Landeck-Perjen - Ehemaliges Kapuzinerkloster

Schnellüberblick
Kloster:Ehemaliges Kapuzinerkloster Landeck-Perjen. Die Kapuziner kamen 1921 nach Perjen; 1922 wurde die Niederlassung regulär in die Nordtiroler Provinzorganisation aufgenommen. Der Konvent entstand bei der älteren Kirche "Maria, Hilfe der Christen" und wurde später mit der Pfarrseelsorge in Perjen verbunden.
Orden:Kapuziner, Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum (OFMCap).
Gründung:Erste Bemühungen um ein Kapuzinerkloster im Landecker Raum bereits 1668; dauerhafte Niederlassung in Perjen 1921/22. Kirche und Kloster wurden 1921-1925 ausgebaut beziehungsweise neu errichtet.
Aufhebung:1939 Zwangsräumung durch die nationalsozialistischen Behörden; nach 1945 Rückkehr. Endgültiger Weggang der Kapuziner 2007 aus Personalmangel.
Status:Ehemaliges Kapuzinerkloster. Die Kirche ist heute Pfarrkirche der Pfarre Landeck-Perjen und weiterhin dem Titel "Maria, Hilfe der Christen" geweiht. Der ehemalige Klostertrakt wird als Pfarr- und Begegnungszentrum genutzt.
Anlage:Historisch gewachsene Anlage aus der im 18. Jahrhundert erweiterten Mariahilf-Kapelle, der 1921-1925 vergrößerten Kapuzinerkirche, dem ehemaligen Kloster, Pfarr- und Gemeinschaftsräumen sowie dem Kapuzinerplatz mit Missionskreuz und Franziskusbrunnen.
Ort:Landeck-Perjen.
Region:Oberinntal, Tirol.
Land:Österreich.
Lage und Besuch
•Ehemaliges Kapuzinerkloster und Pfarrkirche Landeck-Perjen, Kirchenstraße 16, 6500 Landeck, Tirol, Österreich.
•Lage in der SAGEN.at-Karte Klöster und Stifte in Tirol
•Ansicht in Street View
•Öffnungszeiten: Die ehemalige Kapuzinerkirche ist heute aktive Pfarrkirche. Zugang und Gottesdienstzeiten richten sich nach dem laufenden Pfarrbetrieb. Der ehemalige Klostertrakt wird als Pfarr- und Gemeinschaftszentrum genutzt und ist kein reguläres Klostermuseum.
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Gesucht werden insbesondere Gesamtansichten von Kirche und ehemaligem Kloster, der Kapuzinerplatz, der Franziskusbrunnen, das Missionskreuz, die Vorhalle aus dem Chor der älteren Kapelle, der Innenraum, der barocke Hochaltar mit dem Mariahilf-Altarbild, die Figuren der Heiligen Notburga, Isidor, Magnus und Gallus, die Seitenaltäre mit Judas Thaddäus und Fidelis von Sigmaringen, die Fatima-Madonna sowie die Guthirtenmutter. Besonders gesucht wird eine klare Aufnahme des Hochaltarbildes mit der Mariahilf-Darstellung nach dem Cranach-Typus.

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Ausführliche Beschreibung

Klostergründung an einem wesentlich älteren Sakralort

Das ehemalige Kapuzinerkloster Landeck-Perjen gehört zu den jüngeren Kapuzinerniederlassungen Tirols, doch seine Vorgeschichte reicht weit in die Frühe Neuzeit zurück. Die Kapuziner kamen erst 1921 dauerhaft nach Perjen. Der Ort, an dem sie ihr Kloster errichteten, war jedoch bereits seit Jahrhunderten religiös genutzt. Eine kleine Kapelle bestand vor der Mitte des 18. Jahrhunderts; 1752 wurde sie auf Wunsch der Perjener Gemeindeleute erweitert und als Kirchlein geweiht. Die spätere Klostergründung setzte daher nicht bei einem unbebauten Platz an, sondern übernahm einen lokalen Sakralraum, dessen Ausstattung und Patrozinium in den Neubau integriert wurden.

Gerade diese Schichtung ist für die Geschichte von Perjen entscheidend. Das barocke Kirchlein war auf die lokale Gemeinde bezogen, während das Kloster des 20. Jahrhunderts auf eine stark wachsende Arbeiter- und Eisenbahnersiedlung reagierte. Später wurde aus der Kapuzinerkirche eine Pfarrkirche, aus dem Konvent ein Pfarrzentrum und aus dem Klostervorplatz ein sozialer Mittelpunkt des Stadtteils. Der Ort blieb also religiös kontinuierlich genutzt, obwohl sich die institutionelle Form mehrfach grundlegend veränderte.

