Rattenberg - Ehemaliges Augustiner- und Servitenkloster

Schnellüberblick
Kloster:Ehemaliges Augustiner-Eremitenkloster Rattenberg, 1817 von den Serviten übernommen. Die Anlage entstand als spätmittelalterliches Stadtkloster mit Seelsorge- und Memorialfunktion und entwickelte sich zu einem Zentrum augustinischer Ordenskultur, Bruderschaftsfrömmigkeit, Armenfürsorge und barocker Kunst. Nach dem Ende des Ordenslebens wurde der historische Kern zum Augustinermuseum ausgebaut.
Orden:Augustiner-Eremiten von der Gründung im 14. Jahrhundert bis 1817; anschließend Serviten (Ordo Servorum Mariae) bis zum Rückzug 1970 beziehungsweise zur endgültigen Auflassung 1971.
Gründung:Stiftungsentschluss um 1384/85 durch Johann Kummersbrucker; päpstliche Zustimmung am 26. Januar 1386, Bestätigung durch den Salzburger Erzbischof am 16. April 1387; Weihe des Klosters am 26. November 1391. Die Besiedlung erfolgte von München aus.
Status:Ehemaliges Kloster. Seit 1993 befindet sich im historischen Kern das Augustinermuseum Rattenberg. Klosterkirche, gotischer Kreuzgang, Hoferkapelle und Ecce-Homo-Kapelle sind Teil des Museumsbereiches; die Kirche wird daneben vereinzelt liturgisch genutzt.
Anlage:Mehrschichtige Klosteranlage mit mittelalterlicher Kernsubstanz, spätgotischem Kreuzgang und Hoferkapelle, barocker Klosterkirche St. Augustinus, Ecce-Homo-Kapelle mit dem beweglichen Schmerzensmann "Unser Herr im Elend", dem Kummersbrucker-Grabmal und dem sogenannten Augustinerhimmel von Johann Josef Waldmann. Der ehemalige Wohntrakt wurde nach der Klosterauflassung teilweise für Schule und Stadtverwaltung adaptiert.
Ort:Rattenberg am Inn, Bezirk Kufstein.
Region:Unterinntal, Tirol.
Land:Österreich.
Lage und Besuch
•Augustinermuseum Rattenberg, Klostergasse 95, 6240 Rattenberg, Tirol, Österreich.
Der ehemalige Klosterbezirk liegt am nördlichen Rand der historischen Altstadt unmittelbar beim Inn. Der historische Kern mit Klosterkirche, Kreuzgang, Hoferkapelle und Ecce-Homo-Kapelle ist heute als Museum erschlossen.
•Lage in der SAGEN.at-Karte Klöster und Stifte in Tirol
•Ansicht in Street View
•Öffnungszeiten: Das Augustinermuseum ist von 1. Mai bis 26. Oktober täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet; letzter Einlass ist um 16:30 Uhr. Führungen sind nach Voranmeldung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich. Die Klosterkirche ist während der Museumsöffnung sowie anlässlich einzelner Gottesdienste zugänglich.
•Web: Augustinermuseum Rattenberg
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Ausführliche Beschreibung

Ein Stadtkloster zwischen Seelsorge, Memoria und Sozialfürsorge

Das ehemalige Augustiner-Eremiten- und spätere Servitenkloster Rattenberg gehört zu den vielschichtigsten Ordensniederlassungen des Tiroler Unterlandes. Seine Bedeutung erschließt sich nicht allein aus der bemerkenswerten Architektur oder aus der barocken Ausstattung der Klosterkirche, sondern aus der engen Verbindung des Hauses mit der kleinen, wirtschaftlich jedoch stark frequentierten Stadt am Inn. Seit dem späten Mittelalter begegnen hier Stiftergedächtnis, Markt- und Fremdenseelsorge, Armenfürsorge, Spitalwesen, Bildung, Wanderbewegungen, geistliches Theater, Bruderschaften und lokale Kultformen. Nach der Krise des 16. Jahrhunderts folgte eine zweite Blüte im Zeichen katholischer Erneuerung und barocker Ordenskultur; nach 1817 führten die Serviten das Haus weiter und gaben ihm im 20. Jahrhundert noch einmal neue soziale Aufgaben.

Die historische Dichte wird heute dadurch besonders anschaulich, dass wesentliche Räume des Klosters erhalten und als Teile des Augustinermuseums zugänglich sind. Gotischer Kreuzgang, Hoferkapelle, barocke Ecce-Homo-Kapelle und Klosterkirche sind nicht bloß neutrale Hüllen für eine Sammlung, sondern selbst Quellen zur Geschichte religiösen Lebens. Sie bewahren Spuren verschiedener Epochen und Nutzungen, vom spätmittelalterlichen Stiftergrab bis zum barocken Kuppelfresko und zur musealen Sicherung sakralen Kulturgutes. Gerade für eine kulturhistorische und volkskundliche Betrachtung eignet sich Rattenberg deshalb besonders: Das Kloster war über Jahrhunderte ein Ort, an dem religiöse Praxis in konkrete Beziehungen zwischen Ordensleuten, Stadtbevölkerung, Reisenden, Armen, Bruderschaften und später jungen Industriearbeitern übersetzt wurde.

Rattenberg im späten Mittelalter

Rattenberg war trotz seiner geringen Fläche im späten Mittelalter ein bedeutender Verkehrs- und Handelsplatz. Die Lage am Inn verband Schifffahrt, Straßenverkehr und regionalen Warenhandel; Märkte zogen regelmäßig Menschen aus dem Umland und von weiter her an. Kirchlich entsprach diese wirtschaftliche Bedeutung jedoch nicht der damaligen Organisation. Rattenberg war keine selbständige Pfarre, sondern als Vikariat von Reith bei Brixlegg abhängig. Besonders an Markttagen, wenn die Bevölkerung vorübergehend stark anwuchs, konnte daher ein zusätzlicher Bedarf an Gottesdienst, Predigt, Beichte und seelsorglicher Betreuung entstehen.

In diese Situation gehört die Stiftung eines Augustiner-Eremitenklosters am nördlichen Rand der Stadt. Die Wahl eines Bettelordens war für einen Handelsort plausibel: Augustiner-Eremiten lebten nicht als abgeschlossene Grundherrschaft außerhalb der Stadt, sondern wirkten mit Predigt, Gottesdienst und Beichte in urbanen Gesellschaften. Das Rattenberger Haus sollte damit von Beginn an Einheimische und Fremde erreichen. Zugleich erhielt es als Familiengrablege des Stifters eine zweite, ebenso wichtige Funktion. Städtische Seelsorge und aristokratische Memoria waren daher nicht zwei voneinander getrennte Gründungsmotive, sondern Bestandteile desselben religiösen Stiftungskonzeptes.

Johann Kummersbrucker und die mehrstufige Klostergründung

Als Stifter erscheint Johann Kummersbrucker, Pfandinhaber des Gerichts Rattenberg und ein Mann aus dem Umfeld der bayerischen Herrschaft. Um 1384/85 fasste er den Entschluss, in Rattenberg ein Kloster der Augustiner-Eremiten zu errichten. Die Gründung vollzog sich in mehreren rechtlichen und baulichen Schritten: Am 26. Januar 1386 erteilte Papst Urban VI. seine Zustimmung; am 16. April 1387 folgte die Bestätigung des Salzburger Erzbischofs. Der Baubeginn wird entsprechend in die Jahre 1386/87 gesetzt. Am 26. November 1391 wurde das Kloster eingeweiht. Diese Abfolge ist genauer als die oft verkürzende Angabe eines einzigen "Gründungsjahres".

