Göriach/Gorje - Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Namen

Schnellüberblick
Wallfahrt:Historischer regionaler Marien- und Valentinswallfahrtsort im Unteren Gailtal. Bis weit ins 18. Jahrhundert kamen zahlreiche Gläubige zum Göriacher Kirchtag an Mariä Namen; zusätzlich führten bäuerliche Wallfahrten an den beiden Valentinsfesten am 7. Jänner und 14. Februar zur Kirche. Mit ihnen war der überlieferte Brauch des "opašanje" verbunden.
Status:Historischer Wallfahrtsort mit im 19. Jahrhundert zurückgegangener älterer Marienwallfahrt. Die Kirche wird weiterhin als Wallfahrtskirche bezeichnet, liegt am Kärntner Marienpilgerweg und ist Ziel neuerer gemeinschaftlicher Wallfahrten.
Kultzentrum:Marienverehrung zu Mariä Namen und historische Verehrung der beiden hll. Valentin. Im Hochaltar befindet sich heute eine geschnitzte Mondsichelmadonna; ein einzelnes ausdrücklich als wundertätig überliefertes Gnadenbild ist mit den derzeit zugänglichen Quellen nicht sicher nachweisbar.
Ort:Göriach/Gorje, Gemeinde Hohenthurn/Straja vas
Region:Unteres Gailtal / Spodnja Ziljska dolina
Bundesland:Kärnten / Koroška
Lage und Besuch
Lage: Göriach/Gorje, Gemeinde Hohenthurn/Straja vas; die Diözese führt die Kirchen- und Pfarradresse Göriach/Gorje 1, 9613 Feistritz/Ziljska Bistrica.
Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Kärnten
Ansicht in Street View
Web: Pfarre Göriach/Gorje
Besuch: Gottesdienstzeiten siehe Pfarre; für eine verlässliche Besichtigungsmöglichkeit empfiehlt sich Rücksprache mit der Pfarre.
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Ausführliche Beschreibung

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Göriach/Gorje im Unteren Gailtal

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Namen liegt erhöht am nördlichen Rand von Göriach, slowenisch Gorje, in der Gemeinde Hohenthurn/Straja vas. Auch die kirchliche Gegenwart des Ortes ist zweisprachig; die Pfarre führt offiziell den Namen Göriach/Gorje. Slowenisch wird die Kirche als "župnijska cerkev Marijinega imena" bezeichnet. Diese Zweisprachigkeit ist keine moderne Zugabe, sondern gehört zur gewachsenen Kulturgeschichte des Unteren Gailtales, in dem deutsche und slowenische Sprache, religiöse Praxis und örtliche Bräuche seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden sind.

Die Anfänge der Kirche werden in der örtlichen und kirchlichen Überlieferung mit dem Arnoldsteiner Abt Gunther und den Jahren 1312 beziehungsweise 1316 verbunden. Peter Wiesflecker hat diese frühe Datierung allerdings genauer geprüft. Zwar hielt sich am 10. Oktober 1316 der Generalvikar des Patriarchen von Aquileia in Göriach auf, doch die damals ausgestellte Ablassurkunde bezog sich nicht auf die Göriacher Kirche, sondern auf das Kloster Arnoldstein. Für Göriach selbst ist dagegen eine Urkunde vom 17. März 1371 besonders wichtig: Patriarch Marquard von Aquileia verband Spenden für die Weiterführung des Kirchenbaues mit einem vierzigtägigen Ablass. Der Kirchenort war also im 14. Jahrhundert im Aufbau und bereits in ein System religiöser Förderung eingebunden, ohne dass daraus allein schon eine Wallfahrt abgeleitet werden darf.

