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bewegen, denn im Augenblick, da der Feind sich der Stadt näherte, wollte er am wenigsten als Mitglied der Verteidigungskommission erscheinen. In der zweiten Nachmittagsstunde zeigten Staubwolken auf der Haller Straße die Annäherung der bayrischen Kolonnen. Kein Schuss mehr beunruhigte ihren Marsch. Es hätte scheinen können, sie durchzögen friedliches Gelände, wären ihnen zur Seite nicht Trupps von Landesverteidigern gefolgt, alle noch im Besitze ihrer Waffen, neugierig aber ruhig die in Reih und Glied dahinziehenden Soldaten betrachtend. Wahrlich ein höchst seltsamer Anblick. 1) Zahlreiche Städter harrten auf den Straßen der Ankommenden und fragten sich bekümmert, was etwa werden sollte. So stand auch Dipauli mit einigen aus der Beamtenschaft und vom Stadtrate, als die ersten bayrischen Reiter herankamen. Der sie führende Offizier, dem sich die Herren höflich nahten, sagte ihnen, Wrede werde bald eintreffen und würde es gern sehen, wenn man ihm entgegenginge. Rasch waren sie dazu entschlossen und erbaten sich den Baron Welden zum Führer; er war mit Wrede befreundet. Die Gruppe gelangte bis zum Löwenhaus, da erschien die ganze Division mit ihrem General. Diesem entbot Welden sogleich den Gruss, aber barsche Antwort klang zurück: „Alle Bayern sind mir willkommen, mit den Tirolern habe ich nichts zu sprechen." Welden suchte zu begütigen: „Es gibt auch noch rechtschaffene Tiroler." Darauf der General: „Gut, Ihr Zeugnis, Herr Baron, wird bei mir Geltung haben." Schweigend folgten die Herren. In der Neustadt stellte sich ein Teil des Korps in Parade auf, Wrede ritt zum Landhaus, wo Tannenberg seiner wartete. 2) Der alte blinde Graf 3) ward angedonnert, Verbrennung und Plünderung seines Palastes in Schwaz und seines Schlosses in Rotholz sei verdiente Strafe. 4) Solche Rede griff selbst den umstehenden bayrischen Beamten ins Herz, und einige wie Welden beeilten sich nach dem Weggang des inhumanen Polterers, den tiefgebeugten Grafen mit teilnahmsvollen Trostworten aufzurichten. Wrede wandte sich noch mit strafenden Worten an das umstehende Volk, versprach dem Bürgermeister Schonung und wählte sein Quartier im Hause des Grafen Trapp; 5) Lefebre, welcher gegen Abend in Innsbruck einzog, nahm Wohnung in der Hofburg. Auch ihm musste man aufwarten. Wieder 1) Stettner a. a. O. |
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