| Wallfahrt: | Alte Marienwallfahrt mit spätmittelalterlicher Tradition und bis heute gepflegten grenzüberschreitenden Pilgerbeziehungen. |
| Status: | Keine erloschene Wallfahrt; traditionelle Fußwallfahrten werden weiterhin gepflegt. |
| Kultzentrum: | Spätgotische Mondsichelmadonna mit dem Jesuskind aus dem 15. Jahrhundert am Hochaltar. |
| Ort: | Maria Weinberg bei Gaas, Marktgemeinde Eberau. |
| Bezirk: | Güssing. |
| Bundesland: | Burgenland. |
| • | Lage: Gaas 132a, 7521 Gaas, Gemeinde Eberau. |
| • | Lage in der SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Burgenland |
| • | Ansicht in Street View (Luftbild) |
| • | Web: Pfarre Gaas - Maria Weinberg |
| • | Öffnungszeiten: es empfiehlt sich bei einem geplanten Besuch gegebenenfalls eine vorherige Rückfrage im Pfarrverband. |
| • | Bilddokumentation |
| • | Ausführliche Beschreibung |
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Weithin sichtbar liegt südwestlich von Gaas, am Rand der Weinberge und nur wenige Kilometer von der österreichisch-ungarischen Staatsgrenze entfernt, die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, gewöhnlich Maria Weinberg genannt. Das Heiligtum gehört zu den ältesten und bedeutendsten Marienwallfahrtsorten des südlichen Burgenlandes. Sein religiöser Mittelpunkt ist eine spätgotische Madonna mit Kind, die bereits seit Jahrhunderten als Gnadenbild verehrt wird. Die Wallfahrt hat die politischen Veränderungen der ehemaligen westungarischen Landschaft ebenso überdauert wie Reformation, Gegenreformation, Kriegszerstörungen und die jahrzehntelange Abriegelung der nahen Staatsgrenze. Bis heute kommen Pilger aus dem südlichen Burgenland und aus dem angrenzenden Ungarn nach Maria Weinberg.
Die Wallfahrtskirche steht außerhalb des Dorfes Gaas auf einer Anhöhe am Rand des Kulmer Waldes. Die umgebenden Weingärten haben dem Heiligtum seinen bis heute gebräuchlichen Namen Maria Weinberg beziehungsweise Maria am Weinberge gegeben. Gaas gehört heute zur Marktgemeinde Eberau; historisch lag der Ort im westungarischen Grenzraum und trägt im Ungarischen den Namen Pinkakertes, im Kroatischen Kerteš.
Die exponierte Lage des Gotteshauses besitzt für den Charakter des Wallfahrtsortes erhebliche Bedeutung. Die Kirche ist schon aus größerer Entfernung sichtbar und bildet innerhalb der Wein- und Hügellandschaft einen weithin erkennbaren sakralen Bezugspunkt. Das heutige politische Grenzgebiet war über Jahrhunderte kein kultureller Rand, sondern Teil einer zusammenhängenden westungarischen Landschaft, in der Wallfahrer, Händler und bäuerliche Bevölkerung die heutigen Staatsgrenzen selbstverständlich überschritten.
Die kirchliche Tradition führt die Anfänge Maria Weinbergs bis in das Jahr 1155 zurück. Am Triumphbogen befindet sich die Inschrift "saLVe sanCta Mater"; die hervorgehobenen römischen Zahlzeichen ergeben MCLV und damit die Jahreszahl 1155. Auch eine kirchliche Visitationsquelle des 17. Jahrhunderts nennt dieses Jahr. Bei Restaurierungsarbeiten wurden zudem ältere Bauteile festgestellt, die auf einen romanischen Vorgängerbau beziehungsweise eine Burgkapelle hinweisen.
Die Jahreszahl 1155 sollte dennoch nicht ohne Einschränkung als gesichertes Erbauungsjahr der heutigen Wallfahrtskirche verstanden werden. Das heutige Gotteshaus ist in seiner wesentlichen Gestalt ein spätmittelalterlicher Bau des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Sicher greifbar wird die Umgebung 1221, als die Burg beziehungsweise Siedlung Kertes urkundlich erscheint. Wahrscheinlich bestand im Bereich der Burg bereits eine ältere Kapelle, deren Bauteile später in den gotischen Kirchenbau einbezogen wurden.