Zerstörung 1478 und spätgotischer Neubau

1478 wurde die Kirche bei einem osmanischen Einfall zerstört. Danach entstand zwischen 1489 und 1516 der heute noch weitgehend einheitlich wirkende spätgotische Neubau; 1507 erfolgte eine Weihe. Die Jahrzehnte nach den Einfällen des späten 15. Jahrhunderts prägten auch den wehrhaften Charakter der Anlage. Der mächtige Westturm, Reste der mit ihm verbundenen Friedhofsmauer und der westliche Torbau mit Schlüsselscharte zeigen, dass die Kirche nicht nur Gotteshaus, sondern in gefährlichen Zeiten auch ein geschützter Ort für die bäuerliche Bevölkerung sein konnte.

Östlich der Kirche steht die kleine spätgotische Friedhofskapelle. Gemeinsam mit Kirche, Kirchhof und den Resten der Befestigung bildet sie ein bemerkenswert geschlossenes Ensemble. Die Restaurierungen des späten 20. Jahrhunderts machten zudem die historische Farbigkeit des Baues wieder sichtbar: Am Westturm wurde die spätgotische Polychromie gesichert, an den Langhausfassaden die dreifarbige Fassung des 16. Jahrhunderts erneuert und das Christophorusfresko an der Nordwand konserviert.

Die Marienwallfahrt zu Mariä Namen

Mehr als eine gewöhnliche Landpfarrkirche

Den stärksten historischen Nachweis für den Wallfahrtscharakter verdanken wir Peter Wiesflecker und den von ihm ausgewerteten Pfarr- und Rechnungsquellen. Er betont ausdrücklich, dass Göriach über viele Jahrhunderte mehr als eine gewöhnliche Landpfarrkirche war und eine zusätzliche Funktion als Wallfahrtsort erfüllte. Das der Gottesmutter geweihte Gotteshaus besaß bis ins 19. Jahrhundert regionale Bedeutung, auch wenn es im Rang deutlich hinter den großen Marienheiligtümern Maria Luschari und Maria im Graben bei Vorderberg zurückblieb. Gerade diese nüchterne Einordnung macht den Befund glaubwürdig: Göriach war kein überregionaler Massenwallfahrtsort, wohl aber ein fest verankerter regionaler Wallfahrtsort des Unteren Gailtales.

Der Göriacher Kirchtag und sieben Geistliche im Jahr 1783

Ein besonderer Wallfahrtstag war der Göriacher Kirchtag, an dem das Fest Mariä Namen begangen wurde. Noch weit ins 18. Jahrhundert hinein kamen dazu zahlreiche Gläubige nach Göriach. Wie groß der Zustrom gewesen sein muss, zeigt eine Kirchenrechnung aus dem Jahr 1783: Am Kirchtag dieses Jahres lasen gleich sieben Geistliche Messen in Göriach. Für eine ländliche Pfarrkirche ist dies ein bemerkenswert deutlicher Hinweis auf den zusätzlichen Bedarf, der durch auswärtige Besucher und Wallfahrer entstand.

Im 19. Jahrhundert verlor Göriach nach Wiesflecker an Bedeutung als Marienwallfahrtsort. Eine einzelne Ursache lässt sich aus den bisher zugänglichen Quellen nicht sicher benennen. Die ältere Wallfahrt verschwand jedoch nicht völlig aus dem religiösen Gedächtnis des Ortes. Mariä Namen blieb das Patrozinium der Kirche, die marianische Prägung der Ausstattung blieb bestehen, und auch in neuerer Zeit wird Göriach wiederholt ausdrücklich als Wallfahrtskirche bezeichnet und von Pilgergruppen aufgesucht.

Die Valentinswallfahrten und der Brauch des opašanje

Zwei Valentinsfeste als bäuerliche Wallfahrtstage

Neben der Marienwallfahrt besaß Göriach eine zweite, für eine Pfarrkirche ungewöhnlich ausgeprägte Kulttradition. Bauern aus der Umgebung kamen an zwei verschiedenen Valentinsfesten zur Kirche: am 7. Jänner zum Fest des "Valentin Bischof" und am 14. Februar zum Fest des "Valentin Märtyrer". Wiesflecker identifiziert die beiden Heiligen mit Valentin von Rätien und Valentin von Terni. Die Wallfahrt war damit nicht auf einen einzigen Kalendertag beschränkt, sondern verband zwei im bäuerlichen Heiligenkalender wichtige Valentinstraditionen mit demselben Göriacher Gotteshaus.

