bauliche Entwicklung spiegelt damit eine länger anhaltende Wallfahrtsblüte wider.

Das Gnadenbild von Maria Hohenburg

Unsere Liebe Frau von Altötting

Das heutige Kultzentrum befindet sich am Hochaltar von 1714. Über dem Tabernakel steht in einer Glasvitrine eine Nachbildung der Schwarzen Muttergottes von Altötting. Damit wurde eines der bedeutendsten mitteleuropäischen Marienheiligtümer in einen kleinen oberkärntnerischen Wallfahrtsort übertragen. Solche Nachbildungen ermöglichten es, die Verehrungsform eines berühmten Gnadenortes in eine regionale Frömmigkeitslandschaft einzubinden.

Das Hohenburger Kultbild wird in jüngeren Wallfahrtsdarstellungen ausdrücklich als Gnadenbild bezeichnet. Das heute sichtbare Bild ist jedoch nicht mehr jene ältere Hohenburger Altötting-Nachbildung, die über lange Zeit Ziel der Wallfahrer war.

Die später überlieferte Geschichte von 1706

Nach einer späteren Wallfahrtsüberlieferung brachte 1706 ein bayerischer Bauer namens Johannes Kirsch eine Nachbildung der Altöttinger Gnadenmutter nach Hohenburg. Einzelne jüngere Darstellungen schmücken diese Reise zusätzlich mit Traumaufforderungen und einer persönlichen Heilung des Überbringers aus.

Diese Erzählung ist quellenkritisch von den älteren Befunden zu trennen. Franz Gustav Hann erwähnt 1895 weder Johannes Kirsch noch Altötting noch eine Gründungsgeschichte von 1706. Seine Untersuchung konzentriert sich auf Bau, Ausstattung und die damals noch lebendige Wallfahrt. Die Kirsch-Erzählung gehört daher zu einer jüngeren Überlieferungsschicht und sollte als Wallfahrtslegende beziehungsweise spätere Kultüberlieferung verstanden werden, solange keine ältere archivalische Quelle dafür vorliegt.

Diebstahl des älteren Kultbildes 1973

1973 wurde das damals in Hohenburg verehrte Gnadenbild gestohlen. Bei demselben Diebstahl verschwand auch die Marienfigur aus der darüber angeordneten Gruppe der Krönung Mariens. Das heutige Bild am Hochaltar ist daher eine spätere Ersatzkopie der Altöttinger Madonna.

Für die Dokumentation des Wallfahrtsortes ist diese Unterscheidung wesentlich: Der Kult blieb bestehen, obwohl das historische Hohenburger Gnadenbild verlorenging. Verehrt wird heute eine neue Nachbildung, die in derselben ikonographischen Tradition steht.

Wallfahrt, Votivbilder und religiöse Praxis

Ein besuchter Wallfahrtsort im 19. Jahrhundert

Franz Gustav Hann veröffentlichte 1895 in der Carinthia I eine eigene Studie über Maria Hohenburg. Er bezeichnete die Kirche ausdrücklich als Wallfahrtskirche und hielt fest, dass sie auch zu seiner Zeit noch ein besuchter Wallfahrtsort war. Diese Nachricht bildet einen sicheren historischen Fixpunkt zwischen der barocken Blüte und der modernen Wallfahrtspraxis.

Hanns Beobachtung ist besonders aussagekräftig, weil sie nicht auf einer späteren Rückschau beruht. Er beschrieb die Kirche selbst, ihre baulichen Veränderungen und die damals sichtbaren Zeugnisse der Wallfahrt.

Votivbilder als Zeugnisse erbetener Hilfe

Im westlichen Anbau sah Hann mehrere Votivbilder. Nach seiner ausdrücklichen Angabe war das älteste der damals von ihm wahrgenommenen Stücke mit 1717 datiert. Damit ist die Votivpraxis für die frühe Wallfahrtszeit unmittelbar belegt.