Für die Geschichte Maria Weinbergs ist besonders ein päpstliches Ablassprivileg des Jahres 1475 von Bedeutung. Papst Sixtus IV. gewährte jenen Gläubigen einen Ablass, die zur Erhaltung beziehungsweise Erweiterung der Kirche beitrugen. Ein solches Privileg ist ein starker Hinweis darauf, dass das Gotteshaus bereits im 15. Jahrhundert über die unmittelbare Pfarrgemeinde hinaus religiöse Anziehungskraft besaß und von zahlreichen Gläubigen besucht wurde.
Damit gehört Maria Weinberg zu jenen burgenländischen Wallfahrtsorten, deren Geschichte nicht erst mit der barocken Intensivierung der katholischen Wallfahrtskultur beginnt. Die Verehrung reicht zumindest in das ausgehende Mittelalter zurück.
Bemerkenswert ist, dass aus ungefähr derselben Zeit auch das bis heute erhaltene Gnadenbild stammt. Ablassprivileg, Kirchenbau und Marienbild bilden damit einen ungewöhnlich geschlossenen spätmittelalterlichen Überlieferungszusammenhang.
Im Mittelpunkt der Wallfahrt steht eine spätgotische, um die Mitte beziehungsweise in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandene Madonna mit dem Jesuskind. Maria steht auf der Mondsichel und trägt das Kind auf dem Arm. Das Bildwerk gehört damit zum Typus der spätmittelalterlichen Mondsichelmadonna.
Anders als an manchen Wallfahrtsorten, an denen das ursprüngliche Kultbild verloren ging, vernichtet oder später ersetzt wurde, blieb in Maria Weinberg die mittelalterliche Gnadenmadonna erhalten. Bei späteren Umgestaltungen wurde sie nicht verdrängt, sondern in die jeweils neue Altararchitektur integriert. Sie bildet auch heute das religiöse Zentrum des Hochaltars.
Gerade diese materielle Kontinuität ist für die Geschichte des Wallfahrtsortes von besonderem Wert. Generationen von Pilgern richteten ihre Gebete vor demselben Bildwerk an Maria; der Gegenstand selbst wurde damit zum Träger der Erinnerung an frühere Wallfahrten, Gebetserhörungen und persönliche Lebensgeschichten.
Maria Weinberg wird im Volksmund liebevoll auch als die "Weinbergerin" bezeichnet. Die Bezeichnung ist Ausdruck jener engen örtlichen Bindung, durch die ein großer allgemeiner Marienkult eine unverwechselbare lokale Gestalt erhält.
Im 15. Jahrhundert wurde unter Verwendung älterer Bauteile ein gotischer Kirchenbau errichtet. Anfang des 16. Jahrhunderts erfolgte eine Erweiterung des Langhauses; 1524 wurde die Kirche zu Ehren der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht.
Besonders deutlich ist der mittelalterliche Charakter noch im Chor mit seinem Netzrippengewölbe zu erkennen. Eine spätgotische Sakramentsnische aus Terrakotta gehört zu den bemerkenswerten Ausstattungsdetails des Gotteshauses.
Die Kirche wurde in späteren Jahrhunderten mehrfach verändert. Nach dem Einsturz des oberen Turmteiles im Jahr 1777 erhielt der Turm seine barocke beziehungsweise spätbarocke Gestalt mit Zwiebelhelm. Zwischen dem ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert entstand ein wesentlicher Teil der heute sichtbaren Innenausstattung.
Der barocke beziehungsweise frühklassizistische Hochaltar rahmt die spätgotische Gnadenmadonna ein und macht sie zum optischen Mittelpunkt des Chores.
Diese Verbindung unterschiedlicher Epochen ist für Maria Weinberg charakteristisch. Der spätmittelalterliche Wallfahrtskult wurde im Barock nicht durch einen neuen Kult ersetzt, sondern in eine veränderte ästhetische und religiöse Form übernommen. Das alte Gnadenbild erhielt einen repräsentativen Altar, blieb aber Mittelpunkt der Verehrung.
Damit lässt sich am Hochaltar selbst ein wesentlicher Vorgang der Wallfahrtsgeschichte ablesen: Die äußeren Formen der Frömmigkeit verändern sich, während das zentrale Kultobjekt seine Bedeutung behält.
