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Der Räuberhauptmann Es war ein großer Räuber, und er hieß Patkó Pischta, und er ging herum mit vierundzwanzig Gesellen in den größten Städten, und er brach ein in die größten Banken. Und er stahl alles heraus, das ganze Geld. Und (man) suchte ihn in dem ganzen ungarischen Land. Und durch nichts konnten sie ihn fangen, weil in dem größten Wald war ihm unter der Erde seine Höhle. Darum konnten (sie) ihn nicht fangen, die ungarischen Gendarmen, weil er am Tage in seiner Höhle war, und nachts ging er nur zu stehlen und zu morden, der Patkó Pischta, mit seinen vierundzwanzig Gesellen. Und sie brachten heraus nämlich, wo er sich aufhält im größten Wald, weil ein Jäger sehr früh (morgens) sah, wo der Patkó Pischta mit seinen vierundzwanzig Gesellen unter die Erde geht in seine Höhle. Und der Jäger ging in die Stadt zu den Gendarmen und erzählte, daß er den Patkó Pischta mit seinen vierundzwanzig Genossen sah, wo er unter die Erde geht in seine Höhle. Und der Patkó Pischta brachte heraus, daß die Gendarmen kommen, ihn zu fangen. Und der Patkó Pischta sagte zu seinen Gesellen:
Und Patkó Pischta machte sich auf und kam fort gegen Ödenburg. Und dort hielt er sich auf bei den Zigeunern, und die Zigeuner wußten nicht, daß er der Patkó Pischta ist. Tags ging er fort von den Zigeunern in die Wälder, sich zu verstecken. Und wie er, der Patkó Pischta, im Wald war, kam eine alte Bäuerin, und der Patkó Pischta fragte von jener alten Bäuerin, owohin sie geht, und die alte Bäuerin sagte dem Patkó Pischta:
Und auf das sagte er zu ihr:
Und auf dies sagte zu ihm die alte Bäuerin, zu Patkó Pischta: nämlich
Und die alte Bäuerin sagte, daß die Waldhexen ihn zerreißen mögen in der Luft. Und auf dieses Wort sagte der Patkó Pischta nämlich, warum die alte Bäuerin den Patkó Pischta verflucht. Nämlich:
Und (es) sagte der alten Bäuerin der Patkó Pischta:
Und die alte Bäuerin nahm jene vier Kreuzer und ging in den Laden und kaufte für sich ein für die ganze Woche Lebensmittel und kaufte dann die zwei Hufeisen und die acht Nägel. Und (sie) machte sich auf, die alte Bäuerin, mit (= auf) jenem Weg, woher sie zuvor kam, mit jenem Weg ging sie wieder zurück. Und der Patkó Pischta erwartete sie auf jener Stelle, woher sie in das Dorf ging einzukaufen. Und als sie dorthin kam, zu ihm, zu Patkó Pischta, die alte Bäuerin, so sagte er zu ihr nämlich:
Und er nahm sie in seine Hand, der Patkó Pischta, jene zwei Hufeisen und die acht Nägel. Und dann sagte der Patkó Pischta der alten Bäuerin:
Und er nagelte jene zwei Hufeisen auf ihre zwei Füße mit den
acht Nägeln, und dann ließ er sie mit diesem Schmerze nach
Hause gehen in ihr Haus.
Quelle: Romani-Texte aus dem Burgenland (Burgenländische Forschungen, H. 24), Johann Knobloch, Eisenstadt 1953, S. 17 u. 19, zit. nach Sagen aus dem Burgenland, Hrsg. Leander Petzoldt, München 1994, S. 183ff. |