Mariahilf: Patrozinium, Bildtypus und keine gesicherte Wallfahrt

Die Bezeichnung "Mariahilf" bedarf in Perjen einer genauen Erklärung. Die Kirche ist seit dem 18. Jahrhundert "Unserer Lieben Frau, Hilfe der Christen" geweiht. Im Hochaltar befindet sich eine Darstellung des Mariahilf-Typus, die als Kopie beziehungsweise Nachbildung des berühmten Cranachschen Marienbildes in Innsbruck beschrieben wird. Unterhalb beziehungsweise im Zusammenhang mit dieser Darstellung erscheinen die Heiligen Notburga und Isidor, die bereits zum historischen Patroziniums- und Ausstattungsprogramm des alten Kirchleins gehörten.

Aus dem Vorhandensein eines Mariahilf-Bildes darf jedoch nicht automatisch auf eine Wallfahrt geschlossen werden. Der Cranachsche Mariahilf-Typus verbreitete sich im gesamten Alpenraum in zahllosen Kopien, ohne dass jeder Aufstellungsort den Charakter einer Wallfahrtskirche annahm. Für Perjen lassen sich nach dem derzeitigen Forschungsstand weder ein historisches Mirakelbuch noch eine dokumentierte Votivsammlung oder regelmäßige überörtliche Wallfahrten zum Mariahilf-Bild sicher nachweisen. Die Kirche ist daher in erster Linie als Mariahilf-Patrozinium mit einem verehrten Marienbild zu verstehen, nicht als gesicherter historischer Wallfahrtsort.

Die Kapelle von 1752

Im April 1752 erhielten die Perjener Gemeindeleute die Erlaubnis, ihre bereits vorhandene Kapelle zu einem kleinen Kirchlein auszubauen. Noch im selben Jahr war der Bau vollendet. Geweiht wurde die Kirche "Unserer Lieben Frau, Hilfe der Christen" sowie den Heiligen Notburga und Isidor. Diese Kombination ist für den damaligen ländlichen Raum bezeichnend: Maria als universale Schutz- und Hilfsgestalt steht neben Notburga und Isidor, zwei Heiligen, die eng mit Bauernstand, Arbeit, Vieh und ländlichem Lebensalltag verbunden waren.

Die spätere Entwicklung veränderte das Kirchlein baulich stark, doch wesentliche Teile blieben erhalten. Besonders wichtig ist der ehemalige Chor der barocken Kapelle, der nach der Umorientierung des Kirchenraumes zur heutigen Vorhalle wurde. Dadurch lässt sich die ältere Baugeschichte bis heute am Gebäude ablesen.

Der barocke Hochaltar

Der historische Hochaltar blieb auch nach dem Ausbau zur Kapuzinerkirche religiöser und kunsthistorischer Mittelpunkt des Raumes. Sein Altarbild zeigt die Mariahilf-Darstellung nach dem Cranach-Typus in Verbindung mit den Heiligen Notburga und Isidor. Der Künstler des Bildes ist nach derzeitigem Stand nicht sicher bekannt.

Seitlich stehen die großen Figuren der Heiligen Magnus und Gallus, die um die Mitte des 18. Jahrhunderts in das Umfeld beziehungsweise die Werkstatt des Tiroler Bildhauers Andreas Kölle eingeordnet werden. Weitere Figuren, darunter Franziskus, Antonius, Joachim und Josef, verweisen teils auf die ursprüngliche barocke Ausstattung, teils auf die spätere kapuzinische Deutung des Raumes. Gerade der Hochaltar zeigt daher besonders deutlich, wie das alte Marienkirchlein in die neue Ordensnutzung integriert wurde.

Kapuziner im Landecker Raum lange vor 1921

Die dauerhafte Niederlassung von 1921 war keineswegs der erste Kontakt zwischen Landeck und dem Kapuzinerorden. Bereits 1668 setzte sich der Landecker Kurat Thomas Kravogl für eine Kapuzinerniederlassung ein. Nach der späteren Ordensüberlieferung unterstützten auch Gemeinden des damaligen Gerichtsbezirks Landeck den Plan. Die Provinzleitung lehnte eine Gründung damals jedoch ab.

In den folgenden Jahrhunderten kamen Kapuziner dennoch regelmäßig nach Landeck. Patres aus Innsbruck, Imst und südlich gelegenen Häusern übernahmen Advent- und Fastenpredigten, standen für Beichten zur Verfügung und halfen in der regionalen Seelsorge aus. Damit entstand lange vor dem eigenen Kloster eine vertraute Beziehung zwischen Bevölkerung und Orden.

Die Wandermönche aus Imst

Besonders anschaulich wird diese Beziehung in der Erinnerung an Kapuziner aus Imst, die regelmäßig nach Perjen kamen. Sie bewegten sich zu Fuß zwischen den Orten, wurden bei Bauern verköstigt und sammelten Gaben für ihr Kloster. Solche reisenden Patres waren für viele ländliche Gegenden des Oberinntals typische religiöse Figuren.

Die lokale Überlieferung verbindet mit ihren Wegen den sogenannten "Pfaffensteig" zwischen Stanz und der Lötz. Bei Hausbesuchen segneten die Kapuziner Hof und Vieh, beteten mit den Bewohnern und verteilten Heiligenbildchen an Kinder. Diese kleinen Andachtsbilder gehören zu jener religiösen Gebrauchskultur, die in Familien oft lange aufbewahrt wurde und Ordenspräsenz auch nach dem Weggang des Paters materiell sichtbar machte.

