|
die Flucht einzelner Mitglieder gelichtet war, geriet aus dem bisherigen Zustand banger Ratlosigkeit in förmliche Ekstase. An Teimer erging ihre Instruktion: Wenn die Kapitulation mit dem Feinde nicht auf vollständige Gefangenschaft, sondern nur auf freien Rückzug lauten sollte, so ist zu sorgen, dass dieser Rückzug ohne Waffen und nicht durch die nördlichen Landespässe, sondern nur „unten hinaus" gestattet werde und dass dabei keinerlei Exzesse vorkommen. Gar fleißig sei acht zu geben, ob hinter diesem Parlamentieren nicht eine feindliche Kriegslist stecke. Was diese Parlamentierung, so philosophierten die Herren Deputierten, veranlasst haben mag, ist „uns ganz nicht bewusst", „es geht die Sage, dass es dem Feind an Munition gebricht und dass er im Rücken durch den Unterinntaler Landsturm bedroht wird". 1) Allerdings liegen Anzeichen vor, dass diese so tapfer klingende Weisung nicht die wahre Stimmung der Deputation wiedergibt, sondern unter dem Druck der auch in Innsbruck tonangebenden Bauernschaft entstanden ist. 2) Teimer dachte so wie die Bauern. Die 36 Stunden wollte er nicht zum Abwiegeln benützen, sondern um neue Landstürmer zu rufen und die Mitwirkung des Militärs zu erreichen. Daher machte er sich auf nach Steinach. 3) An seiner Statt hatte Hauptmann Lauterer die Kompagnien vor Vomp zur Beobachtung des Waffenstillstandes zu verhalten, bei den leidenschaftlich erregten Gemütern keine leichte Aufgabe. Die Lage am Brenner hatte sich indessen wesentlich geändert, Teimer traf Chasteler weder in Steinach noch am Brenner selbst. Am 17. vormittag stellte der Marquis unter dem Eindrucke des schlecht stilisierten 1) Deputation an Teimer, 17. Mai. L. A. |
|