Mitten im Kirchenraum steht außerdem eine Mariensäule aus dem frühen 17. Jahrhundert. Sie trägt eine weitere Darstellung der Gottesmutter und ist von der mittelalterlichen Gnadenmadonna des Hochaltars zu unterscheiden.
Das Nebeneinander mehrerer Marienbilder ist für einen alten Wallfahrtsort keineswegs ungewöhnlich. Die besondere Verehrung des Gnadenbildes schloss andere Formen der Marienfrömmigkeit nicht aus, sondern führte häufig zu einer Verdichtung marianischer Bildwerke innerhalb des Kirchenraumes.
Zu den volkskundlich wertvollsten Zeugnissen Maria Weinbergs gehören erhaltene Votivgaben. Die Diözese Eisenstadt weist ausdrücklich auf kleine Figuren aus Wachs hin, die Gläubige der Gottesmutter als Opfer- beziehungsweise Dankgaben darbrachten.
Wachs gehörte über Jahrhunderte zu den wichtigsten Materialien der Wallfahrtsvotivpraxis. Aus Wachs wurden Menschen, Kinder, Tiere oder einzelne Körperteile nachgebildet. Eine solche Gabe konnte die erkrankte Person, einen leidenden Körperteil oder den Gegenstand einer Bitte symbolisch vertreten.
Das Votiv war damit nicht bloß Geschenk oder Schmuckstück. Es übersetzte eine persönliche Not in eine sichtbare Form. Wer beispielsweise wegen einer Krankheit, einer Verletzung, einer schwierigen Geburt oder der Sorge um ein Kind nach Maria Weinberg kam, konnte sein Anliegen gewissermaßen materiell vor der Gottesmutter niederlegen.
Nach einer als erhört verstandenen Bitte konnte das Wachsopfer zugleich zum Dank werden. Das zurückgelassene Objekt blieb am Heiligtum und wurde damit zum sichtbaren Zeugnis einer individuellen religiösen Erfahrung.
Gerade für die volkskundliche Erforschung eines Wallfahrtsortes besitzen solche unscheinbaren Gegenstände häufig größere Aussagekraft als prachtvolle Altäre. Sie dokumentieren die Sorgen jener Menschen, deren Namen in keiner Chronik erscheinen.
Auch gemalte Votive haben sich in Maria Weinberg erhalten. Unter der Empore befindet sich unter anderem ein Votivbild aus dem Jahr 1718, auf dem die Mariazeller Muttergottes gemeinsam mit einer Darstellung von Maria Weinberg erscheint. Ein weiteres Votivbild von 1762 ist dem hl. Andreas gewidmet.
Besonders das Votivbild von 1718 ist volkskundlich bemerkenswert. Es verbindet zwei unterschiedliche Wallfahrtsorte in einer einzigen Darstellung: das große überregionale Heiligtum Mariazell und den regionalen Gnadenort Maria Weinberg.
Damit wird sichtbar, dass die Wallfahrtskultur nicht aus voneinander isolierten Heiligtümern bestand. Gläubige konnten mehrere Wallfahrtsorte kennen und besuchen, Gnadenbilder miteinander in Beziehung setzen und unterschiedliche Heiligtümer in ihre persönliche Frömmigkeit einbeziehen.
Maria Weinberg war somit Teil eines größeren marianischen Wallfahrtsnetzes, das über das südliche Burgenland hinausreichte.
Zu den ungewöhnlichen Ausstattungsstücken gehört ein gotisches Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert, dessen Christusfigur mit Echthaar versehen ist. Solche Figuren werden gelegentlich als Perückenchristus bezeichnet. Das Werk wurde im 20. Jahrhundert restauriert.
Die Verwendung von natürlichem Haar verstärkt den körperlichen Realismus der Darstellung. Der leidende Christus sollte nicht als abstraktes theologisches Zeichen erscheinen, sondern möglichst gegenwärtig und menschlich erfahrbar werden.
Derartige Ausstattungsstücke stehen im Zusammenhang mit einer Frömmigkeit, die religiöse Inhalte stark über sinnliche Wahrnehmung vermittelte: durch Bilder, Berührung, Prozessionen, Votivgaben, Kerzen und körperlich eindringliche Darstellungen.