Jüngere kunsthistorische Beschreibungen nennen darüber hinaus ein Votivbild von 1703, das Votivbild der Christina Priesinger von 1712 sowie eine Darstellung eines Kranken mit den zwölf Nothelfern von 1724. Zwischen dieser Aufzählung und Hanns Angabe von 1895 besteht eine erkennbare Quellenabweichung. Ob die heute genannten älteren Bilder damals anders angebracht waren, von Hann nicht als Votivbilder erfasst wurden oder spätere Datierungen korrigiert werden müssten, lässt sich mit den derzeit verfügbaren Quellen nicht sicher entscheiden.

Gerade diese Differenz sollte nicht geglättet werden. Sicher ist: Maria Hohenburg besitzt eine für die frühe Wallfahrt aussagekräftige Votivüberlieferung, deren einzelne Datierungen noch einer genaueren objektbezogenen Prüfung bedürfen.

Wallfahrt bis in die Gegenwart

Organisierte Wallfahrten nach Maria Hohenburg finden weiterhin statt. Pfarrverbände und Pilgergruppen ziehen zu Fuß oder kommen im Rahmen von Tageswallfahrten zur Kirche. Die alte Funktion des Ortes als Ziel gemeinschaftlicher religiöser Bewegung ist damit nicht erloschen, auch wenn sich Formen und Einzugsgebiete im Lauf der Zeit verändert haben.

Am 15. August, dem "Großen Frauentag", wird traditionell ein Festgottesdienst mit Kräutersegnung gefeiert. Der marianische Wallfahrtsort verbindet damit Pilgerfrömmigkeit mit einer im Alpenraum weit verbreiteten bäuerlichen Festtradition.

Hanns Beschreibung von 1895 und die marianische Bilderwelt

Ein ungewöhnlich volksnahes Bildprogramm

Für die Volkskunde ist Hanns Aufsatz besonders wertvoll, weil er einen umfangreichen, teilweise schon damals verblassenden marianischen Bilderzyklus ausführlich beschreibt. Engel hielten Schilde mit Sinnbildern Mariens; darunter standen gereimte, volkstümlich formulierte Erklärungen. Hann erkannte darin bewusst vermittelte Glaubensinhalte, die durch einfache Bilder und leicht verständliche Vergleiche in die Vorstellungswelt der Bevölkerung übertragen wurden.

Lilie, Spiegel, Bienenstock und Rose

Zu den von Hann beschriebenen Symbolen gehörten die Lilie als Zeichen der Reinheit, der Spiegel, der das Sonnenlicht makellos zurückwirft, ein Bienenstock als Bild der Süße sowie eine Rose unter Dornen. Wiederkehrendes Thema war Maria als reine und von Sünde unberührte Gottesmutter. In den Begleitversen verbanden sich kirchliche Mariologie und volkssprachliche Bilderwelt.

Der durstige Hirsch an der Quelle

Besonders anschaulich ist ein Engelsschild mit einem Hirsch, der zu einer sprudelnden Quelle eilt. Der erhaltene Spruch erklärt sinngemäß, dass der hilfsbedürftige Mensch ebenso zu Maria als Quelle des Heils eile, wie der durstige Hirsch zum frischen Wasser. Das Bild verbindet ein traditionsreiches christliches Symbol mit einer unmittelbar verständlichen Erfahrung aus Natur und Alltag.

Verschlossene Pforte, Morgenstern und verschlossener Garten

Weitere Darstellungen griffen die verschlossene Pforte des Propheten Ezechiel, Sonne und Sterne, den Morgenstern, den Palmbaum und den "verschlossenen Garten" des Hohenliedes auf. Hann sah im gesamten Zyklus ein Zeugnis dafür, wie die katholische Kirche nach der Gegenreformation den Marienkult wieder intensiv in der Bevölkerung verankerte. Bemerkenswert ist dabei sein ausdrücklicher Hinweis, dass dies in der Gegend um Hohenburg sichtbar gelungen sei.

