| Wallfahrt: | Wallfahrt zum Grab und zu den Reliquien des heiligen Vicinio, des nach der Überlieferung ersten Bischofs von Sarsina; charakteristisch ist die bis heute praktizierte Segnung mit einem alten eisernen Halsring, dem Collare oder der Catena di San Vicinio. Ein Schwerpunkt der Wallfahrt liegt in der Bitte um geistlichen Beistand und um Schutz in persönlichen Krisen; die Verehrung wird durch die traditionellen Cordellini und den mehrtägigen Cammino di San Vicinio ergänzt. |
| Status: | Aktive Wallfahrtskirche, Basilica minor und Konkathedrale der katholischen Diözese Cesena-Sarsina; historischer Bischofssitz und Grabheiligtum. |
| Kultzentrum: | Grab und Gebeine des heiligen Vicinio in der Kapelle des rechten Seitenschiffs; eiserner Halsring zur liturgischen Segnung; Verehrung des Heiligen am 28. August; mit dem Kult verbundener Monte San Vicinio. |
| Ort: | Sarsina, Provinz Forlì-Cesena, im mittleren Savio-Tal. |
| Region: | Emilia-Romagna. |
| Land: | Italien. |
| • | Lage: Basilica Concattedrale di Santa Maria Annunziata e San Vicinio, Piazza Tito Maccio Plauto 1, 47027 Sarsina (FC), Italien. |
| • | GPS: 43.918819, 12.143494. Die Basilika liegt am zentralen Platz der historischen Stadt und ist zu Fuß erreichbar. |
| • | Öffnungszeiten: gewöhnlich täglich 8.00-12.00 Uhr und 15.00-19.00 Uhr; liturgische Anlässe können abweichende Zeiten mit sich bringen. Für eine gezielte Segnung mit der Kette und für Gruppenwallfahrten empfiehlt sich die vorherige Kontaktaufnahme mit der Basilika. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte in Italien |
| • | Ansicht in Street View |
| • | Hauptfest: 28. August, Fest des heiligen Vicinio; die jährliche Festfolge umfasst Gottesdienste und örtliche Feierlichkeiten. Zum erweiterten Kultgebiet gehören die Kapelle auf dem Monte San Vicinio und der rund 300 Kilometer lange Rundpilgerweg Cammino di San Vicinio. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Besonders gesucht sind Gesamtansichten der romanischen Fassade und des Kirchturms, das Mosaik mit Vicinio über dem Portal, Piazza Tito Maccio Plauto, Mittelschiff und hölzerner Dachstuhl, Ambo mit den Evangelistensymbolen, das Relief am Hochaltar, Taufbecken und erhaltene Spuren der ehemaligen Krypta, die Viciniokapelle mit dem Altarbild des Scarsellino und den Wunderbildern Michele Valbonesis, das Reliquiengrab, der eiserne Collare di San Vicinio und die mit ihm verbundene Segnung, die geflochtenen Cordellini, die Feierlichkeiten am 28. August, Pilgergruppen, der Monte San Vicinio und sein Oratorium sowie Wegmarkierungen und Pilgeralltag auf dem Cammino di San Vicinio. Aufnahmen religiöser Handlungen bitten wir nur mit Rücksicht auf die beteiligten Personen und unter Beachtung der örtlichen Fotografierregeln anzufertigen.
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Die Basilica di San Vicinio am Hauptplatz von Sarsina ist sowohl eine romanische Konkathedrale als auch ein Wallfahrtsheiligtum, dessen Entwicklung eng mit der Verehrung des nach kirchlicher Überlieferung ersten Bischofs der Stadt verbunden ist. In der Viciniokapelle werden seine Gebeine aufbewahrt, und an demselben Ort empfangen Pilger bis heute eine Segnung mit einem alten eisernen Halsring, der im italienischen Sprachgebrauch als Collare oder Catena di San Vicinio bezeichnet wird. Grab, Reliquien, liturgischer Ritus und ein ungewöhnliches materielles Kultobjekt bilden somit ein zusammenhängendes religiöses System, das seine Wurzeln im Mittelalter besitzt, im Verlauf der Jahrhunderte jedoch mehrfach neu interpretiert wurde. Für die Volkskunde liegt die besondere Bedeutung Sarsinas gerade darin, dass sich diese Veränderung anhand der ältesten Heiligenvita, der frühneuzeitlichen Literatur, der Kunstwerke, der naturwissenschaftlichen Untersuchung der Kette und der gegenwärtigen Frömmigkeit vergleichsweise genau verfolgen lässt.
Das Heiligtum liegt im mittleren Tal des Savio, einer historischen Verbindungslandschaft zwischen der Romagna, dem Apennin und den Gebieten jenseits des Gebirgskammes. Die Kirche steht am Rand des antiken Zentrums von Sarsina, das bereits in römischer Zeit ein bedeutender Ort war und mit dem dort geborenen Komödiendichter Plautus verbunden wird; im Mittelalter wurde die Stadt durch den Bischofssitz und das Grabheiligtum zu einem religiösen Bezugspunkt des weiteren Umlandes. Gerade für eine verhältnismäßig kleine Diözese besaß der Kult eine beträchtliche Bedeutung, weil sich in ihm kirchliche Identität, Pilgerverkehr, örtliches Festleben und das Ansehen des Bischofssitzes miteinander verbanden.
Nach der kirchlichen Überlieferung stammte Vicinio aus Ligurien, kam während der Christenverfolgungen um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert nach Sarsina und übernahm dort als erster Bischof die Leitung der christlichen Gemeinde. Seine Amtszeit wird in der lokalen Tradition mit siebenundzwanzig Jahren und drei Monaten angegeben, während sein Tod gewöhnlich in die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts gesetzt wird; für diese präzise Chronologie fehlen jedoch zeitgenössische Zeugnisse. Historisch lässt sich die Existenz einer spätantiken christlichen Gemeinde in Sarsina wesentlich zuverlässiger nachweisen als die persönliche Biografie Vicinios: Eine christliche Inschrift wird in die Mitte des 5. Jahrhunderts datiert, und aus dem frühen 6. Jahrhundert ist unter der ostgotischen Herrschaft ein arianischer Bischof namens Gudila bezeugt. Diese Befunde stützen die frühe Bedeutung Sarsinas als christlichen Ort, erlauben aber keine nachträgliche Bestätigung der einzelnen Lebensdaten des verehrten ersten Bischofs.
Die älteste erhaltene zusammenhängende Lebensbeschreibung, die Vita sancti Vicinii Saxenatis episcopi, wurde erst um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert niedergeschrieben und ist in mehreren Handschriften überliefert; der älteste bekannte Textzeuge befindet sich in einem Passionar der Biblioteca Gambalunga in Rimini aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ihre Entstehung liegt somit viele Jahrhunderte nach der angenommenen Lebenszeit des Heiligen, weshalb sie vor allem als Quelle für die mittelalterliche Wahrnehmung Vicinios und die damalige Ausgestaltung seiner Verehrung zu behandeln ist. Ihr Verfasser schildert das Ideal eines Bischofs, der betet, fastet, Arme und Bedrängte unterstützt und noch nach seinem Tod durch die an seinem Grab berichteten Wunder als Fürsprecher seiner Gemeinde erfahrbar bleibt. Die Gattung der Heiligenvita verfolgt damit ein religiös-erbauliches Ziel und darf nicht mit einer modernen historischen Biografie verwechselt werden.
In der weithin verbreiteten späteren Erzählung suchte Vicinio zunächst als Eremit auf dem Berg Musella die Einsamkeit, ehe Geistlichkeit und Bevölkerung von Sarsina einen neuen Bischof benötigten. Zwei Engel sollen am Himmel erschienen sein und eine Bischofsmitra über dem Aufenthaltsort des Eremiten gehalten haben, sodass die Anwesenden erkannten, wen sie zu ihrem geistlichen Oberhaupt wählen sollten; selbst nach seiner Berufung habe Vicinio immer wieder den Rückzug auf den Berg gesucht. Diese Geschichte verbindet das Amt des Bischofs mit dem Ideal des weltabgewandten Einsiedlers, obwohl die älteste Vita weder ein historisch fassbares Eremitenleben noch die Engelserscheinung belegt. Der Berg ist dagegen als Ort der Verehrung spätestens seit 1380 nachweisbar, als eine dortige Viciniokirche erwähnt wird; im späten 16. Jahrhundert ist das Heiligtum auf dem Berg erneut dokumentiert.
Der heute Monte San Vicinio genannte Höhenzug bewahrt ein Oratorium und eine kleinere Andachtsstätte, die auf die überlieferte Einsiedlergeschichte Bezug nehmen. Die lokale Erinnerung kennt außerdem die Erzählung von einer Quelle am Fuß des Berges, den Abdrücken der Knie des Heiligen in einem Stein und einer Höhle seiner Bußübungen; diese Motive gehören jedoch zu den später ausgestalteten sakralen Landschaftserzählungen und sind nicht als gesicherte Orte aus Vicinios persönlichem Leben auszuweisen. Ähnlich verhält es sich mit der Geschichte, nach der sich bei seinem Leichenzug eine Eiche ehrfurchtsvoll geneigt habe und die Zugochsen anschließend in den Savio gegangen seien. Das Nebeneinander von Berg, Quelle, Baum und Grab zeigt vielmehr, wie der Kult die Landschaft durch erzählte Erinnerungsorte strukturierte und damit auch außerhalb der Kathedrale begehbare Bezugspunkte erhielt.
Die neun Wundererzählungen der mittelalterlichen Vita sind überwiegend in der Zeit nach dem Tod Vicinios angesiedelt und rücken das Grab des Heiligen in das Zentrum der Handlung. Die Berichte handeln von Menschen, die als besessen galten, von körperlichen Einschränkungen und Verletzungen, von einem zu Unrecht gefangenen Priester, von Diebstahl und der Verletzung religiöser Verpflichtungen; selbst die Erkrankung und spätere Rettung eines Pferdes wird zum Gegenstand einer Erzählung, in der das Einlösen eines Gelübdes entscheidende Bedeutung erhält. Es wäre methodisch verfehlt, solche Berichte ohne weitere Belege als Tatsachenprotokolle zu lesen, doch sind sie für die Sozial- und Mentalitätsgeschichte ausgesprochen aufschlussreich, weil sie die Nöte erkennen lassen, mit denen sich Pilger dem Heiligtum näherten: Krankheit, Gewalt, Rechtsunsicherheit, wirtschaftliche Gefährdung und die Sorge um Tiere als Grundlage bäuerlicher Arbeit.
