| Wallfahrt: | Lebendiger Marienwallfahrtsort bei Radendorf mit sieben Quellen; historisch Rast- und Andachtsstation für Wallfahrer zum Luschariberg und bis heute Ziel von Fußwallfahrten. |
| Status: | Lebendige Wallfahrt. |
| Kultzentrum: | Thronende Muttergottes mit Kind aus dem frühen 15. Jahrhundert am Hochaltar; die sieben Quellen mit ihrer Heilwasserüberlieferung gehören wesentlich zum Wallfahrtsbrauch. |
| Ort: | Radendorf, Marktgemeinde Arnoldstein. |
| Bezirk: | Villach-Land. |
| Bundesland: | Kärnten. |
| • | Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn, Radendorf, 9587 Arnoldstein, Kärnten. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Kärnten |
| • | Ansicht in Street View (Luftbild) |
| • | Pfarre: Pfarre / Fara St. Leonhard bei Siebenbrünn/Št. Lenart pri sedmih studencih |
| • | Öffnungszeiten: Die Heilquelle Maria Siebenbrünn direkt an beziehungsweise unter der Kirche sowie der Außenbereich sind jederzeit frei zugänglich. Die Kirche ist nur zu Gottesdiensten zugänglich. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
• Maria Siebenbrünn, der Hauptaltar enthält eine thronende Muttergottes aus dem 15. Jahrhundert:
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
• Maria Siebenbrünn, der Hauptaltar enthält eine thronende Muttergottes aus dem 15. Jahrhundert, hier in einer Seitenansicht:
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie
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Südlich von Radendorf in der Marktgemeinde Arnoldstein, am Fuß des Steinbergs beziehungsweise Kamnik und nahe der Karawanken, steht in abgeschiedener Lage die Filial- und Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn. Kirchlich gehört sie zur Pfarre St. Leonhard bei Siebenbrünn / Št. Lenart pri sedmih studencih, deren amtliche zweisprachige Bezeichnung zugleich auf die historisch gewachsene deutsch-slowenische Kulturlandschaft des Gebietes verweist. Das Gotteshaus wird auch in der Denkmaldokumentation ausdrücklich als "Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn" geführt; der Wallfahrtsstatus ist daher eindeutig belegt. Die Wallfahrt ist keineswegs nur historisch: Noch im September 2026 führt eine angekündigte Fußwallfahrt mit Pilgermesse und abschließender Andacht nach Maria Siebenbrünn.
Der besondere Charakter des Ortes ergibt sich aus der unmittelbaren Verbindung von Kirche und Wasser. Wenige Meter nördlich des Gotteshauses treten am Hang mehrere Quellen zutage, deren Zahl traditionell mit sieben angegeben wird und die dem Heiligtum seinen Namen gegeben haben. Das Wasser galt und gilt in der örtlichen Überlieferung als wohltuend beziehungsweise heilkräftig, insbesondere bei Augenleiden und Beschwerden innerer Organe. Maria Siebenbrünn gehört damit zu einer in der alpinen Wallfahrtskultur charakteristischen Gruppe von Heiligtümern, bei denen Marienverehrung und die religiöse Bedeutung einer Quelle eng miteinander verbunden sind.
Die Wallfahrtskirche wird 1368 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Bau entstand im Wesentlichen im 15. Jahrhundert und bewahrt den Charakter einer spätgotischen Landkirche. Über die Anfänge der Wallfahrt selbst sind dagegen keine gesicherten Nachrichten bekannt. Insbesondere lässt sich bislang keine historische Gründungslegende nachweisen, wie sie bei zahlreichen anderen Marienwallfahrtsorten überliefert ist. Eine wallfahrtskundliche Zusammenstellung für das Bistum Gurk-Klagenfurt hält ausdrücklich fest, dass über den Ursprung der Wallfahrt weder Berichte noch Legenden bekannt seien.
Umso bedeutsamer ist die Quelle für die Entwicklung des Ortes. Die Dokumentation der Kärntner Kleindenkmäler berichtet, dass der Platz bereits vor Errichtung beziehungsweise vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche mit seinen sieben Quellen in Verbindung gebracht worden sei. Ein unmittelbarer mittelalterlicher Beleg für eine vor der Kirche bestehende religiöse Quellenverehrung wird dabei allerdings nicht genannt. Aussagen, Maria Siebenbrünn sei bereits in vorchristlicher Zeit ein Kultplatz gewesen, wie sie gelegentlich in jüngeren populären Darstellungen begegnen, lassen sich gegenwärtig nicht ausreichend absichern und sollten daher von der belegbaren Wallfahrtsgeschichte getrennt werden.