Das Leben Mariens an den Wänden

Daneben schmückte eine zweite Bildfolge mit Szenen aus dem Leben Mariens das Kirchenschiff: Verkündigung an Joachim, Geburt Mariens, Anna mit dem Marienkind, Unterricht Mariens, Vermählung, Verkündigung und Heimsuchung, Josefs Traum, Geburt Christi, Anbetung der Könige und Flucht nach Ägypten. Auf der Decke des älteren Kirchenschiffes war die Himmelfahrt Mariens dargestellt; der jüngere westliche Anbau zeigte den Tod Mariens.

Maria Hohenburg war damit nicht nur ein Ort, an dem ein einzelnes Gnadenbild verehrt wurde. Der gesamte Innenraum war als marianischer Erfahrungs- und Lehrraum gestaltet. Gnadenbild, Bilderzyklen, Sprüche, Votivgaben und Wallfahrerbewegung bildeten gemeinsam die religiöse Bedeutung des Ortes.

Kirchsteig, Bildstock und Wallfahrtslandschaft

Die "Kapelle der Schwarzen Muttergottes"

Von Pusarnitz führte und führt ein steiler Fußweg zur Wallfahrtskirche. Unterhalb von Hohenburg steht an diesem Kirchsteig ein Bildstock, der in der lokalen Überlieferung als "Kapelle der Schwarzen Muttergottes" bezeichnet wird. Hier trafen sich Kirchgänger und Pilger aus den umliegenden Orten, um das letzte Wegstück gemeinsam zurückzulegen.

Der Bildstock macht deutlich, dass sich die Wallfahrt räumlich nicht auf das Kirchengebäude beschränkte. Der Aufstieg selbst wurde durch Andachtsstellen, gemeinsames Gebet und Erzählungen zu einem sakral geprägten Weg.

Marienrast und Teufelsfuß

Eine lokale Überlieferung erzählt, die Gottesmutter habe auf ihrem Weg nach Hohenburg an dieser Stelle gerastet. An einer anderen felsigen Stelle des Kirchsteiges wurde ein Abdruck als Teufelsfuß gedeutet. Der Teufel habe versucht, Maria in Versuchung zu führen. Solche Ortsdeutungen binden religiöse Erzählung unmittelbar an Felsen, Wege und konkrete Landschaftspunkte.

Die Handabdrücke der Gottesmutter

Unterhalb der Kirche werden außerdem zwei Vertiefungen im Felsen erwähnt, die als Abdrücke der Gottesmutter gedeutet wurden. Wallfahrer sollen ihre Hände in diese Vertiefungen gelegt haben. Dieser Berührungsbrauch gehört zu einer in vielen alpinen Wallfahrtslandschaften bekannten Form körperlich erfahrener Sakralität: Der als von einer heiligen Gestalt berührt verstandene Stein wird selbst zum Träger religiöser Bedeutung.

Der Wallfahrtsweg nach Hohenburg verband damit mehrere Ebenen: den gemeinschaftlichen Aufstieg, das Marienbild am Weg, sagenhafte Spuren im Felsen, die Stufen zur Kirche und schließlich das Gnadenbild am Hochaltar.

Die ältere Markusprozession

Die Erinnerung an die mittelalterliche Markuskapelle blieb in einer Prozession am 25. April erhalten. Über die Dauer dieser Tradition geben jüngere Darstellungen unterschiedliche Auskünfte; eine Dokumentation lässt sie bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges fortbestehen, eine andere spricht von einer längeren Kontinuität. Für die historische Einordnung ist jedenfalls wichtig, dass der Marienwallfahrtsort eine ältere, nichtmarianische Prozessionstradition nicht vollständig verdrängte.

Kunst und Architektur

Romanische Bauteile

Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist das rundbogige Säulenportal an der Südseite. Flechtbandwerk, Vierblattrosetten, Tierdarstellungen und eine eingemauerte Reliefplatte mit Kreuz weisen auf eine Entstehung im 12. oder 13. Jahrhundert. Hann datierte das Portal 1895 ebenfalls in das frühere Mittelalter. Fritz Novotny erwog 1929 sogar eine noch frühere, vorromanische Datierung; die jüngere kunsthistorische Einordnung bleibt vorsichtiger und ordnet die Formen im Wesentlichen dem 12./13. Jahrhundert zu.

