| Wallfahrt: | Seit dem 12. Jahrhundert belegte Marienwallfahrt auf den Monte Partenio oberhalb von Mercogliano. Ausgangspunkt war die um 1118 entstandene Eremitengemeinschaft des hl. Wilhelm von Vercelli; bereits 1139 sind Pilger zur Marienkirche urkundlich fassbar. Im Zentrum der späteren Wallfahrt steht die monumentale mittelalterliche Maestà di Montevergine, volkstümlich "Mamma Schiavona" genannt. Zum historischen Wallfahrtswesen gehören Fußaufstieg, Gelübde, Barfußwallfahrt, Ex-voto, Gesang, Tammurriata und die Candelora am 2. Februar. |
| Status: | Marianisches Wallfahrtsheiligtum und Kathedrale der Territorialabtei Montevergine, einer unmittelbar von einem Abt geleiteten kirchlichen Territorialkörperschaft. Die Territorialabtei ist seit dem 13. Jahrhundert als Abtei nullius beziehungsweise Territorialabtei belegt und gehört heute zur Kirchenprovinz Benevent. |
| Kultzentrum: | Die Maestà di Montevergine, eine großformatige angioinische Tafel um 1300, heute wieder in der historischen Cappella della Madonna; daneben die ältere Madonna di San Guglielmo, die Grab- und Erinnerungsstätten des hl. Wilhelm, historische Kontaktorte wie die "misura", die Ex-voto-Sammlung und der gesamte Berg- und Pilgerweg. |
| Ort: | Montevergine, Gemeinde Mercogliano. |
| Region: | Kampanien. |
| Land: | Italien. |
| • | Lage: Via Santuario, Località Montevergine, 83013 Mercogliano (AV), Italien. |
| • | GPS: 40.93570, 14.72876. |
| • | Das Heiligtum liegt auf rund 1.270 Meter Seehöhe am Monte Partenio. Der traditionelle Zugang erfolgt zu Fuß über die historischen Aufstiegswege; seit 1956 verbindet eine Standseilbahn Mercogliano mit Montevergine. |
| • | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9:00-17:00 Uhr, Samstag und Sonntag 9:00-18:00 Uhr. Nach aktueller Mitteilung des Heiligtums ist die Zufahrt derzeit nur mit der Funicolare oder zu Fuß möglich; vor einer Anreise sollte die aktuelle Verkehrslage geprüft werden. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte in Italien |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Wichtige Termine sind die Candelora am 2. Februar mit der traditionellen "juta", die Solennität des hl. Wilhelm von Vercelli am 25. Juni, die Vigil zu Mariä Himmelfahrt sowie besonders der 1. September, die Solennität Santa Maria di Montevergine. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Besonders gesucht sind Gesamtansichten des Santuario Abbazia di Montevergine am Monte Partenio, die neue Basilica und der 47 Meter hohe Glockenturm, Innenhof und historische Klosterbauten, die Basilica Antica, die Cappella della Madonna mit der Maestà di Montevergine, die ältere Madonna di San Guglielmo, Krypta und Grab des hl. Wilhelm, die Sala degli ex voto, historische Kontaktorte wie "sedia della Madonna" und "misura", die Funicolare, Pilger auf dem Fußweg, die Candelora mit Paranzen, Tammurriata und Pilgergruppen, die Septemberwallfahrt sowie historische Aufnahmen der Wagen-, Musik- und Votivtraditionen.
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Montevergine liegt nicht an einer Erscheinungsstätte im engeren Sinn. Der Ursprung des Heiligtums ist vielmehr mit der asketischen Bewegung um Guglielmo da Vercelli, Wilhelm von Vercelli, verbunden, der selbst aus einer ausgeprägten mittelalterlichen Pilgerkultur hervorging. Nach der Überlieferung und den frühen Lebensbeschreibungen war Wilhelm zu bedeutenden Heiligtümern seiner Zeit unterwegs gewesen, darunter Santiago de Compostela, Rom und der Monte Gargano mit dem Heiligtum des Erzengels Michael. Um 1118 zog er sich auf den damals weitgehend unbewohnten Monte Partenio zurück. Sein Ziel war zunächst nicht die Gründung eines großen Klosters, sondern eine eremitische, von Gebet, Armut und Askese geprägte Lebensform. Gerade diese Zurückgezogenheit zog jedoch andere Menschen an. Schüler schlossen sich ihm an, Ratsuchende stiegen auf den Berg, und aus der Einsiedelei entwickelte sich eine Gemeinschaft.
Die erste Kirche wurde Maria geweiht. Die Tradition setzt ihre Entstehung in die Jahre um 1124; die klösterliche Gemeinschaft ist in den 1120er-Jahren bereits urkundlich greifbar. Entscheidend ist, dass die Marienverehrung nicht auf einer berichteten Erscheinung beruhte. Die offizielle Geschichte des Heiligtums betont ausdrücklich, dass Wilhelms eigene Marienfrömmigkeit und die von ihm gegründete Gemeinschaft den Kult begründeten. Die ersten Besucher dürften zunächst mindestens ebenso stark von der Person Wilhelms, seiner asketischen Lebensweise und den ihm zugeschriebenen Wundern angezogen worden sein wie von einem bestimmten Marienbild. Erst in einem längeren Prozess verlagerte sich das Zentrum der Wallfahrt auf Maria.
