SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Ungarn

   
 

Die Belagerung von Ödenburg

1605 kamen die Anhänger des Stephan von Botskay, aus Siebenbürgern, Ungarn und Türken bestehend, von dem Neusiedler See herangezogen, verbrannten auf ihrem Zuge alle Dörfer, und Mord oder Gefangenschaft war das traurige Los der in ihre unmenschlichen Hände geratenen Bewohner. Vor Ödenburg angelangt, lagerte sich der Feind vor der Michaeliskirche auf den Pflanzsteigen und dem Hutbügel und hatte die Stadt sieben Wochen lang belagert, wo endlich die Bürgerschaft unter Anführung des Obersten Adam von Trautmansdorf einen siegreichen Ausfall wagte und im Jubel des gelungenen Wagnisses dem Feinde zurief:

"Rück herzu!"

Diese Worte stehen auf dem Hause eines gewissen Genzer, so wie auch der Platz noch jetzt den Namen:

"Rück herzu!" führt.

Zu rechter Zeit kamen die Anführer Georg Vastó und Königsberg mit tausend Walachen zum Entsatze an; der Feind erhielt Kunde davon und zog weiter.


Quelle: Denkwürdigkeiten der königlichen Freistadt Ödenburg sowie auch sämtlicher Umgebung, Sigmund von Hárosy, München 1841, S. 19, zit. nach Sagen aus dem Burgenland, Hrsg. Leander Petzoldt, München 1994, S. 161f.