Der spätgotische Bau wurde in späteren Jahrhunderten mehrfach verändert und erhielt insbesondere eine barocke beziehungsweise neugotische Ausstattung. Bei einer Innenrestaurierung 1998/99 wurde unter anderem die Architekturpolychromie des 18. und 19. Jahrhunderts konserviert. Die Kirche und der umgebende Friedhof stehen unter Denkmalschutz.
Das Gotteshaus besteht aus einem verhältnismäßig schlichten Langhaus und einem spätgotischen Chor. Am Langhaus stehen einfach abgetreppte, am Chor zweifach abgetreppte Strebepfeiler. Die zweiteiligen Lanzettfenster besitzen teilweise noch ihr ursprüngliches spätgotisches Maßwerk; im Chorschluss haben sich unter anderem Fischblasenformen erhalten. An der Südseite des Chores schließt eine barocke Sakristei an. Über dem Chor sitzt ein hölzerner Dachreiter mit Spitzgiebelhelm. Das spätgotische Westportal ist spitzbogig und profiliert, während das Nordportal aus dem beginnenden 16. Jahrhundert stammt.
Besonders auffällig ist die große Darstellung des hl. Christophorus über dem Nordportal, die um 1520 entstanden ist. Die Platzierung gerade dieses Heiligen an einer von Pilgern und Reisenden besuchten Kirche besitzt eine besondere Aussagekraft. Christophorus gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zu den wichtigsten Schutzheiligen der Reisenden; verbreitet war die Vorstellung, bereits der Anblick seines Bildes gewähre Schutz vor einem unvorhergesehenen Tod an diesem Tag. Ohne daraus eine konkrete Entstehungsgeschichte des Freskos ableiten zu können, fügt sich die Darstellung daher ausgesprochen gut in die Funktion Maria Siebenbrünns als Kirche an alten Pilger- und Verkehrswegen ein. Die ARGE Pilgern in Kärnten hebt das Christophorusbild ebenfalls als eines der auffallendsten Merkmale der Kirche hervor.
Im Inneren besitzt die Kirche eine reiche malerische Ausstattung. Wandmalereien zeigen unter anderem Mariä Himmelfahrt, Pfingsten und die Auferstehung Christi sowie Szenen aus dem Marienleben wie Mariä Heimsuchung, die Geburt Christi und die Darstellung Jesu im Tempel. Weitere Malereien greifen Szenen des Alten und Neuen Testaments auf. Die erhaltenen Malereien stammen aus verschiedenen Epochen und veranschaulichen die lange Nutzung und wiederholte künstlerische Ausgestaltung des Heiligtums.
Das Zentrum der Marienverehrung bildet der neugotische Hochaltar mit einer thronenden Muttergottes mit Kind, die in das frühe 15. Jahrhundert datiert wird. Damit ist die Marienfigur selbst deutlich älter als der Altar, in den sie später aufgenommen wurde. In wallfahrtskundlichen Darstellungen wird die Figur auch als Gnadenbild bezeichnet; die ARGE Pilgern in Kärnten formuliert zurückhaltender und nennt sie den Mittelpunkt der Marienverehrung. Eine zweifelsfreie historische Dokumentation darüber, seit wann gerade diese erhaltene Figur ausdrücklich als Gnadenbild verehrt wurde, wäre für eine noch genauere Einordnung wünschenswert.
Auf dem linken Seitenaltar befindet sich ein Relief des Marientodes vom Anfang des 16. Jahrhunderts; außerdem gehört eine Rosenkranzmadonna zur Ausstattung. Die starke Konzentration auf marianische Bildthemen entspricht der über Jahrhunderte gewachsenen Funktion der Kirche als Marienheiligtum.
Den eigentlichen volkskundlichen Mittelpunkt Maria Siebenbrünns bilden die Quellen. Am Nordabhang des Steinbergs treten im unmittelbaren Umfeld der Kirche mehrere Quellen an die Oberfläche; traditionell werden sieben unterschieden. Die Quellaustritte wurden gefasst und das Wasser wird abgeleitet. Noch heute versorgt das Quellwasser einen Teil der Bevölkerung von Radendorf mit Trinkwasser.
