DAS DENGELLOCH

In Frohn lebte einmal ein Bauer, der tagein und tagaus arbeitete und nicht danach fragte, ob es Werktag oder Sonntag sei. So ging er am hohen Frauentag (15. August) auf eine Bergwiese am Sonnstein um dort zu mähen. Dies tat er so lange und fleißig, bis seine Sense nicht mehr schnitt. Dann trat er zum Dengelstock und dengelte sie. Nicht lange, da vernahm er eine unheimliche Stimme, die kam immer näher, und plötzlich stand der leibhaftige Teufel vor ihm. Vor Angst und Furcht erstarrten dem Bauer die Hände. Der Teufel packte ihn am Kragen, und im rasenden Flug ging es das Tal hinaus und dann durch das Wolayer Tal nach Süden Richtung Italien. Mit Entsetzen hörten in den Ortschaften im Tale die Menschen, die eben das Marienfest feierten, die Angst des Bauern.

Als sich der Leibhaftige mit seinem Opfer dem Biegengebirge näherte, geriet die rasende Fahrt etwas zu tief, und mit einem furchtbaren Krachen durchstießen die beiden die Felswand. Die drohende Lücke, die seither dort im Berg zu sehen ist, wird zur Erinnerung an den frevelnden Bauer das "Tangelloch" (Dengelloch) genannt.


Quelle: Sagen und Geschichten aus dem Lesachtal, gesammelt und niedergeschrieben von den Schülern der 2. Klasse der Hauptschule Lesachtal Schuljahr 2000/2001, unter den Anleitungen von Hans Guggenberger und Edith Unterguggenberger