Trentino, Santuario di San Romedio
San Romedio ist ein Wallfahrtsort im Trentino, Italien, der dem heiligen Romedius geweiht ist. Der burgähnliche Bau ist Ergebnis einer fortschreitenden Bautätigkeit seit dem Hochmittelalter, mit der die ursprüngliche Einsiedelei in einen Wallfahrtsort verwandelt wurde. San Romedio gilt wegen seiner Lage, seiner Architektur, seiner fast tausendjährigen geschichtsträchtigen Vergangenheit, zu den eindrucksvollsten Pilgerorten der Alpen. (nach Wikipedia)
Das Franziskaner-Kloster San Romedio liegt auf einem hoch erhobenen Felsgrat in einem einsamen Seitental bei Sanzeno im Nonstal. Romedius (vom Lateinischen 'Remedius', 'Gegenmittel gegen das Böse' oder auch 'Gunst Gottes' oder schlicht 'der Retter') gehörte zu einer bayrischen Adelsfamilie, die bei Thaur (bei Innsbruck) eine Burg sowie großes Land besaß, auf dem über tausend 'cives' (Bürger) im Dienste der Familie standen, welche auch die Erträge einiger Salzgruben abgeben mussten.
Nachdem sich Romedius bei einer Pilgerreise nach Rom mit dem Bischof von Trient angefreundet hatte, vermachte er sein gesamtes Eigentum bei seiner Rückkehr der Diözese S. Vigilius in Trient und der bayrischen Diözese Augsburg.
Auf Rat des Bischofs von Trient führte der Heilige seine Pilgerreise bis nach Sanzeno weiter, um dort die Gruft der Hl. Sisinius, Martyrius und Alexander zu besuchen und anschließend auf dem Felsen, auf dem sich die heutige Wallfahrtsstätte befindet, ein neues Leben zu beginnen.
Romedius richtete ungefähr im Jahr 1000 unter der Spitze des Felsens eine Grotte ein. Er führte dort ein Leben mit Gebeten, Meditation, Fasten und täglicher Arbeit.
Schon bald nach seinem Tod mit 74 Jahren wurde sein Grab von Pilgern besucht und kurz darauf die Wallfahrtsstätte vom Bischof von Trient offiziell anerkannt.
Auch heute noch ist diese beeindruckende Wallfahrtsstätte das Ziel vieler Pilger, die von weitum anreisen.
| | Lage: (gelegen in Predaia) Zufahrt oder Weg über Sanzeno, Nonstal. Zufahrt im Sommer über Sanzeno mit Shuttlebus von Sanzeno oder Aufstieg über Wanderweg. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Italien |
| | Web: https://www.sanromedio.org/ |
| | Geöffnet: täglich geöffnet, im Winter sind jedoch Wintersperren möglich. Shuttle-Bus (fährt nicht im Winter) ist kostenpflichtig. Eintritt in die Kirche kostenlos. |
| | Außenansicht Santuario di San Romedio: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Außenansicht Santuario di San Romedio: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Detail über dem Eingangstor Santuario di San Romedio: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Innenhof Santuario di San Romedio: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Reliquienkapelle Hl. Romedius: Die Gedächtniskapelle, auch Reliquienkapelle genannt, enthält die sterblichen Überreste des Hl. Eremiten, und zwar den Totenschädel mit Kiefer (in der Laterne unterhalb des Altars), den rechten Oberschenkelknochen, beide Schienbeine, zwei Rückgratwirbel, ein großes Fragment des Kreuzbeins und drei Rippen (in der Urne über dem Altar). Die Reliquien des Hl. Romedius wurden im Jahr 1120 aus dem Grab genommen und hier aufgestellt. Die Kapitele der Säulen sind in langobardischem Stil gehalten. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | San Romedio - Alte Kirche: Im Inneren der "alten Kirche" von der Wallfahrtsstätte San Romedio auf einem hohen Felsen bei Sanzeno im Nonstal, Trient, Italien. Die "alte Kirche" ist tatsächlich ein mystisch wirkender Ort auf der Spitze des Felsens. An dieser Stelle soll der Hl. Romedius eine Ädikula oder eine kleine Kirche gebaut oder ein Kreuz errichtet haben. Jedenfalls wurde er hier begraben und seine Schüler sollen die alte Kirche mit viereckigem Grundriß auf den Grundmauern eines entweihten heidnischen Tempels gebaut haben. Der ursprünglich dem Hl. Nikolaus geweihte Ort wird heute die Kirche des Hl. Vigilius genannt. Die Trennmauer zur Gedächtniskapelle bzw. Reliquienkapelle wurde im Jahr 1120 errichtet. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Kapelle des Hl. Georg, San Romedio: Die 1487 erbaute Kapelle des Hl. Georg auf der Wallfahrtsstätte San Romedio bei Sanzeno im Nonstal, Trient, Italien. Die Freskenarbeiten stammen von unbekannten Meistern aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die lateinische Überschrift über dem Altar lautet: Der Holzaltar wurde im Jahr 1607 im Auftrag des Grafen Aliprando Lamberto aus Cles errichtet. Auf dem Altarbild sehen wir die Hl. Dreifaltigkeit, die der Maria Regina die Krone aufsetzt, darunter den Hl. Georg ohne sein Pferd, wie er den Drachen tötet, den Erzengel Michael (den Schutzpatron der Burg Cles) und schließlich den Hl. Romedius mit dem Bären. (Text: Kirchenführer von Pierluigi Svaldi 2008) |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Kirche des Erzengels Michael - San Romedio: Die Kirche des Erzengels Michael auf der Wallfahrtsstätte San Romedio bei Sanzeno im Nonstal, Trient, Italien. Achtundachzig Treppenstufen führen zu dieser Kirche, in der der Erzengel Michael in einem Gemälde von Adriano Mair aus dem Jahr 1584 den Dämon vertreibend auf dem Altarbild dargestellt ist. Die Kirche ist im gotischen Stil mit Tonnengewölbe gebaut und mit dem Wappen ihrer Auftraggeber, der Grafen Christoph und Bernhard Thun geschmückt. Rechts vom Altar ist der Hl. Romedius mit dem Bären als Holzstatue dargestellt, links der Hl. Franziskus mit dem Wolf, beide Statuen stammen von Alessandro Prati aus dem Jahr 1756. (Text: Kirchenführer von Pierluigi Svaldi 2008) |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Kirche des Hl. Romedius auf San Romedio: Die Wallfahrtsstätte San Romedio auf einem hohen Felsen bei Sanzeno im Nonstal, Trient, Italien. Die oberste der Kapellen und Kirchen ist die Kirche des Hl. Romedius, auch große Kirche genannt. Diese Kirche wurde im Jahr 1695 geweiht. Das Altarbild von G.B. Chiocchetti stellt den Hl. Romedius mit dem Bären dar. Der barocke Holzaltar aus dem Jahr 1715 ist ein Geschenk des Bischofs von Salzburg Johann Ernst Thun. Die Freskenzyklen sind das Werk eines unbekannten Künstlers, datiert mit 1612. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Ausblick von San Romedio: Der Ausblick ins Tal von der obersten Kirche auf dem Felsen der Wallfahrtsstätte San Romedio bei Sanzeno im Nonstal, Trient, Italien. Rechts unten im Tal ein Teil der Zufahrtsstraße zum Kloster. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Architrav Wallfahrtsstätte San Romedio: Der recht enge Eingang in das Herzen der Wallfahrtsstätte der "Alten Kirche" von San Romedio ist ein prachtvolles Portal mit sieben Stufen im romanischen Baustil, das um 1200 im Auftrag einer gewissen "Aricarda Munica" gebaut wurde. Dieses aus vor Ort behauenen Steinen geschaffene Portal zeichnet sich durch ein eigenwillig asymmetrisches Bild aus, das durch die unregelmäßige Abfolge von roten und grünen und darüber liegenden weißen Steinen sowie durch grüne und rote Säulen, durch einmal spitz, einmal rund zulaufende Sockel und durch in unterschiedlichen Höhen positionierte Kapitelle entsteht. In der Lünette ein Kruzifix aus dem Mittelalter mit dem Gekreuzigten als Relief. Auf dem Architrav drei als Hochrelief angelegte Flächen, die durch eine Sonne und ein leeres Kreuz getrennt werden. Weitere Szenen in der Nähe des Architravs wurden erst im 20. Jahrhundert entdeckt. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Votivgaben San Romedio: Krücken und Gehbehelfe als Votivgaben auf der Wallfahrtskirche San Romedio bei Sanzeno im Nonstal, Trient, Italien. Viele Pilger, deren an den Hl. Romedius gerichteten Gebete erhört wurden, brachten zum Zeichen ihrer Dankbarkeit sowie als Erinnerung für andere Votivgaben in die Wallfahrtsstätte. Anfangs trugen sie Steine, die entweder zum Bau dienten oder zur Erinnerung an die Pilgerreise am Weg entlang aufgestellt wurden. Ab dem XV. Jahrhundert brachten die Pilger die unterschiedlichsten Gegenstände, die in der Regel der Ausschmückung der Wallfahrtskirche dienten, wie Bildtafeln und Gemälde, Stickereien, silberne Herzen, aber auch Krücken. All diese Votivgaben, die von Personen aller Gesellschaftsschichten gespendet wurden, berichten von Arbeits- oder Reiseunfällen, von durch Brand und Wasser entstandenen Gefahren, denen die Pilger entfliehen konnten, von unheilbaren Krankheiten und von Kriegsereignissen. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Votivbilder und Votivgaben, Pilgertreppe San Romedio: Hunderte Bilder und Gaben der Dankbarkeit säumen die Pilgertreppe. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
|
| | Literatur zur Wallfahrt: |
| Zurück zur Übersicht: Wallfahrtsorte in Italien | |
| Zurück zur Gesamtübersicht Wallfahrt | |
| Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit mit Text- oder Bildzusendungen. |
|
Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |