Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Nikolaus steht im Dorfkern von Mutters südwestlich von Innsbruck und ist dem heiligen Nikolaus geweiht. Die Kirche wird bereits 1327 in einem Ablassbrief genannt, damals mit den Patronen Nikolaus, Erhard und Martin. Nach einem weiteren Ablassbrief von 1440, der den schlechten Bauzustand der Kirche erwähnt, begann um 1460 ein Neubau; 1469 wurden Hochaltar und Sebastianaltar geweiht, und 1510 folgte die Weihe des verlängerten Kirchenschiffes und des vergrößerten Friedhofes. Damit gehört St. Nikolaus zu den alten Kirchenorten des Mittelgebirges über Innsbruck. Die heutige Kirche besitzt einen spätgotischen Kern, wurde aber nach dem Dorfbrand von 1727 barockisiert. Dabei erhielten Langhaus und Innenraum ein barockes Gepräge; besonders wichtig sind die Fresken von Anton Zoller und Josef Anton Zoller aus dem Jahr 1759. Sie zeigen unter anderem die Huldigung der Stände an Maria über einer Ansicht von Mutters, ein Wunder des heiligen Nikolaus, die Errettung eines Christenknaben aus türkischer Gefangenschaft, das Martyrium des heiligen Sebastian und die Mantelspende des heiligen Martin. Für die Wallfahrtsbedeutung ist vor allem das Gnadenbild der Madonna mit Kind wichtig, das 1710 geschaffen wurde und ursprünglich bekleidet war. Es befindet sich heute wieder im Hochaltar, wurde aber bei der Renovierung 1907–1909 entfernt und durch ein Madonnenrelief von Josef Bachlechner ersetzt. Zwischenzeitlich stand das Gnadenbild in der Taxerkapelle; 1963 kehrte es an den Hochaltar zurück. Dass die Gemeinde Mutters die Taxerkapelle ausdrücklich mit der zeitweisen Aufnahme des Gnadenbildes verbindet, zeigt, dass dieses Marienbild für die lokale Frömmigkeit eine besondere Bedeutung hatte. Volkskundlich interessant ist St. Nikolaus daher weniger wegen einer großen Ursprungssage, sondern wegen der Verbindung von Dorfpfarre, Gnadenbild, Nikolauspatrozinium und lokaler Marienverehrung. Die Kirche steht mitten im Dorf, ist vom Friedhof umgeben und war über Jahrhunderte der religiöse Mittelpunkt von Mutters. Ihre Ausstattung verbindet die alten Kirchenpatrone Nikolaus, Martin, Erhard und Sebastian mit der Verehrung der Gottesmutter; besonders das Gnadenbild macht verständlich, warum St. Nikolaus auch in einer Übersicht der Wallfahrtsorte genannt werden kann. |
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| | Lage: Dorfstraße 1, 6162 Mutters. |
| | Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Tirol - Innsbruck-Land |
| | Ansicht in Street View |
| | Web: Pfarre Mutters |
| | Geöffnet: täglich geöffnet, freier Eintritt. |
| | Außenaufnahme: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Kirchenraum: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Gnadenbild: |
Bildquelle: SAGEN.at-Fotogalerie |
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| | Literatur zur Wallfahrt: |
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher © www.SAGEN.at |