Der rechte zweigeschossige Seitenaltar, der um 1720/1730 entstand, bewahrt diese Kultschicht bis heute. Er zeigt den hl. Valentin gemeinsam mit einem heiligen Diakon. Ein älteres Kunstinventar von 1933 erwähnt darüber hinaus eine geschnitzte Valentinsstatue aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Ob diese Figur mit der heute am Altar befindlichen Darstellung identisch ist oder im Laufe der Ausstattungsgeschichte versetzt beziehungsweise ersetzt wurde, lässt sich mit den derzeit zugänglichen Quellen nicht sicher entscheiden. Sicher ist jedoch, dass die Valentinsverehrung in Göriach wesentlich älter ist als der barocke Seitenaltar, der sie später architektonisch fasste.

Das opašanje - ein überlieferter Brauch mit offenen Fragen

Mit den beiden Valentinswallfahrten war nach Wiesflecker der Brauch des "opašanje" verbunden. Gerade dieser kurze Hinweis ist volkskundlich außerordentlich wertvoll, weil er einen heute kaum noch bekannten Ritualnamen bewahrt. Das slowenische Zeitwort "opasati" bedeutet "umgürten", "umschließen" oder "umgeben". In verschiedenen slowenischen Traditionen begegnen verwandte Bezeichnungen für das symbolische Umgürten oder Umgehen eines heiligen Ortes.

Für Göriach selbst ist der konkrete Ablauf des opašanje mit den bisher zugänglichen Quellen jedoch nicht ausreichend beschrieben. Es wäre deshalb voreilig, von einem Umgürten der Kirche mit einer Schnur, einem Umgang mit Kerzen oder einem bestimmten Viehschutzritual zu sprechen. Ebenso lässt sich aus dem bäuerlichen Charakter der Valentinswallfahrten nicht ohne weitere Quelle ableiten, dass der Brauch ausschließlich dem Schutz des Viehs galt. Für SAGEN.at ist gerade dieser offene Befund wichtig: Name und Verbindung mit den Valentinsfesten sind historisch überliefert, die genaue Handlung muss dagegen einer künftigen lokalen oder archivalischen Forschung vorbehalten bleiben.

Marienbild und die Frage nach dem historischen Gnadenbild

Die Mondsichelmadonna des heutigen Hochaltares

Der zweigeschossige Hochaltar wurde zwischen 1677 und 1692 geschaffen. In seiner Mittelnische steht heute eine geschnitzte Mondsichelmadonna, die von der Diözese Gurk in das 18. Jahrhundert datiert wird. Über den Opfergangsportalen befinden sich die hl. Barbara und eine gekrönte Märtyrin, die wahrscheinlich als hl. Katharina zu deuten ist; weitere Heiligenfiguren des Altares reichen zum Teil noch in das 16. Jahrhundert zurück. Der Tabernakel entstand um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Der heutige Kirchenraum stellt Maria damit unübersehbar in den Mittelpunkt.

Eine ältere bekleidete Madonna?

Für die historische Wallfahrt bleibt dennoch eine wichtige Frage offen. Das Dehio-Handbuch von 1933 verzeichnete in Göriach ausdrücklich eine "wahrscheinlich spätgotische Marienstatue, bekleidet" und daneben eine Rosenkranzmadonna aus dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts. Die heutige diözesane Beschreibung nennt dagegen die Mondsichelmadonna des Hochaltares als Werk des 18. Jahrhunderts. Ohne eine genaue Objektgeschichte lässt sich derzeit nicht entscheiden, ob die 1933 genannte bekleidete Madonna das ältere Kultbild der Marienwallfahrt war, wo sie sich heute befindet und in welchem Verhältnis sie zur gegenwärtigen Hochaltarfigur steht.