Perjen im Wandel des 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Die Voraussetzungen für eine dauerhafte Kapuzinerniederlassung veränderten sich mit der Industrialisierung und dem Eisenbahnbau grundlegend. Perjen wuchs stark und entwickelte sich zunehmend von einer ländlichen Siedlung zu einem Arbeiter- und Eisenbahnerort. Menschen aus verschiedenen Teilen der Habsburgermonarchie zogen zu, soziale und konfessionelle Strukturen wurden vielfältiger, und der seelsorgliche Bedarf stieg.

Ordensgeschichtliche Quellen beschreiben Perjen um 1920 als Ort mit etwa 700 Einwohnern, darunter zahlreiche Eisenbahner und Fabrikarbeiter. Aussagen über geringe Kirchlichkeit oder moralische Defizite spiegeln dabei die Wahrnehmung kirchlicher Autoren der Zeit und sind quellenkritisch zu lesen. Unabhängig davon ist der strukturelle Befund eindeutig: Ein rasch wachsender Stadtteil benötigte eine stabilere eigene Seelsorge.

Sigismund Waitz und die Suche nach einer Ordensgemeinschaft

Apostolischer Administrator Sigismund Waitz unterstützte eine Ordensniederlassung in Perjen. Zunächst dachte man offenbar nicht ausschließlich an Kapuziner. Salvatorianer wurden ebenso in Betracht gezogen, und auch Franziskaner zeigten Interesse. Teilweise verbanden sich damit ehrgeizige Bildungspläne, die neben Seelsorge auch Schule und weiterführende Ausbildung vorsahen.

Die endgültige Entscheidung zugunsten der Kapuziner war daher nicht von vornherein festgelegt. Sie entstand aus lokaler Initiative und aus der starken historischen Vertrautheit der Bevölkerung mit diesem Orden.

Josef Markt und das Klosterkomitee

Eine Schlüsselfigur war der Landecker Gemeindesekretär Josef Markt. Er hatte selbst zeitweise als Kapuzinerkandidat beziehungsweise unter dem Ordensnamen Frater Florian im Umfeld des Ordens gelebt und blieb den Kapuzinern dauerhaft verbunden. 1920 gründete er ein Komitee, das die Errichtung eines Klosters in Perjen vorantrieb.

Damit wurde die Gründung zu einem lokalen Gemeinschaftsprojekt. Nicht nur kirchliche Autoritäten entschieden über die Zukunft des Ortes; die Bevölkerung selbst wurde in den Entscheidungsprozess einbezogen.

1921: die Bevölkerung entscheidet sich für die Kapuziner

Nach der Ordensüberlieferung fand 1921 eine lokale Abstimmung über die gewünschte Ordensgemeinschaft statt. Die Franziskaner erhielten demnach keine Stimme, die Salvatorianer nur wenige, während die Kapuziner eine überwältigende Mehrheit bekamen. Die genaue formale Organisation dieser Abstimmung ist bislang nicht im Detail rekonstruiert, doch die Überlieferung ist für die Wahrnehmung des Ordens im Ort ausgesprochen aussagekräftig.

Die Kapuziner waren keine unbekannte Gemeinschaft, die von außen in einen Stadtteil gesetzt wurde. Seit Generationen kannte man sie als Prediger, Beichtväter und wandernde Seelsorger. In diesem Sinn war die Entscheidung von 1921 zugleich Ergebnis einer langen regionalen Ordensgeschichte.

P. Benvenut Kapferer und der Beginn des Konvents

Erster Leiter der neuen Niederlassung war P. Benvenut Kapferer. Gemeinsam mit Bruder Cyriak Tusch bezog er zunächst einen verlassenen Bauernhof in der Riefengasse, der im Volksmund als "Beatushöhle" bezeichnet wurde. Das einfache Quartier entsprach in gewisser Weise dem franziskanisch-kapuzinischen Ideal eines bescheidenen Anfangs.

P. Benvenut blieb nicht auf organisatorische Aufgaben beschränkt. Nach der Hausüberlieferung arbeitete er täglich selbst auf der Baustelle mit und machte damit gerade bei den Arbeitern Eindruck. Auch Bruder Cyriak beteiligte sich an den praktischen Arbeiten. In einem von Eisenbahn und Industrie geprägten Milieu besaß diese sichtbare körperliche Mitarbeit eine hohe soziale Symbolkraft.

1921-1925: Bau von Kirche und Kloster

Die bestehende Kapelle wurde in den Neubau integriert und zugleich stark verändert. Der Kirchenraum wurde umorientiert; der ehemalige fünfseitige Chor des barocken Kirchleins dient seither als Vorhalle. An das alte Langhaus wurden ein breiteres Joch und ein neuer Chor angefügt. Damit entstand eine Kirche, die den Anforderungen einer Ordensgemeinschaft und einer wachsenden Gottesdienstgemeinde entsprach.

