Katzenmusik

In dem Jahr, wo der große Wind ging, taumelte ein rauschiger Bauer in der Nacht von der Kirchweih heim. Da hörte er in seinem Stadel drin eine seltsame wilde Musik, er tat das Scheuntor auf und ließ den Mond hinein. Drin saßen die Katzen auf der Tenne, sie hatten die Schweife im Maul und fingerten darauf wie auf Flöten und Klarinetten, und in der Mitte der Tenne tanzte eine Katze mit des Bauers großem schwarzem Kater. Das ärgerte den Rauschigen mächtig, und er schimpfte über seinen Kater und drohte: "Freu dich, du zottiger Lümmel, ich werde dir aufmischen!" Hernach tappte er sich in seine Kammer und fiel auf den Strohsack hin und schnarchte. Da schlich der Kater durchs Fenster herein und steckte seinen Schweif dem Bauer in den Schlund, daß er erstickte.

In der Prachatitzer Kirche steht in die Betstühle geschnitzt: "Hut dich vor den Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen!"

Quelle: Hans Watzlik, Böhmerwald-Sagen, Budweis 1921 (Böhmerwalder Dorfbücher, 5. Heft)