Besonders deutlich tritt die Rolle Sarsinas als Ziel einer überörtlichen Wallfahrt in der Erzählung von Bonizone aus dem Raum Arezzo hervor, dessen Angehörige ihn auf der Suche nach Hilfe bereits an mehrere Heiligengräber geführt haben sollen. In der literarischen Gestaltung der Vita erklärt die den Mann bedrängende dämonische Macht selbst, unter den aufgesuchten Heiligen fürchte sie allein Vicinio; dadurch wird der Ruhm des Grabheiligtums ausdrücklich über die Grenzen des Savio-Tals hinausgetragen. Diese Episode ist nicht zuletzt eine Form hagiografischer Konkurrenz zwischen verschiedenen Kultorten, weil sie den Lesern vor Augen führt, weshalb gerade die Reise nach Sarsina religiös sinnvoll erscheinen sollte. Die älteste Kultüberlieferung richtet sich somit auf Grab und Reliquien, während die spätere Vorstellung, die gesamte Wallfahrt sei von Anfang an auf die eiserne Kette ausgerichtet gewesen, die Entwicklung verkürzt.
Der heutige Kirchenbau entstand wahrscheinlich im 10. oder 11. Jahrhundert an einem Ort, dessen kirchliche Nutzung bis in die Spätantike beziehungsweise das frühe Mittelalter zurückreicht. Die Feier eines tausendjährigen Bestehens im Jahr 2008 beruhte auf einer plausiblen kunsthistorischen Einordnung, nicht auf einem erhaltenen Gründungsdokument mit genauem Baudatum. Die romanische Basilika besitzt eine schlichte, durch verschiedenfarbige Ziegel und spätere Reparaturen geprägte Fassade, über deren Eingang ein Mosaik den heiligen Vicinio mit Bischofsmitra und Kette zeigt. Im Inneren gliedern Säulen und Rundbogen das dreischiffige Langhaus; die breitere Mittelzone wird von einer hölzernen Dachkonstruktion überspannt und führt zum erhöhten Presbyterium und zur Apsis.
Der Standort der Kathedrale lag am Rand eines spätantiken beziehungsweise frühmittelalterlichen Bischofsviertels, und die räumliche Entwicklung des Gebäudes ist nicht ohne das Grab Vicinios zu verstehen. Die Kirche war historisch auch unter marianischem Titel als Santa Maria Annunziata bekannt und erfüllte zugleich die Funktionen der Kathedrale und der städtischen Pfarrkirche; die doppelte Bindung an Maria und Vicinio gehört deshalb zu ihrer Geschichte. Ihre heute bewusst hervorgehobenen romanischen Formen dürfen jedoch nicht mit einem unverändert erhaltenen Mittelalter gleichgesetzt werden, denn die Kirche besaß zeitweise eine umfangreiche barocke Ausstattung, deren Erscheinungsbild durch Restaurierungen des 20. Jahrhunderts stark verändert wurde.
Nach der Vita wurde Vicinio in einem Marmorsarkophag in der Krypta beigesetzt, sodass zunächst nicht eine seitliche Kapelle, sondern das unter dem Presbyterium gelegene Grab den eigentlichen Zielpunkt der Pilger bildete. Der Zugang war über die liturgische Ordnung des Kirchenraumes geregelt, und die alte Krypta ermöglichte die Annäherung an das Grab, ohne die Feier am Hochaltar vollständig zu unterbrechen. Von dieser Anlage sind heute nur Spuren erhalten; Bodenöffnungen und architektonische Reste im Bereich vor dem Presbyterium machen sichtbar, dass die romanische Basilika einst eine andere räumliche Führung der Pilger besaß. Im Lauf der Jahrhunderte wurden die Reliquien wiederholt untersucht und übertragen, wobei jede Neuordnung der Gebeine auch die Frage berührte, wie die Verehrung durch die Gläubigen ermöglicht werden sollte.
Die umfassenden Restaurierungen unter Bischof Carlo Bandini von 1958 bis 1966 veränderten das Erscheinungsbild der Kathedrale erheblich und zielten auf eine stärkere Hervorhebung ihrer romanischen Substanz. Nach einer Reliquienuntersuchung im Jahr 1960 wurden die Gebeine Vicinios in einer mit bischöflichen Gewändern ausgestatteten, menschlich gestalteten Reliquienfigur unter dem Altar der Viciniokapelle sichtbar aufgestellt; dadurch entstand die heutige Verbindung von liturgischem Altar, Heiligenbild und Reliquiengrab. Papst Johannes XXIII. erhob die Kirche am 27. Januar 1961 zur Basilica minor, und seit der Vereinigung der Bistümer Cesena und Sarsina am 30. September 1986 besitzt sie die Stellung einer Konkathedrale. Die Wiederherstellung der romanischen Raumwirkung und die gleichzeitige Sichtbarmachung der Reliquien gehören somit zwei miteinander verknüpften Zielen der modernen Restaurierung an.