Gerade deshalb sollte die Göriacher Wallfahrt nicht nachträglich auf ein vermeintlich eindeutig bestimmbares "Gnadenbild" reduziert werden. Die historische Wallfahrt ist unabhängig davon durch Kirchenrechnungen, Wallfahrtstage und die Valentinsbräuche ausreichend belegt. Für das Kultzentrum kann heute die Mondsichelmadonna im Hochaltar genannt werden; eine lückenlos nachweisbare Identität mit einem älteren wundertätigen Wallfahrtsbild ist dagegen bisher nicht gegeben.

Kunst und Ausstattung der Kirche

Spätgotischer Wehrkirchenbau

Der heutige Bau ist ein stattliches Beispiel spätgotischer Kirchenarchitektur im Unteren Gailtal. Der Westturm mit Spitzgiebelhelm prägt das äußere Erscheinungsbild. Spitzbogenfenster besitzen teilweise noch ursprüngliches Maßwerk; im Inneren überspannen Netzrippengewölbe das Langhaus. Die Rippen setzen auf Wandvorlagen mit sorgfältig gearbeiteten Blatt- und Tierkapitellen an. Diese Architektur gehört im Wesentlichen zur großen Wiederaufbauphase nach 1478 und macht deutlich, welchen Aufwand die örtliche Gemeinschaft für ihr Gotteshaus betrieb.

Zur Außenwirkung gehört auch das Christophorusfresko an der Nordwand. Große Christophorusbilder wurden im Spätmittelalter bevorzugt an gut sichtbaren Kirchenaußenwänden angebracht, weil der Blick auf den Heiligen als Schutz für Reisende und Vorübergehende verstanden wurde. In Göriach wurde das Fresko bei der Fassadenrestaurierung 1996 gesichert. Gemeinsam mit der historischen Polychromie des Turmes und der Wehrmauer verleiht es der Kirche einen ungewöhnlich anschaulichen spätmittelalterlichen Charakter.

Hochaltar, Florian und Valentin

Die barocke Ausstattung bewahrt ältere Kunstwerke und Kultschichten. Der linke Seitenaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts enthält in seiner baldachinbekrönten Mittelnische eine geschnitzte Figur des hl. Florian aus dem 15. Jahrhundert. Sein Aufsatzbild zeigt die Heilige Dreifaltigkeit; seitlich stehen die hl. Walburga und eine Märtyrerin. Der rechte Seitenaltar um 1720/1730 ist mit dem hl. Valentin unmittelbar für die Wallfahrtsgeschichte bedeutsam. Damit stehen im Kirchenraum der marianische Hochaltar und der Valentinsaltar als sichtbare Zentren jener beiden Frömmigkeitstraditionen nebeneinander, die Göriach über Jahrhunderte als Wallfahrtsort prägten.

Weitere ältere Stücke sind der spätgotische Taufstein und ein lebensgroßer barocker Schmerzensmann an der Nordwand des Langhauses. Die Kanzel wurde 1744 von Jakob Stubner geschaffen. Trotz der Veränderungen verschiedener Jahrhunderte blieb die spätgotische Grundstruktur des Raumes so stark, dass die barocken Altäre nicht als Fremdkörper erscheinen, sondern die ältere Kirche mit neuen Kult- und Andachtsformen weiterführten.

