Die Wallfahrtskirche St. Quirin steht oberhalb von Sellrain, nördlich von Rothenbrunn, auf einer steilen Berglehne in rund 1243 Metern Höhe. Sie wird im Volksmund auch "Sankt Krein" genannt und ist durch ihre Lage hoch über dem Tal schon von weitem sichtbar. Urkundlich wird die Kirche 1391 in einem Ablassbrief bereits als "schon lange bestehend" genannt; sie gilt daher als das älteste Gotteshaus des Sellraintales. Der heutige spätgotische Bau entstand in den Jahren 1487 bis 1496 und wird der Innsbrucker Bauhütte zugeschrieben. Die Kirche liegt nicht zufällig so hoch am Hang. Alte Wege führten im Sellraintal vielfach nicht am Talboden entlang, sondern auf sichereren Hangtrassen, weil die Schluchtstrecke der Melach und Naturgefahren den Talgrund erschwerten. Der heutige Sellraintaler Besinnungsweg folgt solchen alten Wegen und führt von Gries im Sellrain über alte Höfe und Weiler nach St. Quirin und weiter hinunter zur Pfarrkirche St. Anna in Sellrain. Dadurch ist St. Quirin bis heute nicht nur ein Kirchenbau, sondern auch ein Ziel am alten Weg, an dem Gehen, Schauen, Beten und Rasten zusammengehören. Über den genauen Ursprung der Wallfahrt ist offenbar wenig Legendarisches sicher überliefert. Als Kultgegenstände nennt Gugitz eine gotische Statue des heiligen Quirinus, eine Schmerzhafte und einen „Herrn im Elend“. Der Kirchenpatron Quirinus gehört in der Volksfrömmigkeit zu jenen Heiligen, die in Krankheit und Not angerufen wurden; allgemein wurde er unter anderem gegen Bein- und Fußleiden, Hautkrankheiten, Pest, Kropf sowie bei Vieh- und Pferdekrankheiten verehrt. Für eine bäuerliche Berggemeinde ist dieses Patrozinium daher durchaus aufschlussreich. Kunstgeschichtlich ist St. Quirin bemerkenswert reich für eine so kleine Bergkirche. Der Innenraum besitzt ein spätgotisches Gewölbe, Rankenmalerei und ein Fresko des Jüngsten Gerichts aus dem Jahr 1513. Der heutige Hochaltar ist zwar modern, enthält aber drei Schreinfiguren — Madonna, Quirin und Veit — aus dem ehemaligen spätgotischen Altar um 1510/1515. Dazu kommen frühgotische Apostelstatuetten aus der Zeit um 1380/1400, die noch auf die erste, schon 1391 erwähnte Kapelle zurückweisen. Für die Bedeutung der Kirche spricht auch ihre frühere wirtschaftliche Stellung: Die Gemeindechronik berichtet, dass Sankt Krein durch Schenkungen und Spenden so gut ausgestattet war, dass aus diesen Einnahmen im 17. Jahrhundert sogar die St.-Anna-Kapelle in Rothenbrunn miterrichtet werden konnte. Das zeigt, dass St. Quirin einst mehr war als eine abgelegene Bergkapelle; der Ort besaß für das Tal eine echte religiöse und gemeinschaftliche Bedeutung. Heute wirkt St. Quirin besonders als stiller Wallfahrts- und Besinnungsort. Der Weg dorthin führt durch steile Bergmähder, alte Höfe, Trockenmauern und Kulturlandschaft; von der Kirche reicht der Blick weit ins Inntal. 2011 wurde St. Quirin durch eine österreichische Weihnachtsbriefmarke nach einem Aquarell von Altbischof Reinhold Stecher auch über Tirol hinaus bekannt.
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| | Lage: St. Quirin, 6181 St. Quirin |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tirol - Innsbruck-Land |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarre Sellrain |
| | Geöffnet: |
| | Außenaufnahme: Wallfahrtskirche hl. Quirin in Sellrain. Kleine spätgotische Landkirche auf steiler Berglehne nördlich über Rothenbrunn auf 1243 Meter Höhe. Ältestes Gotteshaus des Sellraintales urkundlich 1391 als "schon lange bestehend" beschrieben. Gotischer Bau 1487 (oder 1485?) bis 1496, der "Innsbrucker Bauhütte" zugeschrieben. |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Innenaufnahme: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Der Vorraum der Kirche St. Quirin: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Das Bergkirchlein St. Quirin in Sellrain wird im Volksmund "Sankt Krein" genannt. Diese Aufnahme stammt aus den 1920er-Jahren (Bildarchiv Georg Jäger). Eine dunkle Sage rankt sich um diese alte Kultstätte, die wie ein Schwalbennest an den sonnigen Hängen des Roßkogels klebt: |
Bildquelle: Bildarchiv Georg Jäger |
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| | Die St.-Quirins-Kirche in Sellrain ist ein spätgotisches Gotteshaus am steilen Berghang, hier fotografiert um 1930 (Foto: Kunstverlag A. Stockhammer, Hall in Tirol; Bildarchiv Georg Jäger). An einem der schönsten Aussichtspunkte in Nordtirol steht dieses Heiligtum: |
Bildquelle: Bildarchiv Georg Jäger |
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| | Blick zur Kirche vom unteren Weg: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Details der Heiligen: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Details der Fresken: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Kirchenraum: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Die Wallfahrtskirche mit Aussicht über das Inntal: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Die Wallfahrtskirche mit Aussicht über das Inntal: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |