|
Vorwürfen über Hofers „unbegreiflichen" Wortbruch, der großes Unheil über das Land bringen werde, empfing sie dort Baraguay d'Hilliers. Danei entschuldigte den Oberkommandanten mit seiner Unselbständigkeit. Der Franzose wollte die zwei Freunde nicht ziehen lassen, es würde ihnen bei den wütenden Bauern das Leben kosten. Sie liessen sich nicht aufhalten. In nächtlicher Stunde passierten sie zunächst auf der Strasse vor dem Städtchen einen langen Park von Wagen und Geschützen, auch dem fluchenden Rusca traten sie da nochmals unter Augen, nach einer kurzen Strecke trafen sie bereits auf die tirolischen Vorposten. Das bäuerliche Lager betretend, konnten sie sogleich sehen, wie der von Kolb ausgestreute Unheilsame üppig in die Halme geschossen. Dieser Schwarmgeist hatte unterdessen wichtige Bundesgenossenschaft bekommen. Männer wie der Mahrwirt, Kofler von Miland, 1) Peter Kemenater, alles angesehene, bewährte Hauptleute, hatten sich berücken lassen. 2) Dass bei Weidbruck mit Peyri siegreich gerauft wurde, war schon bekannt und steigerte die Wärmegrade. Nicht edle Begeisterung war es, was den beiden Boten entgegentrat, sondern massive Wildheit. Als ,,Spitzbuben", welche vogelfrei seien, wurden sie empfangen. Danei forderte den Hauptmann zu sprechen. Der „Peter" — es wird wohl Mayr oder Kemenater gewesen sein — war nicht gleich zur Stelle. Sein Erscheinen ließ Danei wenigstens zu Worte kommen. Ausführlich erzählte er von den Abmachungen mit Hofer in Steinach und vom Empfang in Villach. In seinem Eifer entschlüpfte ihm der Satz, Hofer scheine durch „abgehauste Lumpe" zum Umfallen gebracht worden zu sein. Und nun brach es gegen den geistlichen Redner los: „Was Lumpen? Uns geht kein Kaiser und kein Bischof etwas an. Die Pfaffen sind schon alle lutherisch. Zum Sandwirt darf man keinen Herrischen mehr lassen. Macht er sich von diesen nicht 1) Mit dem Schreibnamen Jakob Steiner. |
|