Gerade dieser Übergang ist für die Geschichte des Wallfahrtswesens von großer Bedeutung. Ein charismatischer Eremit schafft einen heiligen Ort, indem er eine abgelegene Landschaft durch Askese und Gebet religiös auflädt; seine Gemeinschaft institutionalisiert den Ort; eine Marienkirche bietet einen dauerhaften liturgischen Mittelpunkt, und die Verehrung kann auch nach dem Tod des Gründers weiterbestehen. Montevergine zeigt damit exemplarisch, wie mittelalterliche Wallfahrt nicht notwendig mit einem einzelnen Wunderereignis beginnt, sondern aus der Verdichtung von Person, Landschaft, Klosterleben, Reliquien und Marienkult hervorgehen kann.
Wilhelms Gemeinschaft entwickelte eine eigene verginianische Tradition und wurde später in den benediktinischen Ordensverband integriert. Der Ort gewann kirchenrechtlich so große Bedeutung, dass Montevergine im 13. Jahrhundert als Abtei nullius beziehungsweise Territorialabtei eingerichtet wurde. Noch heute besteht die Territorialabtei Montevergine als eigene kirchliche Jurisdiktion mit sehr kleinem Territorium; ihre Kathedralkirche ist das Heiligtum selbst. Damit verbindet der Ort monastische, diözesanähnliche und wallfahrtspastorale Funktionen in einer Form, die in Italien nur noch selten erhalten ist.
Der Wallfahrtsstatus Montevergines ist außergewöhnlich früh und gut belegt. Bereits ein Dokument von 1139 spricht von Gläubigen, die zur Kirche Santa Maria di Montevergine hinaufstiegen, um Gottes Barmherzigkeit und Vergebung ihrer Sünden zu erbitten. Damit liegt nicht nur ein allgemeiner Marienkult, sondern eine konkrete Pilgerbewegung auf den Berg vor. Mehr als ein Jahrhundert später, am 12. September 1263, konnte Papst Urban IV. Montevergine als einen wegen der frommen Lebensweise seiner Mönche bedeutenden und von den Gläubigen der umliegenden Regionen verehrten und besuchten Ort beschreiben. Der Anstieg zum Heiligtum war damit bereits im Hochmittelalter Teil einer etablierten religiösen Landschaft.
Der Weg selbst war wesentlich. Montevergine liegt hoch am Partenio, und der Aufstieg erforderte vor dem Straßen- und Seilbahnbau erhebliche körperliche Anstrengung. Wer aus Neapel, dem Irpinia-Gebiet, dem Beneventanischen oder noch weiter entfernten Regionen kam, musste zunächst den Fuß des Gebirges erreichen und anschließend die eigentliche "sagliuta", den Aufstieg, bewältigen. Diese Anstrengung war kein lästiger Nebenumstand, sondern konnte selbst Teil des Gelübdes werden. Der Körper des Pilgers schrieb die Entfernung, die Steigung, das Fasten und die Müdigkeit in die religiöse Handlung ein.
Die große Zahl der Besucher erforderte schon früh eigene Einrichtungen. Ein päpstliches Privileg des 13. Jahrhunderts nennt ein Hospital am Fuß des Berges, dessen Erinnerung im heutigen Ortsnamen Ospedaletto d'Alpinolo weiterlebt. Solche Hospitäler waren keine Krankenhäuser im modernen Sinn, sondern Unterkünfte für Reisende, Arme und Pilger, in denen sie essen, schlafen und sich nach dem Weg erholen konnten. Wallfahrt erzeugte damit bereits im Mittelalter eine soziale Infrastruktur entlang der Route. Der heilige Ort bestand nicht allein aus Kirche und Kloster, sondern aus einem Netz von Wegen, Rastpunkten, Herbergen, Brunnen und kleinen religiösen Markierungen.
Die Pilger kamen aus sehr unterschiedlichen sozialen Gruppen. Die Heiligtumsgeschichte nennt neben armen Landbewohnern auch Fürsten, hohe Geistliche und Herrscher. Zugleich besaß Montevergine zahlreiche Reliquien, die den Berg zusätzlich attraktiv machten. Bereits 1156 wird ein bedeutender Reliquienschatz genannt; darunter befanden sich zeitweise auch Gebeine des hl. Januarius, bevor diese 1497 nach Neapel gebracht wurden. Marienbild, Grab des Gründers und Reliquien bildeten so mehrere sakrale Bezugspunkte, die der Pilger im selben Komplex aufsuchen konnte.
Die heute berühmte Maestà di Montevergine ist nicht das älteste Marienbild des Ortes. Die Gemeinschaft bewahrt eine ältere, sogenannte Madonna di San Guglielmo, die in ihrer strengen frontalen Gestaltung an byzantinische beziehungsweise italo-byzantinische Bildtraditionen erinnert. Dieses frühe Bild verweist auf die Marienfrömmigkeit der Gründungszeit und darauf, dass die Gemeinschaft bereits lange vor dem Auftreten der monumentalen Maestà einen bildlichen Mittelpunkt kannte.
Die große Maestà, die heute als Madonna di Montevergine beziehungsweise Mamma Schiavona verehrt wird, entstand nach der neueren kunsthistorischen Forschung um 1300. Ältere Kultlegenden versuchten, ihr ein wesentlich höheres Alter zu verleihen. Danach habe der Evangelist Lukas in Jerusalem das Antlitz Mariens begonnen; über Antiochia und Konstantinopel sei das Bild beziehungsweise zumindest der Kopf der Madonna nach Westen gelangt, um während des byzantinischen Bilderstreites gerettet zu werden. Eine weitere Tradition verband die Vollendung der Tafel mit Katharina von Valois. Diese Erklärung lässt sich historisch nicht aufrechterhalten. Chronologie, Stil und Dokumente sprechen vielmehr für eine Entstehung im angioinischen Süditalien an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert.
Besonders wichtig sind dabei die Forschungen, die im Zusammenhang mit der Restaurierung und der 2014 erschienenen Monographie La Maestà di Montevergine. Storia e restauro zusammengeführt wurden. Montano d'Arezzo ist bereits seit Giovanni Antonio Summonte mit dem Werk verbunden worden. Aus der angioinischen Kanzlei ist dokumentiert, dass Montano 1310 für Filippo di Taranto arbeitete und unter anderem dessen Kapelle in der Kirche von Montevergine ausmalte. Valter Angelelli ordnet die Tafel in die ersten Jahre des 14. Jahrhunderts und in das künstlerische Umfeld von Cimabue, Duccio und Pietro Cavallini ein. Antonio Paolucci hat das Bild gerade im Zusammenhang jener großen italienischen Maestà-Tradition gesehen, in der sich die Malerei um 1300 schrittweise von streng byzantinischen Formen zu einer stärker körperlichen, räumlichen und emotionalen Bildsprache bewegt.
Die Maestà ist großformatig und zeigt Maria frontal auf dem Thron mit dem Jesuskind; Engel begleiten die Darstellung. Das dunkle Inkarnat von Maria und Kind wurde für die populäre Wahrnehmung besonders wichtig, obwohl die Bezeichnung "schwarze Madonna" kunsthistorisch nicht automatisch eine eigene mittelalterliche Bildgattung bezeichnet. Die volkstümliche Anrede "Mamma Schiavona" besitzt eine starke emotionale und regionale Prägung. Ihre genaue Etymologie ist jedoch nicht sicher geklärt. Verschiedene Erklärungen wurden vorgeschlagen, doch keine sollte ohne Vorbehalt als historisch bewiesen ausgegeben werden. Sicher ist dagegen, dass der Name in der modernen Volksfrömmigkeit eine außergewöhnlich vertraute Beziehung ausdrückt: nicht eine ferne Königin, sondern eine "Mamma", zu der Pilger mit sehr persönlichen Bitten aufsteigen.
Um dieses dunkle Erscheinungsbild bildete sich die kampanische Legende von den "Sette Madonne", den sieben Marien-Schwestern. In einer verbreiteten Fassung seien sechs von ihnen schön und hell gewesen, während die dunkle Schwester verspottet worden sei. Sie habe sich daraufhin auf den Berg zurückgezogen und erklärt, wenn sie die vermeintlich Hässliche sei, sollten die Menschen eben bis zu ihr hinaufkommen. Gerade sie sei dann besonders verehrt worden. Diese Erzählung erklärt weder die Kunstgeschichte der Tafel noch ihre tatsächliche Entstehung; sie deutet aber den beschwerlichen Bergweg volkskundlich um: Die Entfernung wird zur Konsequenz der Besonderheit der Madonna und der Aufstieg zum Beweis der Treue ihrer Verehrer.
Die traditionelle Wallfahrt nach Montevergine wurde sowohl durch ihr Ziel als auch durch den Weg selbst bestimmt. Der neapolitanische beziehungsweise kampanische Ausdruck "juta" bezeichnet das Hinaufgehen, das Sich-auf-den-Weg-Machen, und bringt damit einen wesentlichen Zug dieses Kultes auf den Punkt. Wer eine Gnade erbitten oder für eine empfangene Hilfe danken wollte, sollte den Berg nicht bloß erreichen, sondern ihn bewältigen. Alte Beschreibungen kennen Fasten, den Verzicht auf bestimmte Speisen und lange Fußmärsche. Die religiöse Leistung bestand damit nicht allein im Gebet vor dem Bild, sondern auch in der körperlichen Arbeit des Aufstiegs, in Müdigkeit, Hunger, Hitze oder Kälte und in der gemeinsam zurückgelegten Entfernung. Solche Formen sind für vormoderne Wallfahrten grundlegend, weil der Weg selbst zur Votivhandlung wird.
Besonders poetisch ist die Überlieferung der geknoteten Ginsterzweige. Renato Fucini beschrieb 1878 auf dem Weg nach Montevergine, dass beinahe jeder Ginsterstrauch mit einem anderen verknotet gewesen sei. Junge Frauen beziehungsweise verlobte Paare banden die Spitzen der Pflanzen zusammen und verstanden den Knoten als Symbol eines erhofften oder bereits versprochenen Ehebundes. Ging der Wunsch in Erfüllung, sollte das Paar im folgenden Jahr gemeinsam zurückkehren und den Knoten lösen. Die Pflanze wurde damit zum vorübergehenden Votivzeichen in der Landschaft. Anders als ein dauerhaftes Ex-voto in der Kirche bestand der Ginsterknoten nur so lange, bis sich das erbetene Lebensereignis erfüllt hatte und der Weg erneut gegangen werden konnte.
