Zwischen Rothenbrunn und Brandegg steht die "Rote Kapelle" aus dem Jahr 1726, die einst Wallfahrtskapelle zum Schmerzensmann (Brustbild, 1670) war, wie die zahlreichen Votivtafeln bezeugen. Über den rechteckigen Altarraum mit Glocken-türmchen schreibt 1965 der Kunsthistoriker Josef Ringler in den "Tiroler Heimatblättern" (40. Jahrgang, Heft 10/12, Innsbruck, S. 51–53) in seinem Fachaufsatz "Von der Mutterpfarre Axams und ihren Filialen. Rothenbrunn im Sellraintale und seine Pfarrkirche" nachfolgende Zeilen: "Das kleine, zwei geschossene, schwarzgoldene Barockaltärchen vom Ende des 17. Jahrhunderts schließt zwischen zwei von Weinlaub umrankten Säulchen ein ikonographisch interessantes Gemälde ein, ein Halbfigurenbild des Schmerzensmannes, der in der einen Hand sein Herz, in der anderen das Binsenzepter hält. Innerhalb des Laubwerkrahmens umgibt das Bild ein Silberfiligran-Dekor mit den vergoldeten Emblemen der Leidenswerkzeuge. Im Aufsatz sieht man, ebenfalls in einem Laubwerkrahmen, das Bild der Schmerzhaften Mutter. Zum Altar gehörten vier kleine (polychromierte) Barockfigürchen der Hll. Johannes des Täufers, Karl Borromäus, Isidor und Notburga. Im Altarraum hängt noch ein recht originelles, stark expressionistisches Barockbild Johannes des Täufers (17. Jahrhundert, 2. Hälfte)." Im Vorraum befanden sich früher vier von Anton Kirchebner 1721 bzw. 1727 gemalte Ölgemälde auf Holztafeln, welche die sieben Todsünden, den Abschied Jesu von seiner Mutter, den Ölberg und die Beweinung Jesu darstellten. "Trachtige" Votivtafeln in der "Roten Kapelle" Der Volkskundler Josef M. Metzler befasst sich 1927 in den "Tiroler Heimatblättern" (5. Jg., Heft 11, Innsbruck, S. 342–343: Kleine Mitteilungen) in seinem Kurzbeitrag "Von der alten Sellrainer Tracht" genauer mit den Votivtafeln in der "Roten Kapelle" und hält diesbezüglich Folgendes fest: "An der alten Straße, welche von Sellrain über das Mittelgebirge nach Innsbruck führt, steht nicht weit außerhalb des Dorfes Rothenbrunn das sogenannte "Rote Kapellele zu unserem Herrn im Elend". In dieser Kapelle hängen zahlreiche Votivtafeln aus der ersten Hälfte des vergangenen 19. Jahrhunderts, insbesondere aus den Jahren um 1830, die uns ein Bild der Kleidung geben, welche damals getragen wurde. Nicht unerwähnt soll dabei bleiben, daß mehrere dieser Ex-Voto-Bilder auch dankbare Stifter in städtischer Kleidung darstellen; diese Bilder dürften wohl von Innsbruckern herrühren, welche im Bade Rothenbrunn Heilung von ihren Leiden gefunden hatten."
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| | Lage: 6181 Sellrain. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tirol - Innsbruck-Land |
| | Ansicht in Street View (Luftbild) |
| | Web: Pfarre Sellrain |
| | Geöffnet: |
| | Der noch bis zum Jahr 1887 von den Sellrainer Wäschfrächtern benützte Karren-weg zwischen Sellrain und Grinzens führte an der "Roten Kapelle" vorbei. Aufnahme aus den 1930er-Jahren (Bildarchiv Georg Jäger). |
Bildquelle: Bildarchiv Georg Jäger |
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| | Am früher häufig benutzten Karrenweg zwischen Rothenbrunn und Brandegg steht die sogenannte "Rote Kapelle" aus dem Jahr 1726, die einst Wallfahrtskirche zum Schmerzensmann war. Aufnahme aus den 1930er-Jahren (Bildarchiv Georg Jäger).: |
Bildquelle: Bildarchiv Georg Jäger |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |