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Reissenfels war es, der den größten Teil der vor Kufstein gelegenen Mannschaft nach einer bei der Brixlegger Brücke mit den bayrischen Reitern bestandenen Attacke heranführte. Seine 1200 Mann (Teile von Devaux, Lusignan und Villacher Landwehr), brüderlich begrüßt, verdoppelten die in Volders stehende Militärmacht. Die volkstümliche Wehrkraft wuchs durch fortwährend neue Zuzüge im Verlauf des Nachmittags auf 13 000, bis zum Abend auf 16 000 Köpfe an. Es machte den Eindruck, als sei eine „kleine Armee" beisammen; nur eines fehlte: die Ordnung. Immerhin glaubte Buol, nun den wiederholten flehentlichen Bitten der Schwazer Bürgerschaft Rechnung tragen zu können und entsandte Oberstleutnant Taxis mit 500 Mann und 30 Reitern zur Besetzung und zum Schutze des Marktes. Straub und Taxis gingen während der Nacht über Schwaz hinaus und überzeugten sich eigenen Auges von der Lagerung des Feindes bei Strass. Während der Kronenwirt nach Volders zurückkehrte, um Nachschübe in Bewegung zu setzen, fasste Taxis den Entschluss, dem Feinde den Eintritt in Schwaz zu wehren. Die den Markt gegen Süden flankierenden Höhen zeigten sich gut besetzt, da war Speckbacher mit seinen Schützen angekommen, um das alte Freundsberg hatten sie sich gesammelt. Wredes Fortzug am 15. ging nur langsam vor sich. Schützen Straubs und Speckbachers beunruhigten ihn von der südlichen Bergseite, namentlich vom Weiler Kogelmoos aus, im Tiergarten zu Rotholz unterhielten der von Achental herbeigekommene Aschbacher 1) und Lergetporer mit seinen Schwazern ein fortwährendes belästigendes Feuer, bis sie eine von Wiesing sich herzunähernde feindliche Abteilung zwang, in die Felsschluchten von Georgenberg sich zu retten, Die brennende Kirche von Margarethen und eine greuliche Verwüstung des Schlosses Rotholz war die Antwort des Soldatengrimmes. 2) Gegen zwei Uhr nach Mittag zeigte sich Wredes Division im Angesichte von Schwaz. Zwei vor dem Orte aufgefahrene Geschütze, die sogleich zu spielen begannen, lehrten, dass man nicht gedacht sei, den Feind ohne weiteres einzulassen. Wrede entfaltete außer Schussweite auf der Straße gegen den Vorort St. Martin sein Fußvolk und befahl den Reitern, mit verhängtem Zügel in den Markt zu stürmen. Vielleicht konnte solch ein plötzlicher Vorstoß Furcht erzeugen und die Räumung bewirken. Aber die bayrische Kavallerie geriet alsbald unter das Kartätschenfeuer der bei den Häusern verteilten Schützen und unter das ebenso verheerende Kreuzfeuer einer am Lahnbach aufgestellten Abteilung Devaux. Die Attacke schlug fehl, mit starkem Verlust — auch Prinz Konstantin Löwenstein ward schwer verwundet — musste 1) Üb. Aschbacher s. Tir. Bote 1842, p. 240. |
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