Die Besiedlung erfolgte von München aus. Ursprünglich war das Haus mit Besitzungen und Einkünften für zwölf Ordensbrüder ausgestattet; weitere Stiftungen und Schenkungen ließen die Gemeinschaft bald anwachsen. Der Konvent wurde damit in ein größeres augustinisches Netzwerk eingebunden, blieb zugleich aber eng auf Rattenberg bezogen. Die Klosterstiftung schuf einen dauerhaft präsenten Seelsorgekörper in einer Stadt, deren wirtschaftliche Mobilität und kirchliche Organisation zuvor in einem deutlichen Spannungsverhältnis gestanden hatten.

Kummersbrucker und Castelbarco: Klosterstiftung als Memoria

Johann Kummersbrucker und seine Gemahlin Anna von Castelbarco starben beide 1393. Die Familie hatte das neue Kloster ausdrücklich auch als Grablege vorgesehen. Ihr Doppelgrabmal aus Adneter Marmor gehört deshalb nicht nur zu den frühesten Kunstwerken der Anlage, sondern erschließt den Sinn der Stiftung selbst. Das um 1396 entstandene Monument zeigt beide Verstorbenen als Ganzfiguren. In der kunsthistorischen Literatur wird es als außergewöhnlich früher Bildnisgrabstein gewürdigt; je nach Darstellung gilt es als ältester Bildnisgrabstein Tirols beziehungsweise als einer der frühesten österreichischen Grabsteine mit ganzfiguriger Darstellung der Verstorbenen.

Für das mittelalterliche Verständnis einer Klosterstiftung war jedoch nicht die bildliche Repräsentation allein entscheidend. Mit der Grablege verband sich die Erwartung dauernder liturgischer Erinnerung. Gebete, Messen und Jahrtage sollten die Stifterfamilie über den Tod hinaus in die Gemeinschaft des Klosters einbeziehen. Das Grabmal war damit sichtbarer Mittelpunkt einer umfassenderen Memorialordnung. Gerade in Rattenberg lässt sich deshalb gut beobachten, wie Architektur, Stiftungskapital, Begräbnisplatz, religiöse Erinnerung und gesellschaftlicher Rang ineinandergriffen.

Brände und der spätgotische Wiederaufbau

Von der ersten Klosteranlage des späten 14. Jahrhunderts ist nur ein Teil der Mauerstruktur erhalten. Zwei schwere Brände, 1427 und 1482, vernichteten große Bereiche des Hauses und machten wiederholte Neubauten notwendig. Gerade deshalb zeigt die heutige Anlage keine einheitliche mittelalterliche Bauphase, sondern eine Folge von Wiederaufbau und Erweiterung. Die Langhausmauern der Kirche bewahren noch Substanz des frühen Baues, während Kreuzgang und Kapellen vor allem vom Ausbau des späten 15. Jahrhunderts geprägt sind.

Diese Baugeschichte erklärt auch die auffällige Verschiedenheit des Kreuzganggewölbes. Einfache vierteilige Rippengewölbe stehen neben Netz-, Stern- und sogenannten springenden Gewölbeformen. Das Ensemble ist daher weniger als ein aus einem Guss geplantes Bauwerk zu verstehen denn als Ergebnis mehrerer Arbeits- und Erweiterungsphasen. Gerade diese Unregelmäßigkeit ist historisch aussagekräftig: Sie macht sichtbar, wie ein Stadtkloster nach Katastrophen, Stiftungen und wechselnden finanziellen Möglichkeiten weitergebaut wurde.

Prior Johannes Spieß und die erste Blüte des 15. Jahrhunderts

Eine zentrale Gestalt der frühen Klostergeschichte ist Prior Johannes Spieß, der 1455 starb. Unter seiner Leitung erlebte der Konvent eine erste Blüte, doch seine Bedeutung reicht weit über die innere Ordensgeschichte hinaus. Urkunden des Rattenberger Stadtarchivs zeigen ihn als wirtschaftlich handelnden, städtisch vernetzten und sozial engagierten Prior. Er verwaltete nicht bloß das Klostervermögen, sondern griff mit Stiftungen und Immobiliengeschäften unmittelbar in die Entwicklung des Rattenberger Fürsorgewesens ein.

Diese Quellen sind besonders wertvoll, weil sie die Tätigkeit eines spätmittelalterlichen Ordensoberen jenseits hagiographischer oder chronikalischer Rückschau sichtbar machen. Spieß erscheint als Akteur einer Stadtgesellschaft, in der religiöse Stiftung, Armenfürsorge, Hausbesitz, Messgedächtnis und kommunale Verantwortung eng miteinander verbunden waren. Seine Person erlaubt deshalb einen selten konkreten Blick auf die soziale Funktion eines Bettelordensklosters im Tiroler Unterland des 15. Jahrhunderts.

1446: Johannes Spieß und die Entstehung des Rattenberger Spitals

Zwischen März und April 1446 erwarb Johannes Spieß mit Zustimmung seiner Ordensoberen einen Hausteil bei der Innbrücke, um dort ein Spital einzurichten. Die Urkunden beschreiben dabei sehr konkret die beabsichtigte Umgestaltung: Keller und Stall sollten zu Stuben und Kammern werden, weitere Räume und Pfründnerwohnungen wurden einbezogen und die bauliche Sicherung zum Inn hin geregelt. Die Initiative ist ein besonders klarer Beleg dafür, dass sich der Augustinerkonvent an der institutionalisierten Armen- und Krankenfürsorge der Stadt beteiligte.

Das spätere Rattenberger Bürgerspital war keine Filiale des Klosters und darf nicht als dauerhaftes augustinisches Hospital bezeichnet werden. Dennoch war die Tätigkeit des Priors für seine Entstehungsgeschichte wesentlich. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erhielt der Spitalkomplex mit der 1506 geweihten Heilig-Geist-Kirche einen eigenen sakralen Mittelpunkt. Damit sind Kloster- und Spitalgeschichte in Rattenberg institutionell voneinander zu unterscheiden, zugleich aber durch die Person Johannes Spieß eng miteinander verbunden.

1451: Messgedächtnis und Armenessen in der Konventsküche

Eine Urkunde vom 18. Oktober 1451 erschließt eine besonders anschauliche Form spätmittelalterlicher Frömmigkeit. Johannes Spieß überließ dem Kloster Einkünfte aus seinem väterlichen und mütterlichen Erbe. Dafür sollten jährlich vier gesungene Ämter gehalten werden. Ein Teil der Erträge war am Jahrtag seines Vaters zu Silvester ausdrücklich für drei "hausarme" Menschen bestimmt, die in die Konventsküche eingeladen und dort mit Fleisch, Kraut, Gerste, Brot, Gemüse und Wein bewirtet werden sollten; zusätzlich erhielten sie ein Geldalmosen.

Die Stiftung zeigt in seltener Konkretheit, dass Totengedächtnis und Armenfürsorge nicht als getrennte religiöse Bereiche verstanden wurden. Das gesungene Amt für Verstorbene und die Speisung bedürftiger Menschen gehörten zu derselben Memorialhandlung. Zugleich war die Stiftung durch eine Art soziale Sicherungsklausel abgesichert: Würde das Kloster seine Verpflichtungen nicht erfüllen, sollten die Einkünfte an das von Spieß gestiftete Spital fallen und dort für Arme verwendet werden. Frömmigkeit, Vertragsrecht und soziale Fürsorge greifen hier unmittelbar ineinander.