Die Steine kamen aus einem Perjener Steinbruch oberhalb des heutigen Burgweges und wurden mit Pferde- und Ochsenfuhrwerken zur Baustelle gebracht. Diese lokale Materialgewinnung und Transportweise zeigen, wie stark der Bau noch in traditionellen Arbeitsformen verankert war, obwohl er in einer modernen Arbeiter- und Eisenbahnersiedlung entstand.

Anton Jäger und die Konflikte um den Bau

Mit der Planung und Bauleitung wird Anton Jäger verbunden; als ausführender Baumeister erscheint Pümpel aus Feldkirch. Zwischen Jäger und P. Benvenut kam es offenbar zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten über Planung und Ausführung. Beschwerden und Konflikte erreichten mehrfach das Provinzialat.

Solche Auseinandersetzungen sind für Ordensbauten keineswegs ungewöhnlich. Architektonische Vorstellungen, finanzielle Möglichkeiten, liturgische Anforderungen und kapuzinisches Armutsideal mussten miteinander vermittelt werden. Der heutige Bau ist daher auch Ergebnis von Kompromissen und konkreten Konflikten der Bauzeit.

Ein internationales franziskanisches Finanzierungsnetz

Die Finanzierung stützte sich nicht allein auf Perjener Mittel. Spenden kamen aus dem Bezirk Landeck, von Geistlichen, Ordensgemeinschaften und Kapuzinern in anderen Ländern. Auch Unterstützung aus Nordamerika, Frankreich, der Schweiz und dem Engadin wird in der Hausüberlieferung genannt.

Damit wurde ein lokal gewünschtes Kloster durch ein internationales Netzwerk des Ordens ermöglicht. Die Baugeschichte zeigt exemplarisch, wie eng regionale Frömmigkeit und weltweite Ordensstrukturen im frühen 20. Jahrhundert miteinander verbunden waren.

1921 oder 1922: zwei richtige Daten

In der Literatur erscheinen für die Gründung sowohl 1921 als auch 1922. Der scheinbare Widerspruch lässt sich auflösen. 1921 kamen die ersten Kapuziner nach Perjen und begannen mit Aufbau und Seelsorge; ab 1922 wurde Landeck-Perjen als reguläre Niederlassung der Nordtiroler Kapuzinerprovinz geführt.

Für eine präzise Darstellung empfiehlt sich daher die Formulierung, dass die Kapuziner 1921 nach Perjen kamen und der Konvent 1922 institutionell in die Provinzorganisation aufgenommen wurde.

13. April 1925: Weihe von Kirche und Kloster

Am 13. April 1925 weihte Sigismund Waitz Kirche und Kloster feierlich. Der Konvent bestand anschließend aus vier Patres und drei Laienbrüdern. Damit war die Phase des provisorischen Anfangs beendet.

Die Gemeinschaft übernahm nun dauerhaft Gottesdienst, Beichte und Seelsorge in Perjen und im weiteren Umfeld. Die Kirche war zugleich Klosterkirche und lokaler religiöser Mittelpunkt.

Die Seitenaltäre der Kapuzinerzeit

Die beiden Seitenaltäre gehören zur Ausstattungsphase nach der Klostergründung. Sie wurden nach Entwürfen des Bludenzer Schuldirektors Jehly errichtet; Hans Bertle aus Schruns malte 1928 die Altarbilder.

Der rechte Seitenaltar zeigt Judas Thaddäus bei einer Krankenheilung. Dieser Apostel gewann im 19. und 20. Jahrhundert als Helfer in schweren und aussichtslos erscheinenden Anliegen zunehmende Popularität. Der linke Seitenaltar ist dem Kapuzinerheiligen Fidelis von Sigmaringen gewidmet und zeigt ihn bei seiner Aufnahme in den Himmel. Damit erhielt der Kirchenraum nun ein deutliches ordensspezifisches Programm.

Fatima in Perjen

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam eine weitere marianische Frömmigkeitsschicht hinzu. P. Anton Maria Storz brachte um 1947 eine Fatima-Madonna in die Kirche. Sie wurde auf dem linken Seitenaltar aufgestellt und verband Perjen mit einem jener Marienkulte, die im 20. Jahrhundert weltweit enorme Verbreitung fanden.

Die Fatima-Verehrung trat damit neben das barocke Mariahilf-Bild. Beide Kultformen unterscheiden sich historisch und theologisch, bestanden im Perjener Kirchenraum jedoch nebeneinander.

1947: Gründung des Guthirtenmutterwerkes

Eine eigenständige und für Perjen besonders charakteristische Marienverehrung entstand 1947. P. Anton Maria Storz gründete das sogenannte Guthirtenmutterwerk. Die Frömmigkeitsform geht auf die kapuzinische Tradition der "Mutter des Guten Hirten" zurück und verbindet Maria mit dem Bild Christi als Guten Hirten.

