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ein bedenkliches Waffendepot. So sicher rechnete man da bereits auf die bevorstehende Veränderung, dass ein neubestellter bayrischer Mautbeamter nicht mehr die Auslieferung der Amtskasse erwirken konnte. 1) Es war etwas Selbstverständliches, dass nach der Rückkehr der Bauerndeputationen der Verkehr zwischen Wien und Tirol aufrecht erhalten, wo möglich noch lebhafter wurde. Die Korrespondenz in der naiven Bildersprache wurde fortgesetzt. 2) Agenten gingen hin und her. Stadion und Johann einigten sich auf zwei Spezialagenten, die Salzburger Fellner und Trauner, welche über ihre Wahrnehmungen an beide chiffrierte Berichte zu senden hatten. Trauner übernahm es, von Zillertal aus Unterinntal zu bereisen, Fellner ging ins Pustertal. Jener traf mit Wintersteller zusammen und besprach mit ihm eine Überrumpelung von Kufstein. Der Wirt von Kirchdorf war sehr zuversichtlich: wenn gleich Hand ans Werk gelegt wird, wäre die Festung binnen drei Tagen zu erobern, es brauchte nur ein paar Kanonen zur Drohung, die Besatzung zähle bloß 700 Mann, der Kommandant sei ein alter, gebrechlicher Mann, das Militär voll Furcht. Trauner fand die umwohnende Bevölkerung höchst erbittert, weil sie Schlachttiere und Pferde ohne Bezahlung und ohne Quittung in die Festung liefern musste. Mit verschiedenen Vertrauten sprach er, die alle inständig flehten, es möchten doch schnell die Österreicher kommen, sonst sei der günstigste Zeitpunkt verloren. Denn der bei den Wiener Verabredungen angesetzte Termin (12. März) war bereits um einen Monat verschoben. Indem Trauner den Männern diese leidige Kunde gab, musste er seine ganze Beredsamkeit aufbieten, um sie zur Geduld und Vorsicht zu mahnen. Überall herrschte leidenschaftliche Erregung. In 1) Berichte des Mautbeamten Kappler in Lienz vom 13. Juni, und des Baron v. Lassberg vom 15. Okt. 1809. M. St. |
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