Die Zahl Sieben verleiht dem Ort zusätzlich eine starke religiöse Symbolik, doch lässt sich nicht nachweisen, dass gerade diese Symbolik den historischen Ausgangspunkt der Wallfahrt gebildet hätte. Die Sieben gehört zu den bedeutendsten Zahlen der christlichen Symbolwelt – sieben Sakramente, sieben Gaben des Heiligen Geistes, sieben Schmerzen und sieben Freuden Mariens sind nur einige Beispiele –, doch wäre es quellenkritisch nicht gerechtfertigt, daraus nachträglich eine konkrete theologische Gründungserklärung für Maria Siebenbrünn abzuleiten. Sicher ist zunächst lediglich, dass der Name des Wallfahrtsortes auf die dort wahrgenommenen sieben Quellen Bezug nimmt.
Dem Wasser von Maria Siebenbrünn wurde traditionell eine besondere Wirkung bei Krankheiten zugesprochen. Besonders häufig werden Augenleiden genannt, daneben Erkrankungen beziehungsweise Beschwerden der inneren Organe. Auch aktuelle kirchliche Veröffentlichungen greifen diese Überlieferung ausdrücklich auf und beschreiben das Quellwasser als nach traditioneller Vorstellung wohltuend und heilend. Dabei handelt es sich um eine religiöse und volksmedizinische Überlieferung, nicht um den Nachweis einer medizinischen Heilwirkung.
Die Zuordnung bestimmter Quellen zu Augenkrankheiten begegnet an zahlreichen europäischen Wallfahrtsorten. Das Auge besitzt dabei sowohl als besonders empfindliches Körperorgan als auch aufgrund seiner religiösen Symbolik eine herausgehobene Stellung. Quellwasser wurde an solchen Orten zum Waschen der Augen verwendet, getrunken oder in Gefäßen mit nach Hause genommen. Für Maria Siebenbrünn ist vor allem das Trinken des Wassers im Zusammenhang mit der Wallfahrt ausdrücklich überliefert.
Daneben besteht eine örtliche Erzählung, wonach Menschen, die regelmäßig vom Siebenbrünner Wasser trinken, ein besonders hohes Alter erreichen würden. Auch diese Vorstellung gehört in den Bereich örtlicher Überlieferung und darf nicht als medizinische Aussage verstanden werden. Sie zeigt jedoch, dass die besondere Wertschätzung des Wassers nicht auf den engeren Wallfahrtsbetrieb beschränkt blieb, sondern auch Teil des lokalen Alltagswissens und der Erzähltradition wurde.
Bemerkenswert ist, dass die Vorstellung von der Wirksamkeit des Wassers keineswegs nur aus älteren volkskundlichen Berichten bekannt ist. Bei der Quelle wurde der Dank eines Wallfahrers angebracht, der eine im Jahr 2002 erfahrene Heilung von einer Augenkrankheit der Fürsprache Mariens und dem Wasser von Siebenbrünn zuschrieb. Das Zeugnis ist selbstverständlich nicht als medizinischer Beleg zu verstehen, besitzt jedoch als modernes Votiv- beziehungsweise Dankzeugnis große volkskundliche Bedeutung. Es zeigt, dass die alte Vorstellung vom Augenheilwasser bis in die jüngste Vergangenheit nicht lediglich erzählt, sondern von einzelnen Gläubigen weiterhin persönlich erfahren und religiös gedeutet wird.
Gerade solche Zeugnisse verdeutlichen die Kontinuität volksreligiöser Vorstellungen: Ein traditionelles Heilwasser kann seine Bedeutung über Jahrhunderte bewahren, auch wenn sich medizinisches Wissen, Lebensbedingungen und kirchliche Frömmigkeitsformen grundlegend verändern. Das Wasser bleibt dabei nicht als abstraktes historisches Relikt bestehen, sondern wird durch persönliche Erfahrungen, Dank und Erzählung immer wieder neu in die Gegenwart übertragen.