Die Orgel von Anton Müller

Die Orgel wurde 1841 vom Klagenfurter Orgel- und Instrumentenmacher Anton Müller gebaut und besitzt neun Register auf einem Manual und Pedal. Pfarrer Andreas von Schludermann hatte das kostspielige Instrument für die Pfarrkirche angeschafft. Bei einer Visitation 1844 wurde ausdrücklich hervorgehoben, dass die neue Orgel den Gottesdienst feierlicher und für die Gemeinde erbaulicher mache. Die nahezu vollständig erhaltene historische Substanz wurde 2015 restauriert; fehlende Prospektpfeifen konnten nach einem im Instrument erhaltenen Vorbild rekonstruiert werden.

Die Orgelgeschichte fällt bereits in jene Zeit, in der die alte Marienwallfahrt an überregionaler Bedeutung verlor. Gerade deshalb ist die Investition aufschlussreich: Göriach blieb ein anspruchsvoll ausgestatteter religiöser Mittelpunkt, auch als sich seine Funktion zunehmend von der regionalen Wallfahrtskirche zur Pfarrkirche mit fortlebenden Pilgertraditionen verlagerte.

Matija Majar-Ziljski und die zweisprachige Kulturgeschichte

Ein Göriacher Pfarrer als Volkskundler und Sprachforscher

Mit Göriach ist eine Persönlichkeit verbunden, die weit über die Pfarrgeschichte hinaus Bedeutung besitzt. Matija Majar-Ziljski, deutsch auch Matthias Mayer, wirkte von 1851 bis 1870 als Pfarrer in Göriach/Gorje. Er war Geistlicher, Ethnograph, Sprachforscher und politischer Publizist und gehört zu den frühen Sammlern slowenischer Lieder, Reime und Bräuche aus dem Gailtal. Ein erheblicher Teil des Wissens über ältere slowenische Volkskultur der Region wurde gerade durch solche Aufzeichnungen des 19. Jahrhunderts bewahrt.

Im Göriacher Pfarrhof erinnert heute eine Gedenktafel an Majar-Ziljski. Auch in der Kirche hinterließ er eine ungewöhnliche Spur: Am Valentinsaltar ließ er die slowenische Inschrift "V tem znamenju boš zmagal" - "In diesem Zeichen wirst du siegen" - in kyrillischer Schrift anbringen. Die Inschrift ist ein bemerkenswertes Zeugnis seiner slawischen Kulturvorstellungen und zugleich ein materieller Hinweis darauf, wie eng in Göriach religiöser Raum, slowenische Sprache und kulturelle Identität miteinander verbunden waren.

Göriach/Gorje als zweisprachige Pfarre

Die Zweisprachigkeit ist bis heute Teil des kirchlichen Lebens. Die Diözese verwendet durchgehend die Doppelform Göriach/Gorje; auch Gottesdienste, Pfarrbriefe und kirchliche Mitteilungen erscheinen deutsch und slowenisch. Ein österreichweit übertragener Gottesdienst aus Göriach wurde 2023 ausdrücklich zweisprachig gefeiert. Solche Formen zeigen, dass die Wallfahrts- und Pfarrgeschichte des Ortes nicht angemessen beschrieben werden kann, wenn die slowenische Sprache lediglich als moderne Übersetzung neben den deutschen Ortsnamen gestellt wird. Sie gehört selbst zur Geschichte des Heiligtums und seiner Bevölkerung.

Wallfahrt und religiöses Leben heute

Ein historischer Wallfahrtsort mit neuen Pilgerformen

Die große regionale Marienwallfahrt des 18. Jahrhunderts besteht heute nicht mehr in ihrer damaligen Form. Dennoch ist der Wallfahrtscharakter nicht vollständig erloschen. Die Kirche wird von der Diözese und von der Pfarre weiterhin als Wallfahrtskirche bezeichnet. Zudem liegt Göriach am Kärntner Marienpilgerweg, der die Marienkirchen des Landes miteinander verbindet und von Maria Rojach bis Maria Luggau führt.