Auch die halbkreisförmige Apsis bewahrt die mittelalterliche Grundform der früheren Burgkapelle. Die heutige Kirche ist daher kein einheitlicher Barockbau, sondern ein über viele Jahrhunderte gewachsener Sakralraum.

Hochaltar von 1714 und barocke Ausstattung

Der reich mit Akanthus geschmückte Hochaltar stammt von 1714. Im Zentrum steht die Altöttinger Madonna; darüber befindet sich die Gruppe der Krönung Mariens. Die Seitenaltäre entstanden im frühen 18. Jahrhundert. Die Kanzel gehört ebenfalls in diese Ausbauphase und wurde 1739 von Anton Miller gefasst. Ein kunstvoll geschmiedetes Gitter trennt den Altarraum vom Langhaus.

Neben dem Seitenportal steht ein eisenbeschlagener Opferstock. Gerade in einer Wallfahrtskirche ist ein solches Stück auch volkskundlich bedeutsam, weil es an die materielle Seite des Wallfahrens erinnert: Geldopfer, Kerzen und andere Gaben gehörten zur Praxis des Bittens und Dankens.

Das Holzrelief der Kreuztragung

An der Nordwand hängt ein vielfiguriges Holzrelief der Kreuztragung Christi aus dem frühen 16. Jahrhundert. Hann beschrieb es 1895 sehr ausführlich und hob seine drastische, beinahe burleske Darstellung der Schergen hervor. Das Werk gehört zu den älteren Ausstattungsstücken, die aus der Zeit vor der barocken Marienwallfahrt erhalten blieben.

Kalvarienbergstationen und Portalbild

Hann sah 1895 an der Südwand noch Reste älterer Kalvarienbergstationen. Im Tympanon des romanischen Portals befand sich bereits damals ein jüngeres Marienbild mit Spruchbändern, das den Eintretenden ausdrücklich auf die Bestimmung des Gotteshauses als Marienheiligtum hinwies. Auch an der Außengestaltung wurde damit sichtbar, dass sich die mittelalterliche Burgkapelle in ein marianisches Wallfahrtszentrum verwandelt hatte.

Literatur und Quellen

- Hann, Franz Gustav: Die Wallfahrtskirche St. Maria zu Hohenburg oberhalb Pusarniz. In: Carinthia I, 85. Jahrgang, Klagenfurt 1895, S. 129-135.

- Rainer, Alexander: Vom "castrum Hohenburc" zur Wallfahrtskirche Maria Hohenburg ob Pusarnitz am Lurnfeld. In: Carinthia I, 207. Jahrgang, Klagenfurt 2017, S. 181-218.

- Novotny, Fritz: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Spittal an der Drau (Osthälfte). In: Die Kunstdenkmäler Kärntens, Band I/2, herausgegeben von Karl Ginhart. Klagenfurt 1929, Abschnitt Hohenburg.

- Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Wien 2001, Abschnitt Hohenburg, S. 971 f.

- Moro, Gotbert: Zur Geschichte der Hohenburg. In: Carinthia I, 1958.

- Schilcher, Leonhard: Die Wallfahrtskirche Maria-Hohenburg ob Pusarnitz am Lurnfeld, Oberkärnten. Kleine Wallfahrtsmonographie, um 1961.

- Katholische Kirche Kärnten / Pfarre Pusarnitz: Maria Hohenburg. Pfarrbeschreibung mit Angaben zur Wallfahrtskirche und zum Ausbau von 1706.

- Kleindenkmäler Kärnten: Kirchenportal Maria in Hohenburg sowie Bildstock "Schwarze Muttergottes". Dokumentation von Portal, Kirchsteig, Markusprozession und lokaler Überlieferung.

- Bundesdenkmalamt: Denkmalliste Kärnten, Katholische Filialkirche hl. Maria in Hohenburg, HERIS-ID 57848, Objekt-ID 68164.

- SAGEN.at-Fotogalerie: Maria Hohenburg, zwei historische Dokumentationsaufnahmen.

Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Text- oder Bildzusendungen.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

© www.SAGEN.at