Eine weitere auffällige historische Form bildeten die sogenannten verginelle oder scapillate, meist junge Mädchen im Alter zwischen etwa dreizehn und achtzehn Jahren. Sie trugen weiße Kleidung, mitunter ein blaues Band, und ließen das Haar offen über die Schultern fallen. Ihre Wallfahrt konnte stellvertretend für eine andere Person erfolgen: War jemandem nach eigener Überzeugung eine Gnade gewährt worden, konnte eine junge Frau den versprochenen Aufstieg barfuß oder unter besonderen Entbehrungen vollziehen. Die religiöse Logik beruhte auf der Vorstellung, Jugend, Unverheiratetsein und rituell verstandene Reinheit verliehen der Votivhandlung besondere Kraft. Aus heutiger Sicht ist dabei weniger eine theologische Bewertung als die soziale Funktion bemerkenswert: Der Körper einer jungen Person konnte zum Träger eines Gelübdes werden, das von einer anderen Person oder einer ganzen Familie abgelegt worden war.
Nach der Ankunft am Heiligtum wandelte sich die Stimmung vielfach. Auf dem Rückweg kamen Musik, Essen, Wein, Tanz und Wettbewerb stärker zur Geltung. Die sogenannte arretanata war ein Wettfahren der Wagen auf dem Heimweg, eine Form, die aus heutiger Sicht gefährlich erscheinen mag, im historischen Festwesen aber als Ausdruck von Geschicklichkeit und Prestige verstanden wurde. Daneben gab es die cantata 'a figliola, einen improvisierten musikalischen Wettstreit, bei dem Sänger unter Begleitung von Gitarre, Violine oder Mandoline in gereimten Versen von den Herrlichkeiten und Wundern der Madonna erzählten. Solche Praktiken machen deutlich, dass Wallfahrt nicht als Gegensatz von "religiös" und "weltlich" verstanden werden kann. Askese, Gelübde, Gebet, Essen, Musik, Tanz und gesellige Konkurrenz bildeten vielmehr unterschiedliche Phasen ein und desselben Festgeschehens.
Mit dem Pilgerstrom entwickelte sich zugleich eine eigene Ökonomie. Händler verkauften Lebensmittel, Devotionalien und regionale Produkte; mit Montevergine wurden im 19. und 20. Jahrhundert unter anderem Torrone, Haselnüsse und Korbwaren verbunden. Die Wallfahrt schuf saisonale Absatzmärkte und spezialisierte Gewerbe. Wie bei vielen großen Heiligtümern war die religiöse Bewegung daher stets auch ein wirtschaftliches Ereignis für die Orte entlang des Weges.
Der historische Pilgerweg endete nicht einfach vor dem Gnadenbild. Zum religiösen Rundgang gehörten weitere Orte, an denen der Kontakt mit dem Heiligen körperlich erfahrbar wurde. Die heutige museale Dokumentation erinnert an die sogenannte Cappella della "misura". Dort saßen Pilger auf der "sedia della Madonna" und küssten eine Vertiefung beziehungsweise Spur, die als Fußabdruck Mariens verehrt wurde. Solche Praktiken sind für eine Wallfahrtsforschung besonders wichtig, weil sie zeigen, dass Heiligkeit nicht ausschließlich durch Sehen und Hören vermittelt wird. Der Pilger setzt sich, berührt Stein, küsst eine Stelle und verbindet den eigenen Körper mit einem als heilig verstandenen materiellen Zeichen.
Auch Quellen und Wasserstellen gehörten zum historischen Rundgang. In der Erinnerung des Heiligtums war ein Brunnen beziehungsweise eine Wasserstelle mit Wilhelm von Vercelli verbunden. Solche Orte konnten zugleich praktische Rastpunkte und religiöse Erinnerungszeichen sein. Das Wasser löscht den Durst nach dem Aufstieg und erinnert an den Gründer; der profane Nutzen und die sakrale Deutung lassen sich im Wallfahrtsalltag kaum voneinander trennen.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist die Votivkultur. Bis zum Umbau der 1960er-Jahre hingen zahlreiche Gaben unmittelbar in der Nähe des Gnadenbildes. Mit der neuen Basilica entstand eine eigene Sala degli ex voto, in der Schmuck, Metallarbeiten, kleine Bildtafeln und andere Dankgaben gesammelt werden. Das Heiligtum selbst beschreibt die sogenannten "ori della Madonna", alte und neue Schmuckstücke, die Pilger aus Dank oder aus reiner Verehrung stifteten. 1961 ließ die Gemeinschaft aus gespendetem Gold ein Diadem und ein Armband mit Edelsteinen anfertigen. Damit wurden viele einzelne Privatgaben zu einem neuen gemeinschaftlichen Schmuck des Kultbildes umgearbeitet.
Die gemalten und silbernen Ex-voto sind für die Sozialgeschichte besonders ergiebig. Sie erzählen von Krankheiten, Unfällen, Geburten, Reisen, militärischer Gefahr, Arbeitswelt und familiären Krisen, oft in einer Bildsprache, die viel unmittelbarer ist als die offiziellen Klosterchroniken. Ein Ex-voto dokumentiert nicht objektiv, dass ein Wunder stattgefunden hat; es dokumentiert, dass eine Person ein Ereignis als Hilfe der Madonna verstanden und diese Erfahrung materiell festgehalten hat. Gerade darin liegt sein Quellenwert.
