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Als getreue Diener ihres Herrn fügten sich Kinkel und die Generalkommissäre in die Lage, die sie wohl schon für eine verzweifelte abschätzten. Ihre Niedergeschlagenheit drückt sich aus in kleinlichen Verfügungen, zu denen sie noch ihre Zuflucht nehmen wollten. Der General, ein alter Herr, auf dessen Rührigkeit man auch in München nicht große Stücke hielt,1) verfiel auf den Gedanken, die Pulvermüller zur Aushebung der Stampfen zu verhalten und allen Pulververschleiß zu verbieten. Lodron hielt den Vorschlag für so „unpassend," dass er nur auf besondere königliche Weisung darauf einzugehen erklärte. 2) Von derselben Qualität war auch ein Einfall Lodrons: Man möge in Bayern, um die Einfuhr nach Tirol zu verhüten, die Vorräte an Flintensteinen aufkaufen. Das Kriegsministerium lehnte es ab mit der Begründung, der Antrag wäre gut, aber man sei selbst mit diesem Artikel hinreichend versehen und wisse auch keinen Aufbewahrungsort hierfür. 3) Lodron drängte bis zum letzten Augenblick in München zur Truppenvermehrung. Die düsteren Schilderungen aus Tirol bewirkten, dass endlich auch von französischer Seite bei Kinkel angefragt wurde, wie es denn im Lande stehe. Der General nahm eine zuversichtliche Miene an und antwortete, überall herrsche Ruhe. Montgelas war über die sonderbare Behauptung so betroffen, dass er darauf drang, Kinkel zum Widerruf zu verhalten. 4) Derselbe fand dazu nicht mehr Zeit, den Widerruf besorgten die nächstfolgenden Ereignisse. In anderer Weise als die Innsbrucker Behörden suchte Aretin dem Äußersten vorzubeugen. Am 2. April ließ er einen Aufruf drucken, gerichtet nicht an die „Bewohner," sondern an die „Tiroler" des Eisackkreises: „Der Krieg ist erklärt. Vielleicht kommt der Feind auf kurze Zeit ins Land. Ihr dürft ihm nur gehorchen, soweit es sich um militärische Maßregeln handelt, sonst aber bestehen eure Pflichten fort gegen den König, an welchen einst Österreich das Land in feierlichem Friedensschluss abgetreten hat. Nur ein solcher Friedensschluss könnte wieder die Lage ändern. Aber das wird nicht geschehen. Ihr bleibt Bayern und bleibt dem König für alle Zukunft Treue schuldig. Ihr habt den Ausgang des Krieges ruhig abzuwarten. Was euch einst Pflicht war, das 1) Montgelas, Denkwürdigkeiten p. 187. Man hätte Kinkel am liebsten abberufen, wollte ihm aber die Kränkung ersparen. Der ihm an die Seite gestellte Ditfurth sollte das Fehlende ersetzen. |
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