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nicht schon so manche Enttäuschung? Und einzelne Landesteile wie Schwaz, zahlreiche Orte Unterinntals und das Dorf Scharnitz, sie mahnten mit ihren verkohlten Trümmerhaufen an den schrecklichen Gewittersturm, der allerdings jetzt vorübergebraust war, aber vielleicht sich wiederholen konnte. Und wieder begann, nachdem die bayrische Regierung, kaum installiert, neuerdings entfernt war, ein Zustand großer Verwirrung. Am Volkswohlstand zehrten solche Katastrophen gewaltig. Die meisten Bauern, so verzeichnet ein Chronist, sah man mit leerem Beutel nach Hause gehen. „Man geht nur einige Schritte auf der Strasse und man begegnet einem Bauer, der um eine Wegzehrung bittet. Sie haben ja großen Schaden gelitten; die meisten sagen, sie ziehen nicht mehr aus." Aller Enthusiasmus konnte trübe Gedanken nicht bannen. Gerade während Hormayr das Tedeum in der Hofkirche singen lässt, werden einem Tagbuchschreiber die Worte ausgepresst: „Wie wird das enden, heute hat mich die Schwermut ergriffen." 1) Unter den Leuten liefen Reden, welche starke Ernüchterung bekundeten: „Durch alle Opfer ist noch nichts gewonnen, wer wird uns den Schaden ersetzen?" Oder jener Gastgeb in Vintschgau zu einem Einkehrenden bei verschlossener Wirtsstube: „Und die Esel wollen noch immer rebellieren?" 2) Den Namen Chasteler durfte man schon gar nicht mehr nennen. 3) Das Elend der abgebrannten Orte fand im Lande innige Teilnahme. Die Geistlichkeit übernahm es, allenthalben Liebesgaben zu sammeln. Nicht ohne Rührung ist in den Akten zu lesen, wie Stadt und Land wetteiferten, den Unglücklichen beizuspringen. Selbst von den ärmsten Berggemeinden wurde Namhaftes gesteuert. Binnen wenig Wochen liefen gegen 30 000 G. ein, eine Summe, welche beim notorischen Geldmangel gewiss als eine ansehnliche gelten muss. In manchen Orten wurde wiederholt solche „Brandsteuer" getrieben, und stets wurde wieder gegeben. Es gehört zur Tragik in der Fortentwicklung des Tiroler Aufstandes, dass infolge der später einreißenden Unordnung nur ein Bruchteil dieser Sammelgelder denen, welchen sie gewidmet waren, zugute kam. 4) 1) Knoflach a. a. O. |
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