Zu den kunsthistorisch wichtigen Gegenständen gehört der marmorne Ambo des 12. Jahrhunderts mit den Symbolen der vier Evangelisten, deren bildliche Zeichen als Mensch beziehungsweise Engel, Löwe, Stier und Adler die Verkündigung des Evangeliums im Kirchenraum anschaulich machen. Ein heute als Vorderseite des Hochaltars verwendetes mittelalterliches Marmorrelief zeigt den thronenden Christus zwischen den Erzengeln Michael und Gabriel; nach der neueren Forschung stammt es wahrscheinlich nicht ursprünglich aus der Sarsiner Kathedrale, sondern aus der ehemaligen Benediktinerabtei San Salvatore in Summano, dem heutigen Montalto. Gerade dieser Zusammenhang ist zu beachten, weil nicht jedes heute in der Kirche sichtbare Werk für seinen jetzigen Standort geschaffen wurde. Ein älteres, wiederverwendetes Steinbecken dient als Taufbecken und verweist ebenfalls auf die lange materielle Geschichte des Sakralraums.
Die Viciniokapelle am Ende des rechten Seitenschiffs erhielt 1755 unter Bischof Paolo Calbetti ihre reichere Ausstattung mit vergoldeten Stuckarbeiten. Das Altarbild mit der Madonna, dem Kind und dem heiligen Vicinio stammt von Ippolito Scarsella, genannt Scarsellino, und konnte im Zuge der neueren Restaurierungen kunsthistorisch genauer zugeordnet werden, nachdem ältere Übermalungen und unzutreffende Zuschreibungen die Beurteilung erschwert hatten. An den Kapellenwänden befinden sich vier Gemälde Michele Valbonesis aus dem 18. Jahrhundert, die Wunderüberlieferungen des Heiligen darstellen, darunter die Geschichte der Kette und ihrer Wiederauffindung. Die Verbindung von Grab, Kultobjekt und malerisch erzählten Wundern macht gerade diese Kapelle zum sichtbaren Mittelpunkt der Wallfahrt, während die übrigen Räume der Basilika die längere Geschichte ihrer liturgischen und künstlerischen Nutzung erkennen lassen.
Das bekannteste Objekt von Sarsina ist ein eiserner Halsring aus zwei beweglich miteinander verbundenen Teilen, dessen Enden Ösen besitzen und dessen Maße mit ungefähr 21 mal 14 Zentimetern bei einem Gewicht von rund 700 Gramm angegeben werden. Nach der heute verbreiteten Legende trug Vicinio die Kette während seines Einsiedlerlebens selbst, wobei er an ihr einen schweren Stein befestigt haben soll, um seinen Körper bei langen Bußgebeten zu beugen. Diese Erzählung gehört jedoch nicht zur ältesten schriftlich fassbaren Schicht der Überlieferung: Die mittelalterliche Vita erwähnt zwar in drei ihrer neun Wundergeschichten eine Kette, erklärt sie aber an keiner Stelle ausdrücklich zu Vicinios persönlichem Bußinstrument und bezeugt auch keine biografisch gesicherte Einsiedlerzeit. Die Vorstellung einer von ihm getragenen Bußkette wurde erst durch spätere Ausdeutung, Predigt und gedruckte Heiligenliteratur zu einem festen Bestandteil des Kultes.
Marino Mengozzi hat die drei Kettenepisoden der Vita quellenkritisch untersucht und auf ihre unterschiedlichen Funktionen hingewiesen. Im ersten Bericht befindet sich die Kette nicht in der Kirche, sondern im Gefängnis des Bischofssitzes, wo sie als Fessel eines Gefangenen verwendet wird; auch in einem weiteren Bericht ist sie nicht eindeutig mit dem Grab oder einem liturgischen Brauch verbunden. Erst die dritte Episode zeigt sie im Kirchenraum in der Nähe des Heiligengrabes und verbindet sie mit einer erkennbar religiösen Verwendung. Gerade diese Uneinheitlichkeit legt nahe, dass die Bedeutung des Gegenstandes nicht von Anfang an feststand, sondern sich in der Überlieferung vom Instrument der körperlichen Festhaltung über einen mit dem Heiligen verbundenen Gegenstand zum besonders verehrten Zeichen seiner Fürsprache wandelte. Die spätere Bildkunst festigte diesen Zusammenhang so nachhaltig, dass die Kette zum unverwechselbaren Erkennungszeichen Vicinios wurde.
Im Jahr 1995 wurde die erhaltene Kette einer naturwissenschaftlich und metallkundlich ausgerichteten Untersuchung unterzogen, bei der unter anderem Materialproben, mikroskopische Beobachtungen und verschiedene chemisch-physikalische Verfahren eingesetzt wurden. Der Gegenstand besteht überwiegend aus Eisen, weist jedoch weitere metallische Bestandteile, zahlreiche Schlackeneinschlüsse und eine Struktur auf, die auf wiederholtes Erhitzen und ausgedehnte Schmiedearbeit schließen lässt. Die beauftragten Untersuchenden sahen darin Hinweise auf eine sehr alte Herstellungstechnik und hielten eine Entstehung vor dem 9. Jahrhundert für wahrscheinlich; grundsätzlich erschien ihnen auch eine Herstellung in römischer Zeit mit den Befunden vereinbar.