Die Hoferkapelle: Gewerkenvermögen, Grablege und spätgotische Kunst

Eine weitere bedeutende Stifterpersönlichkeit war der Gewerke Virgil Hofer. 1494/95 ließ er am Kloster eine eigene Kapelle errichten, die dem heiligen Wolfgang geweiht und zugleich als seine Grablege bestimmt war; 1498 erfolgte die Weihe. Als Baumeister wird Lienhard Plutauer beziehungsweise ein Meister aus dem Umfeld der entsprechenden Bauhütte angenommen. Der helle polygonale Raum besitzt ein feines Netzrippengewölbe, Maßwerkfenster und einen Schlussstein mit dem Wappen des Stifters.

Die Hoferkapelle zeigt, wie das Kloster gegen Ende des 15. Jahrhunderts von den Vermögen der montan und gewerblich geprägten Oberschicht des Unterinntales profitierte. Wie beim Kummersbrucker-Grabmal verband sich auch hier private Stiftung mit der Sorge um das eigene Totengedächtnis. Zur frühen Ausstattung gehört eine spätgotische Mondsichelmadonna. Bau, Wappen, Marienbild und Grablege machen die Kapelle zu einem besonders konzentrierten Zeugnis jener spätmittelalterlichen Frömmigkeit, in der wirtschaftlicher Erfolg, Stiftung, Repräsentation und Hoffnung auf dauerndes Gebetsgedächtnis eng aufeinander bezogen waren.

Der gotische Kreuzgang als Lebens- und Erinnerungsraum

Der Kreuzgang gehört zu den bedeutendsten erhaltenen Bereichen des ehemaligen Klosters. Seine uneinheitlichen spätgotischen Gewölbeformen dokumentieren mehrere Bauphasen und geben dem Raum eine besondere architektonische Spannung. Im klösterlichen Alltag verband der Kreuzgang Kirche, Kapellen und Konventsräume; er war Bewegungsraum, Ort des Gebetes und der stillen Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft. Zugleich nahm er Grab- und Memorialfunktionen auf.

Heute dient der Kreuzgang als zentraler Ausstellungsbereich des Augustinermuseums und beherbergt vor allem gotische Plastik. Diese museale Nutzung respektiert die historische Eigenart des Raumes insofern, als die Architektur selbst als Teil der Sammlung verstanden wird. Der Kreuzgang ist damit zugleich mittelalterliches Klosterdenkmal und moderner Vermittlungsraum. Seine heutige Wirkung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ursprünglich kein Schauraum war, sondern durch jahrhundertelange Bewegung, Gebet, Begräbnis und alltägliche Klosterpraxis geprägt wurde.

Die Klosterpforte und die Welt der fahrenden Scholaren

Eine außergewöhnlich ergiebige Quelle zur Sozialgeschichte bilden die Rattenberger Klosterrechnungen des 16. Jahrhunderts. Hanns Bachmann wertete für seine Untersuchung "Fahrende Schüler an Rattenbergs Klosterpforte" Raitbücher der Jahre 1557 bis 1594 aus. Darin erscheinen Schüler und Studenten, die auf dem Weg zu Schulen und Universitäten bei der Klosterpforte um Viatikum, Wegzehrung oder ein Almosen baten. Die Einträge zeigen eine europäische Bildungswelt, in der junge Menschen oft unter unsicheren wirtschaftlichen Bedingungen weite Strecken zurücklegten.

Die Klosterpforte war dabei kein ausschließlicher Anlaufpunkt für Scholaren. Rechnungen und vergleichbare Nachrichten nennen Arme, Reisende, Heimkehrer und Menschen, die nach Krieg oder Gefangenschaft unterwegs waren. Solche kleinen Ausgaben lassen das Kloster als Bestandteil einer vormodernen Infrastruktur der Mobilität erkennen. Rattenberg lag an einer wichtigen Verkehrsachse; die klösterliche Gabe an einen durchreisenden Menschen verband religiöses Almosenwesen mit ganz praktischer Reisehilfe. Gerade in diesen unscheinbaren Rechnungsnotizen tritt die soziale Funktion des Hauses deutlicher hervor als in repräsentativen Bauwerken.

Passionsspiel, Fastnachtspiel und klösterliche Musikkultur

Die Rattenberger Augustiner waren auch in die musikalische und theatralische Kultur der Stadt eingebunden. Die Tiroler Musikforschung weist darauf hin, dass der Konvent im 16. Jahrhundert ein Passionsspiel in Rattenberg initiierte und an Fastnachtspielen beteiligt war. Damit begegnet eine Form religiöser und städtischer Öffentlichkeit, die sich nicht auf Gottesdienst und Predigt beschränkte. Geistliches Spiel konnte biblische Geschichte vergegenwärtigen und zugleich eine große Bevölkerung erreichen; die Beteiligung an Fastnachtsformen zeigt daneben, wie durchlässig die Grenzen zwischen Ordensmilieu und städtischer Festkultur sein konnten.

Die Einzelheiten dieser Aufführungspraxis sind weniger dicht dokumentiert als andere Bereiche der Klostergeschichte und sollten deshalb nicht mit späteren Tiroler Passionsspieltraditionen vermischt werden. Sicher ist jedoch, dass Musik und Spiel zum kulturellen Wirkungsfeld des Hauses gehörten. Rattenberg bietet damit ein Beispiel dafür, dass Bettelordensklöster nicht nur Texte, Predigten und liturgische Feiern hervorbrachten, sondern an performativen Formen religiöser Kommunikation beteiligt waren.

Reformation und innerer Zerfall des Konvents

Im 16. Jahrhundert geriet das Kloster in eine tiefe Krise. Die reformatorische Bewegung wirkte in Rattenberg nicht nur von außen auf das katholische Ordenshaus ein; nach der klostergeschichtlichen Überlieferung fanden protestantische Vorstellungen auch unter den Augustinern selbst Anhänger. Gleichzeitig verschlechterten sich Disziplin und personelle Stabilität. Mit dem Tod des Priors Wolfgang Neuhauser am 24. Dezember 1556 erlosch die Gemeinschaft faktisch, und ein Weltpriester musste die noch bestehenden Mess- und Stiftungsverpflichtungen erfüllen.

Dieser Befund ist für die Tiroler Klostergeschichte besonders aufschlussreich. Er zeigt die Reformation nicht nur als Konflikt zwischen Konfessionen oder Obrigkeiten, sondern als Krise innerhalb einer bestehenden Ordensgemeinschaft. Das Rattenberger Haus bestand rechtlich weiter, hatte aber zeitweise keine funktionsfähige Gemeinschaft mehr. Erst im Zuge der katholischen Erneuerung kamen wieder Augustiner nach Rattenberg; die Konsolidierung verlief langsam und erreichte um 1600 unter Prior Jakob Rot eine neue Stabilität. Damit begann die zweite große Epoche des Konvents.

Katholische Erneuerung und neue Ordensidentität

Die Wiederbelebung um 1600 führte nicht einfach zur Wiederherstellung der Verhältnisse des späten Mittelalters. Der Konvent entwickelte nun eine stärker konfessionell profilierte, barocke Ordenskultur. Predigt, Beichte, Bruderschaften, Heiligenverehrung und bildreiche Andachtsformen gewannen an Bedeutung. Zugleich stieg die Zahl der Ordensmitglieder erneut deutlich; für 1772 sind siebzehn Patres und fünf Brüder genannt. Das Haus war damit wieder ein personell starker Konvent.

Diese erneuerte Gemeinschaft schuf den größten Teil jener Ausstattung, die heute das Bild der Klosterkirche bestimmt. Die barocke Umgestaltung ist deshalb nicht bloß als Stilwechsel von gotischer zu modernerer Kunst zu verstehen. Sie war Ausdruck einer erneuerten religiösen Selbstdefinition. Die Augustiner stellten ihre Ordensheiligen, ihre geistliche Genealogie und ihre Bruderschaften in Bildern, Altären und Festformen sichtbar in den Raum.

Die Gürtelbruderschaft Maria vom Trost

Zu den charakteristischen Formen augustinischer Frömmigkeit gehörte die Erzbruderschaft Maria vom Trost, auch Gürtelbruderschaft genannt. In Rattenberg ist ihre Einführung für 1615 belegt. Der schwarze Ledergürtel war nicht nur ein ikonographisches Attribut, sondern ein konkret tragbares Zeichen religiöser Zugehörigkeit. Die Verehrung bezog sich auf eine Überlieferung, nach der Maria der heiligen Monika in ihrer Sorge und Trauer einen Gürtel als Zeichen des Trostes und Schutzes übergeben habe.

Bruderschaften dieser Art verbanden Laien enger mit dem geistlichen Leben des Ordens. Mitgliedschaft bedeutete gemeinsame Gebete, Messgedächtnis, bestimmte Festtage und das Bewusstsein, an den geistlichen Verdiensten einer größeren Gemeinschaft teilzuhaben. In der Rattenberger Kirche erinnert der Monika-Altar an diese Tradition; das heutige Bild stammt von Johann Michael Greiter und wurde 1770 geschaffen. Die Bruderschaft ist damit ein wichtiges Beispiel dafür, wie augustinische Ordensfrömmigkeit in die religiöse Praxis der Stadtbevölkerung übertragen wurde.

Maria vom Guten Rat: ein zweiter marianischer Bruderschaftskult

1758 wurde in Rattenberg die Bruderschaft Maria vom Guten Rat eingeführt. Drei Jahre später erhielt sie einen eigenen Altar. Das von Johann Michael Greiter geschaffene Bild zeigt die Madonna vom Guten Rat; darunter nimmt die Ausstattung auf die Legende von der wunderbaren Übertragung des Gnadenbildes aus Skutari nach Genazzano Bezug. Die Verehrung war eng mit dem Augustinerorden verbunden, der den Kult von Genazzano europaweit verbreitete.

Für die Geschichte der Rattenberger Klosterkirche ist wichtig, diese Frömmigkeit von der älteren Gürtelbruderschaft zu unterscheiden. Beide waren marianisch, folgten jedoch unterschiedlichen Bildern, Erzählungen und religiösen Praktiken. Die Kirche wurde dadurch zu einem Raum, in dem mehrere augustinische Andachtsnetzwerke gleichzeitig präsent waren. Die Altäre dienten nicht bloß der Ausstattung, sondern markierten konkrete Gemeinschaften von Gläubigen mit eigenen Festen und Gebetsverpflichtungen.

Erdbeben 1662 und die große Barockisierung

Ein schweres Erdbeben im Jahr 1662 beschädigte die Klosteranlage erheblich. Um 1688 setzten Umbauarbeiten ein, die gegen Ende des Jahrhunderts unter Prior Wilhelm Durchholzer große Ausmaße annahmen. Das Langhaus der Klosterkirche wurde 1695 bis 1697 barockisiert, 1708 wurde der Chor begradigt und an der Westseite eine Vorhalle angebaut. Trotz dieser tiefgreifenden Veränderungen blieb mittelalterliche Kernsubstanz, vor allem in den Langhausmauern, erhalten.

Die Barockisierung bedeutete daher keine vollständige Zerstörung der alten Kirche, sondern eine neue Raumschicht über einem älteren Bau. Gerade diese Überlagerung prägt den heutigen Eindruck. Die gotische Vergangenheit bleibt in Anlage und Nebenräumen sichtbar, während Stuck, Altäre und Fresken die religiöse Bildwelt des frühen 18. Jahrhunderts dominieren. Rattenberg ist damit ein anschauliches Beispiel dafür, wie ein mittelalterliches Bettelordenskloster im Barock an neue liturgische, repräsentative und ikonographische Vorstellungen angepasst wurde.

Carlone und d'Allio: oberitalienische Kunst im Tiroler Unterland

Von 1707 bis 1708 arbeiteten die lombardischen beziehungsweise oberitalienischen Künstler Diego Francesco Carlone und Paolo d'Allio an der Ausstattung der Kirche. Ihre plastische und stuckierte Dekoration band Rattenberg in ein weitgespanntes Kunstnetz ein, das vom oberitalienischen Raum bis nach Salzburg, Bayern und Österreich reichte. Akanthusformen, Figuren und Architekturglieder verwandelten den zuvor schlichteren Kirchenraum in eine barocke Bild- und Festarchitektur.

Diese Künstlerwanderung ist auch sozialgeschichtlich von Interesse. Hochqualifizierte Stuckateure und Bildhauer arbeiteten projektweise über Landesgrenzen hinweg und verbanden Klöster, Stifte und Herrschaftszentren miteinander. Der Rattenberger Konvent war damit keineswegs ein abgelegener regionaler Auftraggeber, sondern Teil einer internationalen barocken Kunstlandschaft. Die Arbeiten von Carlone und d'Allio schufen den Rahmen, in dem wenig später Waldmanns Kuppelfresko seine Wirkung entfalten konnte.

Der Augustinerhimmel: ein gemaltes Ordensgedächtnis

Zwischen 1708 und 1711 schuf Johann Josef Waldmann in der Chorkuppel den sogenannten "Augustinerhimmel". Das monumentale Fresko gilt als erstes großes barockes Kuppelfresko Tirols. In einer vielgestaltigen Himmelsversammlung erscheinen die Dreifaltigkeit, Engel und zahlreiche Heilige beziehungsweise Vertreter von Gemeinschaften, die entweder eremitischen Traditionen angehörten oder nach der Regel des heiligen Augustinus lebten. Das Bildprogramm vergegenwärtigt damit weniger eine einzelne Legende als eine gesamte geistliche Genealogie.

Gerade darin liegt seine Bedeutung für die Ordensgeschichte. Der Rattenberger Konvent stellte sich selbst innerhalb einer großen Gemeinschaft heiliger und historischer Vorgänger dar. Die Forschung nimmt an, dass in einzelnen Gesichtern sogar zeitgenössische Augustiner porträtiert wurden; genannt werden unter anderem Prior Wilhelm Durchholzer und in der Überlieferung auch der berühmte Prediger Abraham a Sancta Clara. Solche Identifizierungen müssen im Einzelfall vorsichtig beurteilt werden. Sicher ist jedoch, dass das Fresko Ordensgeschichte, Heiligenverehrung und Selbstvergewisserung zu einem außergewöhnlich dichten Bildprogramm verbindet.

