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GREGORI

Zu Gregori tschellent sich die Vöglein. In einem Jahre waren sie um diese Zeit wieder recht fröhlich, besonders eine Amsel sang gar schön. Da kam Gregor vorüber und fragte sie, warum sie gar so lustig sei. Wir haben gestern Hochzeit gehabt und darum singen wir heute noch so schön, antwortete die Amsel. - Weißt du nicht, was noch da oben ist? fragte Gregor, indem er zum Himmel empor deutete. Warte nur, bis ich wieder komme! Als er nach einigen Tagen wiederkehrte, da war die Amsel Hungers gestorben, denn es war wieder viel Schnee gefallen.

Gregor kam auch zu einem Müller, der das Wasserwehr gerade mit Grummet verstopfte. Was machst du da? fragte Gregor. - Ich bessere das Wehr aus, damit mir Wasser bleibt zum Mahlen. - Weißt du nicht, was noch da droben ist? Warte nur, bis ich wiederkomme! Wie Gregor nach kurzer Zeit wieder an der Mühle vorüberging, da waren dem Müller alle Kühe verhungert. Es hatte wieder tüchtig geschneit und der Müller hatte zu früh sein letztes Futter vergeudet.


Anmerkung: Gregori: 12. III.
Tschellen: zusammen gesellen, paaren

Quelle: Wilh. Tschinkel, Volkstümliche Erzählungen aus Gottschee: Zeitschrift für österreichische Volkskunde 17, 1911, 82
Aus Will-Erich Peuckert, Ostalpensagen, Berlin 1963, Nr. 12, Seite 15f.