|
Volke im Verdacht stehen, sollen aus dem Lande entfernt werden. 1) Die Rückreise mit dem wertvollen Gepäck war ungemein mühevoll. Zunächst war die Passage gehemmt durch die fliehenden österreichischen Truppenkörper, in der Nähe von Vöcklabruck streiften schon die Franzosen. Die zwei Männer mussten sich mit ihren Wagen südwärts ins Gebirge wenden und den Übergang über den noch tief beschneiten Radstädter Tauernpass zu gewinnen suchen. Ihr Eifer und ihre Ausdauer wurden auf eine harte Probe gestellt, aber das Wagnis glückte vollständig. Über Pustertal erreichte Straub mit dem Gelde am 8. Mai die Landeshauptstadt, 2) vier Tage später fuhr Huter mit dem Munitionsvorrat in dieselbe ein. 3) So war denn endlich ein nennenswertes Scherflein glücklich ins Land gekommen. Ging es nach kaiserlichem Wunsch und Willen, so war noch mehr zu erwarten. 4) Dass die von Straub mitgebrachten Goldstücke nicht weit langen würden, dessen war sich die Schutzdeputation klar. Am zweiten Tage nach seiner Ankunft forderte sie daher den Intendanten auf, das Extrasteuerordinarium für Lichtmess und Georgi treiben zu lassen, um den stark hergenommenen Schuldentilgungsfond wieder zu füllen und damit weiteren Schaden von den Kreditoren des Landes abzuwenden. 5) Aber nun war wenigstens Geld da, um dringende Bedürfnisse bei den Schützenkompagnien zu befriedigen. 6) Schon in Südtirol, noch mehr nach seiner Ankunft in Innsbruck, war Hormayr bestrebt, das staatliche Räderwerk des Beamtentums, in das er selbst mit seinen Deportationen so störend eingriff, in Gang zu 1) Protokoll über das, was Huter der Schutzdeputation auf dem Landhause 12. Mai 1809 berichtete. M. St. Dasselbe ergänzt die Erzählung in Straubs Selbstbiographie, wiedergegeben bei Stragnaz a. a. O. 20 ff. und bei Ferd. v. Scala, Jos. Franz Huter p. 42. Dass dem Kaiser über die von ihm selbst gewünschte Deportationspraxis bald Bedenken kamen, dar. s. ob. 375 Anm. 2. |
|