Eine besonders interessante historische Funktion hatte Maria Siebenbrünn als Rast- und Andachtsstation für Wallfahrer auf dem Weg zum Luschariberg, dem heutigen Monte Lussari beziehungsweise slowenisch Svete Višarje in Italien. Die Wallfahrer machten hier Rast, bevor sie ihren Weg über beziehungsweise durch den südlichen Alpenraum fortsetzten. Damit war Siebenbrünn nicht nur Ziel einer eigenen lokalen Wallfahrt, sondern zugleich Bestandteil eines größeren Wallfahrtsnetzes, das Kärnten mit den Marienheiligtümern des heutigen Italien und Slowenien verband.
Die grenznahe Lage macht diese Verbindung kulturgeschichtlich besonders bedeutsam. Wallfahrtswege orientierten sich nicht an den heutigen Staatsgrenzen, sondern verbanden Pfarren, Täler und Heiligtümer eines historisch zusammenhängenden Kulturraumes. Die deutsche, slowenische und italienische Namenswelt der Umgebung ist deshalb nicht bloß eine sprachliche Begleiterscheinung, sondern spiegelt jene überregionalen Verbindungen wider, innerhalb derer sich auch die Wallfahrt bewegte.
Für Maria Siebenbrünn ist ein besonders anschaulicher Wallfahrtsbrauch überliefert. Pilger, die hier Rast hielten, umrundeten in der Kirche den Hochaltar mit der thronenden Muttergottes und tranken anschließend beziehungsweise im Zusammenhang mit diesem Kirchenbesuch vom als heilbringend angesehenen Wasser.
Der Umgang um einen Altar oder ein Gnadenbild gehört zu einer alten Form körperlich vollzogener Frömmigkeit. Das Heiligtum wird dabei nicht nur betrachtet; der Wallfahrer bewegt sich um das verehrte Zentrum und bezieht den eigenen Körper unmittelbar in die religiöse Handlung ein. In Maria Siebenbrünn verband sich dieser Altarumgang mit einer zweiten Handlung außerhalb beziehungsweise im Umfeld des Kirchenraumes: dem Trinken des Quellwassers. Kirche, Marienbild, Quelle und Wallfahrer bildeten damit einen zusammenhängenden rituellen Handlungsraum.
Gerade dieses Zusammenspiel macht Maria Siebenbrünn volkskundlich besonders bemerkenswert. Das Heilige war hier nicht auf den Altarraum beschränkt und ebenso wenig allein in der Naturquelle lokalisiert. Die kirchliche Marienverehrung und die religiöse Bedeutung des Wassers ergänzten einander; der Pilger wechselte zwischen beiden Bereichen und verband sie durch sein eigenes Tun.
Im Unterschied zu vielen anderen Marienwallfahrtsorten Kärntens ist für Maria Siebenbrünn bislang keine eigentliche Gründungslegende nachweisbar. Es gibt keine gesicherte Überlieferung von einem an der Quelle gefundenen und wunderbar zurückkehrenden Marienbild, keiner Marienerscheinung und keinem Traum, der ausdrücklich zur Errichtung der Kirche geführt hätte. Eine wallfahrtskundliche Zusammenstellung weist ausdrücklich auf das Fehlen solcher Ursprungsberichte hin.
Gerade deshalb sollte die auffällige Verbindung von Quellen und Kirche nicht nachträglich durch eine vermutete Sage oder eine ungesicherte vorchristliche Kultkontinuität erklärt werden. Dass Wasserstellen bereits vor der Errichtung christlicher Heiligtümer besondere Aufmerksamkeit fanden, ist allgemein möglich und vielfach belegt; für Maria Siebenbrünn lässt sich daraus jedoch ohne konkrete Quellen kein vorchristlicher Kultplatz ableiten. Die quellenkritisch zurückhaltende Feststellung, dass die sieben Quellen offenbar schon früh als Besonderheit des Ortes wahrgenommen wurden und später eng mit der Marienwallfahrt verbunden waren, trägt weiter als eine spektakuläre, aber unbelegte Ursprungserzählung.
Die historische Funktion Maria Siebenbrünns als Station auf dem Weg zum Luschariberg findet heute in anderer Form eine Fortsetzung. Seit 2011 führt der Kärntner Marienpilgerweg an Kirche und Quelle vorbei. Der über mehrere Tagesetappen verlaufende Weg verbindet zahlreiche Marienheiligtümer Kärntens und führt von Maria Rojach im Lavanttal bis Maria Luggau im Lesachtal. Maria Siebenbrünn liegt dabei auf der Etappe zwischen Maria Gail und dem Gailtal.
