Die alten Grabsteine bei der Pfarrkirche von Bruneck |
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| © Dietrich Feil | |
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Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung der alten Grabsteine bei der Pfarrkirche von Bruneck. Text: © Dr. Dietrich Feil, Innsbruck/Bruneck, für SAGEN.at. Version 1.2 vom 26.11.2006. Bitte zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt: Abgekürzt zitierte Literatur: Als ausführlichste Arbeit zur Baugeschichte der Pfarrkirche (mit Schwerpunkt auf dem Umbau von 1850) ist zu nennen: B. Longariva, Die Kirchen von Bruneck (ungedr. Dipl.-Arbeit Innsbruck 1988). Der Umbau von 1788/93 ist am ausführlichsten in der Arbeit von M. Schroffenegger behandelt. |
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| Einleitung
Wohl schon vor Gründung der Stadt Bruneck befand sich an der Stelle der heutigen Pfarrkirche eine Kapelle. Auch ein Friedhof dürfte sich schon seit dem 13. Jahrhundert hier befunden haben, jedenfalls stammt der älteste später erwähnte Grabstein angeblich aus dem Jahr 1300 (Suppl. Nr. 1, danach Tinkhauser 51 u.a.; schwerwiegende Bedenken gegen die korrekte Abschrift des Textes erhob jüngst allerdings St. v. Wenzl, Adel und Stadt (ungedr. Dipl.-Arbeit Innsbruck 2006) 37 ff.; sie schlägt vor, die Datierung auf 1300 als Lesefehler zu interpretieren, den Grabstein um 1400 zu datieren und Jakob Kirchmair „dem Jüngeren“ zuzuweisen, der zwischen 1361 und 1392 in öffentlichen Ämtern und als Zeuge und Siegler bei zahlreichen Rechtsgeschäften belegt ist.) 1334 wird eine Kirche erstmals erwähnt und für das Jahr 1381 ist eine Neu-Einweihung der umgebauten Kirche überliefert. Dabei dürfte es sich um eine dreischiffige romanische Anlage gehandelt haben, die an der Wende zum 16. Jahrhundert durch Meister Valentin Winkler von Pfalzen durch einen gotischen Neubau ersetzt werden sollte. „In den Jahren 1489 bis 1517 wurde das gegenwärtig noch bestehende Presbyterium in der Unserfrauenkirche zu Bruneck erbaut. Es scheinet der Antrag geweßen zu sein, die ganze Kirche in dieser Höhe fortzusetzen, was aber aus Mangel an Gelde unterblieb; daher war das Presbyterium höher als das Langhaus... Dieses Baues Leitung besorgte Christian Kirchmayr von Ragen.“ (Tinkhauser 93). So konnte also der Neubau nicht vollendet werden, das alte Langhaus blieb bestehen und für fast 300 Jahre stand das romanische Langhaus mit höherem gotischem Choranbau. Während sich vom romanischen Langhaus keine sichtbaren Reste erhalten haben, steht der gotische Chorbau samt angegliederter Sakristei im Wesentlichen noch aufrecht und die hohen gotischen Spitzbogenfenster sind durch Verfärbungen im Mauerverputz noch sehr deutlich zu erkennen (vgl. Waschgler 17, der das Phänomen auch schon 1922 feststellte). |
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Ansicht der noch dem gotischen Kirchenumbau zugehörigen, aus Granit errichteten Sakristei von Nordosten. Bei dieser Kirche wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kapellen errichtet, z. B. für den Hl. Sebastian und die Hl. Anna, die alle so wie große Teile der alten Kirche 1788 für einen barockisierenden Kirchenneubau abgerissen wurden. Ihre genaue Lage lässt sich teilweise aus dem Entwurf für den Umbau von 1788/98 erschließen, den Jakob Philipp Santer 1790 vorlegte (abgebildet in: Brunopolis 275 Nr. 6.6); die Sebastianskapelle ist auch auf der Stadtdarstellung von Matthias Burglechner um 1620 deutlich zu sehen (abgebildet in: Brunopolis 80 Nr. 4.3). „In den Jahren 1788 bis 1798 ist das Langhaus und die beyden Thürme der Pfarrkirche zu Bruneck, vom Grunde aus neu erbauet worden. Am 8. September 1789 weihte und legte der Fürstbischof von Brixen, mit großer Feyerlichkeit selbst den Grundstein... Noch dramatischer als Tinkhauser beschreibt Paul Tschurtschenthaler, Brunecker Heimatbuch (1928) 21 den Vorgang: "Über ihrem Grabe (sc. der Brixner Bischöfe Wilhelm von Welsberg, gest. 1641, und Sebastian, gest. 1525 in Bruneck) baute man in der Pfarrkirche schöne Grabmonumente, welche leider beim Neubau der Kirche im Jahre 1788 mit vielen anderen schönen Grabsteinen, so jenen der Herren von Welsperg zerschlagen oder sonst vernichtet wurden." Jedenfalls wurde bei diesem Neubau Ende des 18. Jahrhunderts eine Reihe alter Grabdenkmäler aus ihrem Zusammenhang gerissen. Eine Neujahrsentschuldigungskarte von 1828 (abgebildet in: Brunopolis 129 Nr. 8.1) zeigt noch die Ummauerung des alten Friedhofes: zwischen den Wandnischen stehen Grabkreuze, am linken Bildrand ist ein etwa an der Nordwest-Ecke des heutigen Kirchenvorplatzes zu lokalisierender offener kapellenartiger Bau zu erkennen und in den Pfeilersockel zwischen Haupt- und nördlichem Seitenportal der Kirche scheint eine größere Steinplatte, vielleicht ein Grabstein, eingemauert. Weitere Details der Gräber sind nicht zu erkennen. Eine kurze Würdigung des Denkmälerbestandes findet sich bei Waschgler 24: "An der Nordseite der Kirche vorüber wendet man sich dem Friedhofe zu. In die Mauer zur Linken sind eine Reihe von Grabsteinen eingelassen, die durch ihre schönen Formen und vermöge ihres trefflichen Erhaltungszustandes einen guten Überblick über die Kunst der Brunecker Steinmetzen bieten. Die bemerkenswertesten davon sind: Der (erneuerte) Gebenstorffsche von 1485, der für Dekan von Mayrhofen (1705), der eines Edlen von Mayrhofen von 1800, jener für eine Freiin von Spaur (1558) sowie die fein gearbeitete Platte für Jakob Kirchmair zu Ragen mit Architekturrahmung, Kreuz, Bildnis, Wappen und Jahrzahl 1528 und der Stein des Leonhard von Welsberg, gestorben 1675; außerdem sind viele Steine aus der Zeit des Klassizismus und des Vormärz, meist klein und aus weißem Marmor in geschmackvoller Formgebung gearbeitet." Eine knappe Beschreibung der einzelnen Steine gibt J. Weingartner (1923); sie ist im Folgenden jeweils wiedergegeben.- Eine summarische Übersicht über die vorhandenen Steine bietet auch H. Stemberger in Tinkhauser 243 Anm. 025, einige werden noch bei Weingartner-Hörmann 514 erwähnt, viel Aufmerksamkeit ist ihnen aber nie zuteil geworden… Vorbemerkungen: |
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| | Weiter: Die alten Grabsteine bei der Pfarrkirche von Bruneck - 1. Teil (Nr. 1-13) Die alten Grabsteine bei der Pfarrkirche von Bruneck - 2. Teil (Nr. 14-24) Die alten Grabsteine bei der Pfarrkirche von Bruneck - 3. Teil (Nr. 25-38) Die alten Grabsteine bei der Pfarrkirche von Bruneck - 4. Teil (Nr. 39-53) Quellenschriften: |
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