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Soldatenmannschaft schon zehnfach übertrafen. Auch ein paar hundert Ranzionierte, versprengte und entflohene Reste der an der Donau geschlagenen Hauptarmee, welche sich den nach Bayern ausfallenden Haufen angeschlossen hatten, waren in Volders eingetroffen, „eine wahre Musterkarte von Aufschlägen", 1) dazu noch ein Offizier mit 36 Mann einer Kompagnie vom Regiment Hohenlohe, die sich vor dem eindringenden Feinde von Pillersee fort auf die Gebirge gerettet hatten und nun vom Kellerjoch herabgestiegen kamen. Auch einige Geschütze wurden beim Kloster postiert, darunter zwei Dreipfündner, die letzten Stücke, die sich noch im Innsbrucker Zeughaus gefunden, dann im Wirrwarr zuerst gegen Matrei geschleppt, aber vom Wiltener Landsturm glücklich nach Volders gebracht worden waren. Schwer war es, so erzählt Vejder selbst, der Anarchie zu steuern. „Überall fühlte ich den Mangel an Unteranführern, ich war daher gezwungen, Tausenden von Menschen, die sich um mich herumdrängten, mit zuletzt erschöpfter Stimme die Befehle zu wiederholen und sie ihnen begreiflich zu machen." 2) Auch vorstädtisches Volk von Innsbruck und Hall war gekommen, das sich gleich über den Klosterkeller hermachen wollte und nur vor dem Degen der abwehrenden Offiziere zurückwich. Aber ebendieselben Leute waren auch gleich wieder bereitwillig, um rekognoszierende Offiziere in Tragsesseln auf aussichtgewährende Höhen zu bringen. Selbst der angesehene Kronenwirt konnte sich keine rechte Geltung verschaffen und geriet in Gefahr, misshandelt zu werden. Gegen Abend, da man erfuhr, dass die Bayern am Ziller auf Speckbachers Widerstand gestoßen, gelang es, die Menge zu zerteilen. Straub fasste einige Kompagnien zusammen 3) und rückte gegen Schwaz, andere setzten über den Inn, um von Baumkirchen nach Vomp zu streifen. Da entsteht plötzlicher Lärm, es kommt die Meldung, dass eine feindliche Kolonne am jenseitigen Ufer dem Dorf Baumkirchen sich nähere. Man greift nach den Ferngläsern und entdeckt, dass es kaiserliche Monturen sind. 1) In den damaligen gereizten Auseinandersetzungen zwischen Württemberg und Bayern (Minister Taube und Montgelas) spielen auch diese Ranzionierten eine Rolle. Taube beschwert sich über die „beispiellose Untätigkeit" gegenüber dem Aufstand in Voralberg und erhebt namentlich auch Klage gegen die bayrischen Grenzbeamten, welche österreichischen Deserteuren und Gefangenen, wenn sie vorgeben, in Rheinbundstaaten gebürtig zu sein, Laufpässe erteilen, so dass sie in Massen zu den Tirolern überlaufen: solch „freventliches Verhalten" sei einzustellen. Montgelas forderte Namennennung. Über diesen Notenwechsel s. ob. p. 393, Anm. 2. |
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