Am 2. Februar 1947 bestätigte Bischof Paulus Rusch das Werk in der Perjener Kapuzinerkirche. Am 19. April desselben Jahres erklärte Kapuzinerprovinzial Optat die Kirche offiziell zum Sitz des Guthirtenmutterwerkes. Damit erhielt Perjen eine über die lokale Pfarrfunktion hinausreichende Bedeutung innerhalb der Kapuzinerprovinz.

Von der Mater Divini Pastoris zur Perjener Guthirtenmutter

Zunächst wurde ein großes Gemälde verwendet, das die "Mater Divini Pastoris" darstellte. 1950 ersetzte man dieses Bild durch eine eigens geschaffene Statue. Der Haller Bildhauer Gottfried Köstler fertigte die Figur, die vom Stams-Abt Eugen Fiderer geweiht wurde.

Am folgenden Tag feierte der im Exil lebende Erzbischof Juozapas Skvireckas von Kaunas ein Pontifikalamt und eine große Prozession. Damit erhielt die Verehrung eine feierliche öffentliche Inszenierung, die deutlich über den Alltag einer normalen Pfarrkirche hinausging.

Vierzigstündiges Gebet und Fest der Guthirtenmutter

Das Fest der Guthirtenmutter wurde in Perjen regelmäßig mit einem Vierzigstündigen Gebet begangen. Die Ordensüberlieferung berichtet von starkem Zulauf. Anders als beim älteren Mariahilf-Bild lässt sich hier daher tatsächlich eine eigenständige organisierte Kultpraxis des 20. Jahrhunderts fassen.

Diese Unterscheidung ist für die Religionsgeschichte wichtig: Das barocke Mariahilf-Bild gehört zum Patrozinium und zur historischen Ausstattung; die Guthirtenmutter dagegen wurde ab 1947 gezielt durch den Kapuzinerorden gefördert, institutionell organisiert und mit eigenen Festformen verbunden.

Drei marianische Schichten in einer Kirche

Der Perjener Kirchenraum vereint damit drei unterschiedliche marianische Traditionen. Das Mariahilf-Bild gehört in die barocke Bildfrömmigkeit des 18. Jahrhunderts. Die Fatima-Madonna steht für die internationale Marienverehrung des 20. Jahrhunderts. Die Guthirtenmutter wiederum ist unmittelbar mit der kapuzinischen Ordensspiritualität und der Nachkriegszeit verbunden.

Diese Gleichzeitigkeit ist volkskundlich besonders interessant. Sie zeigt, dass religiöse Bilder ältere Verehrungsformen nicht zwingend verdrängen. Neue Kultformen können sich neben bestehenden etablieren und denselben Kirchenraum in mehreren historischen Schichten prägen.

1928: Perjen wird Studienkloster

Eine bisher wenig beachtete Funktion erhielt Perjen nach der Neuordnung der Tiroler Kapuzinerprovinz 1928. Durch politische Grenzveränderungen lagen wichtige Ausbildungshäuser der Kapuziner plötzlich außerhalb der neu formierten Nordtiroler Provinz. Daher wurden zwei Philosophiekurse nach Landeck-Perjen verlegt.

Das Kloster war somit zeitweise nicht nur Seelsorgehaus, sondern Studienkloster für den Ordensnachwuchs. Junge Kapuziner absolvierten hier einen Teil ihrer philosophischen Ausbildung, bevor sie weitere Studien durchliefen. Diese Funktion verleiht dem Haus eine bildungsgeschichtliche Bedeutung, die über die lokale Pfarrseelsorge hinausgeht.

Die Klosterbibliothek

Mit der Studienfunktion war eine entsprechend ausgestattete Bibliothek notwendig. Der Bestand musste nicht nur Predigt- und Beichtliteratur enthalten, sondern auch philosophische und theologische Literatur für die Ausbildung der Ordenskleriker. Genaue historische Bandzahlen sind bislang nicht bekannt.

Der spätere Verbleib ist jedoch gesichert: Buchbestände aus Landeck-Perjen wurden in die Kapuziner-Zentralbibliothek Innsbruck übernommen. Damit ist ein Teil des geistigen Erbes des ehemaligen Konvents bis heute erhalten und wissenschaftlich zugänglich. Die Geschichte der Perjener Bibliothek gehört damit in den größeren Zusammenhang der Zentralisierung historischer Kapuzinerbestände in Innsbruck.

1939: Zwangsräumung des Klosters

Die nationalsozialistische Herrschaft brachte einen tiefen Einschnitt. Am 3. September 1939 erhielt der Konvent aufgrund des Kriegsleistungsgesetzes den Befehl, das Kloster kurzfristig zu räumen. Die Räume sollten für staatliche Zwecke genutzt werden. Nach der Ordensüberlieferung wurde bei Widerstand sogar mit bewaffneter Gewalt gedroht.

Die Kapuziner mussten das Haus verlassen. Drei ältere Brüder wurden mit einem Pferdewagen nach Imst gebracht; andere Patres fanden vorübergehend bei Familien in Perjen Unterkunft. Diese Aufnahme durch die Bevölkerung zeigt, wie eng die Gemeinschaft nach knapp zwei Jahrzehnten bereits im Stadtteil verankert war.