Der Untersuchungsbericht betonte gleichzeitig, dass für dieses Objekt keine naturwissenschaftliche Methode zur Verfügung steht, mit der sich das Herstellungsdatum absolut bestimmen ließe. Aus der altertümlichen Schmiedetechnik allein kann daher weder ein bestimmtes Jahrhundert bewiesen noch eine direkte Verbindung mit dem historischen Vicinio hergestellt werden. Für die Darstellung auf SAGEN.at ist diese methodische Grenze wesentlich: Die Kette ist ein alter materieller Gegenstand und seit Jahrhunderten Teil eines nachweisbaren Kultes, doch die Frage, ob sie Vicinio selbst gehörte, bleibt offen. Ihr kulturhistorischer Wert hängt nicht davon ab, dass eine solche persönliche Zuordnung bewiesen werden könnte, sondern ebenso von ihrer langen dokumentierten Verwendung und den Bedeutungen, die Generationen von Pilgern mit ihr verbanden.
Zur späteren Geschichte der Kette gehört die Erzählung, ein Dieb habe sie an sich genommen und in den Savio geworfen, von wo sie auf wunderbare Weise wiedergewonnen worden sei. In der frühneuzeitlichen Fassung wurde diese Geschichte mit einer bestimmten Brücke über dem Fluss verbunden, an der Menschen, die in der damaligen religiösen Sprache als besessen galten, bereits beim Übergang Hilfe erfahren haben sollen. Filippo Antonini nahm diese Überlieferung 1609 in seine gedruckte Darstellung auf und berichtete, die Brücke sei am 14. September 1557 durch ein schweres Hochwasser zerstört worden. Solche Angaben erlauben es, die frühneuzeitliche Gestalt der Erzählung zu datieren; sie beweisen jedoch nicht, dass die religiös gedeuteten Ereignisse in der geschilderten Form stattgefunden haben.
Für die Volkskunde ist die Entwicklung aufschlussreich, weil sich die Bedeutung des Heiligtums dadurch räumlich ausweitet. Neben das Grab und die in Sarsina verwahrte Kette tritt ein Flussübergang, dessen besondere Stellung allein aus der Erzählung über den zeitweiligen Aufenthalt des Kultobjekts abgeleitet wird. Ähnliche Vorgänge sind von vielen europäischen Wallfahrten bekannt, bei denen Quellen, Steine, Bäume, Wegkreuze oder Brücken durch den Bezug zu einer Heiligenlegende zu zusätzlichen Erinnerungsorten werden. In Sarsina lässt sich diese Ausweitung anhand der älteren Vita und ihrer neuzeitlichen Bearbeitungen besonders gut verfolgen.
Der eiserne Collare wird in der Basilika aufbewahrt und im Rahmen einer dafür vorgesehenen Segnung den Gläubigen für kurze Zeit um den Hals gelegt, während der zuständige Geistliche die kirchlichen Gebete spricht. Der religiöse Sinn des Ritus liegt in der Bitte um Gottes Beistand durch die Fürsprache des heiligen Vicinio, insbesondere in persönlicher Not oder bei der Suche nach geistlicher Stärkung. Die Berührung mit dem Kultobjekt gibt diesem Gebet eine außergewöhnlich konkrete körperliche Form: Der Pilger erfährt nicht nur die gesprochenen Segensworte, sondern für einen Augenblick auch Gewicht und Material des Gegenstandes, der seit Jahrhunderten mit dem Heiligen verbunden wird. Die körperliche Nähe ist damit selbst Teil der religiösen Erfahrung, ohne dass aus ihr eine medizinisch nachweisbare Wirkung des Eisens abgeleitet werden könnte.
Gerade bei Sarsina ist eine sorgfältige Unterscheidung zwischen dem gewöhnlichen Segensritus, Gebeten um geistlichen Beistand und dem großen beziehungsweise feierlichen Exorzismus erforderlich. Nach dem katholischen Kirchenrecht darf ein solcher Exorzismus nur durch einen Priester vorgenommen werden, dem der zuständige Ortsordinarius dafür eine besondere und ausdrückliche Erlaubnis erteilt hat; die alltägliche Segnung mit dem Collare ist daher nicht mit einer persönlichen Diagnose von Besessenheit gleichzusetzen. Die historische Literatur muss in diesem Zusammenhang Begriffe wie "Besessene" oder "Dämonen" als Ausdruck des jeweiligen religiösen und zeitgeschichtlichen Deutungssystems behandeln, nicht als nachträglich gesicherte Feststellungen über den Gesundheitszustand der betroffenen Menschen. Körperliche und psychische Beschwerden verlangen eine angemessene medizinische beziehungsweise psychologische Abklärung und dürfen nicht durch den Segensritus ersetzt werden. Diese sachliche Trennung schmälert weder die religiöse Bedeutung der Wallfahrt noch ihren hohen volkskundlichen Dokumentationswert.
Ein besonders charakteristischer Brauch besteht in der Verwendung kleiner geflochtener Bänder aus verschiedenfarbigen Seidenfäden, die italienisch Cordellini und im örtlichen Sprachgebrauch auch curdlèn genannt werden. Sie werden durch Berührung mit dem eisernen Collare gesegnet und anschließend von Pilgern mitgenommen, häufig um den Hals getragen oder als persönliches Erinnerungs- und Schutzzeichen aufbewahrt. Die Bänder besitzen im Rahmen dieser Frömmigkeit keine selbständige magische Wirkung, sondern beziehen ihre Bedeutung aus der Verbindung zum Segensritus und zur Verehrung Vicinios; gerade dieser Unterschied ist für eine wissenschaftsnahe Darstellung wichtig.
Aus volkskundlicher Sicht entsteht hier ein anschaulicher Prozess der Übertragung religiöser Nähe durch Kontakt. Die schwere Kette bleibt als singuläres Kultobjekt im Heiligtum, während das leichte und bewegliche Band in beliebig vielen Exemplaren mit in den Alltag genommen werden kann; damit wird die einmalige Wallfahrt materiell über den Aufenthalt in Sarsina hinaus verlängert. Ähnliche Kontaktdevotionalien begegnen in der europäischen Wallfahrtskultur in Form von Stoffstücken, geweihten Bändern, Bildchen oder anderen kleinen Gegenständen, die eine persönliche Beziehung zu einem Ort und seinem Kultzentrum dauerhaft sichtbar machen. Die Tradition der Cordellini zeigt besonders klar, wie aus einem unverwechselbaren schweren Gegenstand eine Vielzahl tragbarer Andachtszeichen werden kann.
Die Verehrung Vicinios beschränkte sich bereits im Mittelalter nicht auf die kleine Diözese Sarsina. Eine Inschrift von 1120 auf einem älteren Altar in der Benediktinerabtei Montetiffi nennt den Heiligen zusammen mit mehreren anderen Verehrten und gehört damit zu den frühen unabhängigen Belegen seiner kultischen Ausstrahlung. Später reichen die Zeugnisse in die Gebiete von Cesena, Rimini und dem Montefeltro sowie bis in den Raum Ferrara; eine urkundlich dokumentierte Reliquienschenkung vom 27. März 1634 übertrug beispielsweise einen Teil der Reliquien an die Pfarrei Stienta. Solche Weitergaben zeigen, dass der Besitz eines Reliquienteils auch außerhalb des ursprünglichen Grabheiligtums als religiös bedeutsam empfunden wurde.
Parallel dazu verfestigte sich in der Bildkunst der bischöflich gekleidete Vicinio mit der eisernen Kette als Attribut. Die Malerei stellt den Heiligen zunehmend so dar, dass das Kultobjekt auf den ersten Blick seine Identität erkennbar macht und zugleich an seine besondere Schutzfunktion erinnert. Die frühe Druckschrift Filippo Antoninis von 1609 war für diese Entwicklung ebenso wichtig wie spätere lokalhistorische und kirchliche Veröffentlichungen, denn sie verbreiteten die Legenden in einer Form, die über den unmittelbaren Kreis der Pilger hinaus zugänglich war. Heiligenbild, gedruckte Erzählung und tatsächlicher Segensgegenstand verstärkten sich auf diese Weise gegenseitig und trugen zur Ausbildung eines einprägsamen religiösen Profils Sarsinas bei.
Das Hauptfest des heiligen Vicinio wird am 28. August begangen, und seine Verbindung mit dem städtischen Leben lässt sich weit zurückverfolgen. Ein päpstliches Privileg Lucius' III. von 1182 nennt Händler, die aus Anlass des Festes nach Sarsina kamen, und regelt einen Teil der anfallenden Abgaben zugunsten des Domkapitels; ein Dokument von 1404 bezeugt die feierliche Begehung unter Beteiligung der Geistlichkeit des Umlandes. Diese Nachrichten zeigen, dass der Heiligentag nicht allein eine liturgische Angelegenheit war, sondern bereits im Hochmittelalter einen größeren Besucherverkehr mit wirtschaftlichen und organisatorischen Folgen auslöste. Für den kleinen Bischofsort bedeuteten Wallfahrt, Markt und Fest zugleich die Möglichkeit, Beziehungen zu den umliegenden Tälern regelmäßig zu erneuern.
Heute wird das Patronatsfest durch mehrere Tage mit Gottesdiensten, gemeinschaftlichen Andachten und örtlichen Veranstaltungen vorbereitet, wobei der 28. August den religiösen Höhepunkt bildet. Zum weiteren Festprogramm gehören nach den veröffentlichten örtlichen Programmen unter anderem die Segnung von Fahrzeugen am Vortag, eine feierliche bischöfliche Messe, die Verehrung der Reliquien und eine Prozession; Musik, gemeinsames Essen und öffentliche Festveranstaltungen ergänzen die kirchlichen Feiern. Die Fahrzeugsegnung veranschaulicht die Anpassung älterer Schutzvorstellungen an moderne Lebensbedingungen: An die Stelle der mit Tieren und langen Fußwegen verbundenen Reisegefahren tritt nun auch die Bitte um Schutz im Straßenverkehr, ohne dass der kultische Bezug zum Bischofspatron aufgegeben wird. Dass die Basilika gleichzeitig Grabheiligtum, städtische Festkirche und Ziel auswärtiger Pilger ist, wird gerade an diesem Tag besonders deutlich.