Die Ausstellung Pellegrini e pellegrinaggi a Montevergine hat diese verschiedenen Ebenen bewusst zusammengeführt: Ginsterknoten und Fußwege, "misura", Schmuck, gemalte Votive, historische Darstellungen der Kapelle und Dokumente der Bibliothek. Besonders wertvoll ist ein Gemälde Giuseppe Castigliones, das die alte Madonnenkapelle mit Pilgern und Mönchen zeigt. Es vermittelt einen Eindruck davon, wie dicht der Raum vor der Umgestaltung des 20. Jahrhunderts mit Menschen, Votivgaben und religiösen Handlungen besetzt war.
Am 2. Februar, dem Fest der Darstellung des Herrn und der Kerzenweihe, erreicht eine der eigenständigsten Traditionen Montevergines ihren Höhepunkt. Die Candelora ist eine allgemeine katholische Liturgie, doch am Monte Partenio verbindet sie sich mit einer besonderen Form kampanischer Volksfrömmigkeit. Pilgergruppen steigen zum Heiligtum, auf dem Vorplatz erklingen Tammorre, Gesang und Tammurriata, und unter den Teilnehmern sind seit langer Zeit auch die neapolitanischen femminielli besonders sichtbar. Der Begriff bezeichnet eine historisch und kulturell spezifische soziale Rolle des neapolitanischen Milieus und sollte nicht unbesehen mit einer einzigen modernen Kategorie von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität gleichgesetzt werden. In der heutigen Candelora nehmen daneben selbstverständlich auch Menschen teil, die sich mit heutigen Begriffen als schwul, lesbisch, trans oder queer verstehen.
Die Verbindung der femminielli mit Mamma Schiavona ist nicht bloß eine Erfindung der Gegenwart. Ethnographische und historische Arbeiten weisen auf eine lange Beziehung zwischen nicht normativen Geschlechterrollen, neapolitanischer Volkskultur und der Wallfahrt nach Montevergine hin. Eine Chronik des 17. Jahrhunderts berichtet im Zusammenhang mit dem katastrophalen Brand eines Pilgerhospizes von 1611, bei dem zahlreiche Menschen starben, auch von Verstorbenen, deren Kleidung nicht den damals erwarteten Geschlechterrollen entsprach. Die Quelle selbst deutete dies aus der moralischen Perspektive ihrer Zeit negativ. Für die heutige Forschung ist sie jedoch vor allem deshalb interessant, weil sie zeigt, dass Formen von Cross-Dressing beziehungsweise geschlechtlicher Grenzüberschreitung im Umfeld der Wallfahrt bereits früh wahrgenommen wurden. Solche Quellen müssen mit Vorsicht gelesen werden, weil die Autoren ihre eigenen moralischen Kategorien und Vorurteile in die Darstellung eintrugen.
Eine populäre Legende setzt den Beginn der besonderen Beziehung auf den 2. Februar 1256. Zwei junge Männer, die einander liebten, seien wegen ihrer Beziehung auf dem verschneiten Berg an einen Baum gebunden und dem Tod überlassen worden. Die Madonna habe jedoch einen Sonnenstrahl gesandt, Eis und Schnee geschmolzen und die beiden gerettet. Aus Dankbarkeit habe sich daraus die jährliche Wallfahrt entwickelt. Diese Erzählung ist als moderne beziehungsweise spätere Kultlegende zu behandeln; ein zeitgenössischer Beleg für das Ereignis von 1256 liegt nicht vor. Ihr volkskundlicher Sinn ist dennoch deutlich: Mamma Schiavona erscheint als eine Mutter, die Menschen Schutz gewährt, denen gesellschaftliche Ausgrenzung droht.
Neuere sozialwissenschaftliche Forschung, darunter Francesco Pirainos und Laura Zambellis Studie Santa Rosalia and Mamma Schiavona: Popular Worship between Religiosity and Identity, untersucht diese Verehrung als Beispiel dafür, wie populäre katholische Religiosität soziale Zugehörigkeit herstellen kann. Die Autoren sehen gerade in der Aneignung der Madonna durch gesellschaftlich marginalisierte Gruppen einen dynamischen Prozess: Die offizielle religiöse Symbolik wird nicht einfach abgelehnt, sondern neu interpretiert und als Raum der eigenen Anwesenheit beansprucht. Die Candelora ist damit weder bloß folkloristisches Spektakel noch sinnvoll als modernes Identitätsfestival allein zu beschreiben. Sie ist ein historisch gewachsener Wallfahrtstag, an dem Liturgie, traditionelle Musik, Familienpilger, Paranzen und sichtbar gewordene Minderheiten denselben Sakralraum nutzen.