Das Kloster als Internat und Behördenhaus

Nach der Räumung wurde der Klosterkomplex unterschiedlich genutzt. Untergebracht wurden unter anderem ein Schülerheim für die Oberschule, eine Haushaltungsschule für Mädchen, Dienststellen der Wasser- und Straßenbauverwaltung sowie zeitweise Einrichtungen des Sicherheitsdienstes und später Räume für einen Rüstungsbetrieb.

Das Schülerheim im ehemaligen Kapuzinerkloster ist auch in der Geschichte der späteren Landecker höheren Schule dokumentiert. Damit lässt sich die Zweckentfremdung unabhängig von der Ordenschronik bestätigen.

P. Benvenut und der Konflikt mit dem NS-Regime

P. Benvenut Kapferer, der Gründungssuperior, geriet während der NS-Zeit persönlich unter Druck. Nach der Hausüberlieferung äußerte er sich offen gegen das Regime und wurde mit Gestapohaft beziehungsweise einer Einweisung in das Konzentrationslager Dachau bedroht. 1942 musste er Perjen verlassen.

Als P. Benvenut 1973 starb, nahm eine Delegation aus Perjen an seiner Beerdigung in Bludenz teil. Nach der Ordensüberlieferung bat ein Vertreter der Gemeinde am Grab um Verzeihung für das Unrecht, das ihm während der NS-Zeit in Perjen widerfahren war. Diese späte Geste gehört zur lokalen Erinnerungskultur des Klosters und zeigt, dass die Ereignisse jahrzehntelang nachwirkten.

Rückkehr nach 1945

Nach Kriegsende konnten die Kapuziner zurückkehren. Die Räume mussten wieder für Ordensleben und Seelsorge eingerichtet werden. Gleichzeitig begann eine neue Phase, in der das Kloster immer stärker mit der regulären Pfarrseelsorge verbunden wurde.

Die Rückkehr bedeutete daher nicht einfach eine Wiederherstellung des Zustandes vor 1939. Perjen war inzwischen weiter gewachsen, und der Konvent erhielt neue Aufgaben. Aus dem ursprünglichen Missions- und Seelsorgehaus entwickelte sich zunehmend ein Pfarrzentrum.

1948: Pfarrvikariat Perjen

Am 1. Februar 1948 errichtete Bischof Paulus Rusch das Pfarrvikariat Perjen "Maria, Hilfe der Christen". Die seelsorgliche Betreuung wurde den Kapuzinern anvertraut. Damit erhielt die bisherige Klosterkirche eine klar definierte territoriale Pfarrfunktion.

Diese Entwicklung entsprach dem starken Bevölkerungswachstum des Stadtteils. Die Kapuziner waren nun nicht mehr nur Prediger, Beichtväter und Ordensgemeinschaft, sondern trugen Verantwortung für Taufe, Trauung, Begräbnis, Religionsunterricht und den gesamten pfarrlichen Jahreslauf.

1951: selbständige Pfarre

Am 1. Februar 1951 wurde aus dem Pfarrvikariat die selbständige Pfarre Perjen. Die Pfarre wurde dem Kapuzinerorden inkorporiert. Kirche und Kloster bildeten damit ein gemeinsames geistliches und organisatorisches Zentrum.

Auch die Raumaufteilung des Klosters veränderte sich. Das frühere Refektorium wurde zum Pfarrsaal, andere Räume dienten als Kanzlei, Jugend- oder Gruppenräume. Die Grenze zwischen Konvent und Pfarrzentrum wurde dadurch zunehmend durchlässig.

Pfarrmissionen 1947, 1957 und 1972

Ein bis heute sichtbares Zeugnis der Pfarrseelsorge ist das Missionskreuz auf dem Kapuzinerplatz. Es erinnert an die Pfarrmissionen der Jahre 1947, 1957 und 1972. Damit besitzt Perjen ein materielles Erinnerungszeichen jener intensiven Missionsformen, die im 19. und 20. Jahrhundert in vielen katholischen Pfarren eingesetzt wurden.

Pfarrmissionen bestanden aus Predigtreihen, Beichten, Andachten und besonderen Veranstaltungen für unterschiedliche Gruppen. Ihr Ziel war eine zeitlich konzentrierte religiöse Erneuerung der Gemeinde. Das Missionskreuz machte diese zeitlich begrenzten Ereignisse dauerhaft im Ortsbild sichtbar.

Kapuzinerseelsorge im Alltag

Die Wirkung der Kapuziner beschränkte sich nicht auf große Feste und Missionen. Der Schwerpunkt lag im alltäglichen Kontakt mit den Menschen: Beichte, Krankenbesuch, Haussegnungen, Predigt, Trauerbegleitung, Jugendarbeit und pfarrliche Vereinsarbeit. Gerade diese unspektakulären Formen erklären die starke lokale Verankerung des Ordens.

Die frühere Tradition der wandernden Kapuziner setzte sich damit in institutionalisierter Form fort. Aus gelegentlichen Besuchen von Patres aus Imst war eine dauerhafte Gemeinschaft mitten im Stadtteil geworden.