Die Wallfahrtskirche ist von einem Friedhof umgeben. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein mittelalterlicher Karner, dessen Untergeschoss ursprünglich als Beinhaus diente. Gebeine, die bei der Wiederbelegung älterer Gräber zutage kamen, wurden hier gesammelt und aufbewahrt. Heute dient der obere Raum als Kapelle.
Damit begegnen sich in Maria Weinberg Wallfahrt und Totengedenken unmittelbar. Der Wallfahrer betritt keinen ausschließlich für Fremde errichteten Pilgerort, sondern einen über Jahrhunderte gewachsenen Pfarrraum, in dem Gottesdienst, Begräbnis, Erinnerung an die Verstorbenen und Marienverehrung miteinander verbunden sind.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Kirche schwere Schäden. Teile von Dach und Decke wurden zerstört beziehungsweise stürzten ein. In der Nachkriegszeit musste das Gotteshaus wiederhergestellt werden; spätere Restaurierungen dienten der Sicherung des historischen Baubestandes und seiner Ausstattung.
Dass die Wallfahrt trotz dieser Zerstörungen fortbestand, gehört zur jüngeren Geschichte des Heiligtums. Der Wiederaufbau bedeutete daher nicht allein die Rettung eines Kunstdenkmals, sondern auch die Wiederherstellung eines weiterhin religiös genutzten Gnadenortes.
Der bedeutendste Wallfahrtstag ist Mariä Himmelfahrt am 15. August, der im südostösterreichischen Raum traditionell auch als Großfrauentag bezeichnet wird. An diesem Tag wird zugleich das Patrozinium der Kirche gefeiert.
Weitere traditionelle Wallfahrtstage sind Mariä Geburt am 8. September, Mariä Empfängnis am 8. Dezember und Mariä Verkündigung am 25. März.
Zum Großfrauentag verbindet sich die kirchliche Wallfahrt traditionell mit dem Kirtag. Das Nebeneinander religiöser und weltlicher Festformen ist für viele ältere Wallfahrtsorte charakteristisch. Gottesdienst, Prozession und Gebet standen dabei nicht notwendigerweise im Gegensatz zu Markt, Begegnung und Unterhaltung; vielmehr gehörten beide Bereiche zum außergewöhnlichen Festtag, an dem Menschen aus verschiedenen Orten zusammenkamen.
Für die Geschichte des Wallfahrtsortes ist seine Lage unmittelbar an der heutigen Staatsgrenze besonders wichtig. Bis zum frühen 20. Jahrhundert gehörte das Gebiet zu Ungarn; die heutige österreichisch-ungarische Grenze durchschnitt daher ein wesentlich älteres religiöses und kulturelles Einzugsgebiet.
Wallfahrer aus Orten, die heute in zwei verschiedenen Staaten liegen, gehörten ursprünglich zur selben westungarischen Wallfahrtslandschaft.
Die neue Staatsgrenze nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere ihre strenge Abriegelung nach dem Zweiten Weltkrieg erschwerten diese traditionellen Kontakte erheblich. Historische Wallfahrtswege wurden unterbrochen und über Generationen bestehende regionale Beziehungen eingeschränkt.
Mit der Öffnung der Grenze konnten solche Verbindungen wieder aufgenommen werden. Heute kommen erneut Pilger aus dem angrenzenden Ungarn nach Maria Weinberg; die Pfarre versteht das Heiligtum ausdrücklich als grenzüberschreitenden Wallfahrtsort.
Gerade aus volkskundlicher Sicht sollte die heutige Staatsgrenze deshalb nicht rückwirkend als selbstverständliche kulturelle Grenze verstanden werden. Forschungen zum österreichisch-ungarischen Wallfahrtswesen zeigen vielmehr, wie stark Wallfahrten über Sprach-, Herrschafts- und spätere Staatsgrenzen hinweg als Vermittler kultureller Beziehungen wirkten.
Maria Weinberg ist keine erloschene Wallfahrt. Die Diözese Eisenstadt führt die Kirche weiterhin als Wallfahrtskirche und bezeichnet sie als Zentrum der Marienverehrung des südlichen Burgenlandes. Pilger kommen aus der näheren Umgebung ebenso wie aus dem angrenzenden Ungarn; traditionelle Fußwallfahrten werden weiterhin gepflegt.
Dabei gehört Maria Weinberg nicht zu jenen großen Wallfahrtszentren, deren religiöser Charakter durch touristische Infrastruktur beinahe überlagert wird. Der Ort hat den Charakter eines regionalen Gnadenortes bewahrt, an dem Einzelpilger, kleinere Gruppen und traditionelle Fußwallfahrten einen wesentlichen Teil des Wallfahrtslebens bilden.
Maria Weinberg besitzt für die religiöse Volkskunde eine ungewöhnliche Dichte unterschiedlicher Zeugnisse.
Am Anfang steht ein mittelalterliches Heiligtum, dessen genaue Ursprünge nicht vollständig geklärt sind. Spätestens im 15. Jahrhundert ist eine überörtliche Bedeutung greifbar. Aus derselben Epoche stammt die bis heute erhaltene Gnadenmadonna.
Die Wallfahrt überdauerte die großen religiösen und politischen Umbrüche der folgenden Jahrhunderte. Im Barock kamen neue Ausdrucksformen hinzu, ohne das mittelalterliche Kultbild zu verdrängen. Wachsfiguren und gemalte Votive dokumentieren persönliche Bitten und Erfahrungen einzelner Wallfahrer, während das Votivbild von 1718 zugleich die Verbindung zu Mariazell sichtbar macht.
Der Großfrauentag zeigt die gemeinschaftliche Seite der Wallfahrt. Menschen verschiedener Orte zogen gemeinsam zum Heiligtum; aus dem religiösen Termin entstand zugleich ein regionaler Fest- und Begegnungstag.
Eine weitere Ebene bildet die Lage im ehemaligen Westungarn. Die heutigen österreichischen und ungarischen Pilgergruppen waren historisch Teil eines gemeinsamen Kulturraumes. Erst politische Grenzziehungen machten aus einer regionalen Wallfahrt zeitweilig eine grenzüberschreitende Wallfahrt im modernen Sinn.
Besonders eindrucksvoll ist jedoch die materielle Kontinuität des Gnadenbildes. Vor derselben spätgotischen Madonna, vor der bereits Menschen des ausgehenden Mittelalters beteten, werden noch heute Kerzen entzündet und Bitten ausgesprochen.
Die Kirche hat sich verändert, Staaten und Grenzen haben sich verändert, Formen der Frömmigkeit haben sich verändert – das zentrale Kultbild blieb.
Gerade darin liegt die besondere Bedeutung Maria Weinbergs als Wallfahrtsort und als historisches Zeugnis einer über Jahrhunderte gewachsenen religiösen Landschaft.
Joseph T. Simon: "Maria Weinberg, der bedeutendste Wallfahrtsort im südlichen Burgenland". In: Volk und Heimat, 15. Jahrgang, 1962, S. 5–9.
Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Ein topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde. Band 2: Niederösterreich und Burgenland. Wien 1955.
Maria-Kornelia Fasching: Die Wallfahrtsorte Südwestpannoniens. Wien 1991. Die Arbeit behandelt die Wallfahrtskultur des historischen südwestpannonischen Raumes und ausdrücklich auch Maria Weinberg/Pinkakertes.
Gábor Tüskés – Éva Knapp: "Österreichisch-ungarische interethnische Verbindungen im Spiegel des barockzeitlichen Wallfahrtswesens". In: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1990, S. 1–43.
Hanns Koren: "Die Beziehungen zwischen dem südlichen Burgenland und der Oststeiermark im Spiegel des Wallfahrtswesens". In: Burgenländische Beiträge zur Volkskunde. Wien 1953, S. 61–70.
Wallfahrten im Burgenland. Katalog zur Ausstellung im Diözesanmuseum Eisenstadt, 12. Mai bis 2. Oktober 1983. Eisenstadt 1983.
Dietmar Assmann: "Die bedeutendsten Wallfahrtsorte Österreichs und Südtirols". In: Österreichischer Volkskundeatlas, 6. Lieferung, 2. Teil. Wien 1979, Blatt 116, Karte und Kommentar.
Josef Rittsteuer: Kirche im Grenzraum. Ein Beitrag zur Kirchengeschichte der Diözese Eisenstadt. Eisenstadt 1968.
Josef Rittsteuer: Anfänge burgenländischer Pfarren. Eisenstadt 1996.
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Burgenland. Wien 1976, Gaas, Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Weinberg, S. 104–105.
Marktgemeinde Eberau (Hrsg.): Eberau. Herausgegeben anlässlich des 770-jährigen Bestehens. Eberau 1991.
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher
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