Die ältere Tradition kennt neben dem Hauptfest eine Wallfahrt auf den nach Vicinio benannten Berg, insbesondere am letzten Sonntag im Mai. Filippo Antonini deutete diesen Termin unterschiedlich und verband ihn sowohl mit der Übertragung des Heiligen aus seiner vermeintlichen Einsiedelei nach Sarsina als auch mit seiner Bischofswahl. Da die älteste Vita die zugrunde gelegte Eremitenbiografie nicht bezeugt, sind diese Erklärungen als spätere Deutungen eines gewachsenen örtlichen Festbrauchs einzuordnen. Unabhängig davon blieb der Berg ein erkennbarer Bestandteil des Kultgebietes, der das Grab in der Stadt mit einem zweiten, landschaftlich anders geprägten Andachtsort verband.
Das Oratorium und die kleinere Kapelle erinnern an die Überlieferung vom Rückzugsort des Heiligen; im 18. Jahrhundert bestand auch eine künstlerische Beziehung zur Kathedrale, weil Michele Valbonesi 1761 eine Kopie des dortigen Vicinio-Altarbildes für den Berg schuf. Dieses Gemälde wurde später entwendet, ist jedoch durch ältere fotografische Reproduktionen überliefert. Noch heute wird der Berg im Rahmen organisierter Pilgerwege und einzelner Wallfahrtstermine besucht, sodass die ältere räumliche Verbindung zwischen Stadt, Grab, Einsiedlerlegende und Apenninlandschaft eine gegenwärtige Form behält.
Der heutige Cammino di San Vicinio ist ein rund 300 Kilometer langer Rundweg mit sechzehn Etappen, der in Sarsina beginnt und wieder dorthin zurückführt. Die Strecke verläuft durch Teile der Provinzen Forlì-Cesena, Arezzo und Rimini und verbindet das Tal des Savio mit Klöstern, alten Pfarrkirchen, Bergorten und weiteren religiösen Landschaften des Apennins; zu den Stationen gehören unter anderem Bagno di Romagna, Camaldoli, Badia Prataglia, La Verna, Verghereto, Sant'Agata Feltria, Montetiffi und Cesena. Neben Wegmarkierungen und detaillierten Etappenbeschreibungen stehen heute ein Pilgerausweis, Hinweise auf Unterkünfte und eine Radvariante zur Verfügung, wodurch die historische Verehrung Vicinios in die Infrastruktur des zeitgenössischen Fernpilgerns eingebunden wird.
Dabei ist zwischen der modernen Gesamtroute und den tatsächlich überlieferten mittelalterlichen Wegen zu unterscheiden. Der Cammino greift bestehende Verkehrsverbindungen und religiöse Orte auf, doch seine heutige Etappenfolge ist eine neuzeitliche beziehungsweise gegenwärtige Konzeption und darf nicht als unverändert bewahrte Reiseroute des historischen Vicinio beschrieben werden. Gerade darin liegt seine aktuelle kulturgeschichtliche Bedeutung: Aus einer Reihe älterer lokaler Kultorte und Wanderwege wird ein zusammenhängender religiöser Erfahrungsraum geschaffen, dessen Ausgangs- und Zielpunkt die Basilika mit dem Grab und der Kette bildet. Der Pilger erfährt Sarsina damit nicht nur als einzelnes Ziel, sondern als Zentrum einer größeren Landschaft, in der christliche Geschichte, Naturraum und körperliche Bewegung miteinander verbunden werden.
Sarsina gehört zu jenen Wallfahrtsorten, an denen die Entwicklung religiöser Praxis besonders deutlich an der Veränderung eines materiellen Gegenstandes abgelesen werden kann. Die älteste überlieferte Verehrung konzentriert sich auf das Grab und die Reliquien eines Bischofs, der in der mittelalterlichen Vita als Helfer von Kranken und Bedrängten erscheint; die Kette besitzt zunächst unterschiedliche Funktionen und wird erst im Verlauf der Überlieferung zu einem untrennbaren Zeichen seiner Person. Spätere Legenden verbinden sie mit der Bußpraxis auf dem Berg, die Bildkunst macht sie zu Vicinios Erkennungsmerkmal, und die liturgische Segnung lässt die Pilger den verehrten Gegenstand unmittelbar körperlich erfahren. Mit den Cordellini tritt schließlich eine leicht transportierbare Form hinzu, in der die Verbindung zum Heiligtum bis in den persönlichen Alltag hinein fortgesetzt werden kann.
