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Denkwürdigkeiten aus Ödenburg

1676, den 28. November, brach in Ödenburg das größte Feuer aus, wobei fast die ganze Stadt samt Stadt-Turm, St.-Georgs-Kirche und dem grünen Turme in Asche gelegt wurden; bei dieser Gelegenheit brannte auch das Rathaus samt dem Archiv ab, nichts blieb als die merkwürdigen Privilegien, ein eigenhändiger Brief Doktor Martin Luthers vom Jahre 1537, ferner Briefe Tökölys und mehrere in türkischer Sprache übrig.

Die Stadt war noch nicht völlig aufgebaut, da kam 1683 unter der Regierung des türkischen Kaisers Mahomed IV., Caramustafa Vezir mit 300000 zur Belagerung Wiens ziehenden Türken an; in welchem harten Drange besagte Hauptstadt ihren Entsatz dem Polnischen Könige Johann Szobjeszky danket. - Eben in diesem Jahre, dem 10. Juli, ist der hiesige Magistrat dem Gr. Tököly und dem türkischen Anführer zu huldigen gezwungen worden.

1693 brachten die städtischen Untertanen von den Ofner und Weissenburger Schlachten viele Türkenköpfe mit sich, welche bei dem Botsy-Thore aufgesteckt wurden.


Quelle: Denkwürdigkeiten der königlichen Freistadt Ödenburg sowie auch sämtlicher Umgebung, Sigmund von Hárosy, München 1841, S. 20, zit. nach Sagen aus dem Burgenland, Hrsg. Leander Petzoldt, München 1994, S. 163.