|
SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Schweiz >> Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni |
|
|
83. Der faule Senn Die Rentierflechte war früher das milchreichste Kräutlein unserer Alpen. Die Stengel, die nun hohl geworden sind, waren damals ganz mit Milch gefüllt; deswegen mussten die Kühe täglich dreimal gemolken werden. Nun aber war einmal ein Senn zu faul, so viel Arbeit zu tun, und er verwünschte das Kraut mit den Worten:
Hierauf verdorrte die Flechte, und sie hat sich nie mehr von diesem Fluch
erholt.
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni,
St. Gallen 1903, Nr. 83, S. 38 |