Die Tammurriata bildet dabei eine körperliche Ausdrucksform der Verehrung. Trommeln, Kastagnetten, Wechselgesang und Tanz erzeugen auf dem Vorplatz eine Klanglandschaft, die sich deutlich von der Stille der historischen Madonnenkapelle unterscheidet. Genau dieser Wechsel zwischen lauter, bewegter Außenwelt und konzentriertem Gebet vor dem Gnadenbild gehört zur Eigenart Montevergines. Das Heiligtum hat selbst darauf hingewiesen, dass Folklore, Tanz, Schmuck und Festlichkeit zwar wesentliche Bestandteile der Geschichte sind, die Wallfahrt für die Pilger aber im Moment der Begegnung mit der Madonna ihren religiösen Mittelpunkt erreicht.
Häufig wird die Candelora unmittelbar mit einem antiken Kult der Kybele beziehungsweise Magna Mater auf dem Partenio verbunden. Archäologische Funde und die antike Sakrallandschaft des Gebirges machen solche Vergleiche verständlich, doch eine direkte ungebrochene Kontinuität von antiken Kybele-Riten über mittelalterliche Marienverehrung bis zu den heutigen femminielli lässt sich wissenschaftlich nicht beweisen. Auch Giovanni Mongelli warnte vor zu einfachen Ableitungen. Der Name Mons Virgo ist bereits im frühen Mittelalter belegt und muss nicht auf einen bestimmten vorchristlichen Tempel zurückgehen. antike Kultnutzung, mittelalterlichen Marienkult und moderne Candelora als historische Schichten mit möglichen kulturellen Resonanzen zu beschreiben, nicht als lückenlose Traditionslinie.
Die bauliche Geschichte Montevergines ist von Katastrophen, Umbauten und einer ständigen Anpassung an den Pilgerstrom geprägt. Ein verheerender Brand traf 1611 Teile der Pilgerunterkünfte, 1629 stürzte die Mittelschiffzone der alten Kirche ein; die anschließenden Wiederaufbauten veränderten den mittelalterlichen Komplex erheblich. Barocke und frühneuzeitliche Eingriffe schufen neue Altäre, Chöre, Pilgerräume und Unterkünfte, ohne jedoch die alte Kapelle der Madonna aus dem Zentrum der Verehrung zu verdrängen. Der Berg blieb ein Ort, an dem unterschiedliche Bauphasen unmittelbar aufeinanderliegen: mittelalterliche Klosterreste, frühneuzeitliche Erweiterungen, barocke Ausstattung, historische Krypta, museale Räume und die monumentale Basilica des 20. Jahrhunderts.
Der große moderne Neubau entstand nach einem Entwurf Florestano Di Faustos von 1948; die Bauarbeiten wurden zwischen 1952 und 1961 ausgeführt. Die neue Basilica Cattedrale ist als dreischiffiger neoromanischer Bau angelegt, etwa 54 Meter lang und 25 Meter breit; ein 47 Meter hoher Glockenturm steht seitlich der Fassade. Der Neubau war vor allem eine Antwort auf die Masse der Pilger, die in den alten Kirchenräumen nicht mehr ausreichend Platz fand. Gleichzeitig griff der Eingriff tief in die historische Anlage ein und wurde deshalb später auch kritisch bewertet. Wie bei vielen großen Wallfahrtszentren des 20. Jahrhunderts stand die Frage im Raum, ob eine moderne, auf große Gottesdienste ausgerichtete Architektur das historische Verhältnis zwischen Pilger und Gnadenbild ausreichend bewahren kann.
1960 wurde die Maestà nach einer Restaurierung aus ihrer alten Kapelle in den monumentalen Thron der neuen Basilica übertragen. Dort war sie aus großer Entfernung sichtbar, aber für den einzelnen Pilger deutlich weniger nah als zuvor. Gerade bei einem Gnadenbild, dessen Verehrung jahrhundertelang auf unmittelbarer Blickbeziehung, Gebet, Votivgaben und einer dichten Kapellenatmosphäre beruhte, erwies sich diese Entfernung als kultisch problematisch. Nach erneuten Untersuchungen und Restaurierungsarbeiten wurde die Maestà deshalb 2012 dauerhaft in die historische Cappella della Madonna zurückgebracht. Die Entscheidung war nicht nur kunsthistorisch motiviert. Sie stellte zugleich jene Nähe wieder her, die der Wallfahrtskultur des Ortes seit Jahrhunderten entsprochen hatte. Im ehemaligen Platz der Maestà in der neuen Basilica wurde 2022 eine Darstellung der Pfingstszene von Piero Casentini angebracht.
Die technische Erreichbarkeit des Berges veränderte sich ebenfalls grundlegend. Bereits Abt Guglielmo De Cesare plante im 19. Jahrhundert eine Standseilbahn von Mercogliano nach Montevergine; 1882 waren Teile des Projektes weit fortgeschritten, doch finanzielle Schwierigkeiten und politische Ereignisse verhinderten die Fertigstellung. Weitere Bauversuche folgten in den 1920er- und 1930er-Jahren. Erst am 23. Juni 1956 konnte Abt Anselmo Tranfaglia die Funicolare eröffnen. Sie verkürzte einen mühsamen Bergaufstieg auf wenige Minuten und veränderte damit das Pilgererlebnis grundlegend. Gerade dieser Gegensatz ist bis heute sichtbar: Der technische Besucher kann bequem mit der Seilbahn zum Heiligtum gelangen, während andere bewusst den alten Weg zu Fuß wählen und damit die körperliche Dimension der historischen juta fortsetzen.