Frater Heinrich Härder: historischer Kern und unsichere Herkunft

Eine im Augustinerhimmel und in der lokalen Bildtradition hervorgehobene Gestalt ist Frater Heinrich Härder. Elfriede Grabners volkskundlich-historische Untersuchung hat die Überlieferung quellenkritisch neu bewertet. Historisch belegt ist, dass 1480 beim Angriff ungarischer Truppen auf das Augustinerkloster in Fürstenfeld ein Ordensbruder Heinrich Härder getötet wurde; der Prior und weitere Brüder gerieten vorübergehend in Gefangenschaft. Der Tod des Bruders gehört damit in den realen Zusammenhang der schweren kriegerischen Auseinandersetzungen jener Jahre.

Unsicher ist dagegen, ob Heinrich tatsächlich aus Rattenberg in Tirol stammte. Ein Rattenberger Nekrolog bezeichnet ihn nach Grabners Auswertung als Heinrich Härder "aus Rot"; der sonst bei einheimischen Brüdern verwendete ausdrückliche Hinweis auf Rattenberg fehlt. Deshalb ist auch eine Herkunft aus Rott in Bayern möglich. Für eine wissenschaftliche Darstellung ist diese Unterscheidung entscheidend: Der Märtyrertod in Fürstenfeld ist historisch greifbar, die Rattenberger Herkunft gehört dagegen zu einer später verdichteten lokalen Überlieferung.

Wie Rattenberg einen lokalen Heiligen schuf

Unabhängig von der unsicheren Herkunft entwickelte sich in Rattenberg eine ausgeprägte Verehrung Frater Heinrichs. Ein 1728 datiertes Prozessionsbild beziehungsweise Fahnenblatt verband ihn auf einer Seite mit der heiligen Notburga auf der anderen. Heinrich wurde bei Prozessionen mitgeführt und erscheint darüber hinaus im Augustinerhimmel, in der Ecce-Homo-Kapelle, später in einem Glasfenster von St. Virgil und in der lokalen Bildwelt der Stadt. Damit wurde seine angenommene Zugehörigkeit zu Rattenberg immer wieder visuell bestätigt.

Besonders aufschlussreich ist, dass die lokale und kirchliche Überlieferung ihn zeitweise als "selig" oder "heilig" bezeichnen konnte, obwohl keine kirchenrechtliche Selig- oder Heiligsprechung erfolgt war. Der Fall zeigt exemplarisch, wie lokale Heiligkeit entstehen konnte: Ein historisches Gewaltereignis wurde mit einer Herkunftstradition verbunden, durch Bilder und Prozessionen in den örtlichen Raum eingeschrieben und schließlich als selbstverständlicher Bestandteil des religiösen Gedächtnisses weitergegeben. Gerade die Diskrepanz zwischen kirchenrechtlichem Status und lokaler Verehrung macht Frater Heinrich für die Volkskunde besonders interessant.

Die Ecce-Homo-Kapelle und 'Unser Herr im Elend'

1707 entstand an Stelle eines Teiles des westlichen Kreuzgangflügels die barocke Ecce-Homo-Kapelle. Im Mittelpunkt steht ein spätgotischer Schmerzensmann, der unter der Bezeichnung "Unser Herr im Elend" verehrt wurde. Um 1720 schuf der klostereigene Laienbruder und Tischler Frater Alexius Schaider den Säulenaltar. Die Kapelle ist damit sowohl Ergebnis der barocken Umbauphase als auch ein eigener Kultort innerhalb des Klosters.

Die Bezeichnung "Herr im Elend" gehört zu einer weit verbreiteten Frömmigkeit um den leidenden Christus, in der der isolierte, verspottete oder zur Schau gestellte Erlöser als Bild menschlicher Not und zugleich als Gegenüber des Gebetes erscheint. In Rattenberg erhielt diese Andacht durch die besondere Beschaffenheit der Figur und die Wunderüberlieferung von 1707 eine lokale Zuspitzung. Die Kapelle wurde damit zu einem Ort, an dem Kunstobjekt, performative Passionsfrömmigkeit und Mirakelerzählung ineinandergriffen.

Ein beweglicher Christus als multifunktionale Passionsfigur

Die Christusfigur ist keine gewöhnliche unbewegliche Skulptur. Neuere kunsthistorische Forschung ordnet sie den sogenannten Gliederfiguren beziehungsweise Gliederpuppen des christlichen Brauchtums zu. Bewegliche Arme, Gelenke, Kopf und eine besondere Mechanik der Zunge erlaubten unterschiedliche Haltungen und Inszenierungen. Markus Rath und die von ihm ausgewertete Restaurierungsforschung sehen in der Rattenberger Figur eine multifunktionale Passionsgestalt, die für mehrere Stationen der Karwoche verwendet werden konnte: Geißelung, Dornenkrönung, Ecce-Homo-Szene, Kreuzigung, Grablegung und gegebenenfalls Auferstehungsdarstellung konnten mit demselben Körper vergegenwärtigt werden.

Diese Beweglichkeit darf nicht vorschnell als technische Kuriosität bewertet werden. Sie gehörte zu einer religiösen Praxis, in der Heilsgeschichte körperlich, räumlich und zeitlich inszeniert wurde. Die Figur konnte ihre Haltung verändern und dadurch verschiedene Momente der Passion darstellen; der Kirchenraum wurde zum Schauplatz einer wiederkehrenden religiösen Handlung. Gerade in dieser Verbindung von Mechanik und Kult liegt der besondere volkskundliche Wert des Rattenberger Bestandes.

1707: das 'Redewunder' und die Entstehung einer lokalen Wallfahrt

Mit der beweglichen Zunge der Figur verbindet sich die Rattenberger Wunderüberlieferung. Für den 7. Juli 1707 wird in der neueren Forschung ein sogenanntes "Redewunder" genannt: Der Christus soll seine Zunge bewegt beziehungsweise ein wundersames Zeichen gegeben haben. Die historische Darstellung muss zwischen dem überlieferten religiösen Ereignis und der materiellen Beschaffenheit des Bildwerkes unterscheiden. Dass die Figur über eine Zungenmechanik verfügte, ist objektgeschichtlich feststellbar; dass ihre Bewegung als Wunder verstanden wurde, gehört zur religiösen Interpretation der Zeit.

Entscheidend ist die Wirkung dieser Deutung. Um den "Herrn im Elend" entwickelte sich eine lokale Verehrung, die in der Errichtung beziehungsweise Ausstattung der Ecce-Homo-Kapelle einen eigenen räumlichen Mittelpunkt erhielt. Damit lassen sich in Rattenberg exemplarisch mehrere Ebenen historischer Frömmigkeit nebeneinander beobachten: ein technisch bewegliches Kultbild, performative Passionspraxis, Mirakelüberlieferung und daraus erwachsende Wallfahrt beziehungsweise verstärkte Andacht. Keine dieser Ebenen sollte die anderen ersetzen; erst ihr Zusammenwirken erklärt die Bedeutung des Ortes.

Barocke Altäre und augustinische Heiligenwelt

Die barocke Ausstattung der Klosterkirche entfaltet ein dichtes Programm augustinischer Heiligenverehrung. Das Hochaltarbild von Jakob Zanusi stellt den heiligen Augustinus dar; weitere Altäre und Bilder sind Nikolaus von Tolentino, Thomas von Villanova, Monika, Maria Magdalena und anderen für den Orden bedeutenden Gestalten gewidmet. Die Kanzel und die plastische Ausstattung sind Teil jener umfassenden Erneuerung, die den mittelalterlichen Kirchenraum im frühen 18. Jahrhundert in ein geschlossenes barockes Ensemble verwandelte.

