Wallfahrt Innsbruck, Hofkirche zum hl. Kreuz
 


Die Hofkirche ist eine der bedeutendsten Renaissancekirchen Österreichs und wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Berühmt ist sie vor allem für das monumentale Grabmal Kaiser Maximilians I., das von 28 überlebensgroßen Bronzefiguren – den sogenannten "Schwarzmandern" – umgeben ist. Die Kirche ist weniger Gotteshaus als historisches Denkmal und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Innsbrucks.

Die Hofkirche wurde im 16. Jahrhundert im Auftrag Kaiser Ferdinands I. errichtet, um das Kenotaph (Scheingrab) seines Großvaters Kaiser Maximilian I. aufzunehmen. Damit ist die Kirche vor allem ein Ort der dynastischen Selbstinszenierung der Habsburger.

Im Zentrum steht nicht Frömmigkeit im barocken Sinn, sondern die Idee von Herrschaft, Erinnerung und Legitimation. Das monumentale Grabmal ist von 28 überlebensgroßen Bronzefiguren umgeben – den sogenannten Schwarzmandern. Diese stellen reale und mythische Ahnen, Herrscher und Vorbilder dar und konstruieren bewusst eine genealogische Kontinuität, die Maximilian als Mittelpunkt einer fast zeitlosen Herrschertradition erscheinen lässt.

Architektonisch wirkt die Hofkirche bewusst nüchtern und streng, was den Fokus ganz auf das Grabmal lenkt. Der Raum entfaltet seine Wirkung weniger durch emotionale Überwältigung als durch symbolische Dichte: Geschichte wird hier nicht erzählt, sondern behauptet. Maximilian selbst ist nie in der Kirche bestattet worden – gerade diese Abwesenheit verstärkt den Charakter des Bauwerks als Denkmal und Statement.

So ist die Hofkirche ein Schlüsselort zum Verständnis der Renaissance-Herrschaftskultur, in der Kunst, Macht und Geschichtsbewusstsein untrennbar miteinander verbunden sind – ein Raum, der weniger zur Andacht als zur kontemplativen Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung einlädt.

Lage: Innsbruck, Altstadt - Universitätsstraße 2, 6020 Innsbruck.
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Innsbruck
Ansicht in Street View
Web museal: Tiroler Landesmussen - Hofkirche
Web kirchlich: Tiroler Kapuzinerprovinz
Geöffnet: Eintritt kostenpflichtig über Tiroler Landesmuseen.
   
  Das Altarbild des rechten Seitenaltares stellt den Hl. Antonius von Padua (um 1195 - 1321) dar. Der Sage nach stammt das Bild aus der Marktgemeinde Zirl, wo es den Dorfbrand 1661 unversehrt überstand.
   
Außenansicht, Ansichtskarte 1908 und Dia 1970er Jahre:
 

Innsbruck, Hofkirche Innsbruck, Hofkirche 1960

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie SAGEN.at-Fotogalerie

Früher wurde der hl. Antonius von Padua hier verehrt. Altarblatt am rechten Seitenaltar.
 

Innsbruck, Hofkirche, Altarbild Hl. Antonius von Padua

Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie

Literatur zur Wallfahrt:
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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