Auch konkrete Pilgergruppen suchen Göriach weiterhin auf. 2024 war die Pfarrkirche Ziel der traditionellen Wallfahrt des Lebendigen Rosenkranzes. Pilger aus verschiedenen Pfarren versammelten sich zum Rosenkranz, zur Wallfahrtsmesse, zur Marienlitanei und zur anschließenden Agape. Gaben wurden zum Altar gebracht, gesegnet und anschließend gemeinschaftlich geteilt. Diese Form ist nicht einfach mit der alten Göriacher Marienwallfahrt gleichzusetzen, zeigt aber, dass die Kirche weiterhin als besonderer marianischer Pilgerort wahrgenommen wird.

Alte und neue Frömmigkeitsschichten

Gerade in Göriach lässt sich gut beobachten, wie sich Wallfahrtsorte verändern. Die frühere Marienwallfahrt zu Mariä Namen und die bäuerlichen Valentinswallfahrten verloren ihre einstige Reichweite; der Name opašanje blieb als Erinnerung an einen abgekommenen Brauch erhalten. Gleichzeitig entstanden neue Pilgerwege und Wallfahrtsformen. Der spätgotische Kirchenbau, der Marienaltar und der Valentinsaltar bilden dabei den dauerhaften räumlichen Rahmen, in dem sich unterschiedliche Generationen von Frömmigkeit überlagern.

Literatur und Quellen

- Wiesflecker, Peter: Hohenthurn. Geschichte eines Lebensraumes und seiner Menschen. Klagenfurt: Heyn 2009.

- Wiesflecker, Peter: "... zur Erbauung Aller ... eine prächtige Orgel angeschafft ..." Zur Geschichte der Orgel in der Pfarrkirche Göriach. In: Mitteilungsblatt der Gemeinde Hohenthurn, Jahrgang 13, Ausgabe 1, Juli 2015, S. 14-15. Besonders wichtig zur historischen Wallfahrt, zu den beiden Valentinsfesten, zum opašanje, zur Kirchenrechnung von 1783 und zur Orgelgeschichte.

- Wiesflecker, Peter: Ein Rundgang durch die Gemeinde Hohenthurn. In: Geschichtsverein für Kärnten, Newsletter 4/2018, S. 1-12. Zur Geschichte Göriachs, zur regionalen Wallfahrt, zu den Valentinsfesten und zur Wehrkirchenanlage.

- Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Göriach, Pfarrkirche Mariä Namen, Friedhofskapelle und Pfarrhof. Wien 2001, S. 217-218.

- Frey, Dagobert; Ginhart, Karl (Hg.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Österreich I: Die Kunstdenkmäler in Kärnten, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg. Berlin 1933, Abschnitt Göriach, S. 21. Zur älteren Bestandsbeschreibung, insbesondere zur bekleideten spätgotischen Marienstatue und zur Valentinsfigur.

- Katholische Kirche Kärnten / Pfarre Göriach-Gorje: Pfarrkirche Göriach/Gorje; Pfarrgeschichte, Gottesdienst- und Wallfahrtsberichte sowie zweisprachige Pfarrinformationen.

- Katholische Kirche Kärnten: 15. August, Mariä Himmelfahrt: Radio- und Fernsehgottesdienst aus der Pfarre Göriach/Gorje, 2023. Zur aktuellen Beschreibung von Hochaltar, Mondsichelmadonna, Seitenaltären und zweisprachiger Pfarrpraxis.

- Vonbank Orgelbau: Göriach/Gorje - Restaurierung der Anton-Müller-Orgel von 1841, 2015.

- Slowenisches Volkskundeinstitut Urban Jarnik / Slovenski narodopisni inštitut Urban Jarnik: Beiträge zu Matija Majar-Ziljski und zur slowenischen Kulturgeschichte des Unteren Gailtales.

- Sturm-Schnabl, Katja; Schnabl, Bojan-Ilija (Hg.): Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška. Von den Anfängen bis 1942. Wien: Böhlau 2016. Zur slowenischen Inschrift Matija Majar-Ziljskis am Valentinsaltar.

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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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