Dabei darf die Ausstattung nicht nur als Summe einzelner Künstlernamen gelesen werden. Hochaltar, Bruderschaftsaltäre, Kuppelfresko, Stuck und Kapellen bildeten gemeinsam eine visuelle Ordnung. Ordensgeschichte und Heiligenverehrung wurden im Raum verteilt und bestimmten, wie sich Besucher durch die Kirche bewegten und welche religiösen Bezüge sie wahrnahmen. Die Kirche war damit zugleich Liturgieraum, Gedächtnisraum und bildhafte Darstellung augustinischer Identität.

Klosterhandwerk und Frater Alexius Schaider

Wie in vielen Klöstern wurden nicht alle Arbeiten von externen Künstlern ausgeführt. Mit Frater Alexius Schaider ist um 1720 ein Laienbruder als Tischler greifbar, der den Altar der Ecce-Homo-Kapelle schuf. Solche Ordensbrüder gehören zu einer im kunsthistorischen Erzählen oft wenig sichtbaren Gruppe. Sie lebten im Konvent und verbanden das gemeinsame Ordensleben mit handwerklicher Fachkenntnis.

Der Altar des lokalen Gnaden- beziehungsweise Andachtsbildes ist deshalb nicht bloß ein barockes Möbel, sondern zugleich Zeugnis klösterlicher Arbeitsteilung. Das Rattenberger Beispiel erinnert daran, dass ein Konvent von einer Vielzahl praktischer Tätigkeiten getragen wurde: Verwaltung, Küche, Garten, Bauunterhalt, Tischlerei und andere Handwerke gehörten ebenso zum Alltag wie Liturgie, Studium und Predigt. Gerade die erhaltenen Werke einzelner Laienbrüder machen diese sonst schwer fassbare Arbeitswelt sichtbar.

Josephinismus: Fortbestand unter staatlicher Begrenzung

Unter Kaiser Joseph II. geriet auch der Rattenberger Konvent unter starken staatlichen Reformdruck. Die Beziehungen zu ausländischen Augustinerhäusern wurden eingeschränkt, nichtösterreichische Patres mussten das Kloster verlassen. 1785 wurde der Fortbestand des Hauses zwar mit achtzehn Mönchen ausdrücklich bestätigt, doch galt ein "numerus fixus": Neue Novizen durften nur aufgenommen werden, wenn durch Tod oder Weggang eine Stelle frei geworden war.

Diese Regelung wirkte weniger spektakulär als eine sofortige Klosteraufhebung, war langfristig jedoch einschneidend. Die Gemeinschaft alterte zunehmend; 1796 waren nur noch zwei Patres jünger als sechzig Jahre. Rattenberg zeigt damit eine besondere Form josephinischer Klosterpolitik. Ein Haus konnte formal bestehen bleiben und zugleich durch Personalbeschränkungen seiner Regenerationsfähigkeit beraubt werden. Die spätere bayerische Herrschaft von 1805 bis 1814 konnte diese Entwicklung nicht mehr umkehren.

Der letzte Augustinerprior Augustinus Mitterer

Mit P. Augustinus Johann Baptist Mitterer ist der letzte Prior der Augustiner-Eremiten namentlich gut greifbar. Der 1779 in Dorf Tirol geborene Ordensmann leitete den Rattenberger Konvent von 1814 bis 1817. Er stand damit am Ende einer Gemeinschaft, deren personelle Basis durch die Reformpolitik der vorangegangenen Jahrzehnte weitgehend aufgezehrt war. Nach der Rückkehr Rattenbergs zu Österreich gelang es nicht mehr, den Konvent dauerhaft zu erneuern.

Die Übergabe des Hauses an die Serviten wird in den Quellen mit unterschiedlichen Januardaten des Jahres 1817 verbunden; die Museumsgeschichte nennt den 9. Januar, andere Ordensüberlieferungen den 20. Januar. Wahrscheinlich beziehen sich die Angaben auf verschiedene Schritte der Vereinbarung und formellen Übernahme. Mitterer soll die Auflösung seines Klosters schwer getroffen haben. Nach einem Aufenthalt in seiner Heimat kehrte er vor seinem Tod aus Verbundenheit nach Rattenberg zurück und starb dort 1819. Besitzvermerke in Büchern machen ihn zudem als Teil der Bibliotheksgeschichte des Hauses sichtbar.

1817: Die Serviten übernehmen das Kloster

Nach längeren Verhandlungen übernahmen 1817 die Serviten das ehemalige Augustinerkloster. Damit begann innerhalb derselben Mauern eine zweite Ordensgeschichte, die mehr als eineinhalb Jahrhunderte dauerte. Die Klosterkirche blieb dem heiligen Augustinus geweiht; zentrale Teile der augustinischen Ausstattung und Erinnerung wurden nicht durch eine vollständig neue servitische Raumordnung ersetzt. Das neue Ordensleben legte sich vielmehr als weitere historische Schicht über die älteren Strukturen.

Die Übergabe ist archivalisch außergewöhnlich gut greifbar. Im Diözesanarchiv Brixen befinden sich Akten zur Auflösung des Augustinerklosters und zur Überlassung an die Serviten; das Tiroler Landesarchiv und das Provinzarchiv der Serviten verwahren weitere Bestände. Gerade die Servitenzeit ist in der gedruckten Literatur deutlich weniger ausführlich behandelt als die Augustinerzeit. Die erhaltenen Archive lassen jedoch erkennen, dass sie keineswegs nur als langes Nachspiel betrachtet werden darf.

Die Servitenzeit im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert führten die Serviten das Rattenberger Haus als bestehenden Ordensstandort weiter. Sie übernahmen damit nicht nur Gebäude, Kirche und wirtschaftliche Verpflichtungen, sondern auch eine durch Jahrhunderte geprägte religiöse Topographie. Die alten Kapellen und Altäre blieben Teil des Alltags; zugleich brachte der marianisch geprägte Servitenorden eigene geistliche Traditionen mit. Eine umfassende gedruckte Geschichte dieser Phase fehlt bislang, weshalb viele Einzelheiten noch aus Klosterakten, Personalverzeichnissen und Bibliotheksprovenienzen erschlossen werden müssen.

Gerade diese Quellenlage ist für eine seriöse Darstellung wichtig. Es wäre irreführend, die Servitenzeit allein aus der erhaltenen augustinischen Ausstattung abzuleiten oder ohne Beleg eine bestimmte marianische Kultpraxis nach Rattenberg zu übertragen. Sicher ist der institutionelle Fortbestand des Hauses unter einem neuen Orden; für einzelne Frömmigkeitsformen und Seelsorgeschwerpunkte ist dagegen jeweils der konkrete Nachweis notwendig. Die Geschichte des 19. Jahrhunderts bleibt deshalb ein Feld, auf dem archivalische Forschung noch erhebliches Potential besitzt.

Die Klosterbibliothek zwischen Augustinern und Serviten

Die Bibliothek bewahrt auf besondere Weise die beiden Ordensschichten des Hauses. Nach der Klosterauflassung umfasste der Rattenberger Bestand etwa viertausend Bände. Besitzvermerke machen sowohl die augustinische als auch die servitische Provenienz sichtbar. Formeln wie "Ad Bibliothecam Conv. S. Aug. ... Rattenberg", "Serviten-Convent Rattenberg" oder "Pro Conventu Rattenbergensi Ord. Serv. B.M.V." erlauben es, die Wege einzelner Bücher innerhalb der Ordensgeschichte zu verfolgen.

