Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach

Die Wallfahrtskapelle, sogenannte Kroahäusl-Kapelle, befindet sich in Birnbach, ein Ort der Gemeinde Erlbach im oberbayerischen Landkreis Altötting.

Das Kroahäusl, die Korona-Kapelle mit dem Quellheiligtum liegt etwa 80 Meter von der Birnbacher Kirche entfernt, etwas abseits - jedoch idyllisch gelegen am Waldrand; geduckt im Tal zwischen Erlbach und Perach. Die Kapelle wird im Volksmund "Kroahäusl" genannt, die Hl.Korona wird in Nieder- und Oberbayern als „Groafrauerl“ verehrt („Groa“ ist die volkstümliche Bezeichnung für Corona).

Die Korona-Kapelle ist ein Quellheiligtum und bis heute eine blühende kleine Wallfahrtsstätte. Der Quellenkult dürfte hier nicht nur viele Jahrhunderte, sondern vermutlich sogar bis in die vorchristliche Zeit zurückreichen.

Die erstmalige urkundliche Erwähnung einer St.Korona-Kapelle in Birnbach ist im Jahr 1616. Sie wurde damals anstelle einer alten baufälligen Vorgänger-Kapelle neu erbaut. Auch bestand damals bereits eine Wallfahrt zur Kapelle und ein Heilbrünnl, wo das daraus genommene Wasser gegen „Augenwehe“ angewendet wurde. Die Quelle, die unter der Kapelle entspringt und deren Wasser in einem runden Becken vor der Kapelle gefasst ist, wird auch heute noch von vielen Menschen gegen allerlei Leiden geschätzt.

1648, gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kapelle vom Kriegsvolk ausgeraubt und zerstört. 1672 war sie bereits wieder aufgebaut und war wieder aus Holz. 1833 wurde sie wieder neu aufgebaut. Die Kapelle musste 1972 abgebrochen werden, da sie schon sehr sehr baufällig war. 1973 wurde sie ganz neu aus Holz gebaut und war etwas größer als die vorherige, 1833 gebaute. Sie wurde an der gleichen Stelle wieder errichtet. Bauherren waren die Eigentümer: die Hofer-Bauerseheleute Franz und Rosalia Strasser gemeinsam mit der Pfarrgemeinde Erlbach unter Pfarrer Josef Pimmer. Gleichzeitig mit dem Kapellenneubau wurde auch die Quelle neu gefasst. Der Landkreis Altötting und die Gemeinde Erlbach stifteten die beiden Ruhebänke und das Glockerl. Am 28.Oktober 1973 wurde die Kapelle und das Brünnl eingeweiht.

Das Gnadenbild ist eine hölzerne Muttergottes-Staute und umgeben von zahlreichen Votivtafeln. Der Strahlenkranz um die Mutter Gottes und die Rosenkränze wurden von umliegenden Bäuerinnen im Jahr 1949 als Dank für das Ende des Krieges gespendet.

Sehr viele Gebetserhörungen sind auf Anrufung der Muttergottes und der Hl.Korona im Laufe der Jahrhunderte gemeldet und heute geben noch an die 150 Votivtafeln in der Kapelle Zeugnis davon. Von diesen Tafeln sind insgesamt 110 mit Text und Jahreszahl versehen und nur 35 weisen keine Jahreszahl auf (der Rest ist nicht mehr lesbar).

Die älteste Votivtafel zeigt das Martyrium der Hl.Korona und des Hl.Viktor und weist darunter folgenden Text auf: „Gott zu Lob, der Hl.Corona zu Ehren, den christlichen Kirchfartern zu Eiffriger Andacht – Anno 1643“. Auch Opfergaben wie Krücken, hölzerne Beine und Arme sowie mehrere neue Kerzenopfer sind vorhanden. Auch ein modernes Votivbild zeugt von der Korona-Verehrung in der heutigen Zeit, siehe: https://www.sagen.info/forum/media/hl-korona.76485/

Die Kapelle samt Grundstück, worauf sie steht, ist seit eh und je in Privatbesitz des Hoferbauern. Die Besitzerin der Kapelle ist Rosalie Grabmaier, die Eigentümer-Hofer-Familien Grabmaier und Strasser pflegen und erhalten die Kapelle seit vielen Jahren, sie besorgen ebenfalls das Schmücken des Altars mit frischen Blumen. Jedes Jahr finden mehrere Maiandachten und Bittgänge statt, auch andere Feiern, wie Erstkommunionfeiern und Patroziniumsgottesdienste fanden und finden hier statt. Im Jahr 2017 wurde 400 Jahre Kroahäusl gefeiert.

Quelle: die beiden Kirchenführer „Die Pfarrkirche in Erlbach und die Nebenkirche und Koronakapelle in Birnbach“ sowie „s‘Kroahäusl: Koronakapella mit Gnadenbrünnl im Holzland“

Siehe auch: https://www.sagen.at/doku/quellen/quellen_dl/kroahaeusl.html


Lage: 84567 Erlbach (Oberbayern).
Lage in SAGEN.at-Karte der Wallfahrtsorte Bayern
Ansicht in Street View (derzeit keine Street View-Ansicht)
Web: Pfarrverband Reischach
Geöffnet: jederzeit zugänglich, der Altarraum mit dem Gnadenbild der "Madonna Coronata" und den Votivgaben sind durch ein Gitter geschützt.
 
Außenansicht, die Lage der Kapelle:

Die Wallfahrtskapelle, sogenannte Kroahäusl-Kapelle in Birnbach, ein Ort der Gemeinde Erlbach im oberbayerischen Landkreis Altötting.

 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Außenansicht, die Kroahäusl-Kapelle in Birnbach:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Kurze Chronik der Kroahäusl-Kapelle in Birnbach:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Das Bründl mit Wasser dem Heilwirkung nachgesagt wird:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Das Gnadenbild der Wallfahrtskapelle:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Die älteste Votivtafel im Kroahäusl (aus dem Jahr 1643) und zeigt das Martyrium der Hl.Korona und des Hl.Viktor und weist darunter folgenden Text auf: "Gott zu Lob, der Hl.Corona zu Ehren, den christlichen Kirchfartern zu Eiffriger Andacht – Anno 1643":
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Votivbilder und Votivgaben in der Wallfahrtskapelle:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Votivbilder und Votivgaben in der Wallfahrtskapelle:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Votivbilder und Votivgaben in der Wallfahrtskapelle:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
Votivbilder und Votivgaben in der Wallfahrtskapelle:
 

Kroahäusl, Koronakapelle in Birnbach, Erlbach, Landkreis Altötting

Bildquelle: © Irmgard Neubauer

   
   
Literatur zur Wallfahrt:
   
   
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Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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