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den neuen Hut mit einem Marienbilde 1) geschmückt hatte, nahmen in rotgedeckten Stühlen vor dem Hauptaltar im Chor ihren Platz. Um 9 Uhr bestieg Pater Tschiderer die Kanzel. Gehen auch die Inhaltsangaben seiner Predigt stark auseinander, so stimmen sie darin überein, dass sie ungebührlich lang, ja „endlos" gewesen sei. 2) Abt Markus von Wilten sang das Hochamt und stimmte das „Großer Gott" an. Zuletzt weihte er Ehrenkette und Medaille und bekleidete damit den Sandwirt. Dieser hat, vielleicht im Unterschied zu so manchem in seiner Umgebung, keine Ermüdung über die lange Dauer des Gottesdienstes merken lassen, sondern alle Stadien desselben mit Zeichen heißer Frömmigkeit verfolgt, nur dass er mit dem nebenstehenden Danei so manche Prise wechselte. In der Hofburg nahm er die Aufwartung der glückwünschenden Spitzen entgegen. Mancher hatte gehofft, vom Oberkommandanten neueste Meldungen zu erfahren. Es war aber wenig herauszubringen. Denn Hofer, darüber angebohrt, entgegnete in echter Passeirerart: „Neues woas i nix. I han woll drei Kurrier aufn Wög, 'n Watschnhiasl, 'n Sixtnseppele und 'n Memele Franz; und der Schwånz kant scho lång då sein, i derwårt den Loter ålle Stund." 3) Zum Festmahl waren außer den bäuerlichen Hauptleuten nur die beiden kaiserlichen Offiziere geladen. Hofer suchte offenbar die Herren vom Zivil darüber zu trösten, indem er bei der Gratulationscour zu einem gut genährten Herrn sagte: „Herr Bürgermeister, wenn Geld kommt, werde ich Sie schon einladen." 4) Abends gab es ganz im Hormayrschen Stil Festtheater mit einem Stücke von Iffland: „Liebe zum besten der Fürsten" und einem Nachspiele: „Armut und Rechtschaffenheit, oder: Der Fürst hilft gewiss, wenn er's nur weiss". 5) Hofer war zum Erscheinen in der Hofloge bewegen worden. Sehr bald zog er sich zurück. Es hieß, er habe schlechte Nachrichten bekommen. 1) Auch von Anton Obrist in Stans wird berichtet, dass ein Marienbild seinen Hut schmückte. (Domanig in Tir. Stimmen 1901 Nr. 192.) |
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