Nach dem Ende des Rattenberger Konvents wurde die Bibliothek zunächst in die Sammlung der Innsbrucker Serviten integriert. Seit 2012 befindet sich der Rattenberger Bestand in der Diözesanbibliothek Salzburg. Damit ist die Bibliothek zwar nicht mehr an ihrem historischen Ort, als geschlossener beziehungsweise identifizierbarer Provenienzbestand aber weiterhin erforschbar. Die Bücher dokumentieren nicht nur theologisches Wissen, sondern auch Besitzwechsel, Ordensorganisation und die langfristige Mobilität klösterlicher Sammlungen.

P. Justinus Maria Walser und der letzte Aufbruch

Die späte Servitengeschichte erhält durch P. Justinus Maria Walser OSM ein deutliches persönliches Profil. Walser, 1888 geboren, war ursprünglich Jurist und hatte unter anderem im diplomatischen Umfeld Liechtensteins gearbeitet, bevor er 1932 in den Servitenorden eintrat. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet; während der nationalsozialistischen Zeit lebte und wirkte er zeitweise in der Schweiz. Nach 1945 beteiligte er sich am Wiederaufbau von Servitenhäusern und kam schließlich nach Rattenberg, wo er als Prior wirkte.

Walser fand nach dem Zweiten Weltkrieg ein zwar nicht kriegszerstörtes, aber sanierungsbedürftiges Kloster vor. Er ordnete wirtschaftliche Angelegenheiten, setzte Reparaturen durch und zeigte ein ausgeprägtes Interesse an der historischen Ausstattung. Unter seiner Verantwortung wurden unter anderem Kreuzgang, Ecce-Homo-Kapelle, Hoferkapelle, Altar und Orgel instandgesetzt. Damit bereitete der letzte Servitenprior ungewollt bereits einen Teil jener Denkmalpflege vor, auf der die spätere museale Nutzung aufbauen konnte.

Vom alten Kloster zum Zentrum der Katholischen Arbeiterjugend

Walser beschränkte seine Tätigkeit nicht auf die Erhaltung eines alten Klosters. Kurz nach seiner Ankunft übernahm er Religionsunterricht an der neu gegründeten Gewerbeschule und wandte sich besonders jungen Arbeitern des sich industrialisierenden Tiroler Unterlandes zu. Im Kloster entstand ein Jugendzentrum. Nach dem Vorbild des belgischen Arbeiterseelsorgers Joseph Cardijn gründete Walser die Katholische Arbeiterjugend im Tiroler Anteil der Erzdiözese Salzburg.

Alle vierzehn Tage kamen KAJ-Leiter aus den Dörfern des Unterlandes zu einer Aktivistenrunde im Kloster Rattenberg zusammen. Damit erhielt der mittelalterliche Konvent in den 1950er und 1960er Jahren eine vollkommen neue soziale Funktion. Wo im 16. Jahrhundert fahrende Scholaren an der Pforte um Wegzehrung gebeten hatten, trafen sich nun junge Arbeiter zur religiösen Bildung und gesellschaftlichen Orientierung. Diese Verbindung darf nicht als direkte Kontinuität derselben Institution missverstanden werden; sie zeigt jedoch eindrucksvoll, wie der Klosterraum unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen immer wieder als Ort von Fürsorge, Bildung und Gemeinschaft genutzt wurde.

Das Ende des Servitenkonvents 1969 bis 1971

P. Justinus Walser erkrankte gegen Ende seines Lebens schwer. 1968 konnte er nicht mehr allein im Kloster wohnen; am 27. Juni 1969 starb er. Er war der letzte Prior des Rattenberger Servitenhauses. Das Tiroler Landesarchiv nennt 1970 als Jahr des Rückzuges der Serviten aus Rattenberg wegen Priestermangels. Ebenfalls 1970 erwarb die Stadtgemeinde das Klostergebäude. Die Museumsgeschichte bezeichnet 1971 als Jahr der definitiven Klosterauflassung.

Diese unterschiedlichen Jahreszahlen beschreiben wahrscheinlich verschiedene Schritte desselben Auflösungsprozesses und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sinnvoll ist eine gestufte Chronologie: 1969 Tod des letzten Priors, 1970 Rückzug des Ordens und kommunaler Erwerb, 1971 endgültiges institutionelles Ende und beginnende neue Nutzung. Teile des ehemaligen Wohntraktes wurden für Schule und Stadtverwaltung adaptiert. Damit endete nach fast sechs Jahrhunderten die kontinuierliche Nutzung des Komplexes durch eine Ordensgemeinschaft.

Schule, Stadtverwaltung und die Gefahr des Substanzverlustes

Die profane Nachnutzung sicherte einen Teil der Gebäude vor dem Leerstand, brachte jedoch neue Eingriffe mit sich. In den 1970er Jahren wurden Bereiche des ehemaligen Wohntraktes für Hauptschule und Stadtamt umgebaut. Der historische Kern mit Kirche, Kreuzgang und Kapellen blieb erhalten, befand sich jedoch gemeinsam mit den anderen Rattenberger Kirchen gegen Ende des Jahrzehnts in einem teilweise bedrohlichen Erhaltungszustand.

1979 entstand deshalb die Aktion "Rettet die Rattenberger Kirchen". Die Pfarrkirche St. Virgil, die Spitalskirche und das ehemalige Kloster sollten nicht isoliert, sondern in einem Gesamtkonzept gesichert werden. Der damalige Stadtpfarrer Hans-Walter Vavrovsky schlug vor, den ehemaligen Klosterbereich als Museum für sakrale Kunst zu nutzen. Damit erhielt die Denkmalpflege zugleich eine langfristige Funktion: Die historischen Räume sollten nicht nur restauriert, sondern dauerhaft betreut, wissenschaftlich erschlossen und der Öffentlichkeit vermittelt werden.

1989 bis 1993: Restaurierung und Entstehung des Augustinermuseums

Von 1989 bis 1993 wurde der historische Kern des Klosterkomplexes umfassend restauriert und für die museale Nutzung eingerichtet. Am 1. Mai 1993 öffnete das Augustinermuseum Rattenberg. Schon 1994 erhielt es als erstes Tiroler Museum den Österreichischen Museumspreis; später folgten das Österreichische Museumsgütesiegel sowie Tiroler Museumspreise. Diese Auszeichnungen spiegeln nicht nur die Qualität einer Sammlung, sondern auch ein Konzept, das den historischen Klosterraum selbst als Exponat behandelt.

Weitere Erschließungen erweiterten den zugänglichen Bereich. Seit 2009/10 können auch Kirchturm und Dachraum besichtigt werden. Damit ermöglicht das Museum ungewöhnliche Einblicke in Konstruktion und Baugeschichte. Die museale Nutzung hat das Kloster nicht in seinen historischen Zustand zurückversetzt; vielmehr entstand eine neue Schicht der Nutzung, die denkmalpflegerische Sicherung, Forschung, Sammlung und Vermittlung miteinander verbindet.

Ein Museum für gefährdetes sakrales Kulturgut

Das Augustinermuseum entstand nicht aus einer einzigen bereits vorhandenen Klostersammlung. In Zusammenarbeit mit kirchlichen Stellen wurden vielmehr Kunstwerke aus Pfarren des Tiroler Unterlandes zusammengetragen, die gefährdet, nicht mehr liturgisch verwendet oder der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Gotische Plastik, Gold- und Silberschmiedearbeiten, barocke Kunst und religiöse Volkskunst bilden Schwerpunkte der Sammlung. Viele Objekte kamen als Dauerleihgaben in das Museum.

Diese Sammlungspolitik knüpft in moderner Form an eine zentrale Aufgabe kulturhistorischer Museen an: Dinge werden nicht nur wegen ihres ästhetischen Wertes gezeigt, sondern vor Verlust, Zerstreuung oder unsachgemäßer Lagerung bewahrt und in einen regionalen Zusammenhang gestellt. Das Museum versteht sich ausdrücklich als Forschungs- und Vermittlungseinrichtung für Geschichte, Kirchengeschichte, Kunstgeschichte und Volkskunde des Tiroler Anteils der Erzdiözese Salzburg. Damit wurde aus einem aufgelassenen Kloster ein regionales Gedächtnis für sakrale Kultur.

Rattenberg als Erinnerungsort von Mobilität und Fürsorge

Die lange Geschichte des Klosters lässt sich unter einem wiederkehrenden Motiv lesen: religiöse Gemeinschaft reagierte hier immer wieder auf Mobilität und gesellschaftlichen Wandel. Im späten Mittelalter waren es Marktbesucher und Reisende, deren seelsorgliche Betreuung die Klosterstiftung mitbegründete. Johannes Spieß verband Memoria mit Armenessen und Spitalfürsorge. Im 16. Jahrhundert baten fahrende Schüler und andere Reisende an der Klosterpforte um Unterstützung. Bruderschaften banden die Stadtbevölkerung an den Konvent; der "Herr im Elend" wurde zum Mittelpunkt einer lokalen Kultbewegung.

Im 20. Jahrhundert erhielt derselbe Ort unter P. Justinus Walser eine neue Funktion als Treffpunkt der Katholischen Arbeiterjugend. Seit 1993 bewahrt das Augustinermuseum Kunstwerke aus Pfarren des gesamten Tiroler Unterlandes. Diese Vorgänge sind institutionell und zeitlich sehr verschieden und dürfen nicht zu einer ungebrochenen sozialen Tradition verklärt werden. Dennoch zeigen sie, dass der Klosterbezirk immer wieder als Raum genutzt wurde, in dem religiöse Praxis, gesellschaftliche Bewegung und konkrete Fürsorge aufeinandertrafen.

Bedeutung für Kunstgeschichte und Volkskunde

Rattenberg ist kunsthistorisch wegen seiner seltenen Verbindung von mittelalterlicher Kernsubstanz, spätgotischer Kapellenarchitektur und hochrangiger Barockausstattung bedeutend. Das Kummersbrucker-Grabmal, die Hoferkapelle, der Kreuzgang, die Arbeiten von Carlone und d'Allio sowie Waldmanns Augustinerhimmel machen den Komplex zu einem herausragenden Denkmal des Tiroler Unterlandes. Die heutige museale Erschließung erlaubt zudem, sonst schwer zugängliche Bau- und Ausstattungsbereiche unmittelbar zu studieren.

Für die Volkskunde ist der Ort mindestens ebenso ergiebig. Das Armenessen von 1451, die fahrenden Scholaren, die Beteiligung an Passions- und Fastnachtspielen, die Gürtelbruderschaft, Maria vom Guten Rat, der bewegliche Gliederchristus, das "Redewunder" von 1707, die lokale Heinrich-Verehrung und die späte Arbeiterjugend erschließen religiöse Praxis jenseits offizieller Liturgie. Rattenberg zeigt besonders deutlich, dass Klostergeschichte nicht auf Ordenslisten, Architektur und Kunstwerke reduziert werden kann. Sie ist zugleich Geschichte von Menschen, Handlungen, Erzählungen, materiellen Zeichen, sozialen Verpflichtungen und immer wieder neu ausgehandelten Beziehungen zwischen Konvent und Stadt.

Quellen und Literatur

Anton Angerer: Die Augustiner Eremiten in Nordtirol. Unter besonderer Berücksichtigung des Klosters Rattenberg. Dissertation, Universität Innsbruck 1980.

Anton Angerer: Das Kloster der Augustiner Eremiten von Rattenberg. In: Festschrift zur Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche zum hl. Virgil, Rattenberg 1984, S. 154-183.

Erich Strohmer: Rattenberg in Tirol. Wien 1921.

Günther Ammann: Diego Francesco Carlones und Paolo d'Allios Tätigkeit in der ehemaligen Augustiner-Eremiten-Klosterkirche zu Rattenberg. In: Schlern-Schriften 264, Innsbruck 1973, S. 9-22.

Johannes Neuhardt: Die Kirchen von Rattenberg. Christliche Kunststätten Österreichs 138, Salzburg, mehrere Auflagen.

Adolf Hahnl / Johannes Neuhardt / Augustinermuseum Rattenberg: Augustinermuseum Rattenberg. Kunstschätze aus Tirol. Salzburg 1993.

Hanns Bachmann: Fahrende Schüler an Rattenbergs Klosterpforte. In: Tiroler Heimat 18, 1954, S. 49-75.

Elfriede Grabner: Frater Henricus Härder von Rattenberg. Historische Fakten und Volksüberlieferung um ein Tiroler Märtyrerschicksal im steirischen Fürstenfeld des 15. Jahrhunderts. In: Festschrift Gerhard Pferschy zum 70. Geburtstag, Sonderband der Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 25, Graz 2000, S. 727-740.

Markus Rath: Die Gliederpuppe. Kult - Kunst - Konzept. Berlin/Boston 2016. Besonders die Untersuchung beweglicher Christusfiguren und des Rattenberger Mirakelmann-Typus.

Robert Büchner: Im städtischen Bad vor 500 Jahren. Badhaus, Bader und Badegäste im alten Tirol. Böhlau, Wien 2014. Die Untersuchung wertet unter anderem die Rechnungsbücher des Rattenberger Augustinerklosters von 1482 bis 1539 aus.

Franz M. Weiß OSM: Innsbruck, Bibliothek des Servitenklosters. In: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich, Bd. 4, Hildesheim 1997, S. 153-157; zur Provenienz des Rattenberger Servitenbestandes.

Albert Eberle: Otto Walser (Pater Justinus Maria) 1888-1969. Biographische Darstellung mit besonderer Berücksichtigung seiner Tätigkeit als Servit, Prior in Rattenberg und Gründer der Katholischen Arbeiterjugend im Tiroler Anteil der Erzdiözese Salzburg.

Tiroler Landesarchiv: Bestand Servitenkloster Rattenberg; Akten 1508-1930, Urkunden 1255-1817, Bücher 1482-1907 sowie Rechnungs- und Verwaltungsbestände.

Stadtarchiv Rattenberg: Urkunden und Verwaltungsquellen zur Kloster-, Spital-, Stiftungs- und Stadtgeschichte, insbesondere die Urkunden Johannes Spieß' von 1446 und 1451.

Diözesanarchiv Brixen: Akten zum Augustinerkloster Rattenberg und zur Übergabe an die Serviten, insbesondere Bestand K.A., KA III, 0735, Rattenberg, 1739-1817.

Provinzarchiv der Serviten, Innsbruck: Bestände des ehemaligen Servitenklosters Rattenberg und Unterlagen zur Ordens- und Personengeschichte.

Augustinermuseum Rattenberg: Kloster- und Baugeschichte, Sammlungskataloge, Restaurierungsdokumentationen und museumsgeschichtliche Unterlagen.

Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Tirol. Wien.

Ergänzungen: Wolfgang Morscher

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