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auf dem Theaterzettel an die Wohltätigkeit des Publikums und wählte dazu die Worte „unico sollievo a si critiche circonstanze." Ein solcher Zettel gelangte nach Mailand und bewog den Vizekönig zu einem Schreiben nach München, worin er über die arge Gesinnung der Tiroler und die sträfliche Nachlässigkeit der Trientiner Behörde Klage führte. 1) Das Innsbrucker Gubernium, das nun der Sache nachgehen musste, konnte dann freilich die beruhigendste Aufklärung geben. Dass Österreich in bayrischen Landen an die Aufrichtung von Handelskonsulaten schritt, hat man in München gar nicht gern gesehen. Wie sehr würde erst das Misstrauen gestiegen sein, hätte man die Worte gekannt, die in Stadions Gutachten an den Kaiser über diese Kommerzagenten vorkamen: „In Tirol ist es besonders interessant, einen solchen Agenten zu haben, den Baron Graff in Bozen, welcher bei weitem die vorzüglichsten der dortigen Geschäfte macht, in Feldkirch und Verona Kommandithäuser besitzt und sich durch seine Treue und unter den Augen Wurmsers bezeugte Bravour den Theresienorden erworben hat.“ 2) Generalkommissär Arco hat zeitweilig kälteres Blut bewahrt. Wiederholt schrieb er nach München, die Lage in Tirol gestalte sich besser und aussichtsvoller; noch 1808 glaubte er, von Welschtirol sei sicher nichts, aber auch von Deutschtirol, das „durch Österreich so sehr verwöhnte“ Bozen abgerechnet, kaum etwas zu befürchten. 3) Seitdem sich aber die Anzeichen eines bevorstehenden Krieges mehrten, stieg die Aufregung auf bayrischer Seite. 4) Zur Sicherung Tirols forderte Arco sogleich militärische Maßnahmen, „wenn auch nach der gegenwärtigen Stellung der französischen Armee von Österreich für das Land nichts zu fürchten sein dürfte". In München ging man bereitwillig darauf ein und ordnete eine zweckentsprechende Verteilung der anwesenden Truppen, Einberufung der Urlauber und Verstärkung mit zwei Eskadronen Dragoner an. 5) Arco zweifelte nicht, dass Österreich im Kriegsfall „ein 1) Ges. Otto an Montgelas, 30. Juni 1807. M. K. Otto schreibt da: L'esprit public dans ce pays est très mauvais, mais celui des autorités est, je crois, plus mauvais encore. |
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