Ein außergewöhnliches Kapitel der Abteigeschichte fällt in den Zweiten Weltkrieg. Am 25. September 1939 wurde das Turiner Grabtuch aus Sicherheitsgründen heimlich nach Montevergine gebracht und unter dem Altar des sogenannten Coretto di notte verborgen. Dort blieb es bis zum 28. Oktober 1946; vor seiner Rückkehr nach Turin fand eine private beziehungsweise stark begrenzte Ostension für die Gemeinschaft statt. Für die Geschichte Montevergines ist dabei allein die belegte Verwahrung von Bedeutung; die Frage nach Echtheit oder naturwissenschaftlicher Datierung des Grabtuchs gehört nicht in die Geschichte dieses Marienheiligtums. Giovanni Mongelli hat die Episode 1973 auf Grundlage der Klosterüberlieferung und Dokumente eigens aufgearbeitet.
Das Wallfahrtsjahr besitzt mehrere Zentren. Die Candelora am 2. Februar bildet eine der sichtbarsten volkskulturellen Feiern und bringt traditionelle Pilgergruppen, Paranzen, femminielli, Familien und andere Besucher zusammen. Der 25. Juni ist dem hl. Wilhelm von Vercelli gewidmet und erinnert an den monastischen Ursprung des Ortes. In der Nacht beziehungsweise am frühen Morgen des 15. August kommen traditionell Pilger aus Irpinia zu einer marianischen Vigil. Der 1. September ist die eigentliche Solennität Santa Maria di Montevergine und damit der liturgische Haupttag der Madonna. Daneben existieren regionale Fußwallfahrten und lokale Termine, deren konkrete Ausgestaltung sich im Lauf der Zeit mehrfach verändert hat.
Die Wallfahrt besitzt heute weiterhin eine außergewöhnlich breite soziale Reichweite. Die Besucher kommen aus Irpinia, Neapel und ganz Kampanien, aus anderen Teilen Süditaliens und durch die Emigration auch aus dem Ausland. Die Andacht hat sich in Kopien des Bildes, Gebetsgruppen, Vereinen und Herkunftsgemeinschaften verbreitet. Die Tatsache, dass die Madonna in der regionalen Sprache als "Mamma" angesprochen wird, verweist auf eine Frömmigkeit, die weniger durch theologische Distanz als durch familiale Nähe geprägt ist. Der Pilger bringt Krankheit, Ehehoffnung, Dank, Trauer, Arbeitssorgen, familiäre Konflikte oder soziale Ausgrenzung mit auf den Berg und ordnet diese Erfahrungen in die Beziehung zu einer mütterlich verstandenen Schutzfigur ein.
Montevergine ist deshalb weder bloß ein bedeutendes Benediktinerkloster noch allein ein Heiligtum einer "schwarzen Madonna". Sein besonderes Profil liegt im Zusammenspiel von Berg, Weg, Kloster, Bild und Volkskultur. Die Wallfahrt ist seit dem 12. Jahrhundert schriftlich belegt, der Berg selbst zwingt den Pilger zu einer Bewegung in die Höhe, die Maestà bietet ein starkes visuelles Zentrum, und zahllose Nebenpraktiken - Fasten, Knoten, Barfußgehen, Stellvertretungsgelübde, Sitzen auf der "sedia", Küssen einer Fußspur, Ex-voto, Gesang, Tammurriata und gemeinsames Essen - haben diesen Kern über Jahrhunderte erweitert. Einige Praktiken sind verschwunden oder musealisiert, andere werden neu interpretiert, doch die Grundstruktur des Pilgerns auf den Berg ist weiterhin erkennbar.
Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit des Ortes, unterschiedliche Gruppen in dieselbe Wallfahrtslandschaft aufzunehmen. Im Mittelalter kamen arme Landbewohner ebenso wie Herrscher; in der Neuzeit verlobte Paare, junge verginelle und Familien mit Gelübden; in der Candelora werden femminielli und heute auch Menschen mit unterschiedlichen sexuellen und geschlechtlichen Selbstbeschreibungen sichtbar; moderne Pilger treffen auf Touristen, Kunsthistoriker und Besucher der Bibliothek oder des Museums. Diese Vielfalt bedeutet nicht, dass alle Beteiligten den Ort gleich verstehen. Gerade die unterschiedlichen Deutungen machen Montevergine religionsethnologisch interessant: Ein und dieselbe Madonna kann als Klosterpatronin, Königin, Mamma, Schutzfigur, Kunstwerk, regionale Identitätsfigur oder persönliche Helferin erfahren werden.
Auch die Geschichte der Maestà selbst verdichtet diesen Wandel. Eine angioinische Tafel um 1300 wurde mit einer legendären lukianischen Herkunft versehen, im Lauf der Jahrhunderte mit Kronen, Ketten und Metallauflagen geschmückt, 1799 beraubt, im 20. Jahrhundert restauriert, 1960 in einen neuen Monumentalthron versetzt und 2012 wieder in ihre historische Kapelle zurückgebracht. Die materielle Geschichte des Bildes und die Geschichte seiner Verehrung lassen sich deshalb nicht trennen. Jede Generation hat neu entschieden, wie die Madonna gesehen, geschmückt, geschützt und den Pilgern zugänglich gemacht werden soll.