1992: der Kapuzinerplatz

1992 wurde der Platz vor Kirche und Kloster neu gestaltet und erhielt den Namen Kapuzinerplatz. Damit wurde die jahrzehntelange Präsenz des Ordens auch topographisch festgehalten. Die Platzgestaltung sollte nicht nur einen funktionalen Vorraum zur Kirche schaffen, sondern einen sozialen Mittelpunkt des Stadtteils.

Eine besondere Rolle spielt der Franziskusbrunnen. Die Idee ging auf P. Hermann Gasser zurück. Der Bildhauer Holger Tangl aus Wenns schuf das Modell, das von der Kunstgießerei Krismer in Telfs ausgeführt wurde. Franziskus erscheint mit einem Kind und verbindet damit Ordensidentität mit einer bewusst nahbaren, alltagsbezogenen Darstellung.

Der Platz als sozialer Mittelpunkt

Der Kapuzinerplatz wurde rasch zu einem Ort gemeinschaftlicher Veranstaltungen. Musikkapelle, Adventsfeiern, Pfarrgruppen und lokale Initiativen nutzen ihn. Auch die Perjener Weihnachtskrippe erhielt hier einen öffentlichen Rahmen.

Damit wandelte sich ein klassischer Klostervorplatz in einen modernen Stadtteilplatz, ohne seine religiöse Prägung zu verlieren. Für die Volkskunde ist dies ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich kirchlicher Raum und lokales Gemeinschaftsleben gegenseitig durchdringen.

2007: Ende des Kapuzinerkonvents

2007 verließen die Kapuziner Perjen aus Personalmangel. Letzte Patres der Gemeinschaft waren P. Erich Geir und P. Adjut Heiß. Damit endete nach rund 85 Jahren die dauerhafte Ordenspräsenz.

Die Kirche blieb Pfarrkirche und der ehemalige Klostertrakt sollte ausdrücklich weiterhin für kirchliche, soziale und gemeinschaftliche Aufgaben genutzt werden. Jugendstelle, Pfarrgruppen, Chor und andere Einrichtungen fanden dort Raum. Das Ende des Konvents bedeutete daher keine Aufgabe des Gebäudes.

Die Bibliothek nach dem Weggang

Historische Buchbestände des Hauses wurden nach der Schließung in die Kapuziner-Zentralbibliothek Innsbruck übernommen. Damit blieb zumindest ein Teil der Bibliothek innerhalb des Ordenszusammenhangs erhalten.

Die Übernahme ist auch deshalb bemerkenswert, weil Perjen zeitweise Studienkloster war. Provenienzen und alte Besitzvermerke könnten heute noch erkennen lassen, welche Literatur für Philosophiestudium, Predigt und Pfarrseelsorge verwendet wurde.

Eigentumsfragen nach dem Ende des Klosters

Die Besitzverhältnisse des Klostergrundes waren historisch kompliziert. Stadt Landeck und mehrere umliegende Gemeinden waren in unterschiedlicher Form beteiligt. Gerade diese Struktur soll während der NS-Zeit mit dazu beigetragen haben, eine vollständige dauerhafte Enteignung des Areals zu erschweren.

Nach dem Weggang der Kapuziner wurden die rechtlichen Verhältnisse neu geordnet. In den 2010er Jahren wurden Schritte gesetzt, um das ehemalige Kloster dauerhaft als kirchliches und pfarrliches Zentrum zu sichern.

Die heutige Pfarrkirche

Die ehemalige Kapuzinerkirche ist heute Pfarrkirche Landeck-Perjen und trägt weiterhin den Titel "Maria, Hilfe der Christen". Der historische Hochaltar mit dem Mariahilf-Bild bildet nach wie vor das visuelle Zentrum des Chorraumes.

Damit setzt sich die religiöse Kontinuität des Ortes trotz des Weggangs der Kapuziner fort. Das Kloster ist Geschichte, die Kirche aber lebendiger Gottesdienstraum. Zugleich bleiben die unterschiedlichen Schichten der Vergangenheit sichtbar: das barocke Kirchlein, die Kapuzinererweiterung, die Nachkriegskulte und die heutige Pfarrnutzung.

Volkskundliche Bedeutung

Das ehemalige Kapuzinerkloster Landeck-Perjen besitzt eine außergewöhnlich dichte volkskundliche Überlieferung. Bereits die wandernden Kapuziner des 18. und 19. Jahrhunderts verbinden Ordensgeschichte mit Haussegnung, Viehsegen, Heiligenbildchen und lokaler Wegüberlieferung. Die Gründung von 1921 wiederum zeigt eine seltene Form der Beteiligung der Bevölkerung an der Auswahl einer Ordensgemeinschaft.

Die Bautätigkeit mit lokaler Mitarbeit, die Kapuziner auf der Baustelle, internationale Spenden, Pfarrmissionen, Fatima-Verehrung, Guthirtenmutterwerk, Missionskreuz, Kapuzinerplatz und Weihnachtskrippe bilden weitere Schichten religiösen Alltags. Das Haus ist deshalb weit mehr als ein ehemaliges Klostergebäude; es ist ein Erinnerungsort für die religiöse und soziale Entwicklung eines ganzen Stadtteils.

