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sich ja auch bei keinem prüfen, was auf das Konto momentaner Sultanslaune und tiefer gehender Berechnung zu setzen ist. 1) Die Weisung an Berthier blieb schon deshalb ohne Wirkung, weil sie höchst wahrscheinlich aufgefangen wurde und weder zu Ruscas noch der Tiroler Kenntnis gelangt ist. 2) Ein paar Wochen später findet sich das Gerücht verzeichnet, Napoleon wolle Tirol einer Tochter seines Bruders Lucian überlassen und diese mit dem österreichischen Kronprinzen Ferdinand vermählen. 3) Bei Betrachtung der Beziehungen des isolierten Tirol zum Auslande schwebt wohl sogleich die Frage auf den Lippen: und wie stand es mit Österreich? Wie es einer loyalen Auslegung des Waffenstillstandes auf französisch - bayrischer Seite entsprochen hätte, während desselben das Land unberührt zu lassen, so hätte Österreich seine Verbindung mit ihm ganz abbrechen oder nur in beschwichtigendem Sinne wirken sollen. Keines von beiden wurde erfüllt. Die Wochen des Waffenstillstandes waren für den Kaiserhof nicht eigentlich eine Zeit der Vorbereitung für einen definitiven Frieden, sondern des ewigen Schwankens zwischen der Entschließung die Waffen wieder zu ergreifen oder niederzulegen. 4) Das Zünglein der Wage neigte häufig zur ersteren Alternative, und da lag es dann nahe, das Eisen in Tirol warm zu halten. Die Botschaften über die Augustkämpfe konnten darin nur bestärken. In Tirol selbst wieder war das Streben unvertilgbar, mit den ersten Trägern des österreichischen Namens, dem Kaiser und dem Erzherzog Johann, eifrigen Kontakt zu pflegen. Die Devise: wie für Gott, so für den Kaiser, ward unverbrüchlich hochgehalten. Und je verlassener man sich fühlte, desto lebendiger wurde 1) Drei Tage vor dem Schreiben an Berthier, 26. Aug., spricht Napoleon gegen Murat von der Notwendigkeit, 8—10 000 Mann für den Fall der Aufnahme des Krieges namentlich gegen Tirol aufzustellen, gegen das die Bayern bisher nichts richteten „et il paroit, que ces montagnards seront difficiles à soumettre". Correspond. XIX. p. 468 |
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