Die Wallfahrtskapelle St. Magdalena auf dem Bergl liegt im Gschnitztal, im Gemeindegebiet von Trins, auf einer vorgeschobenen Felskanzel hoch über dem Talboden. Der Ort wird mit etwa 1.661 bis 1.666 Metern Seehöhe angegeben und liegt gut 400 Meter über dem Tal; schon diese Lage macht das kleine Bergheiligtum zu einem eindrucksvollen Ziel. Es ist nicht mit dem Auto erreichbar, sondern nur zu Fuß von Trins oder Gschnitz aus; von Gschnitz führen auch Kreuzwegstationen zur Kapelle. St. Magdalena zählt zu den ältesten Sakralorten des Gschnitztales. Die Kapelle wird 1307 erstmals urkundlich erwähnt, gilt aber als wesentlich älter; die Gemeinde Trins nennt sie älter als die Kirchen und Kapellen von Trins und Gschnitz. Wegen der ungewöhnlichen Lage und einer heute versiegten Quelle unter dem Chor vermutete der Wipptaler Heimatforscher Hermann Holzmann hier sogar die christliche Nachfolge eines älteren Kultplatzes. Zur Entstehung der Wallfahrt sind mehrere Legenden überliefert. Nach einer Erzählung wollte ein reicher Adeliger zur Buße für seine Sünden eine Kirche zu Ehren der heiligen Maria Magdalena errichten; auf der Suche nach dem rechten Platz fand man ein geschnitztes Bildnis der Heiligen, und an dieser Stelle wurde das Kirchlein gebaut. In der Volkssage erscheint der Gründer auch als Ritter von Schneeberg, der sich dort als Einsiedler niederließ. Baugeschichtlich besitzt St. Magdalena einen romanischen Kern; der Chor wurde um 1400 beziehungsweise im 15. Jahrhundert angebaut. An der Nordseite schließt die ehemalige Einsiedelei an, die heute als Jausenstation genutzt wird. Gerade diese Verbindung von Kapelle, Klause und Einkehr ist volkskundlich reizvoll: Der Ort war nicht nur ein Kirchenraum, sondern ein abgelegener Platz von Einsiedeleben, Gebet, Rast und Pilgerbetreuung. Kunstgeschichtlich ist die Kapelle wegen ihrer Fresken besonders bedeutend. Bei Restaurierungen zwischen 1960 und 1972 wurden romanische Fresken freigelegt, die zu den ältesten Wandmalereien Nordtirols gezählt werden; sie zeigen unter anderem Adam und Eva, die Flucht nach Ägypten und wohl die heilige Magdalena. Ein weiterer Freskenzyklus an der Nordwand stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und zeigt Szenen aus dem Leben der Kirchenpatronin. Für die Volksfrömmigkeit war auch die Quelle wichtig, die einst in der Apsis der hochgelegenen Kapelle entsprang. SAGEN.at weist darauf hin, dass diese Quelle bei Restaurierungsarbeiten stillgelegt wurde, um die Fresken und die Bausubstanz zu schützen. Damit gehört St. Magdalena zu jenen Tiroler Bergheiligtümern, bei denen Kapelle, Quelle und abgeschiedene Lage gemeinsam die religiöse Bedeutung geprägt haben. Besonders wichtig ist die Überlieferung als Wetterwallfahrt. Nach Holzmann gingen die Trinser am Michaelitag nach St. Magdalena, um "Sunne beten" oder "um Sunne gehen"; gerade in nassen Sommern wurde diese Wallfahrt gepflegt. Auch Bauern aus Patsch und aus St. Peter bei Ellbögen kamen zu Bittgängen, wobei es nicht nur um Regen oder Sonne, sondern auch um Schutz vor dem "truckenen Wind" ging, der in windoffenen Lagen schwere Schäden verursachen konnte. Bis heute ist St. Magdalena ein lebendiger Erinnerungs- und Andachtsort. Am Fest der heiligen Magdalena, dem 22. Juli, gehen Trinserinnen und Trinser noch immer "auf das Bergl" und feiern dort die Heilige Messe. |
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| | Lage: Gschnitz 37-78, 6150 Gschnitz |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tirol - Innsbruck-Land |
| | Ansicht in Street View (Ausgangspunkt) |
| | Web: Pfarre Gschnitz |
| | Geöffnet: nur im Sommer geöffnet. |
| | Außenaufnahme 1987: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Innenaufnahme: |
Bildquelle SAGEN.at |
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| | Innenaufnahme: |
Bildquelle SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
| - Heilquelle St. Magdalena in Gschnitz auf SAGEN.at | |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |