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über Nordtirol zusammenziehen. Die Einschließung Kufsteins machte keine Fortschritte. Wohl drangen die Belagerer wiederholt in die fast menschenleere Stadt ein, zerstörten oder entführten die vorfindliche Fourage, wurden aber jedesmal durch das Feuer aus der Festung zu baldigem Verlassen genötigt. Neue Aufforderungen zur Übergabe fanden beim Kommandanten Aicher kein Gehör. Die Armierung der davor liegenden Schützen war noch immer mangelhaft. 1) Ohne eine Ahnung des Kommenden hatte man doch das Gefühl, dass man die ins Land führenden Pässe nicht vernachlässigen dürfe. Postmeister Stainer von Waidring legte sich mit seiner Kompagnie in den Strub und begann da mit Anlegung von Verhauen. Zur Förderung dieser Arbeiten entsandte Reissenfels von Kufstein einige Infanteristen, und durch Zuzug aus der nächsten Umgebung wuchs die Mannschaft im Pass bis 1. Mai auf 700 Köpfe an. 2) Der Abzug der Österreicher unter Jellachich aus Salzburg nötigte, den nordöstlichen Landespässen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Die Franzosen unter Lefebre standen schon in der Bischofsstadt an der Salzach. Eine bei Reichenhall stehende bayrische Brigade (Vincenti) war bereits mit dem Entsatze Kufsteins beauftragt. Da war nun der Werbetätigkeit des Unterintendanten Roschmann ein weites Feld geöffnet. Was an Stürmern und Schützen in Unterinntal zu erlangen war, das alles wies er an die gefährdete Grenzmark, insbesondere nach Ebbs. 3) Die meisten, wenn auch nicht alle, kamen seinen Weisungen willig nach. 4) Nicht minder erfolgreich war die werbende Tätigkeit im benachbarten Salzburger Gebirgslande, wo Roschmann einen eigenen Aufruf Hormayrs verbreiten liess. 5) Der Zillertaler Hofrichter Josef v. Pichl wurde zur Leitung der Volksbewegung als Landeskommissär nach Zell 1) Für 30 Schützen der zwei Steinacher Kompagnien vor Kufstein, die noch keine Gewehre hatten, weist die Schutzdeputation solche an auf Drängen des Hauptmanns Matthäus Semrad. L. A. 9. Mai. |
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