Damit erhält ein historischer Durchgangsort der Wallfahrt erneut eine überregionale Pilgerfunktion. Die moderne Pilgerbewegung folgt zwar nicht notwendig denselben Wegen, Motiven und religiösen Praktiken wie frühere Wallfahrer, doch bleibt die Funktion des Platzes als Ort des Innehaltens, Betens und Wasserholens erhalten.
Auch unabhängig vom Marienpilgerweg wird Maria Siebenbrünn weiterhin als Wallfahrtsziel aufgesucht. Für den 12. September 2026 ist beispielsweise eine Fußwallfahrt aus Villach dokumentiert, die mit einer Pilgermesse beginnt und mit einer Andacht in Maria Siebenbrünn verbunden ist. Bereits in den Jahren zuvor sind entsprechende Fußwallfahrten nachgewiesen. Der heutige Status kann daher eindeutig als lebendige Wallfahrt bezeichnet werden.
Die Beweggründe heutiger Pilger entsprechen dabei zum Teil alten Formen der Wallfahrt: persönliche Anliegen werden mitgenommen, Menschen suchen Gebet, Hoffnung und die Fürsprache Mariens. Zugleich spielt die Erfahrung des gemeinsamen Gehens eine größere Rolle. Die Quelle bleibt weiterhin Bestandteil der Wahrnehmung des Wallfahrtsortes, und die kirchliche Einladung zur Wallfahrt verweist ausdrücklich auf die alte Überlieferung ihrer wohltuenden Wirkung.
Maria Siebenbrünn ist ein besonders anschauliches Beispiel dafür, wie sich unterschiedliche Elemente eines Wallfahrtsortes über Jahrhunderte miteinander verbinden können. Die spätgotische Kirche und ihre Marienfigur bilden das kirchliche Zentrum; unmittelbar daneben stehen die sieben Quellen und die an sie geknüpften Heilungsvorstellungen. Hinzu kommen konkrete Wallfahrtspraktiken wie das Trinken des Wassers und der Umgang um den Hochaltar sowie die historische Funktion als Raststation auf dem Weg zum Luschariberg.
Der Ort zeigt zugleich, wie vorsichtig mit scheinbar naheliegenden Ursprungserklärungen umzugehen ist. Weder eine vorchristliche Kultstätte noch eine bestimmte Gründungslegende lassen sich derzeit zuverlässig nachweisen. Gerade ohne solche Ausschmückungen bleibt genügend bemerkenswertes Material: eine seit dem Mittelalter bestehende Kirche, eine bis heute verehrte Marienfigur, Quellen mit ausgeprägter Heilwassertradition, ein konkreter historischer Altarumgang, persönliche Heilungs- und Dankzeugnisse sowie eine bis in die Gegenwart fortgesetzte Fußwallfahrt.
Maria Siebenbrünn gehört deshalb zu den volkskundlich besonders bemerkenswerten kleineren Wallfahrtsorten Kärntens. Seine Eigenart liegt nicht in monumentaler Architektur oder in einer weithin bekannten Erscheinungslegende, sondern in der engen Verbindung von Landschaft, Wasser, Marienverehrung und Pilgerbewegung. Die Quelle liegt neben der Kirche, der alte Wallfahrtsweg führt weiter über die Grenzen, und gerade in diesem Zusammenspiel von Ort, Handlung und Überlieferung liegt die besondere kulturgeschichtliche Aussagekraft des Heiligtums.
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Kärnten. Wien 2001.
- Bundesdenkmalamt: Denkmaldokumentation zur Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn und Friedhof, Radendorf; HERIS-ID 54479, Objekt-ID 62764.
- Kärntner Bildungswerk / Institut Urban Jarnik / Koroški pokrajinski muzej / Denkmalamt Maribor: Heilquelle Maria Siebenbrünn, Dokumentation der Kärntner Kleindenkmäler. Besonders zur Heilwasserüberlieferung, zum Altarumgang und zur historischen Wallfahrt zum Monte Lussari.
- ARGE Pilgern in Kärnten: Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn. Beschreibung von Kirche, Ausstattung, Marienfigur und Quellen sowie Einbindung in den Kärntner Marienpilgerweg.
- Katholische Kirche Kärnten: Pfarre St. Leonhard bei Siebenbrünn / Št. Lenart pri sedmih studencih sowie aktuelle Berichte und Ankündigungen zu Fußwallfahrten nach Maria Siebenbrünn.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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