|
Zahlreiche Getreidefuhren gingen nach Unterinntal ab. Hochbefriedigt von dem Erfolg des Sammelgeschäftes in Innsbruck notiert ein Bürger in seinen Aufzeichnungen: „Gewiss, in meinem Vaterland herrscht noch Menschenliebe, aber auch fürchterliches Elend." Nach dem Abzug der Bayern brauchte das Land eine neue Regierung. Wer anders sollte sie in die Hand nehmen als der Intendant, der noch innerhalb der Grenzen weilte? Während der Kämpfe am Iselberg war Landeck sein Aufenthalt, wo er, wie er versichert, einige Tage ans Krankenbett gebunden war. Unterdessen rief Teimer den dortigen Landsturm auf. Dem dabei bewiesenen „kühnen Unternehmungsgeiste" hat der doppelzüngige Freiherr später höchstes Lob gespendet, den Vorstoß nach Innsbruck und den Auszug in die Scharnitz will er mit Teimer verabredet haben. Ein noch erhaltener Brief aus dieser Zeit zeigt jedoch Hormayr in anderem Lichte. Er erteilt darin Teimer den dringenden Rat, sich „die Unternehmung ja nicht zu leicht vorzustellen und auf keinen Fall sich in irgend etwas Gewagtes einzulassen". „Überhaupt ist dermalen unsere Sache, zu verteidigen und zu erhalten, nicht aber durch Neckerei, Wagstücke und im ganzen doch nicht entscheidende Angriffe den Feind noch mehr auf uns zu ziehen, wie solches leider wirklich schon der Fall gewesen." 1) Es entspräche ganz der in diesen Zeilen niedergelegten kleinmütigen Stimmung, wenn man den Intendanten an dem Tage, da er dies schreibt, nicht gegen Innsbruck, sondern weiter aufwärts, der Schweizer Grenze zu, reisen sähe. Er selbst berichtet in seinen Schriften, dass er an diesem Tage nach Imst, am folgenden nach Innsbruck gegangen sei. In Wirklichkeit hat er am 31. Mai die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen und dürfte sehr nahe an die Landesmark gekommen sein. 2) Erst die Nachricht von Deroys Abzug ließ ihn seine Schritte 1) Abgedr. bei Maretich I, 181, dat. Landeck, 29. Mai. Danach ist auch Krones, Aus Österreichs stillen und bewegten Tagen p. 202 zu berichtigen. |
|