Mariahilf und Guthirtenmutter klar unterscheiden

Für die wissenschaftliche Einordnung ist die Unterscheidung zwischen Mariahilf und Guthirtenmutter besonders wichtig. Das Mariahilf-Bild gehört zur barocken Grundausstattung und zum Patrozinium der Kirche. Ein eigenständiger historischer Wallfahrtsstatus lässt sich dafür derzeit nicht sicher belegen.

Das Guthirtenmutterwerk dagegen ist als organisierter Kult seit 1947 klar dokumentiert. Es besaß kirchliche Bestätigung, einen eigenen Sitz in Perjen, ein eigenes Bild beziehungsweise später eine Statue, festliche Prozessionen und ein regelmäßiges Vierzigstündiges Gebet. Damit stellt die Guthirtenmutter die eigentliche überlokal organisierte Marienfrömmigkeit der Kapuzinerzeit dar.

Forschungsaufgaben

Mehrere Fragen bleiben offen. Besonders wichtig wäre eine kunsthistorisch gute Fotodokumentation des Hochaltarbildes. Eine klare Aufnahme könnte helfen, Bildtypus, Komposition und mögliche Datierung genauer zu beurteilen. Ebenso wäre zu klären, ob sich in Pfarr- oder Ordensakten Hinweise auf eine intensivere historische Mariahilf-Verehrung finden, die über das Patrozinium hinausgeht.

Auch die Bibliothek verdient eine genauere Provenienzuntersuchung. Für die Studienzeit ab 1928 wäre interessant, welche philosophischen Lehrbücher und Ordensautoren verwendet wurden. Schließlich könnten die Pfarrmissionen von 1947, 1957 und 1972 anhand von Programmen, Predigten und Erinnerungsberichten näher rekonstruiert werden.

Ein Kloster zwischen Arbeiterort, Ordensseelsorge und Pfarrzentrum

Die Geschichte des Kapuzinerklosters Landeck-Perjen ist eng mit der sozialen Entwicklung des Stadtteils verbunden. Ein barockes Marienkirchlein wurde im 20. Jahrhundert zum Mittelpunkt einer wachsenden Arbeiter- und Eisenbahnersiedlung. Die Kapuziner kamen auf ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung, bauten Kirche und Kloster aus, wirkten als Prediger, Beichtväter, Pfarrer und Lehrer und machten Perjen zeitweise sogar zu einem Studienort der Ordensprovinz.

Nach der Zwangsräumung von 1939 und der Rückkehr nach dem Krieg verlagerte sich das Gewicht zunehmend auf Pfarrseelsorge und neue marianische Frömmigkeitsformen. Mit dem Weggang der Kapuziner 2007 endete die Ordensgeschichte, nicht aber die religiöse Funktion des Ortes. Kirche, Pfarrzentrum, Kapuzinerplatz, Missionskreuz und die erhaltenen Kultbilder bewahren bis heute die verschiedenen Schichten dieser Entwicklung.

Quellen und Literatur

Gaudentius Walser OFMCap: Landeck-Perjen 1921-2007. Geschichte der Kapuzinerniederlassung und ihrer Seelsorge in Perjen. Ordensgeschichtliche Dokumentation.

Pfarre Landeck-Perjen: Geschichte unserer Kirche; Dokumentation zur barocken Kapelle, zum Ausbau des Klosters, zur Pfarrgründung, zu Kapuzinerplatz, Missionskreuz und zur lokalen Seelsorgegeschichte.

Pfarre Landeck-Perjen: Der Altarraum. Dokumentation zum Hochaltar, Mariahilf-Bild, zu Notburga, Isidor, Magnus und Gallus.

Pfarre Landeck-Perjen: Die Seitenaltäre. Dokumentation zu Fidelis von Sigmaringen, Judas Thaddäus und der Fatima-Madonna.

Pfarre Landeck-Perjen: Die Perjener Guthirtenmutter. Dokumentation zur Gründung des Guthirtenmutterwerkes 1947, zur Statue von Gottfried Köstler und zur Festtradition.

Kapuziner-Zentralbibliothek Innsbruck: Bibliotheksgeschichte und Dokumentation der Übernahme historischer Bestände aus Landeck-Perjen.

BRG/BORG Landeck: Schulgeschichte; Hinweise zur Nutzung des ehemaligen Kapuzinerklosters als Schülerheim während der NS-Zeit.

Dehio-Handbuch Tirol und kunsthistorische Denkmaldokumentationen zur Pfarrkirche Landeck-Perjen und ihrer Ausstattung.

Weiterführender Forschungsbedarf besteht besonders beim Hochaltarbild, bei der Frage nach einer möglichen intensiveren historischen Mariahilf-Verehrung, bei den Studienbeständen der Klosterbibliothek und bei der Dokumentation der Pfarrmissionen des 20. Jahrhunderts.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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