|
vordringenden Gewalt: „Trotz des Schnees, auf den ihr gezählt habt, ist eure Verschwörung gescheitert. Die sizilianische Vesper, welche eure Glocken läuteten, schlug fehl, und schon haben Tausende von euch dafür das Leben gelassen. Das ist nicht ein Krieg, wie Augustus gegen die Kantabrer führte. Napoleon ist größer als Augustus, und ihr seid keine Kantabrer. Ihr geht in das Verderben, wenn ihr nicht die Waffen abliefert. Die Divisionen aus Kärnten rücken gegen euch vor. Weder euer Schnee, noch eure Berge können euch retten. Unsere Soldaten werden auf dem Schnee so fortkommen wie ihr. Die Haubitzen, auf Schlitten gelegt, werden euch überall erreichen." Er verspricht, die Soldaten von Ausschreitungen zurückzuhalten; aber „es naht die Rache, wenn ihr nicht ruhig seid". Was verstanden die Bergbauern von Kantabrern und sizilianischer Vesper! Aber Ruhe hielten sie, totenstille Ruhe. Gleichwohl eröffnete die Rachegöttin ihren Einzug und die Besten aus dem Volke forderte sie zum Opfer. Bevor wir uns jedoch dem allerletzten Auftritt des Trauerspieles zuwenden, sind noch ein paar andere Punkte zu erledigen. Bestand noch, so mag sich mancher fragen, eine Verbindung zwischen Tirol und Österreich? Offiziell war sie abgebrochen. Am Kaiserhofe interessierte man sich zunächst um die Flüchtlinge, die sich namentlich in Warasdin angesammelt hatten. Der Kaiser liess ihnen nahelegen, dass auf Grund der im Friedensschluss zugesagten Amnestie ihrer Rückkehr nichts im Wege stehe. Mit Reisegeld wollte man sie versehen. 1) Nur ein Teil sprach sich für die Heimreise aus, andere wählten den Eintritt in den kaiserlichen Dienst. Mit ersteren gab es noch Schwierigkeiten, sie drängten zur Vergütung der von ihnen bestrittenen Defensionsauslagen, worüber ihnen jedoch, wie begreiflich, fast alle Belege mangelten. Eine kaiserliche Entschliessung sprach ihnen die Hälfte des Geforderten als Abschlagszahlung zu. 2) Nach dem Verhältnis ihrer Dienstleistung sollten sie dazu noch einen vierteljährigen Gehalt ihrer Charge als Abfertigung bekommen. 3) Zu einer Zeit, da Roschmann schon flüchtigen Fußes das Land verlassen hatte, da man aber in Totis wie in Keszthely ihn noch in Tirol 1) Johann an Kerpen, 1. Nov. J. M. |
|