Diese Geschichte zeigt zugleich die Notwendigkeit einer sorgfältigen Quellenkritik. Die mittelalterliche Vita ist ein Zeugnis religiöser Vorstellungen ihrer Entstehungszeit, keine unmittelbare Aufzeichnung spätantiker Ereignisse; die Untersuchung der Kette erlaubt Aussagen über Herstellungstechnik und mögliches Alter, aber keine sichere biografische Zuordnung; die heutige Segnung ist eine kirchliche Handlung und nicht mit einem großen Exorzismus oder einem medizinischen Verfahren gleichzusetzen. Gerade die Trennung dieser Ebenen macht die tatsächliche Bedeutung des Heiligtums sichtbar. Sarsina besitzt nicht nur eine lange, unterschiedlich ausgestaltete Heiligenverehrung, sondern auch eine außergewöhnlich gut nachvollziehbare Kultbiografie, in der mittelalterliche Hagiografie, Reliquiengeschichte, bildliche Überlieferung, Kontaktdevotionalien und gegenwärtige Pilgerpraxis zusammenkommen.
Vita sancti Vicinii Saxenatis episcopi. Mittelalterliche Heiligenvita, entstanden um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert; ältester erhaltener Textzeuge in einem Passionar der Biblioteca Gambalunga, Rimini, zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Grundlegende Quelle für die mittelalterliche Grabwallfahrt, die Wundererzählungen und die frühen Erwähnungen der Kette.
Lucchesi, Giovanni (Hg.): La prima vita di san Vicinio vescovo di Sarsina. Übersetzung von A. Zini und W. Ferretti. Faenza 1973. Kritische Edition der ältesten erhaltenen Lebensbeschreibung.
Antonini, Filippo: Vita et miracoli del glorioso confessore S. Vicinio vescovo, et protettore di Sarsina. Sarsina 1609. Frühneuzeitliche Ausgestaltung der Überlieferungen über den Heiligen, die eiserne Kette, die Wunder und den Monte di Musella.
Testi, Luigi: San Vicinio, vescovo e protettore principale della città e diocesi sarsinate, nella storia e tradizione, con la serie cronologica dei vescovi di Sarsina. Modena 1906; spätere Ausgabe 1926. Ältere kirchliche und lokalhistorische Darstellung, besonders wichtig für die Rezeptionsgeschichte von Eremitenlegende, Kettenbrauch und Cordellini.
Fabbri, Ettore: San Vicinio, vescovo e protettore dei sarsinati. Sarsina 1955.
Caminati, Vicinio: S. Vicinio primo vescovo di Sarsina. Sarsina 1970.
Mengozzi, Marino (Hg.): Ecclesia S. Vicinii. Per una storia della diocesi di Sarsina. Cesena 1991. Umfangreicher Forschungsband zur Diözesan-, Kirchen-, Kult- und Kunstgeschichte Sarsinas.
Dolcini, Carlo: "La vita di san Vicinio" sowie "I diplomi imperiali e papali di Sarsina, 1 (1027?-1220)". In: Mengozzi (Hg.), Ecclesia S. Vicinii. Cesena 1991. Quellenkritische und urkundengeschichtliche Beiträge.
Mengozzi, Marino: "Rileggendo la Vita Sancti Vicinii". In: Atti e Memorie della Deputazione di Storia Patria per le Province di Romagna, Nuova Serie 50, 1999, S. 53-82.
Mengozzi, Marino: "A maggior gloria del Santo. L'incidenza dell'erudizione ecclesiastica nella devozione popolare a S. Vicinio di Sarsina". In: Romagna arte e storia, Nr. 63, 2001, S. 77-104. Zur Entwicklung und Ausweitung der frühneuzeitlichen Heiligenüberlieferung.
Mengozzi, Marino (Hg.): Vita di Vicinio. Reihe Vite dei santi dell'Emilia-Romagna, Bd. 2. Cesena: Il Ponte Vecchio, 2003. Neuere Edition und Interpretation der Vita im Zusammenhang mit der Kultgeschichte.
Zanfini, Paolo: "Vita et miracoli del glorioso confessore S. Vicinio vescovo, et protettore di Sarsina, Sarsina 1609". In: Studi Romagnoli, Bd. 59, 2008, S. 119-127. Zur frühneuzeitlichen Vicinio-Literatur.
Mengozzi, Marino: Forschungsbeiträge "La vita e il culto di San Vicinio", "La catena di San Vicinio", "La Basilica" und "Il Santuario e i luoghi del Santo" in der historischen Dokumentation des Cammino di San Vicinio. Die digital zugänglichen Texte erläutern die Handschriften und die ältere Forschung, rekonstruieren die Entwicklung des Kettenkultes und referieren die naturwissenschaftliche Untersuchung von 1995; diese Beiträge wurden für die vorliegende Darstellung unmittelbar ausgewertet.
Comune di Sarsina / Sarsina Turismo: Dokumentation zur Basilica Cattedrale di San Vicinio. Ergänzende Informationen zu Baugeschichte, Besichtigung und gegenwärtiger Segnungspraxis.
Diözese Cesena-Sarsina: Liturgische und organisatorische Mitteilungen zum Patronatsfest des heiligen Vicinio und zur Stellung der Basilika als Konkathedrale.
Römisch-katholisches Kirchenrecht: Codex Iuris Canonici, Cann. 1166-1172, insbesondere Can. 1172 zur besonderen bischöflichen Erlaubnis für den großen Exorzismus. Zur Unterscheidung von gewöhnlicher Segnung und feierlichem Exorzismus.
Ergänzungen: Wolfgang Morscher