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Hofer gab sich mit schlecht angebrachten Äußerungen keine Blöße, sein Verräter war der Bart. Der bayrische Gesandte am Kaiserhof meldete, man habe in Wien einen Tiroler mit langem Bart herumgehen sehen in Begleitung eines anrüchigen Landsmanns 1) aus der Bozener Gegend. In dieser Angabe lag für die Polizei in Tirol die Aufforderung, den verdächtigen Bärtigen zu suchen. Die emsigen Forscher entdeckten im ganzen Eisackkreis drei Männer, auf welche das Attribut passte: einen namens Metz in Klausen, einen Bauer Sparber in Stilfes und den Sandwirt. Die Behörde schloss zunächst auf den ersten der drei genannten, so dass schon ein königlicher Befehl erging, er sei zum Militär zu stecken. Bald erwies sich der Irrtum, und man fahndete weiter. Aretin, welcher überall herumfragte, gelangte durch Nachrichten, die ihm von Nordtirol kamen, zur Gewissheit, dass Hofer der gesuchte Bärtige sei. 2) Er meldete nach München: „Der durch einen langen Bart ausgezeichnete Wirt von Passeier, ein vorzügliches Mitglied der Tiroler Deputation, ist seit einiger Zeit wieder zu Hause. Was gegen ihn vorgekommen, zeigen die beiliegenden Akten. 3) Ich frage, ob ich denselben arretieren lassen und was dann weiter mit ihm vorgenommen werden soll. Eine Gefahr der Entweichung scheint bei ihm als einem sehr vermöglichen Mann nicht vorhanden zu sein. Wenn er aber der Untersuchung übergeben werden soll, so ist bei der Stimmung des Appellationsgerichtes in Innsbruck nicht zu raten, demselben die Akten mitzuteilen, weil es sonst die Namen derjenigen erfahren würde, die bei der Entdeckung dieser Dinge besonders tätig sind, wodurch üble Folgen entstehen könnten. 4) Der König war ungehalten, dass der Generalkommissär erst lange anfragte. 5) Trotzdem ist dann kein Versuch zu Hofers Verhaftung gemacht worden. 1) Meldung der bayrischen Gesandtschaft, an Aretin mitgeteilt am 25. Februar 1809: „Einige Tiroler, welche sich Abgeordnete des Volkes nennen, sind hier, um Mitteilungen zu machen. Ich weiß nicht, ob sie auch zu Hofe gekommen sind. Ich weiß nur, dass einer darunter der Sohn oder Bruder eines Gärtners in Bozen oder Brixen (offenbar Tschoguel) ist, von schlechter Konduite, der einen Mann mit einem langen Bart begleitete, dessen Äußeres die Frauen sehr interessierte.“ M. St. |
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