Gerade darin liegt die besondere Aussagekraft Montevergines für eine europäische Wallfahrtsdokumentation. Der Ort zeigt, wie ein Heiligtum fast neun Jahrhunderte überdauern kann, ohne statisch zu bleiben. Wege werden zu Straßen und Standseilbahnen, Hospitäler zu modernen Pilgereinrichtungen, Ex-voto wandern von den Wänden ins Museum, alte Rituale werden aufgegeben oder neu gedeutet, soziale Gruppen verändern sich, und selbst das Gnadenbild wechselt seinen architektonischen Standort. Trotzdem bleibt der Berg als religiöse Bewegungsidee bestehen: Man geht hinauf zu Mamma Schiavona.
Gandolfo, Francesco; Muollo, Giuseppe (Hg.): La Maestà di Montevergine. Storia e restauro. Roma: Artemide 2014, 232 Seiten.
Angelelli, Valter: "La Maestà di Montano d'Arezzo a Montevergine e la pittura su tavola dei secoli XIII e XIV". In: Francesco Gandolfo; Giuseppe Muollo (Hg.), La Maestà di Montevergine. Storia e restauro. Roma: Artemide 2014, S. 85-106.
Paolucci, Antonio: "Montano d'Arezzo e la sua rivoluzione". In: L'Osservatore Romano, 9. Januar 2015. Kunsthistorische Einordnung der Maestà im Kontext der italienischen Malerei um 1300.
Mongelli, Giovanni: grundlegende historische Arbeiten zur Abtei, zu den Urkunden, zur Wallfahrt und zur Geschichte Montevergines; seine quellenkritischen Untersuchungen bleiben besonders für die mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte wichtig.
Mongelli, Giovanni: La Sacra Sindone a Montevergine e la sua ostensione il 28-29 ottobre 1946. Montevergine 1973.
Tropeano, Placido Mario: zahlreiche Arbeiten zur Geschichte, Kunst und Archivüberlieferung Montevergines; bei Datierungsfragen zur Maestà mit der neueren kunsthistorischen Forschung von 2014 abzugleichen.
Zigarelli, Giovanni: Viaggio storico-artistico al Reale Santuario di Montevergine. 1854. Wichtige Quelle zur Landschaft, zum Heiligtum und zum neuzeitlichen Pilgerwesen.
Fucini, Renato: Napoli a occhio nudo. Firenze 1878. Bedeutende zeitgenössische Beobachtungen zum Pilgerweg, darunter die Beschreibung der geknoteten Ginsterzweige.
De Bourcard, Francesco (Hg.): Usi e costumi di Napoli e contorni descritti e dipinti. Napoli 1853-1858. Grundlegende Quelle zur neapolitanischen und kampanischen Alltags-, Fest- und Wallfahrtskultur des 19. Jahrhunderts.
Piraino, Francesco; Zambelli, Laura: "Santa Rosalia and Mamma Schiavona: Popular Worship between Religiosity and Identity". In: Critical Research on Religion, Bd. 3, Nr. 3, 2015, S. 266-281.
Ceccarelli, Monica: Mamma Schiavona, il Femminiello e l'Abate. Ricerca storico-antropologica sul rito della Candelora a Montevergine dei femminielli napoletani. Università degli Studi di Perugia, Abschlussarbeit, 2007/08. Als ethnographische Untersuchung ergänzend heranzuziehen.
Ruccello, Annibale: Feldaufnahmen zur Wallfahrt nach Montevergine vom 12. September 1979. Archivio Sonoro dell'Istituto Centrale per il Patrimonio Immateriale. Ethnographische Tonzeugnisse zu Pilgergesang, Erzählungen und Wallfahrtspraxis.
Giordano, Giacomo: Croniche di Montevergine, 17. Jahrhundert. Frühneuzeitliche Quelle, insbesondere zur Kloster- und Pilgergeschichte; bei Aussagen über Geschlechterrollen und Moralvorstellungen quellenkritisch zu lesen.
Biblioteca Statale di Montevergine: Urkunden, Handschriften, Regesten und digitale Sammlungen zur Abtei und Wallfahrt, darunter die mittelalterliche Legenda de vita et obitu Sancti Guilielmi und Dokumente zur angioinischen Kunstförderung.
Santuario Abbazia di Montevergine: historische Dokumentationen zu Ursprung, Wallfahrtsgeschichte, Wallfahrtstraditionen, Basilica Antica, Basilica Cattedrale, Cappella della Madonna, Ex-voto, Funicolare und Pilgeraufnahme.
Conferenza Episcopale Italiana: Annuario delle diocesi italiane - Abbazia territoriale di Montevergine. Aktuelle kirchenrechtliche Angaben zur Territorialabtei und zur Basilica Cattedrale.
Ministero della Cultura: Censimento delle architetture italiane dal 1945 ad oggi - Santuario di Montevergine. Dokumentation des Neubaus von Florestano Di Fausto, Entwurf 1948, Ausführung 1952-1961.
Bertone, Tarcisio: Predigt zum VII. Centenario del Culto della Sacra Icona della Madonna di Montevergine, 1. September 2012. Historische und kirchliche Zusammenfassung zur Gründung, zur älteren Madonna di San Guglielmo und zur Maestà.
Ergänzungen: Wolfgang Morscher