|
schreiben. 1) Nun war das Lehrsystem Oberrauchs, des Vaters der Herkulaner, keineswegs unangefochten geblieben, namentlich die Gesellschaft Jesu hatte daran Ausstellungen zu machen. Und so eilt denn der Exjesuit Tschiderer in die Hofburg und voll der Leidenschaft gegen die Theologenschule, die plötzlich an der Landesuniversität die Herrschaft ergreifen wollte, fällt er beim Eintritt den Sandwirt mit den Worten an: „Um Gottes willen, was haben Sie, Herr Oberkommandant, gemacht? Die Professoren, welche Sie ernannt haben, sind ja lauter Herkulaner!" Was wusste der Angesprochene von Herkulanern? Diese Rede verstand er nicht. Aber aus Ton und Geste entnahm er, dass da irgend ein Fehl sei, wogegen sich sein priesterlicher Gast ereifere. So dunkel seine ersten entgegnenden Worte waren, 2) um so deutlicher und für Tschiderer willkommener war der daran geknüpfte Befehl an den nebenstehenden Adjutanten: derselbe soll sich zum Schulreferenten Anderlan verfügen und ihm melden, mit den „Profissoris" sei es nichts, es sei darüber nicht zu referieren. Der alsbald erfolgende Einmarsch der Bayern befreite Hofer aus der Klemme, sich von rivalisierenden Schulrichtungen hin und her zerren zu lassen. Ein Giovanelli aber betrachtete mit Widerwillen das würdelose Getriebe, das sich unter dem Aushängschilde einer Universitätsreform um die naive Person des Sandwirts breit machte. 3) 1) Das von Köck verfasste Einführungsreskript spricht von der Notwendigkeit außerordentlicher Mittel bei außerordentlicher Lage, von der Hoffnung, dass Österreich, das ja die bayrischen Maßregeln missbilligt habe, die des Oberkommandanten bestätigen werde, dass ein Teil des Lehrpersonals den guten Ruf bei Klerus und Volk verloren, der Bischof die Liste der Neuernannten bestätigt habe; gefährliche Bücher seien zu entfernen. Die Namen der neuen Professoren, von denen manche gar keine wissenschaftliche Qualifikation besaßen, bei Probst a. a. O. p. 284. Auf Köck als Verf. des Hoferschen Studienerlasses deutet auch Purtscher. |
|